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Sticheltiefdruck und seine möglichen Fehler

  • 07Paddler07
  • 11. Dezember 2021 um 16:41
  • drkohler
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    • 17. Dezember 2021 um 21:16
    • #41

    Ja ich war nicht präzise genug.

    Im Bild sieht man einen Siderographer, wie er eine Platte graviert (das Bild ist ein Publicity-Shot, die Druckplatte ist ja schon fertig wie man sieht). Der Original-Stich (resp. der Transfer davon) ist auf dem Rad befestigt, das sich etwa über der 6. Marke im Bogenteil rechts unten befindet. Mit dem grossen Rad (=hohes Drehmonent, da viel Druck nötig ist, das Rad ist hinter dem massiven Metallbalken teilweise sichtbar) kann der Siderographer den Original-Stich hin- und her bewegen und so ein Abbild in den weichen Stahl pressen.

    Beim Druck wird erst Farbe aufgetragen, dann die Farbe wieder entfernt. Was bleibt ist Farbe in den Vertiefungen.

    Nehmen wir nun mal drei eng aneinander liegende "Zacken". Durch Kapillarwirkung wird an allen sechs Zackenwänden Farbe auf das Papier hochgezogen und übertragen, und wir bekommen drei LInien.

    Nehmen wir nun an, die mittlere Zacke bricht ab. Dann haben wir nur noch die vier äusseren "Zackenwände", bei denen Farbe durch Kapillarwirkung hochgezogen wird. Wir erhalten also nur noch zwei Linien, in der Mitte fehlen ja die "Zackenwände" und somit die Kapillarwirkung, es kann keine Farbe hochgezogen werden. (Im Normalfall reichte der Papierdruck nicht aus. um das Papier weit genug hineinzudrücken und im dümmsten Fall einen einzigen. fetten Strich zu erzeugen oder sonst Etwas kurioses).

    Ich hoffe das ist genügend unklar......

  • 07Paddler07
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    • 19. Dezember 2021 um 12:20
    • #42

    Sehr geehrter DrKohler,

    soweit liegen wir beide garnicht auseinander.

    Nur ich habe ein Problem mit ihrer Beispielmarke. Der linke breite Streifen neben den Linien entspricht eher nicht diesem Verfahren.

    Ich finde es gut, dass Sie dieses Foto eingestellt haben. Denn sie machen auf die einzelnen Elemente bei der Herstellung der Druckplatte aufmerksam. Für die Herstellung eines Druckzylinders sieht dies ganz anders aus. Hier einmal einmal ein Link zu einer Powerpoint-Prsentation und da wird sehr gut mal die Unterschiede der Tiefdruckverfahren erklärt. In eine Stahlplatte muss ich mehr Kraft aufwenden. Die oben gezeigte Druckplatte wird beim Bogendruck angewand. Im Rotationsverfahren arbeite ich mit einer Reinkupferschicht und dieses Material ist eben weicher. Dies hat eben auch Auswirkungen bei einer möglichen Platten fehler Bestimmung. Ich finde es immer Schade, dass bei einem Katalog nur das Druckverfahren steht, nicht aber die Produktionsweise. Also Buchdruck, Stich- oder Rastertiefdruck, u.s.w. nicht aber Bogendruch oder Rotationsdruck.

    Es ist ein rein mechanisches Verfahren und an bestimmten Punkten können eben Fehler auftreten.

    Es wird ein dreieckiger Stichel verwendet und somit stehen Schnitttiefe und Schnittbreite in einem Zusammenhang, je tiefer desto breiter ist die Vertiefung. Ich benutze gerne eher die Schnittiefe als Merkmal, weil eben auch im Rastertiefdruck Näpfchentiefe und Breite eine Rolle spielen. Ich lasse jetzt mal den Verschleiß des Stichels weg. Es wird von einer Uhrform, die einmalig angefertigt wird ein Duplizieren des Markenbildes vorgenommen. Also gibt es mehrere Möglichkeiten, wie ein Fehler auf die Druckplatte kommt. Da hier gerne von Defination gesprochen wird, für mich sind alle Fehler, die auf die Druckform bei der Druckvorstufe auf die Platte kommt - Plattenfehler, egal ob ich jetzt die Formnummer oder den Bogen bestimmen kann, Kann ich dies ermittel, dann wird dies geadelt und vielleicht im Michel erwähnt.

    Ich stelle gerne nochmal dieses Markenbild ein. Ich sehe auf diesem Markenbild zwei Stellen, die dazu gekommen sind und muss diese bewerten. Bleibe ich mal bei dem Punkt. In einem mechanischen Verfahren müsste jetzt plötzlich aus irgend welchen Gründen, der Stichel in die Form gedrückt worden sein, denn in der Urform gibt es hundertprozentig kein Loch an dieser Stelle. Also der sogenannte "Abtaster" fällt nicht in eine Vertiefung. Werkzeugverschleiß fällt auch aus, denn es gibt keinen plötzlichen Material zuwachs. Nun wandert der Stichel kontinuierlich über die Platte und schneidet seine Vertiefung entsprechend der Vorlage. Jetzt könnte man sagen, der Stichel wäre auf einer bestimmten Tiefe hängen geblieben und hätte den Strich verursacht. Dann müsste dies genau in der Richtung der Bewegung erfolgen, exakt waagerecht oder senkrecht, denn ich gehe davon aus, die Urform ist ordnungsgemäß eingespannt.

