[Blockierte Grafik: http://www.tirol.com/system/galleri…52604-gross.jpg]
Erfreut, aber auch ein wenig verwundert, dass die österreichische Post gerade ihn für eine Briefmarke auswählte, zeigte sich der 'Bulle'.
"Sämtliche Witze über Lecken und Rückseite erspar' ich mir, die wurden alle schon gemacht." Bei der Präsentation "seiner" Briefmarke am Sonntagnachmittag im Wiener Hauptpostamt berichtete Kabarettist und Schauspieler Ottfried Fischer vielmehr von seiner Überraschung darüber, dass die österreichische Post ausgerechnet ihn auf diese Weise zu Ehren kommen ließ: "Ich hab mir gedacht, wenn schon ein lebendiger Deutscher eine Briefmarke bekommt, dann wohl Verona Feldbusch. Oder aus Österreich die Mausi Lugner."
Die in einer Auflage von 600.000 Stück gedruckte Marke mit dem Konterei des "Bullen von Tölz" ist seit 1. Juli auf dem Markt und hätte von Fischer damals in Salzburg präsentiert werden sollen. Dass aus dem Plan nichts wurde, hatte seinen Grund in der bösen Schulterverletzung, die den Schauspieler außer Gefecht gesetzt hatte und unter der er immer noch leidet. Er kann den linken Arm nur ein paar Zentimeter heben und spürt die Schrauben, mit der eine Titanplatte in der Schulter fixiert wurde, bei jedem Wetterwechsel.
"Besser wird es hoffentlich, wenn die Nägel draußen sind, das wird wahrscheinlich im Jänner sein", sagte Fischer im Gespräch mit der APA. Bei Dreharbeiten - er stand im Herbst als "Bulle von Tölz" in Wien vor der Kamera - habe ihn das wenig behindert. "Beim Filmen kümmern sie sich da noch mehr um einen", meinte der Schauspieler. Die neue Folge, die gerade geschnitten wird, trägt den Titel "Wiener Brut" und handelt von "einer Familie, in der es mörderisch zugeht. Das sind Verwandte von der Resi Berghammer."
Bulle mag österreichische Schauspieler
Er habe es als "tolle Abwechslung empfunden, aus dem Haus rauszukommen", meinte der Darsteller, zumal es in Österreich "tolle Schauspieler gibt, zum Beispiel den Robert Meyer, aber auch viele andere, die ich vorher gar nicht kannte, und zum Beispiel auch den Karl Fischer, der bei den Donna Leon-Verfilmungen mitspielt".
Ihn selbst beschäftigt derzeit ein Vortrag, den er "vor illustrem Publikum in Norddeutschland" halten wird und aus dem dann ein Kabarett-Programm werden soll. "Den Vortrag halte ich vor hochrangigen Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik. Meines Wissens bin ich der erste Kabarettist, der dort reden wird." Thema: Der Heimatbegriff im Zeitalter der Globalisierung. "Ich bin der Ansicht, Menschen brauchen Wurzeln. Da gibt es halt Menschen in reichen Ländern, die sich mehr Heimat leisten können als solche in armen Ländern, ich denke da zum Beispiel an die Boat People aus Vietnam."
"Der Begriff 'Heimat' kann auch sehr gefährlich sein, ich denk' da an die ganze Rechtswählerei in Deutschland", erklärte Fischer, "Unterstützer der Grünen, eigentlich der Grün-Roten im Wahlkampf". Er plädiert für Wertkonservativismus und hält fest: "Das Gegenteil von wert-konservativ ist blöd-konservativ."
Kabarettistische Anfänge in Österreich
Der zur Marken-Präsentation extra nach Wien zurückgekehrte Fischer ließ bei dieser Gelegenheit auch seine kabarettistischen Anfänge in Österreich Revue passieren: 1981 im Wiener "Spektakel" zu Beginn vor "durchschnittlich sieben Zuschauern". Dann kamen schon zwölf, "davon waren fünf Steirer. Seither mag ich die Steirer." Mittlerweile ist er so populär, dass in Österreich selbst bei der fünften oder sechsten Ausstrahlung einer Folge des "Bullen" noch fast eine Million "Taurophile" vor den Fernsehern sitzen.
Ottfried Fischer - "ich gehör' zwar zur Risikogruppe, aber ich leb' noch" - wird nicht der letzte lebende Künstler bleiben, der auf einer österreichische Briefmarke verewigt wird: Im Oktober kommenden Jahres wird Christiane Hörbiger die Ehre zuteil, die Serie "Berühmte Schauspieler" fortzusetzen.
ZitatQuelle / Artikel: