1. Dashboard
  2. zum Forum
    1. Unerledigte Themen
  3. Mitglieder
    1. Letzte Aktivitäten
    2. Benutzer online
    3. Team
    4. Mitgliedersuche
  4. Ratgeber
  5. Hilfe
  • Anmelden oder registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Artikel
  • Forum
  • Seiten
  • Erweiterte Suche
  1. PHILAFORUM.COM Briefmarkenforum
  2. Forum
  3. Weitere Sammelobjekte
  4. Ansichtskarten

Landkreis Görlitz/Schlesien

  • DKKW
  • 12. März 2014 um 20:16
  • DKKW
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    9.916
    • 23. August 2014 um 14:28
    • #41

    Hallo zusammen,

    in meinem heutigen Beitrag geht es um das Dorf Nikrisch, dass heute als Ortsteil Hagenwerder zur Stadt Görlitz gehört.

    Nikrisch, erstmals 1335 als Nickers erwähnt, lässt sich auf das slawische Wort Kreuzung zurückführen. Nicht nur der Ortsname sondern auch die Ortsanlage als Rundweiler bzw. Rundling weisen Nikrisch als alte slawische Siedlung aus. Im 15. Jahrhundert kaufte der reiche Görlitzer Kaufmann Georg Emmerich das Dorf, ab 1560 ist Nikrisch ein Rittergut. Seit 1777 gehört der Ort zum Görlitzer Kreis, 1815 fiel Nikrisch zusammen mit großen Teilen der Lausitz an Preussen. Seit 1875 besteht in Nikrisch ein Bahnhof, zu diesem Zeitpunkt wurde die Bahnlinie Görlitz-Seidenberg eröffnet. Im gleichen Jahr wurde die Bahnlinie nach Zittau eröffnet, die in Nikrisch abzweigte. Im Zuge der Germanisierung slawisch klingender Ortsnamen wurde Nikrisch 1937 in Hagenwerder umbenannt. Im Jahr 1994 wurde Hagenwerder nach Görlitz eingemeindet.
    Im Jahr 1825 hatte Nikrisch 178 Einwohner. Die Einwohnerzahl stieg bis 1885 auf 240 Bewohner an, bis etwa 1925 blieb die Einwohnerzahl relativ konstant, sank dann aber bis 1939 auf 200 Bewohner ab. Durch Flüchtlinge und Vertriebene stieg die Einwohnerzahl nach dem 2. Weltkrieg auf 344 (1950) an. Dann führte der Ausbau des Braunkohleabbaus und der Bau eines Großkraftwerks zum Anstieg der Bevölkerung auf bis zu 2.214 Bewohner. Heute, als Stadtteil von Görlitz, leben noch 842 Einwohner in Hagenwerder (2009).

    Ich zeige zwei Karten aus der Zeit kurz nach der Jahrhundertwende, nämlich zum einen eine Ansicht der Zollschänke aus dem Jahr 1903 und eine Mehrbildkarte aus dem Jahr 1905. Von dieser habe ich auch die Rückseite eingescannt, da der KGS Nikrisch vom 10.10.05 deutlich abgeschlagen ist.
    Schlußendlich noch eine Karte vom Bahnhof Hagenwerder. Wenn man genau hinsieht, unter dem gemalten "Hagenwerder" schimmert noch der alte Name Nikrisch durch.

    Viele Grüße
    DKKW

    Bilder

    • AK LKr. Görlitz, Nikrisch, 1903.jpg
      • 473,48 kB
      • 1.022 × 684
      • 504
    • AK LKr. Görlitz, Nikrisch, 1905.jpg
      • 483,16 kB
      • 1.102 × 722
      • 563
    • AK LKr. Görlitz, Nikrisch, 1905, Adressseite.jpg
      • 395,4 kB
      • 1.107 × 722
      • 495
    • AK LKr. Görlitz, Nikrisch - Hagenwerder.jpg
      • 490,67 kB
      • 1.070 × 690
      • 543
  • DKKW
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    9.916
    • 23. August 2014 um 15:13
    • #42

    Hallo zusammen,

    vielleicht ist nach meinem Beitrag zum Dorf Nikrisch eine gute Gelegenheit, ein wenig über die Wenden bzw. Sorben zu schreiben.

    Im Zuge der Völkerwanderung siedelten sich ab dem 6. Jahrhundert westslawische Stämme im Gebiet östlich der Saale und der Elbe an. Auch im heute zu Niedersachsen gehörenden, westlich der Elbe gelegenen Wendland siedelten Slawen. In Holstein verlief die Grenze zwischen slawischem und germanischem Siedlungsgebiet in etwa von Lauenburg in recht gerader Linie bis nach Kiel.
    Ab dem 11. Jahrhundert führte das Deutsche Reich Eroberungszüge nach Osten, den Heerscharen folgten deutsche Siedler im Zuge der Ostkolonisation. Die siegreichen Ritter wurden mit Gütern belohnt, aus der slawischen Bewohnern wurden in der Regel Leibeigene. Schon frühzeitig wurde der Gebrauch der wendischen Sprache(n) verboten und unter Strafe gestellt, so zum Beispiel 1293/1327 in Bernburg, Altenburg, Zwickau und Leipzig.
    Das heisst natürlich nicht, dass die Wenden sich in Luft auflösten. Sie wurden kulturell unter Zwang angepasst. In der Lausitz konnte sich bis heute die sorbische Kultur und Sprache halten obwohl Preussen nach 1818 Verordnungen zur Unterdrückung der sorbischen Sprache erliess. Im Dritten Reich wurde nach 1937 der Gebrauch der sorbischen Sprache verboten, sorbische Lehrer und Geistliche wurden in entfernte Landesteile versetzt. Die aktivsten Vertreter der Sorben wurden verhaftet. Etliche kamen in KZs um.

