1. Dashboard
  2. zum Forum
    1. Unerledigte Themen
  3. Mitglieder
    1. Letzte Aktivitäten
    2. Benutzer online
    3. Team
    4. Mitgliedersuche
  4. Ratgeber
  5. Hilfe
  • Anmelden oder registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Artikel
  • Forum
  • Seiten
  • Erweiterte Suche
  1. PHILAFORUM.COM Briefmarkenforum
  2. Forum
  3. Community
  4. Allgemeines Forum - Café

Das Belegspiel

  • Denis
  • 28. Februar 2007 um 15:35
  • mx5schmidt
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    7.415
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    25. September 1958 (67)
    • 1. Februar 2009 um 22:19
    • #381

    Und hier zum krönenden Abschluß für heute wieder eine kleine Granate:

    Standardbrief nach Luxemburg zur Postgebühr 80 Pf wie für eine Inlandssendung, freigemacht mit Berlin W67 sowie W68 zusammenhängend.

    Die Entwertung erfolgte am 20.7.86 in Berlin 11 per Maschinenstempel mit Posteigenwerbung.

    Der Empfänger, Herr "Prof. Dr." in Luxemburg, war "Parti", also abgereist, wie per rosafarbenem Aufkleber der luxemburgischen Post vermerkt wurde.

    Mit einem Maschinenstempel vom 24.7. mit Einsatz "Retour a l´envoyeur", also zurück an den Absender, wurde der Brief nach Berlin zurück geleitet.

    Ferner wurden auf dem Brief zwei violette Einkreisstempel "F1" abgeschlagen, die ich nicht deuten kann!

    Der obere 30 Pf Wert zeigt den auf Heftchenblatt 19 auf Feld 2 vorkommenden Plattenfehler "Punkt zwischen großem Fenster des rechten Gebäudes und Gebüsch darunter"!

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

    Bilder

    • beleg1986-071.jpg
      • 907,09 kB
      • 1.941 × 1.381
      • 213
    • beleg1986-071stempel.jpg
      • 75,59 kB
      • 365 × 401
      • 194
    • beleg1986-071pf.jpg
      • 1,62 kB
      • 38 × 45
      • 226
  • Bernd HL
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    4.526
    Geschlecht
    Männlich
    • 2. Februar 2009 um 06:20
    • #382
    Zitat

    Original von mx5schmidt
    Vielleicht galten Stadtverwaltungen auch im Jahre 1986 bereits generell als notleidend, so dass die Post auf Nachgebührerhebungen verzichtete!???

    Behörden zahlen generell keine Nachgebühr auf un(ter)frankierte Sendungen, das ist bis heute so. Und bevor die Post die Sendung wieder zurück schickt, wird sie einfach so dagelassen, selbst wenn ein Nachgebühr-Stempel drauf ist. Macht halt weniger Arbeit und die Gefahr, dass der Absender nachher auch nicht löhnt... ;)

    Zackige Sammlergrüsse aus Lübeck sendet Bernd HL ;)!

  • DrMoeller_Neuss
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    805
    • 2. Februar 2009 um 13:14
    • #383

    Immer noch Juli 1986 - diesmal etwas ganz anderes.

    Poststellen II haben die Zustellgebühren für Pakete (im Jahr 1986 waren das 2,20 DM pro Paket) auf "Paketzustelllisten" verklebt.

    Hier sind Beispiele aus Neuburg an der Donau 2 und Rennertshofen 3. An beiden Tagen wurde jeweils nur ein Paket ausgeliefert.

    Bilder

    • IMG.jpg
      • 176,4 kB
      • 826 × 581
      • 199

    Einmal editiert, zuletzt von DrMoeller_Neuss (2. Februar 2009 um 19:16)

  • mx5schmidt
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    7.415
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    25. September 1958 (67)
    • 2. Februar 2009 um 21:09
    • #384

    Hier ein Brief, frankiert als Standardbrief, Postgebühr 80 Pf mit einer Einzelfrankatur.

    Dieser Brief wog mehr als 20 g, so dass die fehlende Postgebühr von 50 Pf plus 60 Pf Einziehungsgebühr erhoben wurden und als 110 Pf ausgewiesen wurden.

    Vom Empfänger wurde diese Nachgebühr nicht eingezogen, denn ein entsprechender Hinweisstempel fehlt.

