Stuttgart/Karlsruhe (epd). Im Dienst von Weihnachtsmann und Christkind wird derzeit gewerkelt, gebacken, geschmückt. Auch in zahlreichen Werkstätten, die Menschen mit Behinderungen beschäftigen, ist die Vorweihnachtszeit besonders spannend: werden die handgefertigten Produkte ankommen? Selbst mit schlichten Briefmarken kann man helfen.
Weihnachtsszenen des Dominikanermönchs Meister Francke schmücken dieses Jahr die "Weihnachtsmarken". Es gibt sie für Postkarten zu 65 Cent (45 Cent Grundporto und 20 Cent Aufschlag) und 80 Cent (55 plus 25) für einfache Briefe. Der Aufschlag wird für soziale Zwecke verwendet. Wer genau wissen will, wofür sein Obolus verwendet wird, der kauft diese Marken nicht am Postschalter, sondern direkt bei Diakonischen Bezirksstellen oder sozialen Einrichtungen. Diese dürfen den Aufschlag der bei ihnen verkauften Marken behalten.
In der Briefmarkenstelle der Diakonie Stetten (Rems-Murr-Kreis), wo es unterschiedlichste Sortimente für Sammler gibt, decken sich viele ein, die für liebe Briefgrüße eine schöne Marke suchen. "In Zeiten der e-Mail wird der schöne Brief ganz neu entdeckt", berichtet Eberhard O. Brachhold von der Diakonie Stetten. Die Wohlfahrtsmarke auf dem Brief signalisiere zusätzlich: "Ich hab' was für andere Menschen übrig".
Der Kauf einer Weihnachts- oder Wohlfahrtsbriefmarke direkt bei einer diakonischen Einrichtung habe doppelten Nutzen, weiß Brachhold. Je mehr im Bereich der Diakonie verkauft wird, desto höher wird deren Anteil an dem neutralen Zuschlagtopf, der sich in den Postämtern überall in Deutschland ansammelt.
Gabriele Baumgart ist beim Diakonischen Werk Heilbronn für den Briefmarkenverkauf zuständig. Wie Petra Rösiger beim Diakonischen Werk Deutschland in Stuttgart stellt sie fest, dass die Marken mit Zuschlag weniger verkauft werden, besonders an Firmen. "Es gibt aber noch die 'Überzeugungstäter', die ihre gesamte Weihnachtspost mit den teureren Sondermarken bestücken", freut sie sich.
Zu Baumgart kommen vor allem Sammler und ältere Mitbürger, die oft speziell Ersttagsbriefe und Schmuckumschläge mit den Marken auswählen. Sind die Jahresmotive eher abstrakt, dann laufen sie nicht so gut wie Motive, die Auge und Herz ansprechen, etwa Schmetterlinge, beobachtet die Heilbronner Diakonie-Mitarbeiterin.
Wer statt Weihnachtsszenen lieber Eisenbahnen mag, kommt auch auf seine Kosten. Als Wohlfahrtsmarken, die das gesamte Jahr über erhältlich sind, steht die aktuelle Reihe "Deutsche Eisenbahnen" zur Verfügung.
Die Motive Fliegender Hamburger, ICE, TEE und Henschel-Wegmann-Zug gibt es für Postkarten, einfache Briefe und Großbriefe. Am beliebtesten sei das ICE-Motiv, berichtet Baumgart. Noch lieber hätten die Kunden aber historische Eisenbahnen gesehen.
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