    Im Kreis Görlitz in der Ausdehnung von 1938 der von meiner Heimatsammlung behandelt wird, war die obersorbische Sprache bereits vor 1850 verschwunden.

    In diesem thread findet Ihr viele Beiträge zu sorbischen Stempeln:

    Viele Grüße
    DKKW

  • DKKW
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    9.916
    • 26. August 2014 um 21:13
    • #43

    Hallo zusammen,

    zum Postamt Nikrisch gehören einige weitere Orte, die ich in weiteren Beiträgen vorstellen möchte.

    Ich beginne mit dem Ort Radmeritz und dem nahe gelegenen Sift Joachimstein.

    Wie so häufig bei den östlich der Neisse gelegenen Orten ist die Internet-Recherche zum Thema Radmeritz wenig ergiebig. Zum offensichtlich slawischen Ursprung des Ortsnamens habe ich nichts herausfinden können.

    Nach der Grenzziehung aufgrund des Wiener Kongresses 1815 fiel Radmeritz an Preussen. Die Grenze zum Königreich Sachsen verlief unmittelbar südlich entlang des Flüsschens Wittig (heute poln. Witka).

    Nach Ritters Ortslexikon hatte Radmeritz 1874 etwa 600 Einwohner, heute bewohnen 316 Menschen (2009) den Ort, der seit 1945 Radomierzyce heisst und zur Gmina Zgorcelec gehört.

    Südlich von Radmeritz lag der Stift Joachimstein. Er lag eigentlich schon auf sächsischem Territorium, aufgrund seiner engen Verbundenheit mit dem Ort Radmeritz habe ich den Sift in meine Sammlung mit aufgenommen.

    Ursprünglich war Joachimstein ein Schloss des sächsischen Kammerherrn Joachim Siegismund von Ziegler und Klipphausen. Testamentarisch erichtete er auf seinem Besitz Joachimstein einen Stift für adelige evangelische ledige Fräulein. Dieser bestand bis 1945, dann wurden die Stiftsdamen von den Russen vertrieben.

    In dem Stift sollen gegen Ende des 2. Weltkrieges umfangreiche Archiv- und Museumsbestände ausgelagert worden sein. Ein Teil befindet sich heute in polnischen Archiven, um andere Bestände (evtl SS-Archive) ranken sich viele Gerüchte und Geschichten.

    Erneut der Verweis auf die polnische homepage chwila.com:

    Viele Grüße
    DKKW

    Bilder

    • AK LKr. Görlitz, Radmeritz.jpg
      • 485,39 kB
      • 1.066 × 692
      • 537
    • AK LKr. Görlitz, Radmeritz, 1906.jpg
      • 489,52 kB
      • 1.042 × 683
      • 512
    • AK LKr. Görlitz, Radmeritz - Joachimstein 1898.jpg
      • 499,65 kB
      • 1.065 × 697
      • 505
    • AK LKr. Görlitz, Radmeritz - Joachimstein 1924.jpg
      • 483,51 kB
      • 1.079 × 699
      • 496

    Einmal editiert, zuletzt von DKKW (26. August 2014 um 21:15)

  • DKKW
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    9.916
    • 2. September 2014 um 22:49
    • #44

    Hallo zusammen,

    heute zeige ich zwei Ansichtskarten von kleinen Orten, die ebenfalls zum Einzugsgebiet des Postamts Nikrisch zählten.

    Lomnitz
    Zum südlich von Görlitz gelegenen Ortschaft Lomnitz kann ich nicht viel berichten. Laut Ritters Ortslexikon hatte Lomnitz 1874 133 Einwohner, 1939 waren es 150 Bewohner. Östlich der Neisse gelegen fiel Lomnitz 1945 an Polen. Heute heisst der Ort Lomnica und gehört zur Gmina Zgorcelec.

    Nieda
    Der Ort wurde 1346 erstmals urkundlich erwähnt, allerdings gibt es Spuren einer slawischen Burganlage die wohl bis ins 9. Jahrhundert zurückreichen. Im Jahr 1815 fielen große Teile der Lausitz an Preussen. Das Flüsschen Witttig stellte die neue Grenze zwischen Preussen und Sachsen dar. Damit wurde das Dorf geteilt. Künftig gab es ein Preussisch-Nieda und ein kleiners Sächsisch-Nieda.
    1937 wurde Nieda "germanisiert" und hiess Wolfsberg. Im Jahr 1939 hatte Nieda/Wolfsberg 84 Einwohner. Auch Nieda fiel 1945 an Polen und heisst seitdem Niedów, der Ort gehört heute ebenfalls zur Gmina Zgorcelec. Nach dem Krieg wurde bei Niedów eine Talsperre errichtet in der der größte Teil des Ortes versank. Niedow hatte im Jahr 2009 noch 16 Einwohner. Beim katastrophalen August-Hochwasser 2010 rissen die Fluten den Damm der Talsperre weg. Inzwischen ist die Staumauer neu errichtet.