    Dank Handwerbestempel aus Oppenau vom 20.6.86 passt dieser Brief in diesen Thread und dokumentiert den Juni 1986.

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

    Bilder

    • beleg1986-061.jpg
      • 637,27 kB
      • 1.881 × 1.351
      • 174
    • beleg1986-061stempel.jpg
      • 66,48 kB
      • 437 × 469
      • 168
  • mx5schmidt
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    7.415
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    25. September 1958 (67)
    • 2. Februar 2009 um 21:25
    • #385

    Dieser Brief entspricht zwar von der Frankatur nicht den Regeln dieses Threads, aber auf der Rückseite dokumentiert ist eine interessante und seltene Variante, nämlich eine Beförderungszeitprüfung der Post.

    Dazu gehörte eine aufgeklebte Karte "Um Ihnen immer bessere Leistungen anbieten zu können, haben wir mit Ihrer Sendung die Beförderungszeit geprüft. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Ihre POST".

    Dazu gehört ein Tagesstempel Nürnberg 1 vom 16.6.86 von 1 Uhr nachts, der wiederum exakt die Threadregeln erfüllt.

    Denen unter Euch, die es interessiert, zeige ich auch die Vorderseite des Briefes, die Threadpuristen müssen da halt mal wegschauen, denn eine Frankatur aus Tanzania gehört hier definitionsmässig eigentlich nicht hin.

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

    Bilder

    • beleg1986-062rs.jpg
      • 811,24 kB
      • 1.921 × 1.381
      • 184
    • beleg1986-062rsstempel.jpg
      • 51,39 kB
      • 365 × 381
      • 168
    • beleg1986-062vs.jpg
      • 909,7 kB
      • 1.871 × 1.341
      • 177
  • mx5schmidt
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    7.415
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    25. September 1958 (67)
    • 3. Februar 2009 um 21:03
    • #386

    Hier für den Mai 1986 ein Standardbrief, Postgebühr 80 Pf, unfrankiert aufgegeben und entwertet am 24.5.86 um 1 Uhr in der Nacht mit interessantem Maschinenstempel mit Werbeeinsatz zum Thema Wein aus Stuttgart.

    Die fehlende Postgebühr sowie eine Einziehungsgebühr in Höhe von 60 Pf ergeben die ausgewiesene Nachgebühr von 140 Pf, die beim Empfänger eingezogen wurde, worauf ein Nachgebührstempel hinweist.

    Wohin der Brief ging läßt sich leider nicht mehr ermitteln, da es sich um ein Fensterkuvert handelt und der Brief nicht codiert wurde.

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

    Bilder

    • beleg1986-05.jpg
      • 661,99 kB
      • 2.701 × 1.351
      • 163
    • beleg1986-05stempel.jpg
      • 43,53 kB
      • 369 × 361
      • 158
  • mx5schmidt
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    7.415
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    25. September 1958 (67)
    • 3. Februar 2009 um 21:13
    • #387

    Und es geht direkt weiter mit der Dokumentation für den Monat April 1986:

    Drucksache, freigemacht als Standarddrucksache bis 20 g per Einzelfrankatur eines 50 Pf Wertes der Dauerserie Industrie + Technik.

    Die Entwertung erfolgte per Handwerbestempel in Gundelsheim am 29.4.86. Der Stempel war bezüglich des Monats falsch eingestellt auf "14" statt auf " 4". Daraufhin wurde der Monat im Stempel handschriftlich berichtigt auf "04".

    Die Drucksache ging nicht als Standarddrucksache durch, sondern wurde entweder aufgrund ihres Gewichtes von mehr als 20 g in die zweite Gewichtsstufe einer Drucksache eingeordnet, für die eine Postgebühr von 80 Pf galt, oder aber sie wurde als Drucksache generell beanstandet und als Standardbriefsendung behandelt, wofür ebenfalls eine Postgebühr von 80 Pf galt.

    Auf jeden Fall wurden die fehlenden 30 Pf an Postgebühr plus eine Einziehungsgebühr von 60 Pf, insgesamt also 90 Pf, als Nachgebühr beim Empfänger eingezogen, worauf gleich zwei rote Stempel "Nachgebühr" hinweisen!

    Ein kurioser Beleg, dezent aber fein, wie ich finde!

