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Neue Frage an bayern klassisch den Bayernspezialisten

  • Luitpold
  • 19. Oktober 2007 um 22:51
  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    879
    • 19. Oktober 2007 um 22:51
    • #1

    Damit unter dem Thema 3 Kr. blau nicht wieder der Hinweis "Thema verfehlt" kommt, hier ein Beispiel für kompetente Antworten unseres Bayern-Spezialisten, nochmals extra, weil ich jetzt auch ein Bild einstellen kann.

    Frage: Seidenpapier

    Vermutlich habe ich so ein Stück "Seidenpapier", leider eine 3I (3er-Streifen) und hier geht es ja um 2! Das Papier ist so dünn, dass es durchscheint und leider in einem Rand bricht, sodaß aus dem Dreier ein Paar wird.

    Danke vorab für Eure Antworten.

    Zwischen der linken Marke und mittleren Marke des Streifens ist deutlich der "Bruch" zu sehen. Noch hängen die Marken zusammen. Wie nachfolgend der Antwort von Bayern klassich zu entnehmen ist, dürfen eigentlich nur zarte Hände sie sanft berühren (wenn sie denn mal aus dem Album genommen werden müßten). Also Frauen an die Pinzette :D


    Antwort von bayern klassisch:

    Die in Bayern verwandten Markenpapiere sind m. E. zu unterschiedlich, als dass sie einem Einlieferer zugeschrieben werden könnten.
    Ich denke viel eher, dass die Regie- und Materialverwaltung in München froh war, in Anbetracht der zerrütteten Staatsfinanzen der Druckerei so wenig wie möglich bezahlen zu müssen.
    Diese Druckerei hat dann auch wohl eher das Papier angekauft, das in vertretbarer Qualität zu moderatem Preis auf dem Markt war.
    Ein heutiges Schulbuch und die Gutenbergbibel sind beides Bücher.
    Aber sind sie aus dem selben Material hergestellt? Nein, das eine ist aus Recyclingpapier, das andere aus handgeschöpftem Büttenpapier oder gar auf Pergament gedruckt.
    So war es auch damals. Mal gab es eine Offerte in der oberen Qualitätsregion, der man sich gerne bediente, mal musste man nehmen, was gerade da war.

    Heute mag der Sammler das resistente Kartonpapier, für das sogar geringe Aufschläge bei einfachen Marken bewilligt werden. Es ist auch nach 150 und mehr Jahren noch so frisch und stabil wie am ersten Tag.
    Das feine und edle Seidenpapier, heute wird die Anhängerzahl etwas geringer, macht nur auf dem Brief(stück) keine Probleme. Lose bedarf es einer sehr femininen Hand, sonst hat man den Salat. War dann noch - dj_postman hat es schon geschrieben - der Druck gross und das Papier schwach, dann gibt und gab es keine ablösbare Einheiten, sondern nur multiple Einzelmarken.

    Lieber Luitpold, schone also deinen Noch - Dreierstreifen durch gewissenhafte Aufbewahrung, denn ein Paar und ein Einzelstück ergeben eben halt keinen Streifen.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch


    Danke bayern klassisch und herzliche Grüße!

    Bilder

    • 3I - Streifen.jpg
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    Einmal editiert, zuletzt von Luitpold (20. Oktober 2007 um 19:45)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 19. Oktober 2007 um 23:25
    • #2

    Hallo Luitpold,

    der Streifen ist so hübsch, dass er mir auch noch als Zweiteiler gut gefallen würde.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • dj_postmann
    erfahrenes Mitglied
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    670
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    15. Februar 1989 (37)
    • 19. Oktober 2007 um 23:33
    • #3

    Hallo,

    was ist das um die Stempel rum?? Liegt das Scan oder oxidiert da die Stempelfarbe?

    Dominic

    Suche immer geschlossene Mühlradstempel auf den Quadraten von Bayern (Mi. 2-13), insbes. Nummern 1 bis 100. Wer was abzugeben hat, bitte melden! Tausch oder Kauf immer erwünscht!!
    Suche momentan eine Mi. 3 .. mit gMR "1". Zahle gut!!!

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    879
    • 20. Oktober 2007 um 19:30
    • #4

    Hallo Dominic,

    das liegt am Scan. Die Marke ist im Original an der Stelle etwas dunkler, aber keine Oxidation. Wie hell die Marken sind, sieht man am besten im Vergleich zu anderen 1 Kr. rosa. Die Farbtöne varieren wie bei den anderen Kreuzer-Marken auch sehr. Leider habe ich noch keine geprüfte 3Ib. Mein Augenmerk gilt nur den Stempeln von Würzburg, also 1. Verteilung 396 / 2. Verteilung gMR 598 + oMR 598.

