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Bayern - Nr. 5 auf Brief - Was bedeutet die Taxierung

  • Luitpold
  • 4. Oktober 2007 um 19:45
  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    879
    • 4. Oktober 2007 um 19:45
    • #1

    Mit 9 Kr. ist der Brief doch richtig freigemacht?
    Was bedeuten die Ziffern 9 (durchgestrichen) und 1?


    Danke schon jetzt an die Experten für ihre Mitarbeit.

    Luitpold

    Auch wenn die Antwort von bayern klassisch schneller kommtl, als ich mit meinem Beitrag fertig bin, hier das Bild:

    Bilder

    • 9 Kr.jpg
      • 30,66 kB
      • 493 × 350
      • 276

    Einmal editiert, zuletzt von Luitpold (4. Oktober 2007 um 20:05)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 4. Oktober 2007 um 19:51
    • #2

    Hallo Luitpold,

    an dem Brief ist nichts falsch.

    Er wog bis 1 Loth und ging über 20 Postmeilen von München nach Offenbach bei Frankfurt.

    Was du als 9 liest, ist in Wirklichkeit eine Nullparaphe, die besagt, dass der Brief korrekt frankiert ist und Null Nachgebührt zu verlangen ist.

    Darunter steht die 1 für einen Kreuzer Bestellgeld, die der Stadtbote in Offenbach für seine Mühewaltung bekam. Beide Ziffern wurden von Taxis in Offenbach angebracht.

    Gesamtgebühr des Briefes daher 10 Kreuzer.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    879
    • 4. Oktober 2007 um 20:15
    • #3

    Lieber bayern klassisch,

    die Antwort geht ja schon weit über die übliche Auskunft hinaus. Danke nochmal. Und weil es angeblich keine dummen Fragen geben soll, hier gleich eine: die 10 Kr. wurde schon von der Münchner Post erhoben und wie wurde dann die 1 Kr. Bestellgebühr abgerechnet? Was kassierte von den 10 Kr.TuT? Was behielt Bayern?
    Oder ist die Frage hier schon zu speziell.
    In welchen schlauen Buch kann man darüber mehr erfahren?

    Schönen Abend wünscht
    Luitpold

  • bayern klassisch
    Gast
    • 4. Oktober 2007 um 22:06
    • #4

    Im Postvereinsvertrag wurde alles geregelt. Da Taxis erst später zum Postverein hinzukam, regelte der Postvertrag Bayerns mit Taxis vom 1.5.1851 hierzu alles:

    Das Franko und das Porto bezog immer die Aufgabepost.
    Hier 9 Kr. Franko für die Münchner Aufgabepost.

    Die Bestellgebühr für den Offenbacher Boten war in Bayern nicht bezahlbar, da man kein Weiterfranko für diese Fälle vereinbart hatte.

    Daher 9 Kr. für Bayern und 1 Kr. für den Boten (nicht für Taxis!).

    Vielleicht führt es zu weit, aber ich gebe mal ein Beispiel, um zu erkennen, wie die Post vor 5 Generationen funktionierte:

    Chargébrief von Passau nach Köln aus 1855:

    Absender bezahlt 9 Kr. Franko - das kassiert Bayern.

    Chargé oder Einschreiben kostet 6 Kr. - das bekommt der Expeditor.

    Bei der Leitung über Taxis bekommt Taxis je Postmeile 1/3 Silberpfennig = für 15 Meilen 5 Silberpfennig, also etwa 1,5 Kreuzer.

    In Köln verlangt der Bote 1/4 Silbergroschen für die Zustellung, der in seine Kasse wandert.

    Wenn dich weitere Postsonderdienste wie Poste restante, Express oder Rückschein interessieren, dann stelle mal einen solchen Brief hier ein, damit ich ihn aufschlüssle.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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