Da es jetzt nicht mehr um das ürsprüngliche Thema geht, hier meine Frage aufgrund der letzten Antwort von bayern klassisch, die ich zum besseren Verständnis hier wiederhole:
Hallo Luitpold,
dein 12 Kr. Brief ist von einer großen Behörde in Würzburg bei der dortigen Fahrpost aufgegeben worden, weil man wohl etliche Fahrpoststücke aufzugeben hatte. Da Briefe bis 4 Loth inklusive zur Briefpost gehörten, hat man einfach seinen Fahrpoststempel aufgedrückt und ihn dann später der Hauptbriefpostexpedition übergeben - auch das ist eine echte Besonderheit, die ich nicht häufig gesehen habe. Solche Sachen kann man nicht kaufen, sondern allenfalls finden.
Deine These nach 1867 bei dem 18 Kr. Brief kann ich verwerfen, denn es gab keine 18 Kr. Briefe nach dem 1.8.1865 mehr. Wir erinnern uns, dass mit dem 1.8.1865 alle Briefe innerhalb Bayerns und sogar von und nach der Pfalz bis 1 Loth nur noch 3 Kr. kosteten, schwerere nur noch 6 Kr..
Wäre es ein Brief aus 1867, dann könnte er nur eine 6 Kr. blau aufweisen.
Dies ist ja der Grund, dass es so wenige wirklich schwere Briefe innerhalb Bayerns mit hohen Frankaturen gibt, weil sie nur von 1858 bis 1865 möglich waren. Zuvor waren 12 Kr. Frankaturen, und danach nur noch 6 Kr. Frankaturen möglich (ab 1.1.1868 maximal 7 Kr. über 1 - 15 Loth).
Stell dir mal vor, der Landshutbrief wäre nicht dreifach, sondern 15 fach!
Dann würden 1,5 Gulden = 90 Kr. auf ihm kleben.
1866 hätte er nur 6 Kr. gekostet - toll, nicht wahr! Das nenne ich mal eine Gebührenermässigung, von wir heutige Postkunden nur träumen können.
Liebe Grüße bayern klassisch
---------------------------------------------
Hallo bayern klassisch,
zum Wü-Brief - kann man kaufen, den wollte keiner - vielleicht zu teuer, mir war der Preis recht. Der Brief ist umgefaltet und als Portobrief zurückgeschickt worden (bekannte Dettelbacher-Korrespondenz).
Deshalb könnte ja der Stempel zufällig .... Aber Deine Erklärung ist sehr gut, wie immer.
War dann dieser Brief ebenso unter die Briefpost-Aufgabe gerutscht und deshalb gestempelt, bevor man die “portopflichtige Dienstsache” der Fahrpost übergab?
Für meine Stempelsammlung sind das schöne Beispiele, um auf einem Beleg den Unterschied der Briefpost- und Fahrpost-Stempel zu zeigen (in München waren beide Formen Briefpost-Stempel).
Das mit den Tarifen ist ja nicht so meine Sammelwelt und nicht gleich daran gedacht, ob dann noch die Frankatur stimmt. Danke für Deine Erläuterungen. Da sieht man sehr schön, warum Briefe-Sammeln so interessant ist.
Beste Grüße
Luitpold