In der Philatelie versteht man unter Retusche das Nachgravieren oder Ausbessern eines Fehlers auf der Druckplatte oder einzelner Klischees. Durch diese Überarbeitung kann man aber nicht nur Gravurfehler beseitigen, sondern auch eine bessere Druckwirkung erzielen. Abnutzungserscheinungen und Druckschäden werden ebenfalls so beseitigt.
Im Verlauf der Druckarbeiten schadhaft gewordenen Stelle in der Druckplatte (z.B. ausgebrochener Buchstabe), die für den Sammler einer Marke mit Plattenfehler oder Druckzufälligkeit ergibt, wird ausgebessert, ist aber meist an einem bestehendem Merkmal unter Umständen erkennbar und für den Spezialsammler von Interesse.
Durch Nachgravierungen bzw. Retuschen werden so neue Bogentypen geschaffen und sind oft ein wichtiges Hilfsmittel bei der Plattenrekonstruktion. Neue Plattenfehler können ebenfalls beim Retuschieren verursacht werden.
Der Retuscheur der Druckplatten ist im Allgemeinen der Stecher der Briefmarke. Die Retuschen werden manuell, also von Hand, vorgenommen.
Ich hänge nochmals das Bild der "Stehenden Helvetia" an, wo man eine solche Retusche optimal sieht. Es gibt aber auch Retuschen, die sehr gut gemacht und nicht so leicht zu erkennen sind. Ein Beispiel dafür wären die Marken aus Oesterreich mit Aufdruck "Deutsches Reich" mit kurzem "r" oder"t".
Gruss
Afredolino