    Bei beiden Karten wurden leider die Marken abgelöst, trotzdem, es ist wahnsinnig schwer von so kleinen Orten Karten zu finden, da nimmt man was man kriegen kann.

    Viele Grüße
    DKKW

    Bilder

    • AK LKr. Görlitz, Lomnitz, 1900.jpg
      • 488,34 kB
      • 1.037 × 671
      • 537
    • AK LKr. Görlitz, Nieda, 1900.jpg
      • 499,82 kB
      • 1.122 × 717
      • 487
  • DKKW
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    9.916
    • 6. September 2014 um 12:09
    • #45

    Hallo zusammen,

    wir bleiben mit meinem heutigen Beitrag auf dem Ostufer der Neisse. Ich möchte heute über das Dorf Nieder-Langenau berichten und einige Karten zeigen.

    Nieder-Langenau wurde (wie auch Ober-Langenau) vermutlich anfang des 13. Jahrhunderts gegründet. Beide Dörfer gehörten zunächst der Adelsfamilie Penzigów aus Penzig, später folgte eine Vielzahl an Besitzwechseln. Der Ort hatte immer wieder unter kriegerischen Ereignissen zu leiden, sowohl im Dreissigjährigen als auch im Siebenjährigen Krieg wurde Nieder-Langenau geplündert. Auch während der napoleonischen Kriege hatte die Bevölkerung schwer zu leiden, 1813 wurde der Ort von Kosacken geplündert.
    Im Februar und März 1945 fanden in dem Bereich um Penzig schwere Kämpfe statt, erneut wurde das Dorf teilweise zerstört. Nieder-Langenau fiel nach 1945 an Polen und heisst seitdem Dluzyna Dolna. Es gehört heute zur Gmina Piensk.

    Im Jahr 1874 hatte Nieder-Langenau 1202 Bewohner. Die Einwohnerzahl stieg bis 1939 auf 1351 Bewohner an. Im Jahr 2006 lebten in Dluzyna Dolna noch 900 Einwohner.

    Ich zeige insgesamt vier Ansichtskarten von Nieder-Langenau bzw. Langenau. Leider sind bei den beiden Karten, die eine Poststempel von Langenau (KGS) bzw. Nieder-Langenau (KOS) tragen, die Marken abgelöst worden, so dass nur Stempelfragmente erhalten blieben. Die beiden anderen Karten tragen Stempel von Penzig. Ich zeige aus deisem Grund nur die Bildseiten der Karten.

    1. Karte von Niederlangenau, ca. 1900
    2. Karte aus Langenau, 1915, u.a. mit den Greichtskretschamen von Nieder- und Ober-Langenau
    3. Karte mit der Kirche von (Nieder-) Langenau, 1925
    4. Karte aus Nieder-Langenau, 1931

    Viele Grüße
    DKKW

    Bilder

    • AK LKr. Görlitz, Niederlangenau, 1900.jpg
      • 490,05 kB
      • 1.033 × 672
      • 490
    • AK LKr. Görlitz, Langenau, 1915.jpg
      • 477,79 kB
      • 1.068 × 701
      • 546
    • AK LKr. Görlitz, Niederlangenau, 1925.jpg
      • 461,18 kB
      • 1.016 × 656
      • 512
    • AK LKr. Görlitz, Niederlangenau, 1931.jpg
      • 484,44 kB
      • 1.111 × 728
      • 556
  • DKKW
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    9.916
    • 14. September 2014 um 14:25
    • #46

    Hallo zusammen,

    auch in meinem heutigen Beitrag geht es mit Ober-Bielau um einen Ort, der östlich der Neisse gelegen, heute unter dem Namen Bielawa Górna zu Polen gehört.

    Ober-Bielau liegt an der östlichen Grenze des Landkreises (Stand 1938) südlich von Rothwasser. Rothwasser war auch das zuständige Postamt.

    Über den Ort habe ich praktisch nichts im Netz gefunden, einige Ansichten findet man auf der polnisch/deutschen Seite

    Nach Ritters Ortslexikon hatte der Ort 1874 438 Einwohner, 1933 dann 325 Einwohner und 1939 noch 286 Bewohner (verwaltungsgeschichte.de). Bielawa Górna hatte 1997 noch 191 Bewohner. Der Ort gehört heute zur Gmina Piensk.

    Ich zeige eine Mehrbildpostkarte aus dem Jahr 1900. Die Bilder zeigen die Kirche, die Scholtisei und den Gerichtskretscham, die Schule sowie eine Totalansicht.

    Leider ist die Marke abgerissen, das Stempelfragment gehört zum Stempel Rothwasser.

    Viele Grüße
    DKKW

    Bilder

    • AK LKr. Görlitz, Ober-Bielau, 1900.jpg
      • 504,47 kB
      • 1.126 × 707
      • 517
  • DKKW
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    9.916
    • 16. September 2014 um 20:09
    • #47

    Hallo zusammen,

    am 2.9.14 (drei Beiträge zurück) habe ich zwei Karte aus Lomnitz bzw. Nieda zeigen können. Heute flatterte mir eine weitere Karte aus Nieda ins Haus.

    Sie zeigt die Nietzschemühle in Nieda. Wenn ich die Abbildung richtig interpretiere (Aufnahme flussaufwärts mit dem Wehr im Hintergrund), dann lag die Nietzschemühle in Sächsisch-Nieda auf dem Südufer der Wittig.

