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Baden Briefe Mischfrankaturen

  • carolinus
  • 11. September 2007 um 14:13
  • carolinus
    Gast
    • 11. September 2007 um 14:13
    • #1

    Zur Abwechslung mal wieder Baden -

    Zwei m.E. ästhetisch wirklich schöne Briefe

    Zum ersten Brief:
    Nicht gerade häufige Frankatur der 4 und 7, aber beide Marken stark angeschnitten und übereinander klebend. Bei Baden oft zu sehen. Wie ist so etwas zu bewerten?

    Zum zweiten Brief:
    Recht seltene Frankatur der 11 und 18 (500 Mi.€) Mannheim nach Ulm (Württemberg). Ich denke 9 Kr. ist portogerecht, weil mehr als 20 Meilen innerhalb des DÖPV. Aber gehört die 11 mit auf den Brief?

    Dateien

    Baden 4 7.jpg 20,5 kB – 533 Downloads Baden 11 18.jpg 20,64 kB – 544 Downloads Baden 4 7 (2).jpg 36,06 kB – 530 Downloads

    Einmal editiert, zuletzt von carolinus (11. September 2007 um 14:23)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 11. September 2007 um 14:44
    • #2

    Hallo carolinus,

    interessante Briefe - bei dem 2. würde das Datum alles klären:

    Vor dem 1.1.1868 müssten die gezeigten 9 Kr. drauf kommen, danach nur 3 Kr. als Einheitstarif.

    Wenn der Brief kein verwertbares Datum hat, tendiere ich zur Version 1, also 9 Kr. Brief, da er von Duisburg nach Mannheim kuvertiert wurde, und ab 1868 hätte er von dort auch nur 3 Kr. bzw. das Äquivalent von 1 Groschen nach Ulm gekostet. Also keine Ersparnis.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • carolinus
    Gast
    • 11. September 2007 um 15:06
    • #3

    Hallo bayern klassisch,
    die 11 erschien 1860, die 18 im Juni 1862, die Ausgaben der beiden Marken liegen also doch recht nah beieinander. 1868 war also noch lange hin. Wie lange war denn die 11 überhaupt gültig? Kann darüber keine Infos finden.

    Vom Erscheinungsbild der Stempel würde ich beinahe glauben, dass sie doch irgendwie zueinander passen? Zum Datum des Briefes kann ich dir aber leider mal wieder (noch :)) nichts sagen?
    Kannst du noch irgendwas zum Thema "Überklebungen" sagen? Das kann ja eigentlich nicht als vollwertig gelten, oder?

    Viele Grüße
    carolinus

    Einmal editiert, zuletzt von carolinus (11. September 2007 um 15:07)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 11. September 2007 um 17:09
    • #4

    Ohne es beschwören zu wollen: die badischen Marken waren glaube ich bis zum Ende gültig.

    Prima vista denke ich, dass der Brief authentisch ist.

    Überklebungen werden meines Wissens nirgendwo erwähnt - es ist eine Geschmackssache. Dein Brief hat aber ein Gesicht, so dass mich das nicht stören würde (und ich gelte schon als verwöhnt ...).
    Sicher ist es ästhetischer, wenn die Marken in Reih und Glied geklebt wurden, aber ändern können wir es eh nicht. Also freu dich deines schönen Briefes.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Denis
    Super-Moderator Phila-DB-Admin
    Beiträge
    1.130
    Geburtstag
    2. November 1984 (41)
    • 11. September 2007 um 20:53
    • #5

    Und nun von mir auch ein paar Worte zu diesen beiden Briefen.

    Mischfrankaturen sind generell nicht häufig, da die überschüssigen Marken beim Erscheinen einer neuen Auflage immer vom Verkaufsschalter zurückgezogen wurden und nur die aktuelle Auflage an die Kunden verkauft wurden.
    Aber alle Marken waren bis zum Ende des Grossherzogtums Baden frankaturgültig. Also von ihrem Erscheinungsdatum bis zum 1.1.1872 waren alle zu gebrauchen, aber nicht alle zur gleichen Zeit zu erhalten. Damit eine Mischfrankatur zustandekommt, musste der Kunde damals Marken gekauft haben und diese noch gelagert haben, bis er sie in Kombination mit einer neuen Frankatur verwendete.
    Was man sehr gut als Indiz zum Aufdecken von Fälschungen verwenden kann, ist der Winkel des Stempels. Ein Brief wurde mit dem Nummernstempel in einem Rutsch gestempelt, daher sind die Winkel der Nummernstempel auf diesem meist identisch. Schwierig wird es bei schwachen Stempelabschlägen (erster Brief) oder bei schlechten, zu kleinen Scans (zweiter Brief), wobei beim letzteren Fall der Besitzer immer selbst nachprüfen kann ;)
    Prinzipiell sind Mischfrankaturen selten genug, dass man Briefe mit solchen einem Prüfer vorlegen sollte. (Flemming, Stegmüller oder Brettl BPP, sind alle sehr nette Prüfer)

