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Bayern: Faltbriefhülle mit Chargé-Stempel - warum ohne R-Nr. + Marke?

  • Luitpold
  • 13. Oktober 2007 um 19:54
  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    879
    • 13. Oktober 2007 um 19:54
    • #1

    Warum ist ein "frei"-Vermerk angebracht - keine MARKE + Taxierung -
    und keine Registrier-Nr. ?(
    Das Briefpapier zeigt keinen Stempeldurchdruck und auch keine Stelle mit Klebstoffresten (nur wenn das vermutet wird: Marke entfernt).
    Rechts oben könnte Stempelrest sein. Aber auch unter dem Fadenzähler keine Strukturen erkennbar. Bitte auch die Innenseite dazu ansehen.

    Danke. :D

    Ludwig

    Bilder

    • Charge-Brief V.jpg
      • 24,3 kB
      • 408 × 403
      • 284
    • Charge I.jpg
      • 27,71 kB
      • 355 × 522
      • 238
  • bayern klassisch
    Gast
    • 13. Oktober 2007 um 21:00
    • #2

    Hallo Luitpold,

    eingeschriebene Ortsbriefe kosteten bei einfachem Gewicht 1 Kr., über 1 bis 4 Loth bis 30.6.1858 2 Kreuzer.

    Wenn ein Franko- oder Freivermerk angebracht worden war, musste auch frankiert worden sein, es sei denn, der Absender hätte persönliche Postportofreiheit genossen (dann müsste der Vermerk "Franko 0" lauten).

    Daher wüsste ich gerne, wer der Absender war, ob ein Privater oder eine Behörde.

    Nach dieser Info wird man weitersehen.

    Bis dahin grüsst bayern klassisch

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    879
    • 14. Oktober 2007 um 12:22
    • #3

    Hallo bayern klassisch,

    mehr habe ich nicht zu zeigen, als die Innenseite mit dem Briefkopf des Stadt- und Kreisgerichts Wü. Ich vermute, dass wie so oft, damit ein Schriftstück an eine andere Behörde geschickt und der äußere Briefbogen mit dem Bestätigungsvermerk der anderen Behörde zurückgeschickt wurde. Hier eine Vergrößerung:

    Im übrigen dient der Beleg als schönes Beispiel für den Chargé-Stempel kl. Type Schreibschrift in schwarz!

    Luitpold

    Bilder

    • Vergrößerung 1.jpg
      • 56,89 kB
      • 710 × 468
      • 155
    • Vergrößerung 2.jpg
      • 15,34 kB
      • 392 × 202
      • 149
  • bayern klassisch
    Gast
    • 14. Oktober 2007 um 14:33
    • #4

    Hallo Luitpold,

    da der Brief nur fragmentarisch vorhanden ist, gebe ich mal meine vorbehaltiche Meinung darüber ab.

    1) Briefrelikt war Teil einer Ortsretoursendung, also eine nicht - postalische Retourrecepisse, wobei das Franko hierfür schon bei der Hinsendung entrichtet wurde bzw. eventuell über eine frankierte Recepisse verrechnet wurde (hier hatte jedes Amt Möglichkeiten zu spielen, weil der Gesetzgeber sehr schwammig formuliert hat). Sendungen an Behörden von Privaten waren immer zu frankieren, da die Behörden sie sonst mit Porto belastet nicht angenommen hätten. Hiervon gibt es ganz, ganz wenige Ausnahmen. Erklärung hierüber würde jeden Rahmen sprengen.

    2) Eventuell hatte einer der beiden Unterzeichner die aktive Portofreiheit, musste also bei seiner Postaufgabe nichts bezahlen. Diese sog. persönlichen Portofreiheiten (aktive Portofreiheiten) sind den bayer. Expeditionen bekannt gewesen, jedoch ist in der heute erhaltenen Primärliteratur nur ein Bruchteil davon nachweisbar.
    Falls vorhanden, bitte mal auf das Siegel schauen, ob es ein Privatsiegel, ein Amtssiegel oder eine Mehrfachsiegelungl ist.

    Meine Antworten sind nicht befriedigend, aber das ist die Behandlung dieses Poststücks damals vielleicht auch nicht gewesen.

    Das einfachste wäre zu sagen, dass eine Marke auf dem Brief fehlt, aber wenn du sagst, dass der Brief nie eine Marke trug, bleiben nur die beiden
    o. a. Varianten übrig.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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