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

    Bilder

    • beleg1986-041.jpg
      • 595,09 kB
      • 1.911 × 1.351
      • 146
    • beleg1986-041stempel.jpg
      • 90,14 kB
      • 465 × 509
      • 152
  • mx5schmidt
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    7.415
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    25. September 1958 (67)
    • 3. Februar 2009 um 21:21
    • #388

    Und hier gleich der zweite Beleg, den ich aus dem Monat April 1986 gefunden habe:

    Brief in die UdSSR, somit als Auslandsbrief entsprechend der Postgebühr 120 Pf, hier freigemacht mit 130 Pf als Mischfrankatur von je einer Sondermarke der Bundespost sowie Berlins, entwertet am 3.4.86 mit Tagesstempel in Weiden.

    Der Brief ging zurück an den Absender, da das Postwertzeichen zum Thema 40 Jahre Eingliederung heimatvertriebener Deutscher von der Post der UdSSR nicht akzeptiert wurde!

    Auf diese Rückweisung weist ein Aufkleber "Retour selon l´art. 36, §4, "f" de la CPU" hin.

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

    Bilder

    • beleg1986-042.jpg
      • 754,87 kB
      • 1.931 × 1.401
      • 146
    • beleg1986-042stempel.jpg
      • 62,42 kB
      • 369 × 393
      • 150
  • mx5schmidt
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    7.415
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    25. September 1958 (67)
    • 4. Februar 2009 um 20:37
    • #389

    Zur Dokumentation des Monats März 1986 hier ein Brief, portogerecht freigemacht per Einzelfrankatur durch einen 80 Pf Wert der Dauerserie Industrie + Technik entsprechend der Postgebühr für einen Standardbrief.

    Die Entwertung erfolgte am 29.3.86 per Maschinenstempel mit Werbeeinsatz in Stuttgart.

    Der Brief war schwerer als 20 g und wurde daher in die zweite Gewichtsstufe bis 50 g eingestuft, für die eine Postgebühr von 130 Pf galt.

    Dementsprechend wurde diese Fehlgebühr plus 60 Pf Einziehungsgebühr, insgesamt also 110 Pf beim Empfänger als Nachgebühr erhoben, worauf ein entsprechender roter Stempel "Nachgebühr" hinweist.

    Interessant an diesem Brief ist die teilweise Entwertung des verklebten Postwertzeichens auf der Rückseite! Diese erfolgte wohl, weil die Marke nicht korrekt aufgeklebt war und bei der automatischen Bearbeitung teilweise umgeschlagen wurde.

    Somit haben wir es hier nicht mit einem "Druck auf der Gummiseite", sondern mit einem "Teilstempelabdruck auf der Gummiseite zu tun"!

    Diese Besonderheit sollte ich vielleicht mal bei ebay als moderne Rarität einstellen!???

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

    Bilder

    • beleg1986-031.jpg
      • 701,89 kB
      • 2.601 × 1.321
      • 143
    • beleg1986-031stempel.jpg
      • 62,2 kB
      • 393 × 421
      • 141
  • mx5schmidt
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    7.415
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    25. September 1958 (67)
    • 4. Februar 2009 um 21:02
    • #390

    Als zweiter Beleg aus dem März 1986 hier eine Postkarte, entwertet am 19.3.86 mit Maschinenstempel in Gütersloh 1.

    Die Adresse "Anita Tykve Verlag 7030 Böblingen" reichte der Post nicht aus, um den Beleg ordnungsgemäß zuzustellen!

    In Böblingen wurde ein entsprechender Hinweisstempel angebracht, in dem angekreuzt wurde, dass die "Anschrift ungenügend" war, und der Beleg ging zurück an den Absender, worauf zwei Stempel "zurück I" hinweisen.

    Aktuelle Internet-Recherche zum Empfänger ergab:

    Der Anita Tykve Verlag wurde 1985 gegründet. Er bietet vor allem ehemaligen Opfern der DDR/SED/Stasi-Diktatur ein Forum, um ihre Werke zu veröffentlichungen, vor allem Erfahrungen in dieser Diktatur. Eine Auseinandersetzung mit DDR-Verherrlichung, Ost-Nostalgie ist erwünscht.

    Eine aktuelle Internet-Recherche zum Buch, das mit dieser Postkarte eigentlich bestellt werden sollte ergab folgendes:

    "Leer-Jahre. Leben und Überleben im DDR-Gulag", von Andreas Schmidt erschien 1986.

