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Bayernmarken mit Aufdruck: Räte Republik Baiern ?

  • Andreas
  • 13. Januar 2007 um 21:32
  • wissbegierig
    aktives Mitglied
    Beiträge
    194
    • 24. April 2008 um 18:29
    • #41

    Hallo bayern klassisch,
    jetzt muß ich doch noch einmal zu den Pfälzer Spezialitäten (nein , keinen Saumagen) zurück kommen.
    Das Freistaat-Einschreiben, das ich beim letzten posting zeigte, ging für 30 € bei ebay weg. Hinten war ein Ankunftsstempel von LU - wahrscheinlich deswegen!
    Wenn man die Massenbriefe des Empfängers nicht kennt, ginge er doch sicher als richtig frankiert durch - daher doch ein Bedarfsbeleg?!
    Ich besitzte noch einen richtig frankierten Brief (25 Pfg., 2. Gew.stufe, kommt ja vor). Auch nicht an Herrn Fischer, aber wieder nach LU. Vielleicht gab es diese Marken zuerst in SP und jeder wollte einen Ersttag besitzen.
    Dann wäre mein Brief allerdings auch philatelistisch beeinflußt!

    Grüße von wissbegierig

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 24. April 2008 um 20:38
    • #42

    Hallo wissbegierig,

    ein hübscher Brief ist das, aber in meinen Augen nicht Bedarf. Bedarf kann man natürlich immer unterstellen, wenn der Brief gebührenmässig stimmig ist.
    Meine Definition hier ist aber eine andere: Wenn jemand zur Post geht, schreibt er nicht dem Postbeamten vor, was er verkleben soll, sondern er legt seinen Brief hin und wünscht die Frankatur. Bei dieser Ausgabe liegt für mich nur dann echter Bedarf vor, wenn mit möglichst wenigen Marken die Gebührenstufe erreicht wurde.

    Welche Postler würde dann 4 verschiedene Marken aus seinem Postbuch suchen, diese hübsch aufkleben und sauberst entwerten?

    Die gemachten Briefe gab es zu Tausenden. Alleine Speyer hatte vor 90 Jahren sicherlich mehrere hundert Sammler. Ludwigshafen ebenso.
    Also schickte man sich ein paar Dutzend Briefe, von denen man etwas behalten konnte, aber die Masse wurde zum Vertauschen genutzt. Ich habe noch Sammler kennen gelernt, die solche Sächelchen fabriziert haben.

    Damit will ich deine Pretiosen nicht abwerten, aber für mich als Klassiker sind Briefe mit einem Gschmäckle nicht die wahre Philatelie. Suche doch mal eine Drucksache, oder eine Mehrfachfrankatur mit diesen Marken - da kommen wir dem Bedarf dann schon eher nahe ...

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • doktorstamp
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    2.529
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    30. September 1955 (70)
    • 25. April 2008 um 09:04
    • #43

    hallo BK

    Da haste Recht, allerdings in diesem Fall waren sie oft die einzigen Marken über die sie verfügten, und am Anfang der Verteilung hat es nur diese vier Nominale gegeben.

    Gewiss hat er zwei 10Pfg und ne 5Pfg draufkleben können, aber wie du schon in einem obigen Thread erwähnt hast, lief so einiges im Gegensatz zu den Anweisungen. Nicht zuletzt war diese Zeit für Bayern und seine Unabhängigkeit in so vielen Sachen den Schwanengesang.

    Selber betrachte ich solche Briefe als Erfullung philatelistischen Bedarf.
    Einwandfreier Bedarf sind nur die drei Postkarten/Ganzsachen oben.

    Bei vielem haben die Sammler ihre Hand im Spiel, geschweige denn die Beamtern, die hiedurch Bayern ihre Treue ausdrucken möchten.

    mfG

    Nigel

    Sammeln wie es einem Spaß macht

  • bayern klassisch
    Gast
    • 25. April 2008 um 09:27
    • #44

    Hallo Nigel,

    nur weil es gerade zeitlich in den Thread paßt:

    Alle bayer. Beamten waren ja auf den König vereidigt, nicht auf den Staat, die Regierung, eine Verfassung oder sonst etwas.

    Als 1918 das Königreich Bayern seinem Ende entgegen sah, und 1919 klar wurde, dass es von einem Königreich zu einem Freistaat transformiert wurde, mussten die Beamten auf die neue Staatsform eingeschworen werden, nachdem der König sie 1918 aus ihrem Eid entlassen hatte (aus dem Exil).

    Die älteren weigerten sich in der Mehrheit, auf den neuen, ungeliebten Staat zu schwören, weil sie auch nicht 2 Herren dienen wollten (im Geiste der Majestät, offiziell dem Freistaat), und gingen daher in Ruhestand. Oft unter erheblichen finanziellen Opfern.
    Von den pragmatischen Beamten blieb nichts mehr übrig.
    Sicherlich die massivste Art des Protests, die man sich heute kaum noch vorstellen kann.

    Es ist also, wie du schon geschrieben hast, ein Land innerlich zerrissen, und diese Zerrissenheit läßt sich auf allen Ebenen nachvollziehen, auch oder gerade auf der postgeschichtlichen, die uns so sehr interessiert.

    Ablesen kann man das an der Qualität der Postverwaltung in den letzten Kriegsjahren, als immer mehr Leute mit Ahnung abgezogen wurden und durch Hausfrauen und Laien ersetzt wurden (keine Kritik an diesen fleißigen Leuten, die alles gegeben haben, um den Laden am Laufen zu halten).
    Der Aderlaß von 1918/1919 (Kriegstote, Invalide und Kündigungen) kam dann noch hinzu, und Geld war knapp.