    Sächsisch-Nieda gehörte verwaltungsmässig zu Reutnitz. Im dortigen Postamt wurde die Karte auch am 5.9.11. abgestempelt.

    Hier noch ein interessanter link zu Nieda/Niedów, die Seite chwila.com hatte ich ja schon des öfteren empfohlen:

    Viele Grüße
    DKKW

    Bilder

    • AK LKr. Görlitz, Nieda, 1911.jpg
      • 470,7 kB
      • 1.091 × 731
      • 478
    • AK LKr. Görlitz, Nieda, 1911, Adressseite.jpg
      • 441,93 kB
      • 1.121 × 738
      • 466
  • DKKW
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    9.916
    • 22. September 2014 um 13:50
    • #48

    Hallo zusammen,

    heute zeige ich eine Karte aus Oberlangenau. Der Ort liegt zwischen Niederlangenau und Schützenhain an beiden Ufern des Flüsschens Biel.

    Die Geschichte deckt sich mit dem Nachbarort Niederlangenau. Die Gründung erfolgte im Zuge der Deutschen Ostkolonisation wohl im frühen 13. Jahrhundert. Den Lokatoren aus der Familie Penzigow folgten im Verlauf der folgenden Jahrhunderte viele Besitzer. In Oberlangenau gab es entlang des Flüsschens Biel Hammerwerke und Mühlen.
    Wie Niederlangenau kam es immer wieder zu Verwüstungen und Plünderungen im Zuge kriegerischer Ereignisse. Auch Oberlangenau wurde durch die Kämpfe Anfang 1945 nochmals schwer in Mitleidenschaft gezogen. Östlich der Neisse gelegen fiel Oberlangenau nach dem 2. Weltkrieg an Polen.
    Heute gehört der Ort als Dluzyna Gorna zur Gmina Piensk.

    Laut Ritters Ortslexikon hatte Oberlangenau im Jahr 1874 708 Einwohner, die Zahl der Bewohner ging bis 1939 auf 669 zurück. Heute leben in Dluzyna Gorna noch 424 Einwohner (2010).

    Oberlangenau war zunächst dem Postamt Niederlangeau zugeordnet. Im Zuge der Landpostverkraftung erhielt Oberlangenau eine Poststelle II samt entsprechendem Stempel Siehe Beitrag vom 31.7.2014:

    Ich zeige eine Mehrbildkarte aus dem Jahr 1942. Auch ist, recht schwach, der Poststelle II-Stempel abgeschlagen. Die Marke ist mit einem TMS vom Postamt Görlitz 1a entwertet. der Werbetext lautet: Postgut / Ermässigte Gebühr / Zustellung frei

    Viele Grüße
    DKKW

    Bilder

    • AK LKr. Görlitz, Oberlangenau, 1942.jpg
      • 497,06 kB
      • 1.049 × 692
      • 486
    • AK LKr. Görlitz, Oberlangenau, 1942, Adressseite.jpg
      • 485,13 kB
      • 1.096 × 720
      • 445
  • DKKW
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    9.916
    • 14. Oktober 2014 um 20:27
    • #49

    Hallo zusammen,

    es ist an der Zeit mit meinem thread zum Landkreis Görlitz/Schlesien fortzufahren. Heute kommen wir zu der ebenfalls östlich der Neisse gelegenen Ortschaft Penzig.

    Penzig war im Mittelalter Sitz der oberlausitzer Grafen von Penzig (poln. Penzigow). Die Familie lässt sich bis ins Jahr 1241 nachweisen.
    Aufgrund reicher Raseneisenerzvorkommen entstanden rund um Penzig zahlreiche Hammerwerke. Im 15. Jahrhundert fiel Penzig an die Stadt Görlitz. Mitte des 16. Jahrhunderts verlor Penzig zunehmend an Bedeutung, viele Hammerwerke mussten schließen.
    Im Dreissigjährigen Krieg ging die Lausitz von Böhmen an Sachsen über, also auch Penzig.
    Im Zuge des Wiener Kongresses 1815 wurde die Oberlausitz zwischen Preussen und Sachsen aufgeteilt. Penzig kam zu Preussen und wurde Teil des Landkreises Görlitz. Nach 1850 führte die Entdeckung und Ausbeutung größerer Braunkohlevorkommen in der Görlitzer Heide zur Entwicklung als Industrieort. Neben den Kohlebergwerken entanden Elektrizitätswerke und auch eine Glasindustrie.
    In den letzen Kriegsmonaten kam es zu schweren Kämpfen um Penzig, die Stadt wurde dabei schwer in Mitleidenschaft gezogen. Nach 1945 fiel Penzig an Polenund heisst seitdem Piensk. Die deutsche Bevölkerung, soweit nicht schon geflohen, wurde vertrieben. An ihrer Stelle wurden vorwiegend Polen angesiedelt, die ihrerseits aus ihrer ostpolnischen Heimat vertrieben worden waren.

    Bevölkerungsentwicklung:
    1874: 750 Einwohner
    1939: 7.305 Einwohner
    2013: 5.937 Einwohner

    Piensk ist auch heute noch ein Zentrum der polnischen Glasindustrie. Seit 1962 hat Piensk Stadtrecht.