    Luitpold


    PS Der 3er-Streifen ist übrigens mit Falz auf einer Papierunterlage befestigt (war schon so beim Kauf)

    Bilder

    • 1 Kreuzer rosa.jpg
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    Einmal editiert, zuletzt von Luitpold (20. Oktober 2007 um 19:33)

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    879
    • 20. Oktober 2007 um 19:41
    • #5

    Posttarif Bayern - Schweiz 1871?


    Hallo bayern klasssisch,

    Hier ein Standardbrief von Wü nach Gossau bei St. Gallen in der Schweiz.
    Wie setzte sich der Posttarif zusammen?
    Warum wurde die hs. Ziffer 3 in blau notiert und wieder gestrichen?

    Die Marke selbst ist lt. Prüfzeichen eine 25Yb.
    Gestempelt am 13. Juli mit Einkreis Wü II mit der “verschwindenden Jahreszahl” 71 (ab 1872 kommt der Stempel nur noch ohne Jahreszahl vor).
    Auf der Rückseite des Briefumschlags ist der AK von Gossau vom 18.VI71-5.

    Danke und freundlichen Gruß
    Luitpold

    Bilder

    • Brief 1871 - 7 Kr.jpg
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  • bayern klassisch
    Gast
    • 21. Oktober 2007 um 08:09
    • #6

    Hallo Luitpold,

    dein hübscher Brief bezieht sich auf den Postvertrag Bayerns mit der CH vom 1.9.1868. Darin wurde geregelt, dass Briefe unter einem Loth (weniger als 15,625g) bei frankierter Absendung 7 Kr. kosteten. Bayern hatte intern der CH Postverwaltung für jeden Brief 10 Rappen = 3 Kr. zu vergüten. Für Briefe ab 1 Loth bis maximal 15 Loth kam die doppelte Gebühr in Ansatz, jedoch musste als Zeichen schwererer Briefe in der linken oberen Ecke eine 2 für zweifach notiert werden. Dreifach gab es nicht, sonst wäre es ein Fahrpostbrief geworden.

    Nach der Vorschrift war dieses Weiterfranko nicht auf dem Brief zu notieren. Da Weiterfranki in rot zu notieren waren, wäre die blaue Notierung auch farblich falsch gewesen.
    Daher hat man wohl auch diesen Manipulationsfehler später bemerkt und die 3 gestrichen.

    Wäre es ein unfrankierter Brief gewesen (Portobrief), dann hätte Würzburg in blau in der Währung der Abgabepost der CH 50 Rappen notieren müssen, die 14 Kr. entsprachen, also dem doppelten der Frankogebühr! Aber auch da wären die Angabe von 3 Kr. völlig falsch gewesen.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    879
    • 22. Oktober 2007 um 18:25
    • #7
    Zitat

    Original von bayern klassisch
    Hallo Luitpold,

    Nach der Vorschrift war dieses Weiterfranko nicht auf dem Brief zu notieren. Da Weiterfranki in rot zu notieren waren

    Auf diesem kleinen Briefumschlag ist das Weiterfranko -12? - in rot notiert. Was hat das nun wieder zu bedeuten?

    Der Brief wurde 1874 adressiert nach Champagne prés Grandson (rü AK Yverdon und Grandson vom 10.10.74.

    Luitpold

    Bilder

    • 7 Kr. Farbfrankatur Schweiz.jpg
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  • bayern klassisch
    Gast
    • 23. Oktober 2007 um 06:29
    • #8

    Hallo Luitpold,

    auf deinem Brief hat Würzburg 10/12 Groschen als Weiterfranko ausgewiesen. 1/12 Groschen = 0,3 Kreuzer, also entsprachen 10/12 Groschen genau 3 Kr., mithin der Betrag, der an die CH zu vergüten war.
    Eine Verfügung, wonach das Weiterfranko für die CH in dieser Bruchform zu notieren gewesen wäre, habe ich nicht gefunden.
    Vielleicht findet sie sich noch.

    Auf jeden Fall zeigt dein interessanter Brief, dass es nach der Reichsgründung keine postalische Selbständigkeit Bayerns im internationalen Verkehr mehr gab. Die Reichspostverwaltung beschloss und ordnete an, Bayern fügte sich.
    Streiche Reichspostverwaltung und setze dafür Europaparlament, dann findest du die heutigen Gegebenheiten wieder.

    Danke fürs zeigen sagt bayern klassisch

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