    Schau dir 1000 Poststücke deiner Wahl von 1910-1914 an, und mache das gleiche von 1918-1920 - dann kann man leicht nachvollziehen, welches Ausmaß diese Zwangsänderungen erreicht hatten.

    Beste Grüsse von bayern klassisch

    Einmal editiert, zuletzt von bayern klassisch (25. April 2008 um 10:08)

  • wissbegierig
    aktives Mitglied
    Beiträge
    194
    • 25. April 2008 um 15:38
    • #45

    Hallo,
    habe noch etwas in meiner Sammlung bzg. "Freistaat" gefunden. Diesmal sicher ein Bedarfsbeleg, obwohl, wer Speyer kennt, sich über den Ortsbrief wundern kann; denn Speyer kann man auch noch heute locker durchlaufen.
    Allerdings ist er nach der Frühverwendungszeit abgestempelt.
    Nun kommt mir ein schlimmer Verdacht! Nahezu alle Pfälzer Sammler haben sich am 17.5. in die Postämter begeben, um die Marken zu Ersttagsbriefen zu verbrauchen. Dafür spricht auch, daß bayern klassisch so wenig Belege gesehen hat. ;)
    Es waren doch sicher noch einige Ludwigs für den Bedarf übrig.
    Jedenfalls eine kuriose Geschichte!
    Es grüßt
    wissbegierig

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    Einmal editiert, zuletzt von wissbegierig (25. April 2008 um 15:39)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 25. April 2008 um 17:37
    • #46

    Hallo wissbegierig,

    hübscher Brief - wie ist er geöffnet worden? Ist der Gummi der Kuvertklappen noch unberührt?
    Wenn er ritsche - ratsche geöffnet wurde, dürfte es Bedarf sein.
    Wenn nicht, kann kann man daran zweifeln ...

    Er ist halt schon sehr sauber, und es gab auch 1919 (und schon davor) Sammler, die auch die Tarife achteten.

    Noch etwas zu den Maiausgabe in der Pfalz: Obwohl es verboten war, Stempelungen mit Rückdatierungen vorzunehmen, hat man es gemacht, in Speyer und anderswo, um das magische Datum 17.5.1919 vielen Marken und Briefen angedeihen zu lassen. Suche doch mal nach einem Abroller - Stempel vom Mai 1919 mit diesen Marken ... ich wünsche dir dafür viel Glück!

    Beste Grüsse von bayern klassisch

  • wissbegierig
    aktives Mitglied
    Beiträge
    194
    • 25. April 2008 um 17:57
    • #47

    Hallo bayern klassisch,
    auf was man alles achten muß!!
    Der Brief ist sehr sauber (unten) geöffnet worden. Ich würde es vorteilhaft für mich auslegen: der Herr Commerzienrat war Sammler und hat den echt gelaufenen Brief äußerst vorsichtig geöffnet!
    Es war wahrscheinlich eine Einladung zur Verkostung der neu kreierten Biersorte!

    Viele Grüße
    wissbegierig

  • bayern klassisch
    Gast
    • 25. April 2008 um 20:56
    • #48

    Hallo wissbegierig,

    dann könnte es echter Bedarf sein.

    Dass Speyer keine Großstadt war, ist kein Gegenargument. Zu dieser Zeit hat man nicht mehr, wie noch teils in der Kreuzerzeit, unterschieden zwischen dem Austragen durch den Lehrjungen, und der Postgebühr. Da wurde schon alles raus gehauen.

    Nur der Abschlag ist sehr akkurat gesetzt - vergleiche mal Briefe aus Speyer in dieser Zeit, die mit Standardmarken frankiert wurden. Die sehen meistens anders gestempelt aus ...

    Trotzdem ist es ein gutes Stück und auch in der Postgeschichte gilt die Unschulds- = Bedarfsverwendungsvermutung.

    Beste Grüsse von bayern klassisch

  • wissbegierig
    aktives Mitglied
    Beiträge
    194
    • 26. April 2008 um 10:06
    • #49

    Guten Morgen bayern klassisch,
    nun muß ich zur Rettung des Freistaaten-Bedarfs ganz tief in meine Belegekiste greifen (da ist jetzt wirklich nichts mehr drin; ich wundere mich überhaupt, daß der Freistaat so gut vertreten ist).
    Ein Brief vom Jan. 1920, wobei der Empfänger - Wellensiek & Schalk (Tabak-/Zigarrenfabrik) - in SP (und nicht nur da) ein wichtiges Unternehmen war. Sieht jetzt wirklich nach Bedarf aus, aber nicht "ritsch-ratsch" geöffnet, und der Stempel - zwar nicht zentrisch - aber dennoch sehr sauber gesetzt.
    Vielleicht war der Postbeamte nach dem Sammlerandrang am 17.5. dermaßen geeicht, daß er noch im Januar 20 nicht anders konnte, als schön zu stempeln! ;)

    Viele Grüße
    wissbegierig

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    Einmal editiert, zuletzt von wissbegierig (26. April 2008 um 10:07)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 26. April 2008 um 15:22
    • #50

    Hallo wissbegierig,

    soll das etwa heißen, du hast keine unterfrankierte Expreß - Ortsdrucksache von Speyer? So schlecht sortiert ;)?

    Hübsches Stück, aber halt zu spät für die spezielle Pfalzvariante.

    Beste Grüsse von bayern klassisch

  • erron 27. März 2021 um 13:12

    Hat den Titel des Themas von „Räte Republik Baiern ?“ zu „Bayernmarken mit Aufdruck: Räte Republik Baiern ?“ geändert.
  • Wolffi 17. September 2021 um 14:37

    Hat das Thema aus dem Forum Deutsches Reich 1872–1945 nach Altdeutschland verschoben.

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