    Es ist also möglich, mit ein bischen Kenntnis vom Druckverfahren und seiner Herstellung die Fehler im Markenbild zu erklären. In meiner Definition eindeutig eine Druckzufälligkeit. Deshalb habe ich nach dem Schreiben der Bundesdruckerei angefangen neue nachvollziehbare Regeln bei der Suche mir zu definieren und mich mit den Verfahren zu beschäftigen.

    Bilder

    • Musterbeispiel Mi.1294.jpg
      • 568,37 kB
      • 1.409 × 1.150
      • 54
  • drkohler
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    15. Dezember 1957 (68)
    • 19. Dezember 2021 um 13:27
    • #43
    Zitat von 07Paddler07

    Sehr geehrter DrKohler,

    soweit liegen wir beide garnicht auseinander.

    Nur ich habe ein Problem mit ihrer Beispielmarke. Der linke breite Streifen neben den Linien entspricht eher nicht diesem Verfahren.

    Ich finde es gut, dass Sie dieses Foto eingestellt haben. Denn sie machen auf die einzelnen Elemente bei der Herstellung der Druckplatte aufmerksam. Für die Herstellung eines Druckzylinders sieht dies ganz anders aus.

    Nein.

    Das Bild entstammt dem Archiv des BEP (Bureau of Engraving and Printing) und zeigt die Herstellung einer Druckplatte für Flachdruck UND Rotationsdruck, wie es damals geschah (so zwischen 1900 und 1950). Es bestanden keinerlei Unterschiede in der Plattenherstellung zwischen den beiden Druckverfahren. Für Rotationsdruck (auf der Stickney Press, Albert Stickney arbeitete als Drucktechniker im BEP und erfand den Rotationsdruck) wurde nach der Herstellung der Platte diese um den halben Druckzylinder gebogen (was eine minime Verzerrung der Marken verursachte). Wenn man von Druckplatten spricht damals, das waren keine Metallplatten, das waren relativ dünne "Bleche" (sonst konnte man sie ja gar nicht auf die halbe Druckwalze biegen).

    In den moderneren Gravurverfahren (Photogravur) werden dann andere Materialien verwendet, das kann auch auf die DDR-Marken zutreffen, den Staat gab es ja erst am Ende der klassischen Sichtiefdruckepoche.

    Das Bild mit dem "breiten Streifen" ist ein Auschnitt eines 2400dpi Scans eines Heftchenblattes (der Rahmen einer Washington-Franklin Marke), das mit absoluter Sicherheit Stichtiefdruck ist. Bei so hohen Vergrösserungen sieht man dann, das jeder "gerade Strich", selbst bei Stichtiefdruck, eben etwas ausgefranst ist, weil Kapillarwirkung und Papierstruktur arbeiten zusammen/gegeneinander und es i.A. nicht möglich ist, eine rasiermesserscharfe Linie zu drucken (Lithographie ist da noch viel schlimmer). Obwohl Stichtiefdruck die qualitativ besten Bilder liefert aller Verfahren. Aber es wurde schlicht zu teuer (die Meister-Graveure im BEP waren schon um 1900 die bestbezahlten Angestellten in Amerika). Deshalb wird heutzutage überall ein Copy/Paste Verfahren angewendet, der Graveur ist durch die Ctlr-C Ctrl-V Tasten ersetzt.

    Einmal editiert, zuletzt von drkohler (19. Dezember 2021 um 13:47)

  • 07Paddler07
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    • 19. Dezember 2021 um 14:18
    • #44

    Werter Herr DrKohler,

    vielen Dank für die Erläuterung, denn ich kann nicht in einem Katalog schauen bei ausländischen Marken.

    Ganz kann ich den Druck der Gegenrolle nicht außer acht lassen. Ich füge mal die Mi. 817 im Stichtiefdruck an. Die Farbkonstinenz ist bei diesem Verfahren am stärksten und bei Offsetdruck am geringsten, hier spricht man auch schon eher von einer Farbpaste. Die Papierstruktur ist kaum in der Lage dann die Farbe aufzusaugen. Sie kann aber in dem Druckmoment an der Kante herausgedrückt werden, sieht aus wie verschmitzter Druck.

  • 07Paddler07
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    21. September 1956 (69)
    • 19. Dezember 2021 um 15:21
    • #45

    ups - ich sehe den Beitrag von fili nicht.

    Die weiße Platte ist mit Klebestreifen angebracht und nicht in einer festen Vorrichtung.

    Um ein Mißverständnis auszuräumen. Auch beim Bogendruck wird die Druckplatte auf einen Zylinder angebracht. Um aber wesentlich höhere Rotationsgeschwindigkeiten zu erreichen, war ein in sich fester Block notwendig. Je größer die Rotationsgeschwindigkeit desto größer die Befestigungseinrichtung, damit einen die Platte (auch wenn sie dünn ist) nicht um die Ohren fliegt.

    Druckplatten sind bis in den späten Sechziger in der DDR nachzuweisen und diese dürften heute im Bundesarchiv der Bundesrepublik noch einzusehen sein. Hier kann eindeutig auf der Druckplatte nach Fehlern gesucht werden. Beim späteren Rotationsdruck sind die Druckzylinder aufgearbeitet worden. Gut Digitaldruck gab es in der DDR nicht, einfach darum weil die elektronischen Steueranlagen hierzu nicht vorhanden waren. Laserdruckanlagen sind bei Planeta oder einen anderen Hersteller bestimmt produziert worden, nur dürften diese alle in den Export gegangen sein, denn auch hier dürfte die elektronische Steuerung nur im "Westen" zugekauft worden sein.

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