    Schmidt, 1957 geboren, hatte, einen guten Start. Seine Eltern waren Textilfabrikanten und besaßen eine Fabrik, die sich schon seit vor 1945 im Familienbesitz befand.

    Allerdings hatten sie "geographisches" Pech. Ihre Fabrik befand sich auf dem Territorium der DDR. Und auf kaltem Wege wurden auch sie faktisch zu DDR-Zeiten enteignet. (Anfang der 1970er Jahre zu Honeckers Machtantritt, der sich dadurch einen "Namen" machen wollte, dass jene Privatbetriebe, die Ulbricht noch hatte überleben lassen, verstaatlichen ließ. Mit entsprechendem staatlichen Druck durchgesetzt).

    Das verkraftete durchaus nicht jeder, der davon betroffen war. So auch nicht die Familie Schmidt. Einer seiner Bruder versuchte auf dem Fluchtwege nach Westdeutschland zu gelangen und wurde dabei erschossen. Ein zweiter Bruder beging Selbstmord. Andreas Schmidt selbst stellte einen offiziellen Ausreiseantrag, dem allerdings jahrelang nicht stattgegeben wurde. Stattdessen sollte er zweimal in die Justizmaschinerie der DDR gelangen.

    Man warf ihm unter anderem vor, geheimdienstliche Kontakte zum BRD-Geheimdienst BND gehabt zu haben. Grund genug für den DDR-Staat, zuzuschlagen. 12 Jahre Zuchthaus wurden ihm dafür angedroht. Das ganze spielte sich wohl im Jahre 1977 ab.

    Formaler Auslöser war, dass Schmidt, der seit seinem Ausreiseantrag gezwungen war, allerniedrigste Arbeiten auszuführen und der sich nach eigenen Angaben innerhalb von 9 Monaten an 13 Stellen 15 mal erfolglos um andere Arbeit bemüht hatte. Und der vom DDR-Staat als "asozial" eingestuft und daher festgenommen wurde. Die "Asozialität" war der eigentliche erste Verhaftungsgrund. Erst später ermittelte die Stasi dann die BND-Kontakte. In die Verhörmangel genommen wird er erpresst. Forderung der Stasi: "Nehmen sie ihren Ausreiseantrag zurück und arbeiten sie mit uns zusammen, dann behalten wir die BND-Geschichte für uns und es bleibt "nur" bei der Asozialitätsanklage". Schmidt wird schwach und geht auf dieses Ansinnen ein.

    Jetzt sei einmal eine entsprechende Passage aus dem Buch von Schmidt zitiert (S. 186, 187):

    "Der V(erbindungs) O(ffizier) (der Stasi) lenkte nach einer von Allgemeinplätzen gespickten Strafpredigt ein und gab zu verstehen, daß es Sonderbestimmungen gibt, die sogar Sonderbestimmungen außer Kraft setzen und daß das MfS unter bestimmten Bedingungen nun doch von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens Abstand nehmen würde.

    Wie ein Blitz durchzuckte mich die Erleuchtung, was ich eigentlich hier sollte: Das war eine handfeste Anwerbung!

    Und schon offenbarte sich der VO vollends.

    'Sagen Sie, Schmidt, in Ihrer Zelle liegt doch der Kohlmüller. Was, nun, was halten Sie denn so von dem?'

    Ich verstand die Frage nicht so ganz und sagte das auch.

    'Nun, stellen Sie sich doch nicht so an. Ich meine, was Sie für einen Eindruck haben von ihm. Er wird ja wohl auch irgendwas von sich geben.

    Was erzählt er denn so, der Kohlmüller?'

    Ich wußte jetzt, was die Stunde geschlagen hatte. Und was Peter Kohlmüller anbetraf, so war es keineswegs verwunderlich, daß der VO gerade über ihn etwas wissen wollte. Peter war nämlich Zeuge Jehovas, gehörte damit einer streng verbotenen Sekte an und es war klar, daß die Stasi irgendwelche Aktivitäten von ihm auch noch innerhalb des Zuchthauses befürchtete, sei es auch nur die Beeinflussung labiler Mithäftlinge. Ich wußte, Peter hatte 3 ½ Jahre bekommen für die Weitergabe eines Exemplares der Zeitschrift 'Wachtturm'. Logisch, daß die Stasi annehmen mußte, er würde noch weitere Zeitschriften irgendwo versteckt halten.