    Viele Grüße
    DKKW

    Bilder

    • AK, LKr. Görlitz, Penzig, 31.12.1897.jpg
      • 480,49 kB
      • 1.089 × 715
      • 482
    • AK, LKr. Görlitz, Penzig, 31.12.1897, Adressseite.jpg
      • 471,95 kB
      • 1.123 × 754
      • 491
    • AK, LKr. Görlitz, Penzig, 22.7.1899.jpg
      • 477,49 kB
      • 1.136 × 733
      • 508
    • AK, LKr. Görlitz, Penzig, 11.2.1913.jpg
      • 477,41 kB
      • 1.093 × 698
      • 513
    • AK, LKr. Görlitz, Penzig, 11.2.1913, Adressseite.jpg
      • 467,75 kB
      • 1.086 × 692
      • 428

    Einmal editiert, zuletzt von DKKW (14. Oktober 2014 um 20:29)

  • DKKW
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    9.916
    • 26. Oktober 2014 um 11:52
    • #50

    Hallo zusammen,

    nachdem ich, dem Alphabet folgend, in meinen letzten Beiträgen ausschließlich Orte östlich der Neisse abgehandelt habe, wechsel ich für meinen heutigen Beitrag mal wieder auf das westliche Neisseufer.

    Ich berichte über Pfaffendorf, der Ort gehört heute zur Gemeinde Markersdorf über die ich ja bereits geschrieben habe.

    Pfaffendorf wurde um das Jahr 1310 als Phaffindorf erstmals erwähnt, das Dorf entstand wohl Ende des 12. Jahrhundert im Zuge der Deutschen Ostkolonisation mit Zuwanderern aus dem thüringisch-fränkischen Raum. Es gibt Spuren einer älteren slawischen Siedlung die offenbar durch die Neuankömmlinge verdrängt wurde.
    Aus der Aufteilung der Grundherrschaft entstanden die Dörfer Oberpfaffendorf (Stadt Görlitz) und Niederpfaffendorf (Peterskirche zu Görlitz). Auf dem südlich des Dorfes gelegenen Vorwerk Feldhäuser wurden um 1610 protestantische Glaubensflüchtlinge aus Böhmen angesiedelt.
    Unter den Kriegen der folgenden Jahrhunderte hatte Pfaffendorf wie die Nachbarorte schwer zu leiden.

    Bevölkerungsentwicklung:
    1825: 154 (N.P.) + 390 (O.P.) Einwohner
    1905: 150 (N.P.) + 365 (O.P.) Einwohner
    1925: 578 Einwohner
    1939: 547 Einwohner
    1964: 570 Einwohner
    2009: 574 Einwohner

    Ich zeige zwei Mehrbildkarten mit verschiedenen Ansichten des Ortes. Die erste mit drei Bildern (u.a. Gasthof zum weissen Rössel) wurde 1907 in Görlitz abgestempelt. Die zweite Karte mit insgesamt neun verschiedenen Ansichten (u.a. der gleiche Gasthof, der vermutlich diese Karten verkaufte) ist nicht datiert. Die Marken wurden abgelöst und das Stempelfragment ohne jede Aussagekraft.

    Viele Grüße
    DKKW

    Bilder

    • AK, LKr. Görlitz, Pfaffendorf, 20.8.07.jpg
      • 491,4 kB
      • 1.099 × 732
      • 469
    • AK, LKr. Görlitz, Pfaffendorf, 20.8.07, Adressseite.jpg
      • 446,63 kB
      • 1.126 × 741
      • 422
    • AK, LKr. Görlitz, Pfaffendorf, ohne Marke.jpg
      • 487,75 kB
      • 1.034 × 671
      • 458
  • DKKW
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    9.916
    • 8. November 2014 um 14:26
    • #51

    Hallo zusammen,

    wir wechseln wieder auf das östliche Neisseufer. In meinem heutigen Beitrag geht es um Rauscha. Die meisten Informationen über diesen Ort habe ich auf der homepage wegliniec24.pl gefunden. Zur Gmina Wegliniec (dt. Kohlfurt) gehört Ruszów (dt. Rauscha) heute. Mit Hilfe des Google-Translator habe ich den polnischen Text deuten können.

    Rauscha wurde erstmals 1438 urkundlich erwähnt und gehört damals der Familie von Penzig. Später (1492) kam das Dorf in den Besitz der Stadt Görlitz. Im Dreissigjährigen Krieg wurde Rauscha von den Schweden geplündert und niedergebrannt. In den Kämpfen im Frühjahr 1945 kam es auch in Rauscha zu schweren Zerstörungen. Nach dem 2. Weltkrieg fiel Rauscha an Polen und heisst seitdem Ruszów.

    Der Eisenbahnbau brachte auch für Rauscha einen wirtschaftlichen Aufschwung. Hier befand sich der Knotenpunkt der Linien Sorau-Kohlfurt und Rauscha-Freiwaldau. Es entstanden Glashütten und holzverarbeitende Industrie (Sperrholz- und Möbelfabriken).

    1874: 1.080 Einwohner
    1905: 2.799 Einwohner
    1939: 3.451 Einwohner

    Zur heutigen Einwohnerzahl habe ich leider nichts gefunden.

    Wie so häufig verweise ich auf zwei interessante polnische homepages:


    Besonders die zweite Seite zeigt eine Vielzahl an alten Ansichten. Allerdings fehlt die Karte mit der Oberförsterei.

    Ich zeige zwei alte Karten aus den Jahren 1904 und 1906 sowie zwei Vignetten zur Landwirtschaftlichen Ausstellung 1912.

