Hallo Forum, ich habe hier ein eigentlich relativ schönes Exemplar, aber das Markenbild ist total verfärbt; daher wertlos?
Markenbild verfärbt
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narnia2009 -
28. Oktober 2014 um 20:54
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Soweit ich sehen kenn, ist die Verfärbung der seitenverkehrte Abklatsch der selben Minr.
Die Frage ist also: färben die Marken ab wenn sie nass werden oder ist es ein echter Abklatsch bei der Herstellung der Marke. Sollte es so sein, ist das ein seltenes Sammlerstück.MfG lars
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interessante Sicht der Dinge...Habe gerade auch nochmal nachgeschaut und bestätige Deine Theorie!Llaut Michel ist auch nichts über eine Wasserempfindlichkeit der Marke bekannt. Zumindest sehe ich keinen Vermerk im Spezialkatalog.
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Hat jemand Interesse an dem Stück? Preisangebot: 1000 Euro
Was meinen die anderen zur Aussage von Lars? -
Ich würde eine email mit (hochauflösendem) Bild und Fragen zur Abklatsch-Theorie an einen zuständigen Prüfer senden.
Gruß
Uli -
Stimme uli zu, vlt. besser noch das Original. Alles andere ist Kaffeesatzleserei.
Meine ganz persönliche Erklärung ist, daß es sich um eine nachträgliche Verfärbung handelt, gewollt oder ungewollt.
Wo liegt eigentlich der Siedepunkt von Wasser?
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Hallo achim35,
bei 100° Celsius
Gruß Alois
Ich würde die Marke prüfen lassen. Siehe Beitrag von usul.
Gruß
Alois -
Es kann keine Verfärbung aufgrund nachträglicher Fremdeinwirkung sein. Da die spiegelverkehrten Konturen des anderen Exemplares auf dem Corpus delicti klar zu erkennen sind (ich bin da kein Experte, ist nur meine persönliche Bewemrkung dazu; korrigiert mich!)
Die zweite These ist dass das Exemplar ursprünglich als Paar existiert hat, welches dann, sich überlappend, zusammengeklebt bzw. unter Feuchtigkeitseinwirkung zusammengepresst worden ist.... -> was jedoch eigentlich durch die stabilen und deutlichen Stempelkonturen widerlegt wird.
Was für einen Prüfer würdet Ihr empfehlen, und was soll der dann eigentlich prüfen bzw. feststellen? Ich habe keine Lust viel Geld zu zahlen für einen Befund der nirgends, sprich in keinem Dokument erwähnt ist; das würde für mich keinen Sinn machen.
Gruß
Wolfgang
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Hallo narnia2009,
Deine Annahme aus dem ersten Absatz ist nicht richtig. Wenn Du Deine Fantasie spielen lassen würdest, könntest Du ganz leicht zu der Antwort kommen, wie die Marken zusammen gebadet haben könnten.
Steck die Marke ins Album und gut ist.
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Ich denke ich frag mal unseren Experten Jurek

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Ich habe hier zu spät dieses Thema gesehen und schon wo anders darauf versucht zu antworten.
Mein dort (per PN) geäußerter Verdacht bestätigt sich hier.
Ja, das ist ein Abklatsch, welcher in der Druckerei entstanden ist, durch unsachgemäße Handhabung der Drucker.
Dazu einiges aus der Praxis in der Druckerei:
Es gibt hohe Auflagen aber wenig Platz… - und das hat auch schon was damit zu tun.
Die Druckmaschine tut die bedruckten Bügen auf einen kleinen Wagen stapeln, der automatisch auch gesenkt wird, so dass es immer die gleiche Höhe da ist, wo die Druckbogen auf den Stapel von der Maschine abgelagert werden.
Dann wird eben der ganze Stapel gedruckt und der Wagen wird gegen ein leeres ausgetauscht. Aber da wird mehr gedruckt als es Wagen vorhanden sind und der Jurek kommt mit dem Schneiden der Bögen nicht nach…
(So tatsächlich aus meiner Praxis, auch wenn da bei mir nicht um Briefmarken ging).