    Zum ersten Brief:
    Mischfrankatur mit einer 4b (Oktober 1851) und einer 7 (Dezember 1853). Steht im SEM mit 500 € Katalogwert. Es ist somit eine der häufigsten Mischfrankaturen.
    Bei dem Übereinander kleben handelt es sich um eine sogenannte "Treppenfrankatur". Diese waren wegen der Missbrauchsgefahr (Wiederverwendung von teilentwerteten Marken) eigentlich verboten, sind aber ab und an doch durch die Kontrolle gekommen. Eine Treppenfrankatur ist erst als eine solche zu bezeichnen, falls mindestens 1/3 der Marken von einer anderen bedeckt sind. (für diesen Beleg gilt das leider nicht) Dann gilt für 2 Marken nämlich ein zusätzlicher Katalogwert von 25€, Treppenfrankaturen mit mehr Marken sind auch mehr wert (5 oder mehr Marken kriegen +250€ Aufschlag).
    Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Beleg falsch ist, ist meiner Meinung nach gering, er sieht authentisch aus.

    Zum zweiten Brief:
    Mischfrankatur mit einer 11b (Ende 1860) und einer 18 (Juni 1862). Steht im SEM mit 350 € Katalogwert und ist somit sogar häufiger als der erste Beleg. Dementsprechend ist die Fälschungsgefahr geringer.
    Soweit ich auf dem kleinen Scan erkennen kann, sind die Stempelwinkel identisch, also gehe ich von Echtheit aus.

    Auf jeden Fall zwei sehr schöne Briefe, auch wenn mir die Stempelabschläge eine Spur zu unklar sind ;)

    Ich hoffe, ich konnte helfen.

    Gruss
    Denis

    Gruss
    Denis


    Bitte bietet mir alles von Altdeutschland Baden an, ich brauche noch viele Stempel zur Komplettierung meiner Stempelsammlung.

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  • carolinus
    Gast
    • 12. September 2007 um 06:22
    • #6

    @bayern klassisch und Denis

    Vielen Dank an euch beide für eure Erklärungen. Schön, dass man in jedem Gebiet dir richtigen Experten hat.

    Gruß carolinus

  • carolinus
    Gast
    • 11. November 2007 um 15:57
    • #7

    Möchte wenigstens noch den Brief "in Echt" zeigen. Hatte schon befürchtet, dass er auf dem Postweg verloren gegangen wäre.

    Rückseitig: rückseitig Ankunftsstempel K1 Bern (15. Juni 59)

    Dateien

    BAD_Be_Mi 04 07_01 x.jpg 956,34 kB – 438 Downloads
  • carolinus
    Gast
    • 11. Dezember 2007 um 18:21
    • #8

    Dieser Brief wird gerade bei ebay angeboten. Eine ziemlich seltene Mischfrankatur der Nrn. 6 und 8 (Mi 2200 Euro).
    Ich habe allerdings ziemliche Zweifel, dass die Marken zum Brief gehören.

    Gruß carolinus

    Dateien

    Baden 6 8.jpg 44,67 kB – 364 Downloads
  • bayern klassisch
    Gast
    • 11. Dezember 2007 um 19:38
    • #9

    Hallo carolinus,

    links oben steht die Berechnung:

    Nachnahme 45 Kr.
    Frankatur und Porto 9 Kr.

    zusammen 54 Kr.

    Diese Rechnung stimmt und ist authentisch. Die Frankatur wohl nicht.

    Grüsse von bayern klassisch

  • Denis
    Super-Moderator Phila-DB-Admin
    Beiträge
    1.130
    Geburtstag
    2. November 1984 (41)
    • 12. Dezember 2007 um 09:08
    • #10

    Ich tippe auch auf die Verfälschung der Frankatur.

    Dafür spricht auch, dass der Nummernstempel in verschiedenen Winkeln aufgebracht wurde, wo er doch in einem "Zug" mit dem Stempel auf jeder Marke abgestempelt sein müsste (und der Postbeamte den bestimmt nicht im Kreis dreht zwischen 2 Marken)

    Gruss
    Denis


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  • carolinus
    Gast
    • 12. Dezember 2007 um 15:43
    • #11

    Danke für eure Bestätigung.

    Ich zeige die Marken mal in XXL. Wenn die Marken sich nicht zusammen auf einem Beleg befanden - und dafür spricht sicher der unterschiedliche Winkel, gibt es nur zwei Möglichkeiten:

    1. Der Stempelübergang des oberen Stempels wurde bei der Nr. 8 nachgemalt oder kopiert.

    oder

    2. Die Nr. 8 hatte oben einen Stempelrest, der zufällig mit dem Stempel der Nr. 6 zusammen passt.

    Nachgemalt oder zufällig passend? Oder doch zusammen auf irgend einem Beleg?

    Eure Meinungen dazu würden mich schon interessieren.

    Gruß carolinus

    Dateien

    baden 2XXL.jpg 51,06 kB – 260 Downloads

    Einmal editiert, zuletzt von carolinus (12. Dezember 2007 um 15:45)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 12. Dezember 2007 um 16:18
    • #12

    Also an Zufälle glaube ich eher weniger - der Fälscher von heute macht so etwas passend. es würde auch vielleicht recht lange dauern, 2 Marken mit dem gleichen Nummernstempel zusammen zu tragen.

    Es gibt auch Briefe, bei denen sowohl die Stempel auf die betreffenden Marken, als auch beide auf den Brief "übergehen". Kunstmaler gab und gibt es viele.

    Auch ist der Winkel nur ein (teils schwaches) Indiz, denn ich kenne Dreierstreifen mit 3 verschiedenen Winkeln im Dutzend.

    Wenn du das Stück wider Erwarten kaufen solltest, würde ich dies nur unter dem Vorbehalt der Prüfung tun, wenn überhaupt. Besser die Finger davon lassen.

    Grüsse von bayern klassisch

  • BDPh-Fälschungsbekämpfung
    Gast
    • 12. Dezember 2007 um 16:27
    • #13

    @carolinus:

    Falls das Stück nicht vorher gelöscht wird (wovon ich derzeit ausgehe), dann würde ich das nur mit dem Vorbehalt der Übernahme der Prüfkosten bei Falschprüfung kaufen. Es ist schon witzig, dass der Verkäufer zwar den Michelwert kennt, aber bei so einem Stück keine Prüfung vornehmen lässt. In der Regel kann man davon ausgehen, dass dies bewusst geschieht.

    Beste Sammlergrüsse!

    Lars

  • carolinus
    Gast
    • 12. Dezember 2007 um 16:32
    • #14

    Keine Angst! ;)

    Ich habe wirklich nicht vor, das Stück zu kaufen. Ein echtes Stück dieser Größenordnung stellt man nicht ungeprüft bei ebay zu einem Startpreis von 1 Euro ein.

    Mir ist noch ein dritter Gedanke gekommen - (nicht ganz Ernst gemeint)
    Die untere Marke ist gar keine 8, sondern eine chemisch verfärbte 6. Leider lässt sich die Farbumwandlung relativ leicht vornehmen - was auch immer wieder geschieht. ;)

    Gruß und Danke
    carolinus

  • carolinus
    Gast
    • 15. Dezember 2007 um 14:48
    • #15

    Das Stück existiert entgegen meiner Erwartung leider immer noch.
    Mittlerweile wurde auch schon kräftig geboten.

    http://cgi.ebay.de/Baden-6-8-MiF-auf-Brief

    @ Lars
    Ich wundere mich und hatte gedacht, dass es vielleicht gelöscht werden würde? :O_O:

    Gruß carolinus

  • carolinus
    Gast
    • 17. Dezember 2007 um 16:40
    • #16

    Nun ist das verfälschte Teil im Nachhinein ja wohl doch noch gelöscht worden.

    Gestern Abend wurde es übrigens für 106 Euro versteigert.

    Gruß carolinus

  • Wolffi 8. August 2026 um 10:47

    Hat das Thema aus dem Forum Altdeutschland nach Baden verschoben.

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