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Frage an bayern klassisch

  • Luitpold
  • 30. März 2008 um 13:05
  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    879
    • 30. März 2008 um 13:05
    • #1

    Da es jetzt nicht mehr um das ürsprüngliche Thema geht, hier meine Frage aufgrund der letzten Antwort von bayern klassisch, die ich zum besseren Verständnis hier wiederhole:

    Hallo Luitpold,

    dein 12 Kr. Brief ist von einer großen Behörde in Würzburg bei der dortigen Fahrpost aufgegeben worden, weil man wohl etliche Fahrpoststücke aufzugeben hatte. Da Briefe bis 4 Loth inklusive zur Briefpost gehörten, hat man einfach seinen Fahrpoststempel aufgedrückt und ihn dann später der Hauptbriefpostexpedition übergeben - auch das ist eine echte Besonderheit, die ich nicht häufig gesehen habe. Solche Sachen kann man nicht kaufen, sondern allenfalls finden.

    Deine These nach 1867 bei dem 18 Kr. Brief kann ich verwerfen, denn es gab keine 18 Kr. Briefe nach dem 1.8.1865 mehr. Wir erinnern uns, dass mit dem 1.8.1865 alle Briefe innerhalb Bayerns und sogar von und nach der Pfalz bis 1 Loth nur noch 3 Kr. kosteten, schwerere nur noch 6 Kr..
    Wäre es ein Brief aus 1867, dann könnte er nur eine 6 Kr. blau aufweisen.

    Dies ist ja der Grund, dass es so wenige wirklich schwere Briefe innerhalb Bayerns mit hohen Frankaturen gibt, weil sie nur von 1858 bis 1865 möglich waren. Zuvor waren 12 Kr. Frankaturen, und danach nur noch 6 Kr. Frankaturen möglich (ab 1.1.1868 maximal 7 Kr. über 1 - 15 Loth).

    Stell dir mal vor, der Landshutbrief wäre nicht dreifach, sondern 15 fach!
    Dann würden 1,5 Gulden = 90 Kr. auf ihm kleben.
    1866 hätte er nur 6 Kr. gekostet - toll, nicht wahr! Das nenne ich mal eine Gebührenermässigung, von wir heutige Postkunden nur träumen können.

    Liebe Grüße bayern klassisch

    ---------------------------------------------


    Hallo bayern klassisch,

    zum Wü-Brief - kann man kaufen, den wollte keiner - vielleicht zu teuer, mir war der Preis recht. Der Brief ist umgefaltet und als Portobrief zurückgeschickt worden (bekannte Dettelbacher-Korrespondenz).
    Deshalb könnte ja der Stempel zufällig .... Aber Deine Erklärung ist sehr gut, wie immer.
    War dann dieser Brief ebenso unter die Briefpost-Aufgabe gerutscht und deshalb gestempelt, bevor man die “portopflichtige Dienstsache” der Fahrpost übergab?
    Für meine Stempelsammlung sind das schöne Beispiele, um auf einem Beleg den Unterschied der Briefpost- und Fahrpost-Stempel zu zeigen (in München waren beide Formen Briefpost-Stempel).

    Das mit den Tarifen ist ja nicht so meine Sammelwelt und nicht gleich daran gedacht, ob dann noch die Frankatur stimmt. Danke für Deine Erläuterungen. Da sieht man sehr schön, warum Briefe-Sammeln so interessant ist.

    Beste Grüße
    Luitpold

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    2 Mal editiert, zuletzt von Luitpold (30. März 2008 um 13:12)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 30. März 2008 um 13:58
    • #2

    Hallo Luitpold,

    das mit dem Umfalten ist so eine Sache. Der 12 Kr. Brief zeigt ja beide Stempel vom selben Tag. Ich denke, meine Aussage kann man so stehen lassen.

    Der Portopflichtige Brief ist sehr schön, könnte sogar 2 verschiedene Aufgabedaten haben - leider kann ich die Stempeldaten im Scan nicht klar entziffern.