Was machen also die Drucker? Die tun die Stapel von einem auf anderen ablagern (erhöhen). Aber das ist nicht so einfach das gleichseitig zu stapeln, ohne dass der Stapel umkippt, da bei dem Druck ist das Papier doch recht feucht geworden und bildet dann einen Buckel in der Mitte. Von daher man dreht die Bögen Bildseitig einfach um, so dass der Bug auf Bug kommt…
Das ist im Grunde die alltägliche Praxis. Nur der Drucker müsste einen Makulaturbogen dazwischen legen, was aber in solchem Fall wie bei der 80ger Rot hier nicht erfolgt ist. Von daher durch den erschwerten Druck des Stapels, drückt sich noch die recht frische Farbe (Farben trocknen unterschiedlich schnell…) auf die Bildseite des anderen Bogens.
Theoretisch also, auf ca. 1m Stapel müssten 2 bis 3 Bogen betroffen sein.
So entsteht das eben.Nebeninfo: Und wer das Handbuch zur Köpfeserie I+II von C. Burkhardt und W. Podien in der 2.ten (bzw. 3.ten?) Auflage hat, dort ist am hinteren Umschlag so ein ganzer Bogen abgebildet mit solchem Bogenabklatsch.
Das kann also kopfstehend sein oder auch Kopfgleich, aber eben Spiegelverkehrt.
(Das ist aber keine nachträgliche Verfärbung).
Wobei noch ein Info zu der Ausgabe: Diese ist Wasserempfindlich und färbt auch leicht ab. Ein Info, welches leider im MICHEL-Spezial nicht vorkommt.Sammlergrüße!

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Vielen Dank Jurek für die (nochmalige) Ausführung. Jetzt habe ich schon wieder was gelernt - und danke auch an dieser Stelle für den Hinweis auf das besagte Handbuch-. Fazit für mich:
Ich werde das Ding hüten wie ein Schatz
Aber gibt es dazu auch irgendwelche dokumentierten Wertangaben?P.S.: Aber bevor ich irgendwelche Folgerungen anstelle: Sollte ich das Ding nicht doch sicherheitshalber zu einem Prüfer (vielleicht wäre in dem Falle auch Dr. Burkhardt der beste Ansprechpartner) geben? (nachher war es doch Wassereinwirkung und ab in die Tonne...)
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Solch eine Marke war "nebenan" vor kurzem schon mal Thema: . Carsten Burkhardt hat dort auch seine Meinung zu einem solchen Stück abgegeben.
Gruß
Uli -
Der Dr. C. Burkhardt hatte dort geschrieben:
Zitatdie Farbe ist nicht stabil im Wasser. Wenn beim Abweichen 2 Marken von MiNr 340 übereinander liegen, färbt die eine Marke die andere an. Es hat also nichts mit dem Druck zu tun, sondern ist nachträglich entstanden.
Dieser Meinung bin ich jedenfalls nicht ganz (ja, die Farbe ist nicht stabil, auch im Wasser), da wie erwähnt, man das auf GANZEN Druckbögen beobachten kann.
Es liegt eben an der Konsistenz und Trocknungszeit der Farbe (und dass diese Wasserempfindlich ist).
Theoretisch könnte es auch sein, dass unter bestimmten Umständen und Druckeinwirkung das Bild auch bei einzelnen Briefmarken aufeinander übertragen wird (wobei ob so scharf?), aber aus beruflicher Praxis kenne ich eben andere Beispiele.
Mich wundert auch die Aussage des Doktors Burkhardts, zumal wie erwähnt, er auch einen ganzen offensichtlich postfrischen Bogen auf dem Umschlag so abgebildet hatte. Ist ihm das nicht aufgefallen?Gruß
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Hallo narnia2009,
so sehr ich Dir eine Rarität oder eine dekorative Druckabweichung wünsche... hier liegt meines Meinung nach eine klare Verfärbung vor!
