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  4. Philatelie-News

Post-historischer Urknall für 11000 Euro

  • Newsbot
  • 22. März 2008 um 08:26
  • Newsbot
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    647
    • 22. März 2008 um 08:26
    • #1

    Wenn man mit 10,4 Millionen Euro gerade die Umsatz-Rekordmarke geknackt hat, die eine Briefmarkenauktion in Deutschland bislang hatte erzielen können, hat man natürlich allen Grund, mit sich und der Welt zufrieden zu sein. Und das ist Dieter Michelson, Geschäftsführer von Deutschlands ältestem Briefmarken Auktionshaus Heinrich Köhler, anzuhören. "Ein Meilenstein für unser Haus", blickt er stolz auf die vergangene Auktionswoche zurück. Mit 9700 Losen zu einem Gesamtstartpreis von 7,8 Millionen Euro belegt die 332. Köhler-Auktion auch in dieser Hinsicht den Spitzenplatz der hundertjährigen Geschichte des Hauses.

    Für die weltweite Philatelistengemeinde war die Landeshauptstadt vergangene Woche der Nabel der Welt. "Wir hatten Bieter von Neuseeland bis Japan und USA unter den 3 000 an der Auktion Beteiligten, aber auch viele aus dem lateinamerikanischen Raum, da dieser einen Schwerpunkt in der Frühjahrsauktion einnahm", resümiert Michelson.

    Briefmarken sind immer ein Stück Zeitgeschichte. Und auch hier kann die Frühjahrsauktion 2008 Besonderes vorweisen: Am 12. Juli 1840 sandte eine junge Bremerin ihrer in England als Au-pair arbeitenden Freundin einen Brief. Da zu jener Zeit in ihrer Heimatstadt, im Gegensatz zum Zielland England, Briefmarken noch unbekannt waren, musste der mit dem Transport beauftragte Schiffskapitän in London nachfrankieren. Womit der älteste bekannte, mit einer "One Penny Black" Briefmarke versehene, deutsche Brief seine Adressatin erreichen konnte: auf dem Anwesen der Ur-,Ur-, Urgroßmutter von Lady Diana Spencer. Der schwedisch-deutsche Philatelist Jakob von Uexküll, bekannt auch als Stifter des Alternativen Nobelpreises, steigerte vergangenen Samstag diesen post-historischen Urknall für 11000 Euro. Der Schätzpreis hatte ursprünglich bei 1 000 Euro gelegen.

    Den Auktions-Rekordpreis mit einem Zuschlag von 160000 Euro erzielte das Blockstück einer sehr seltenen Ein Reales Briefmarke mit dem spanischen Wappen aus dem Jahr 1854. Ein auf das spanisch-lateinamerikanische Sammelgebiet spezialisierter New Yorker war dafür eigens nach Wiesbaden gereist.


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