    Viele Grüße
    DKKW

    Bilder

    • LKr. Görlitz, Rauscha, 1904.jpg
      • 486,78 kB
      • 1.061 × 685
      • 471
    • LKr. Görlitz, Rauscha, 1906.jpg
      • 470,24 kB
      • 1.101 × 702
      • 428
    • LKr. Görlitz, Rauscha, 1906, Adressseite.jpg
      • 394,88 kB
      • 1.092 × 702
      • 393
    • LKr. Görlitz, Rauscha, 1912, Vignetten Landw. Ausstellung.jpg
      • 164,48 kB
      • 842 × 303
      • 389
  • DKKW
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    9.916
    • 16. November 2014 um 14:58
    • #52

    Hallo zusammen,

    zur Zeit springe ich immer wieder von einem Neisseufer zum anderen. Im heutigen Beitrag geht es um das Dorf Rauschwalde, heute ein Stadtteil von Görlitz auf dem westlichen Neisseufer.

    Rauschwalde wurde als Rushenwalde erstmals um 1310 urkundlich erwähnt. 1514 wurde Rauschwalde Rittergut. 1780 wurde eine Bockwindmühle errichtet, diese wurde bereits 1907 abgerissen. In Folge des 1909 in Betrieb genommenen Güterbahnhofs im Nachbarort Schlauroth stieg die Einwohnerzahl Rauschwaldes bis 1914 stark an. 1925 wurde Rauschwalde nach Görlitz eingemeindet. 1927 wurde das St. Carolus-Krankenhaus eröffnet und 1938 die evangelische Christus-Kirche eröffnet.

    Einwohnerentwicklung:
    1825: 151 Einwohner
    1885: 312 Einwohner
    1905: 652 Einwohner
    1914: ca. 1.400 Einwohner
    2011: 6.061 Einwohner

    Ich zeige eine 1916 gelaufene Feldpostkarte mit undeutlichem Bahnpoststempel "Dresden-Kohlfurt-Breslau" sowie eine ungelaufene Mehrbild-Karte von Görlitz-Rauschwalde. Auf dieser sind sowohl das St. Carolus Krankenhaus als auch die Christuskirche abgebildet, also frühestens Ende der dreissiger Jahre produziert.

    Viele Grüße
    DKKW

    Bilder

    • LKr. Görlitz, Rauschwalde, 1916.jpg
      • 478,52 kB
      • 709 × 1.087
      • 399
    • LKr. Görlitz, Rauschwalde, Görlitz-Rauschwalde.jpg
      • 476,28 kB
      • 1.007 × 661
      • 398
  • DKKW
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    9.916
    • 30. November 2014 um 16:07
    • #53

    Hallo zusammen,

    heute bleiben wir am westlichen Neisseufer. Ich berichte über das Städtchen Reichenbach (Oberlausitz). Laut meinem Ortslexikon aus dem Jahre 1874 gab es 53 Ortschaften, die auf den Namen Reichenbach hören bzw. hörten.

    Das wäre doch auch mal ein ganz reizvolles und unorthodoxes Sammelthema ;)

    Nun Reichenbach in der Oberlausitz wurde wohl um 1230 als Waldhufendorf im Rahmen der Deutschen Ostkolonisation gegründet. Es wird angenommen, dass die böhmischen Könige für die Ortsgründung verantwortlich waren. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort als Verwaltungssitz im Jahr 1238. Bereits 1306 wird Reichenbach ausdrücklich als Stadt bezeichnet. Seit Anfang des 14. Jahrhunderts gehörte Reichenbach der Familie von Gersdorff, in späterer Zeit kam es häufigen Besitzwechseln.
    Das Städtchen wurde, verkehrsgünstig an der Via Regia gelegen, immer wieder von kriegerischen Ereignissen und Epedemien heimgesucht. Die Hussitten belagerten 1430 die Stadt, die Pest entvölkerte den Ort fast völlig, im Dreissigjährigen Krieg kam das städtische Leben fast völlig zum Erliegen. Was dem Ort aber endgültig das Genick brach waren wiederholte Großbrände in den Jahren 1670, 1734 und 1799. Auch die napoleonischen Kriege gingen an Reichenbach nicht spurlos vorüber.
    Im Jahr 1815 kam Reichenbach mit grossen Teilen der Oberlausitz zu Preussen. Eisenbahnanschluss erhielt der Ort im Jahr 1847, dies führte zu einem starken wirtschaftlichen Aufschwung. Den 2. Weltkrieg überstand die Stadt weitgehend unbeschadet.

    Einwohnerentwicklung:
    1874: 1.582 Einwohner
    1939: 2.826 Einwohner
    1948: 3.376 Einwohner
    1986: 3.464 Einwohner
    2013: 5.063 Einwohner

    Ich zeige drei Ansichtskarten: Eine Farblithographie aus dem Jahr 1898 und zwei Ortsansichten aus den Jahren 1899 und 1915. Bei den beiden letzten habe ich auch die Rückseiten eingescannt, da man hier sehr schön die verwendeten KGS-Stempel erkennen kann. Im Jahr 1899 "Reichenbach (Oberlausitz)" und im Jahr 1915 "Reichenbach (O.Lausitz).