Selbstverständlich kannst Du das Stück prüfen lassen, aber ich würde abraten.
Ein Abklatsch definiert sich stets durch die direkte "Übertragung" der Druckfarbe einer anderen Marke, Bogen- oder Bogenteile meist rückseitig auf die Gummiseite, durch Bogenumschlag oder seitenverkehrte Ablage der druckfrischen Bögen beim Druckablauf, so in etwa, wie Jurek das beschrieben hat.
Das ist hier nicht passiert!
Die Bildkontur der abdruckgebenden Marke ist hier ganz weich und ohne farbidentische Konturen der "Farbreste"...
Das Papier wurde verfärbt!Anbei einige Beispiele von Verwaschungen und Verfärbungen bei der 80 Pf- Marke... und ein vollständiger Abklatsch auf der Gummiseite bei der SBZ 216 und Druck auf der Gummiseite bei der 213.
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Zitat
Original von narnia2009
Die zweite These ist dass das Exemplar ursprünglich als Paar existiert hat, welches dann, sich überlappend, zusammengeklebt bzw. unter Feuchtigkeitseinwirkung zusammengepresst worden ist....habe ich ja auch bereits vermutet.
Die Frage bleibt: Was genau ist denn jetzt ein richtiger Abklatsch? Der einzige erkennbare Unterschied ist ja, also soweit ich das rausgelesen habe die Schärfe der Konturen (In DEM Fall) oder ...
Im es treffender zu formulieren: Wie sähe in MEINEM FALL ein richtiger Abklatsch aus?
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Guten Morgen!
Prinzipiell ist „Abklatsch“ auf den Maschinenleerlauf bezogen, wo einmal der Druck sich auf die Gummiwalze überträgt, weil kein Papier dazwischen war. Von dort aus wird dieses Spiegelbild des Drucks sich auf die folgende Rückseite des nächsten Druckbogens übertragen.
Das ist ein „klassischer Abklatsch“. (Es gibt auch „Doppelabklatsch“ etc., aber das hat jetzt hiermit absolut nichts damit zu tun).Was also speziell deine Briefmarke betrifft, ist das kein „klassischer Abklatsch“ sondern nur der gewöhnlicher Abdruck der einen noch feuchten Farbenfläche auf die andere Bogenseite, und zwar meistens nur einseitig von der oberen Schicht auf die untere (Zeitfaktor!). Und das geschieht noch in der Druckerei!
Das hat aufgrund der zahlreichen Beispiele und Vorlagen und Kenntnissen, und aus meiner praktischen Erfahrung auch mit sowas, nichts mit dem zutun, was womöglich Jahre oder Jahrzähnte nach der Herstellung dieser Briefmarken entstanden wäre (auch wenn ich dem Prüfer Herrn Dr. C. Burkhardt womöglich damit widersprechen sollte). Denn der Abdruck würde nicht so scharf entstehen. Meistens sind das sehr verschwommene Abdrucke, was in deinem Fall NICHT ist.Das kann man damit veranschaulichen: Mache mal auf dem Blatt Papier einen fetten Stempelabdruck drauf und tue gleich danach mit einem anderen Blatt Papier das überdecken und Flächendruck darauf ausüben.
Ergebnis davon: Du wirst auf der anderen Seite des oberen Blattes ein abgeschwächtes Spiegelbild des Stempels sehen.
Und das ist in deinem Fall auch nichts anderes.
Oder gibt es dazu noch welche Zweifel?Beste Sammlergrüße!

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es gibt doch noch die Möglichkeit, eine Verfärbung NACH DER ABSTEMPELUNG auszuschließen bzw. zu verifizieren indem man die Stempellinien unter einem bestimmten Licht bzw. in einem speziellen Verfahren untersucht. Hat hierzu jemand ne Idee wie man das machen könnte?
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Wolffi
28. Januar 2026 um 16:50 Hat das Thema aus dem Forum Briefmarken Allgemein nach Abarten & Plattenfehler verschoben.