    Ich hätte jetzt sagen können, sagen müssen, daß ich diese Frage nicht beantworte, da ich an einem Haftkameraden keinen Verrat begehen will.

    Ich sagte dies nicht. Sondern antwortete.

    'Kohlmüller … Naja, da gibt es nicht viel zu sagen. Er ist Zeuge Jehovas, so viel ich weiß. Ansonsten weiß ich nichts von ihm, denn er ist ganz verschlossen und spricht fast nie. Nur das Allernotwendigste geht ihm über die Lippen, und seit er vor einigen Tagen eine Bibel ausgehändigt bekam, vergräbt er sich in dieser und schaut stundenlang nicht auf. Mehr kann ich dazu nicht sagen.'

    Trotz der sehr dürftigen Information, die nun wirklich nichts Neues zu bieten hatte, schien der Verbindungsoffizier zufrieden. Er schenkte mir die dritte Tasse Kaffee ein, als er sagte:

    'Gut! Sehr gut! Ich sehe, Sie gehören nicht zu den unverbesserlichen Märtyrern - sie glauben jedenfalls, solche zu sein. Nein, Sie sehen der Realität ins Auge. Sie wissen, worauf es ankommt. Und - Sie schätzen den Augenblick richtig ein.

    Offenbar werden Sie nicht geplagt von solchen oft vorgeschobenen Bedenken, wie ich immer wieder höre. Das ist gut, wirklich gut. Ich nehme an, Sie sind sich Ihrer Situation bewußt. Nicht von ungefähr deutete ich vorhin an, daß es Ausnahmeregelungen gibt, die Sie unter Straffreiheit stellen können.

    Im Klartext: Sind Sie bereit, mit uns oder, besser gesagt, mit mir zusammenzuarbeiten? Es wird Ihr Schade nicht sein. Und vergessen Sie nicht: Zwölf Jahre !!!

    Er hatte recht und er wußte, daß er recht hatte. Ganz besonders aber wußte er, daß ich wußte, daß er recht hatte. Das war entscheidend. Analysierte man die Geschichte, wägte man hin und her und auf und ab, beleuchtete man aus allen Richtungen, legte man die verschiedenartigsten Aspekte zugrunde - man kam zu dem Schluß, war man einigermaßen intelligent, daß wohl nur zwei Kategorien Mensch sich verweigerten, könnten sie auch bei anderer Handlungsweise 12 langen Zuchthausjahren entgehen: Nur Idioten oder eben Märtyrer konnten so handeln.

    Zu beiden Kategorien fühlte ich mich nicht zugehörig, weder zur einen noch zur anderen. Kann es vernünftig sein, ein Hilfsangebot, ist es auch eine Erpressung, auszuschlagen, wenn man 12 Jahre seines Lebens retten kann, 12 Jahre, in denen man, ist man in Freiheit, so unendlich viel zur Entlarvung des Unrechts namens Kommunismus beitragen kann, so unendlich viel, daß man das begangene Verbrechen hundertfach wiedergutmacht dadurch, so, genau so, wie ich es eben jetzt tue, da ich dies Bekenntnis, diese Beichte ablege? …

    Ich sagte zum VO:

    'Sie wollen mich also zu Spitzeldiensten anwerben. Ist Ihnen klar, wer ich bin? Kennen Sie meine Familientragödie? Wissen Sie, daß mein einer Bruder von tschechischen Grenzposten abgeknallt worden ist wie ein Hase? Daß der andere Bruder sich erhängte, weil er in einem solchen Land, wie es diese Ihre Republik ist, nicht länger leben konnte? Wissen Sie, was ich schon als Kind durchmachte, weil ich kein Pionier war? Weil mein Vater zu den Blutsaugern und Ausbeutern gehörte? Wie man mich nach dem Tod der Mutter ausgeplündert hat? Mir mein Erbe stahl? - Sie wissen es sicherlich. In Ihren Akten steht doch bestimmt alles. Und da werben Sie mich an, in Ihrem Verein mitzutun? Für wen halten Sie mich eigentlich? Für ein Schwein?'

    Schmunzelnd hakte der VO ein.

    'Für einen äußerst intelligenten jungen Mann halte ich Sie, der keine Lust verspürt, für 12 oder noch mehr Jahre hinter Gittern zu verschwinden. Und deshalb werden Sie früher oder später ja doch einverstanden sein. Ich rate Ihnen, es lieber früher als zu spät zu tun. Wir können Sie nicht monatelang gegen den Staatsanwalt decken. Wir sind kein Wohltätigkeitsverein, sondern das Ministerium für Staatssicherheit.