    Viele Grüße
    DKKW

    Bilder

    • LKr. Görlitz, Reichenbach OL, 1898.jpg
      • 490,39 kB
      • 1.028 × 670
      • 399
    • LKr. Görlitz, Reichenbach OL, 1899.jpg
      • 476,9 kB
      • 1.109 × 718
      • 369
    • LKr. Görlitz, Reichenbach OL, 1899, Adressseite.jpg
      • 451,41 kB
      • 1.115 × 733
      • 371
    • LKr. Görlitz, Reichenbach OL, 1915.jpg
      • 460,66 kB
      • 1.097 × 712
      • 390
    • LKr. Görlitz, Reichenbach OL, 1915, Adressseite.jpg
      • 434,62 kB
      • 1.106 × 707
      • 372
  • DKKW
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    9.916
    • 3. Dezember 2014 um 20:43
    • #54

    Hallo zusammen,

    hier noch zwei weitere Karten aus Reichenbach sowie eine Karte aus Mengelsdorf bei Reichenbach.

    Viele Grüße
    DKKW

    Bilder

    • LKr. Görlitz, Reichenbach O.L., 1917.jpg
      • 428,42 kB
      • 1.074 × 698
      • 363
    • LKr. Görlitz, Reichenbach O.L., Seydewitzer Straße.jpg
      • 460,52 kB
      • 1.126 × 720
      • 350
    • LKr. Görlitz, Mengelsdorf bei Reichenbach O.L., 1927.jpg
      • 467,81 kB
      • 1.061 × 671
      • 402
  • DKKW
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    9.916
    • 28. Dezember 2014 um 14:11
    • #55

    Hallo zusammen,

    heute kommen wir wieder zu einem Ort, der östlich der Neisse gelegen ist, nämlich Rothwasser oder (poln.) Czerwona Woda.

    Rothwasser entstand wohl im Zuge der deutschen Ostkolonisation nach 1200. Urkundlich erwähnt wurde es erstmals 1348 als Rotinwazzir. Zur Geschichte habe ich wenig herausfinden können, sie wird sich aber kaum von der Geschichte der benachbarten Orte unterscheiden. Von 1913 bis 1974 war Rothwasser über ein normalspurige Nebenbahn mit dem 6 km entfernten Kohlfurt verbunden, die Bahn diente in erster Linie dem Güterverkehr.
    Rothwasser fiel nach 1945 an Polen und heisst seitdem Czerwona Woda und gehört heute zur Gmina Wegliniec (Dt.: Kohlfurt).

    Bevölkerungsentwicklung:
    1857: 1.350 Einwohner
    1874: 2.414 Einwohner
    1939: 2.984 Einwohner
    1996: 1.655 Einwohner

    Viele alte Ansichten findet man auf der homepage:

    Ich zeige zum einen das Gemeindewappen der Gemeinde Rothwasser (Sammelbild Kaffee Hag) sowie zwei Ansichtskarten aus den Jahren 1910 und 1926. Die Marken sind mit einem KGS "Rothwasser (Oberlausitz)" entwertet. Er könnte identisch sein, also eine Verwendungsdauer von mindestens 16 Jahren.

    Viele Grüße
    DKKW

    Bilder

    • LKr. Görlitz, Rothwasser, Gemeindewappen.jpg
      • 127,39 kB
      • 365 × 481
      • 336
    • LKr. Görlitz, Rothwasser, 1910.jpg
      • 477,83 kB
      • 1.079 × 688
      • 339
    • LKr. Görlitz, Rothwasser, 1910, Adressseite.jpg
      • 433,73 kB
      • 1.110 × 712
      • 325
    • LKr. Görlitz, Rothwasser, 1926.jpg
      • 491,13 kB
      • 1.069 × 688
      • 343
    • LKr. Görlitz, Rothwasser, 1926, Adressseite.jpg
      • 410,25 kB
      • 1.077 × 690
      • 334

    Einmal editiert, zuletzt von DKKW (28. Dezember 2014 um 14:14)

  • DKKW
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    9.916
    • 1. Januar 2015 um 11:09
    • #56

    Hallo zusammen,

    für meinen heutigen Beitrag über das Dorf Schlauroth, dass seit 1994 zur Stadt Görlitz eingemeindet wurde, springen wir wieder auf das westliche Neisseufer.

    Schlauroth wurde erstmals 1285 als Slurath urkundlich erwähnt. Die ursprüngliche Dorfanlage als Rundweiler spricht für einen slawischen Siedlungsursprung. Der Name machte im Lauf der Zeit viele Änderungen durch. U.a. Sluroth, Slawroth und Schlauret, bis sich 1791 die Bezeichnung Schlauroth einbürgerte.

    1533 wird Schlauroth als Rittergut geführt, 1905 erhält der Ort eine eigene Bahnstation und 1909 wird der Rangierbahnhof Schlauroth eingeweiht. Wie bereits anfangs erwähnt, wird Schlauroth 1994 nach Görlitz eingemeindet.

    Einwohnerentwicklung:
    1825 : 179
    1871 : 202
    1885 : 199
    1905 : 217
    1925 : 317
    1939 : 307
    1946 : 434
    1950 : 477
    1964 : 367
    1990 : 315
    2009 : 359

    Ich zeige zwei Ansichtskarten. Zum einen eine ungelaufene Mehrbildkarte mit u.a. einer Ansicht der kaiserlichen Postagentur und zum anderen eine Karte aus dem Jahr 1922 mit dem Gasthof zu Eisenbahn. Stilecht mit einem Bahnpoststempel entwertet. Leider ist dieser so unsauber abgeschlagen, dass ich mir und Euch eine Abbildung erspare.

