Da mich wieder das Arbeitsfieber gepackt hat, möchte ich einmal beginnen, mit Hilfe mehrerer Informationsquellen, vor allem aber eigener Vergleichsmarken, die Briefmarken Braunschweigs näher vorzustellen.
Die ersten Briefmarken des Herzogtums Braunschweig erschienen am 1. Januar 1852. Im Laufe von 17 Jahren wurden 20 Marken in 3 verschiedenen Zeichnungen herausgegeben, bevor am 31. Dezember 1867 sämtliche Marken des Herzogtums infolge des Übergangs in den Norddeutschen Postbezirk ihre Gültigkeit verloren. Sie konnten noch im ersten Quartal des Jahres 1868 von den dortigen Postanstalten umgetauscht oder verrechnet werden.
Die Echtheitsmerkmale der Marken unterscheiden sich nicht in den einzelnen Emissionen, sondern in den Wertstufen. Damit meine ich, dass alle 1 Silb. Gr. Marken – egal, wann sie erschienen sind (1852 Nr. 1 bis hin zu 1864 Nr. 14 ), die gleiche Zeichnung aufweisen. Dasselbe gilt für alle 2 Silb. Gr. - und alle 3 Silb. Gr. Marken. Die einzelnen Wertstufen unterscheiden sich allerdings in der Zeichnung deutlich voneinander.
Die Marken wurden im Buchdruck hergestellt. Steindruckfälschungen existieren, sind aber recht einfach als solche zu erkennen. Sie weichen in den Echtheitsmerkmalen auch erheblich ab.
Drei wichtige Echtheitsmerkmale kann man unterscheiden:
1. Die Anzahl und Anordnung der senkrechten Striche im Markenbild,
2. Die Zahl und Anordnung der Steine sowie
3. Die Mähne des Pferdes.
Noch ein viertes Merkmal: Alle Pferde sind Hengste, i.A. ist das deutlich erkennbar, Stuten sind immer Fälschungen! ![]()
Beginnen möchte ich mit den 1 Silbergroschenmarken (MiNrn. 1, 6, 11 und 14)
Braunschweig 1, 6, 11 und 14
Der Druck der Nr. 1 ist – besonders in den späten Bogen – unscharf.
[Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/xbra01.jpg]
Die ersten Auflagen zeigen dagegen noch recht scharfe Zeichnungen und dürften einen geringen Aufpreis rechtfertgen.
Der Abstand der Marken ist unregelmäßig und die Marken stehen im Bogen oft schief zueinander. Gleichmäßig geschnittene Marken sind relativ selten. Außerdem sind Druckmängel bei diesen ersten drei verausgabten Marken häufig. Das Papier – und das gilt für Braunschweig fast durchgängig – ist von schlechter Qualität.
Die folgenden Merkmale gelten nur für die 1 Silbergroschenmarken
Die Marken haben ein Format von 21,5 mm x 20,3 mm. Die Maße varieren allerdings besonders in der Breite etwas (besonders bei der Nr. 1). Die Schrift ist etwas mehr als 1 mm hoch.
Im Markenbild befinden sich 40 Schraffierungsstriche, der letzte auf der linken Seite liegt an der Einfassungslinie.
[Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/xbra02.jpg]
Auf dem Weg liegen vier Steine. Der dritte von links ist wesentlich größer und liegt auf dem zweiten auf. Der vierte und letzte lehnt sich an den dritten an. Unter dem großen Stein befindet sich - in der Länge von 2 Schraffierungsstrichen - ein Druckausfall der Bodenlinie (siehe Pfeil in der unterhalb gezeigten Nr. 6).
Die Mähne ist sägezahnartig und hat drei durchgehende Striche. Der Bauch des Pferds hat 7 Bauchstriche.
Hier als Beispiel eine Nr. 6
[Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/xbra03.jpg]
Wenn man sich die Zeichnung dieser Details genau einprägt, ist praktisch jede Fälschung auf den ersten Blick erkennbar.
Zum Abschluss für heute noch die in gleicher Zeichnung aller 1 Silb. Gr. Marken fehlenden Nrn. 11 und 14A
[Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/xbra04.jpg]
[Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/xbra05.jpg]
Ich beabsichtige, diese Beiträge nach und nach mit den weiteren Marken Braunschweigs auszubauen.
Viele Grüße,
carolinus