Ich hab hier einen Brief, der eine kleine Preussenrundreise mitgemacht hat. Er wurde am 30.12.1852 von Leipzig nach Berverungen/Westfalen (Preussen) gesandt. Das Porto beträgt für Briefe je Loth und einer Entfernung über 20 Meilen (ca.150 km) im Deutsch-Österreichischen Postvereinsgebiet 3 Neugroschen (Taxe hier dargestellt mit einer zur Zeit gültige Ausgabe König Friedrich August schwarz auf gelb). Die Entwertung fand mit einem Vollgitterstempel und dem Ortsstempel von Leipzig statt.
Auf der Rückseite sind 5 preussische Bahnpoststempel. Danach musste der Brief entweder die Strecke LEIPZIG-MAGDEBURG und zurück oder LEIPZIG-BERLIN und zurück unterwegs gewesen sein. Sprich der Brief muss einmal nach Leipzig zurückgekehrt sein und mit dem nächsten Zug in Richtung Preussen wieder auf die Strecke geschickt worden sein. Dann hat er die Strecke BERLIN-MINDEN passiert. Das alles passierte noch am 30.12.1852. Am 31.12. ging es dann auf der Strecke MINDEN-DEUTZ weiter bis nach Hamm. Hier "stieg" der Brief auf die Strecke HAMM-PADERBORN um. Von Paderborn muss der Brief dann dem Adressaten in Beverungen zugestellt worden sein.
Der Brief hat seine Rundreise nur durch den Vermerk unter dem Adressaten "...in Westfalen, Zustellbezirk Minden" antreten können. In Minden hat man den Brief gleich weitergeleitet, da Beverungen nicht zum Zustellbereich Minden gehörte.
Gruss Totalo-Flauti