    Aber wir sind auch keine Unmenschen. Ich gebe Ihnen Bedenkzeit. Sagen wir - in drei Tagen hole ich Sie wieder her. Dann sagen Sie mir, wie Sie sich entschieden haben. Dann aber endgültig.'"

    Zum weiteren Verlauf ist anzumerken, dass Schmidt offenbar auf die angedeutete abschüssige Bahn einging. Im Rahmen einer Amnestie wurde er dann im Jahre 1979 entlassen. Entgegen seiner Hoffnung allerdings nicht in die BRD, sondern in die DDR.

    Er fuhr nach Ostberlin und gab im dortigen Studio des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) ein an den Fernsehmoderator Löwenthal adressiertes Schreiben ab indem sein Ausreisebegehren erneut untermauert wurde. Später bekam er unter fingiertem Absender eine Antwort vom ZDF. Da befand er sich aber schon erneut wieder in Haft (ab 1981). Jenes Antwortschreiben gelangte in die Hände der Stasi. Da nützte auch der fingierte Absender nichts. Im Rahmen finanzieller Transaktionen, wurde Schmidt im Jahre 1982 von der Bundesrepublik Deutschland dann in den Westen freigekauft.

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

    Bilder

    • beleg1986-032.jpg
      • 537,84 kB
      • 1.711 × 1.271
      • 136
    • beleg1986-032stempel.jpg
      • 53,19 kB
      • 397 × 389
      • 137
    • beleg1986-032rs.jpg
      • 108,92 kB
      • 581 × 741
      • 141
  • mx5schmidt
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    7.415
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    25. September 1958 (67)
    • 5. Februar 2009 um 21:37
    • #391

    Hier der erste Beleg zur Dokumentation des Monats Februar 1986:

    Standarddrucksache, Postgebühr 50 Pf, freigemacht als Einzelfrankatur mit einem 50 Pf Wert der Dauerserie Industrie + Technik, entwertet am 28.2.86 per Maschinenstempel mit Werbeeinsatz in Neustadt an der Aisch.

    Obwohl es sich um einen Fensterumschlag handelt kann man den Ort noch ermitteln, an den dieser Beleg ging, denn rückseitig wurde ein Hinweisstempel in violett abgeschlagen "Straße in Regensburg unbekannt" und der Brief ging "Zurück" an den vorderseitig per rotem Stempel genannten Absender.

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

    Bilder

    • beleg1986-022.jpg
      • 795 kB
      • 2.591 × 1.331
      • 122
    • beleg1986-022stempel.jpg
      • 65,09 kB
      • 381 × 393
      • 121
    • beleg1986-021rs.jpg
      • 36,01 kB
      • 721 × 281
      • 122

    Einmal editiert, zuletzt von mx5schmidt (5. Februar 2009 um 21:38)

  • mx5schmidt
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    7.415
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    25. September 1958 (67)
    • 5. Februar 2009 um 21:44
    • #392

    Auslandsbrief, Postgebühr 120 Pf, hier freigemacht mit zwei Sondermarken zu je 80 Pf.

    Die eine wurde am 3.2.86 per Maschinenstempel mit Werbeeinsatz in Marl 1 entwertet, die andere mit Tagesstempel Marl 1 am 10.2.86 oder 18.2.86.

    Der Brief wurde an den Absender zurück geschickt, da das Postwertzeichen zum Thema 40 Jahre Eingliederung heimatvertriebener Deutscher von der Post der UdSSR nicht akzeptiert wurde!

    Auf diese Rückweisung weist ein Aufkleber "Retour selon l´art. 36, §4, "f" de la CPU" hin.

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

    Bilder

    • beleg1986-02.jpg
      • 644,02 kB
      • 1.931 × 1.341
      • 122
    • beleg1986-02stempel.jpg
      • 42,42 kB
      • 333 × 393
      • 122
  • mx5schmidt
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    7.415
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    25. September 1958 (67)
    • 6. Februar 2009 um 21:02
    • #393

    Postkarte in die Schweiz zum Inlandtarif, Postgebühr 60 Pf, freigemacht als Einzelfrankatur, entwertet am 6.1.1986 in Köln Flughafen mit Handstempel zum Thema "60 Jahre Lufthansa".