    Der Fahrpoststempel Zweizeiler ist vom 2. Juni, den anderen kann ich nicht erkennen. Jedenfalls deutet die erste Gewichtsangabe mit 66g auf einen anderen Inhalt hin, als die 2. Gewichtsangabe mit 333g!
    Wenn das Datum verschieden ist, könnte es sein, dass man ihn zurerst abgegeben hat mit 66g, dann zurückgefordert hat (Fachterminus: reclamierte Briefe), ihm weitere Beilagen unterband, und dann mit 333g nochmals zur Post gab.

    Die 11 Kr. waren korrekt für Briefe der 2. Gewichtsstufe (es gab nur noch 2). Frankiert 7 Kr., unfrankiert aber 11 Kr..

    Das Maximalgewicht war auf 500g bei der Briefpost angesetzt worden und galt nur für Dienstbriefe wie diesen hier. Wäre es keine portopflichtige Dienstsache gewesen, hätte man ihn mit der Fahrpost befördern müssen, da über 250g. Daher wohl beide Stempel auf dem Brief.

    Zu deinem letzten Satz: Sicher gibt es auch - gerade bei Bayern und Österreich - interessante Marken. Aber ein Brief wie dieser stellt die interessanteste Marke weit in den Schatten. Freue mich für dich!

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    879
    • 30. März 2008 um 19:25
    • #3

    Hallo bayern klassisch,

    tja, heute ist eigentlich Ruhetag (Sonntag) und Du wirst ganz schön auf Trapp gehalten. Deshalb hat es Zeit mit der Beantwortung. Aber weil Deine Aussagen meine Vermutungen bestätigen, frage ich, ob Du den Briefinhalt mal überprüfen kannst. So wie Du schreibst, ist es doch ein Austausch von Akten gewesen, innen wird das ja auch bestätigt. Nur müsste dann der Brief selbst "verpackt" nach Wü zurück gekommen sein, da darauf kein Nbg.-Stempel zu finden ist. In Wü wurde der Brief dann ein 2. Mal (2 verschiedene Stempeldaten?, wenn der Fahrpoststempel nicht eine Fehleinstellung haben sollte, der zeigt den 2?.Juni der Einkreiser - Sondertyp Antiqua - 22/6/72) nach Nbg. gesandt. Wenn Deine 1. Erklärung mit dem Gewicht an einem Tag passiert ist, dann muss der Brief trotzdem 2 Mal auf Reisen gewesen sein. Oder wie erklärt sich das Datum vom 21. August 1872?
    Übrigens ist das ein Doppelbogen mit kompletten Wasserzeichen, das sich so ansieht:
    F.P.CHRISTGARTEN.1869

    Und nichts gegen Marken sammeln. Ganz im Gegenteil. Wir beachten ja auch, was auf den Briefen klebt. Und da ist es eben nicht egal, was es ist. Genau hinschauen, ich weiß - 3 Kr. blau! Ich bezog das mehr auf historische Gegebenheiten und wenn es nur die Behördenarbeit im 19. Jahrhundert war.

    Beste Grüße
    Luitpold

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 31. März 2008 um 07:29
    • #4

    Hallo Luitpold,

    vieles ist möglich. Bei ähnlich gelagerten Briefen nehme ich immer einen Zettel und schreibe mir die Orte mit dem Datum dahinter.
    So bekommt man einen Einblick in die Post- und Arbeitsabläufe der Zeit.

    Wenn man das Datum des Stempels von WÜ nicht eindeutig lesen kann, hilft vielleicht der Brief innen weiter. Wenn nicht, ist das auch nicht schlimm.
    Es kann aber sein, dass er zuerst mit 66g weggeschickt wurde und später, nachdem er nochmals zurückkam, mit 333g wieder versandt wurde. Dann müsste der Fahrpoststempel später sein und man hätte eigentlich den Briefpoststempel annullieren müssen. Hätte, hätte, hätte ... Vieles hat man im üblichen Geschäftsbetrieb nicht gemacht, was man hätte machen sollen. Daher sind ja die Verordnungsblätter voll von Strafen, Androhungen und Entlassungen. Das hatte ja alles seinen Grund.

    Hin und wieder wurden solche Briefe bei den verschiedenen Behördenläufen auch innerhalb der Amtspost versandt und nur als Erklärungsbeilage beigeschlossen. Dann hat man oft ein zeitliches Loch von mehreren Wochen.

    Beste Grüsse von bayern klassisch

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