    Flugbestätigungsstempel ILA 60 Jahre Deutsche Lufthansa Köln-Zürich LH 238 6.1.1986.

    Ankunftstempel Zürich ebenfalls vom 6.1.86.

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

    Bilder

    • beleg1986-01.jpg
      • 520,88 kB
      • 1.781 × 1.241
      • 110
    • Kopie von beleg1986-01.jpg
      • 66,6 kB
      • 493 × 461
      • 106
  • mx5schmidt
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    7.415
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    25. September 1958 (67)
    • 6. Februar 2009 um 21:23
    • #394

    Und weiter geht es im Januar 1986 mit dieser Bildpostkarte aus Schwäbisch Hall.

    Dort fanden Freilichtspiele statt, die im Jahre 1986 Georg Büchners "Dantons Tod", Gerhard Hauptmanns "Schluck und Jau" sowie Hugo von Hofmannsthals "Jedermann" boten.

    Aus welchem dieser Stücke die gezeigte Szene stammt entzieht sich leider meiner Kenntnis!

    Laut Druckvermerk stammt diese Bildpostkarte von der Bundesdruckerei "Logo Bundesadler" aus "1/86", hatte eine Auflage von "20.000" sowie die Seriennummer "q 1/8".

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

    Bilder

    • beleg1986-01hall.jpg
      • 601,49 kB
      • 1.791 × 1.231
      • 108
    • Kopie von beleg1986-01hall.jpg
      • 6,9 kB
      • 305 × 81
      • 132
  • mx5schmidt
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    7.415
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    25. September 1958 (67)
    • 6. Februar 2009 um 21:29
    • #395

    Wir beschließen das Jahr 1986 mit dieser Bildpostkarte aus Weinsberg, welches sich hier selbst als "Die Stadt der treuen Weiber" tituliert.

    Gewürdigt wird mit dieser Karte ausserdem der Dichter Justinus Kerner.

    Laut Druckvermerk stammt diese Bildpostkarte von der Bundesdruckerei "Logo Bundesadler" aus "1/86", hatte eine Auflage von "20.000" sowie die Seriennummer "q 1/7".

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

    PS:
    Zum Monat Dezember 1985 muss ich momentan passen, mit dem November und Oktober 1985 kann ich dann wieder dienen!

    Kann jemand den Monat Dezember 1985 belegen oder muß ich in meinen Beständen suchen gehen???

    Bilder

    • beleg1986-01weinsberg.jpg
      • 593,54 kB
      • 1.861 × 1.271
      • 108
    • Kopie von beleg1986-01weinsberg.jpg
      • 7,56 kB
      • 309 × 93
      • 108
  • mx5schmidt
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    7.415
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    25. September 1958 (67)
    • 7. Februar 2009 um 10:55
    • #396

    Ich melde mich nach erfolgreicher Suche aus meinen Tauschbeständen zurück mit diesem Beleg für den Dezember 1985:

    Brief ins Ausland, Postgebühr 120 Pf, per Einschreiben, Postgebühr 200 Pf, ergibt die Portostufe 320 Pf, hier überfrankiert um 50 Pf, weil freigemacht nicht nur mit vier verschiedenen Sondermarken zu je 80 Pf, die ausgereicht hätten sowie einer Sondermarke zu 50 Pf.

    Vermutlich wollte der Absender beide ideal zusammenpassenden Weihnachtsmarken, Ausgabe Bund sowie Berlin, hier mit dem passenden Stempel dokumentieren!

    Die Entwertung erfolgte am 2.12.1985 in Berlin zum Thema Weihnachtsmarkt in der City, themengerecht zu den beiden Weihnachtsmarken.

    Der Brief ging zurück an den Absender, da das Postwertzeichen zum Thema 40 Jahre Eingliederung heimatvertriebener Deutscher von der Post der CSSR ungerechtfertigt beanstandet wurde!

    Auf diese Rücksendung weist ein violetter dreizeiliger Stempel der tschechoslowakischen Post in französisch, ein achtzeiliger Stempel der Deutschen Bundespost in deutsch sowie ein entsprechender Aufkleber hin!

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

    Bilder

    • beleg1985-121.jpg
      • 866,51 kB
      • 2.601 × 1.331
      • 111
    • Kopie von beleg1985-121.jpg
      • 85,27 kB
      • 585 × 437
      • 99
    • beleg1985-122.jpg
      • 944,25 kB
      • 2.611 × 1.281
      • 108
  • mx5schmidt
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    7.415
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    25. September 1958 (67)
    • 7. Februar 2009 um 11:23
    • #397

    Standardbrief, Postgebühr 80 Pf, per Einschreiben, Postgebühr 200 Pf, ergibt die Portostufe 280 Pf, hier dargestellt per Zweierstreifen des 120 Pf Wertes der Dauerserie B+S als Rollenende 2+4 sowie einer Automatenmarke der Wertstufe 40 Pf. Die Leerfelder des Rollenendes haben die Farbe blautürkis.

    Die Entwertung erfolgte am 10.11.1985 in Köln 15 auf der Philatelia´85 mit entsprechendem Handstempel.

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

    Bilder

    • beleg1985-11.jpg
      • 671,43 kB
      • 1.881 × 1.381
      • 99
    • Kopie von beleg1985-11.jpg
      • 135,9 kB
      • 589 × 457
      • 102
  • mx5schmidt
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    7.415
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    25. September 1958 (67)
    • 7. Februar 2009 um 11:35
    • #398

    Und hier aus dem Oktober 1985 ein Standardbrief, Postgebühr 80 Pf, mit Einzelfrankatur der Europamarke Bach, entwertet am 21.10.85 mit Maschinenstempel mit Werbeeinsatz "Rottweil Tor zum Schwarzwald".

    Adressiert wurde dieser Brief an den Fliegerhorst in Memmingen. Dort laut handschriftlichem Vermerk auf der Rückseite "Empfänger laut Angabe der Einheit unbekannt".

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

    Bilder

    • beleg1985-10.jpg
      • 533,32 kB
      • 1.891 × 1.351
      • 99
    • Kopie von beleg1985-10.jpg
      • 59,53 kB
      • 373 × 421
      • 106
    • beleg1985-10rs.jpg
      • 93,2 kB
      • 1.711 × 301
      • 106
  • mx5schmidt
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    7.415
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    25. September 1958 (67)
    • 7. Februar 2009 um 13:26
    • #399

    Und hier ein weiterer Beleg aus dem Oktober 1985:

    Postkarte, Postgebühr 60 Pf, freigemacht per Einzelfrankatur mit einer Sondermarke, entwertet mit Tagesstempel Herford 1 am 8.10.85.

    Dieser Beleg dokumentiert den 1. Tag des Probebetriebs der Briefverteilanlage beim Postamt 4900 Herford.

    Die Postleitzahl "6500" der Adresse wurde am Videocodierplatz 1 hier entsprechend codiert!

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

    PS:
    Leider fehlen mir aktuell Belege aus dem September 1985 sowie August 1985.
    Ich kann dann mit dem Juli 1985 weitermachen!

    Bilder

    • beleg1985-102.jpg
      • 301,59 kB
      • 1.771 × 1.231
      • 96
    • Kopie von beleg1985-102.jpg
      • 57,42 kB
      • 393 × 381
      • 92
  • mx5schmidt
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    7.415
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    25. September 1958 (67)
    • 9. Februar 2009 um 21:32
    • #400

    Ich schiebe diesen Thread mal wieder nach oben!

    In der Bundesrepublik sind im August 1985 erschienen:
    der Zusammendruck zur Mophila
    eine Sondermarke zum Thema 400 Jahre Frankfurter Börse
    eine Sondermarke zum 100. Todestag von Carl Spitzweg

    In der DDR erschienen im September 1985:
    der Zusammendruck zur Sozphilex
    die Flugpostmarke 5 Mark
    vier Werte zum Thema Eisenbahnwesen

    Im August erschienen in der DDR:
    zwei Werte zur Weltmeisterschaft im Orientierungstauchen
    zwei Werte zur Leipziger Messe

    Kann evtl. jemand Belege, zum Beispiel FDCs mit diesen Ausgaben hier zeigen, damit es weitergeht in diesem interessanten Spiel?

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

Registrierung

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!

Benutzerkonto erstellen
  1. Datenschutzerklärung
  2. Impressum
  3. Kontakt

Partnerprogramm / Affiliate Disclaimer

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Mit * markierte Links sind Affiliate-Links (Werbung). Nur auf diese Weise können wir dieses großartige Forum finanzieren, wir bitten um euer Verständnis!

Community-Software: WoltLab Suite™