    Viele Grüße
    DKKW

    Bilder

    • LKr. Görlitz, Schlauroth.jpg
      • 464,08 kB
      • 1.028 × 690
      • 328
    • LKr. Görlitz, Schlauroth, 1922.jpg
      • 504,32 kB
      • 1.082 × 680
      • 319
  • DKKW
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    9.916
    • 25. Januar 2015 um 17:06
    • #57

    Hallo zusammen,

    es wird Zeit diesen thread fortzusetzen, also fahre ich mit einem Beitrag über das Dorf Sercha fort. Damit springen wir gleichzeitig wieder auf das Ostufer der Neisse.

    Sercha wurde erstmals 1419 unter dem Namen Serchaw urkundlich erwähnt. Der Name ist slawischen Ursprungs und leitet sich wohl vom altsorbischen Wort zdar (= Brand) ab.

    Über Sercha ist sonst nicht viel aus dem Internet zu holen, auchdie sonst so empfehlenswerte deutsch/polnische Seite chwila.com gibt dieses Mal nicht viel her. Die andere deutsch/polnische Seite bietet einige Photos und eine alte Ansichtskarte.

    Sercha wurde im Zuge der Germanisierung aufgrund seines slawischen Ortsnamens im Jahr 1937 in Burgundenau umbenannt. Lange hielt dieser Name nicht, denn 1945 fiel Sercha an Polen und heisst seitdem Zarka nad Nysa. Es gehört heute zur Gmina Piensk (dt. Penzig)

    Einwohnerentwicklung:

    1874: 300 Einwohner
    1910: 273 Einwohner (inkl. Gutsbezirk)
    1939: 254 Einwohner (als Burgundenau)
    2010: 158 Einwohner (als Zarka nad Nysa)

    Ich zeige drei Karten. Die erste stammt wohl aus dem Jahr 1923 und zeigt das Rittergut Sercha. Leider hat irgendein Vollpfosten die Marken abgerissen, so dass das genaue Datum und das Absendepostamt nicht mehr erkennbar ist.
    Die zweite Karte stammt aus dem Jahr 1930 und zeigt verschiedene Ansichten, u.a. die Gastwirtschaft und Materialienhandlung Hirschfelder, die gleichzeitig als Poststelle fungierte. Auf der Adressseite ist neben der Marke der Poststelle II Stempel "Sercha / Görlitz-Land" abgeschlagen.
    Die dritte Karte, ebenfalls eine Mehrbildkarte, ist nach der Umbenennung in Burgundenau entstanden. Wie mir ein Görlitzer Heimatsammler mitgeteilt hat, sind solche Karten aus Orten mit germanisierten Ortsnamen aus der Zeit 1937 bis 1945 selten. Die Karte ist ungelaufen.

    Viele Grüße
    DKKW

    Bilder

    • LKr. Görlitz, Sercha, 1923.jpg
      • 485,25 kB
      • 1.088 × 710
      • 292
    • LKr. Görlitz, Sercha, 1930.jpg
      • 474,47 kB
      • 1.078 × 669
      • 326
    • LKr. Görlitz, Sercha, 1930, Landpoststempel.jpg
      • 419,33 kB
      • 1.133 × 712
      • 302
    • LKr. Görlitz, Burgundenau ehem. Sercha, nach 1937.jpg
      • 501,16 kB
      • 1.061 × 679
      • 318
  • DKKW
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    9.916
    • 15. Februar 2015 um 14:20
    • #58

    Hallo zusammen,

    weiter geht es mit meinem Streifzug durch den Landkreis Görlitz. Heute kann ich wieder nur wenig berichten, denn über das Dorf Sohra, ab 1937: Kesselbach, ab 1945 Zarki Srednie habe ich nur ganz wenige Informationen im Internet gefunden.

    Zur Geschichte kann ich praktisch nichts erzählen. Auch der slawische Namensursprung ist nicht eindeutig. Die sorbische Bezeichnung für Sohra lautet Zarow, das im sächsischen Kreis Freiberg gelegene Sohra hiess im 13. Jahrhundert Zarowe, was eventuell vom altslawischen Wort Zder für Brandrodung abzuleiten ist.

    Sohra kam 1815 mit der Nieder- und großen Teilen der Oberlausitz zu Preussen und wurde ein Teil der Provinz Schlesien. 1937 wurde Sohra wie so viele andere Orte mit slawischem Namensursprung umbenannt und hiess seitdem Kesselbach. Östlich der Neisse gelegen fiel Kesselbach 1945 an Polen und heisst seitdem Zarki Srednie. Heute gehört das Dorf zur Gmina Piensk (dt. Penzig).

    Einwohnerentwicklung:
    1874: 780 Einwohner
    1910: 379 Einwohner (Mittel-Sohra inkl. Gutsbezirk)....}
    1910: 168 Einwohner (Nieder-Sohra inkl. Gutsbezirk)...} zusammen 772 Einwohner
    1910: 225 Einwohner (Ober-Sohra inkl. Gutsbezirk).....}
    1939: 765 Einwohner (als Kesselbach)
    2015: 630 Einwohner (als Zarki Srednie)

    Die deutsch/polnische homepage chwila.com zeigt einige wenige alte Ansichten:
    Die andere deutsch/polnische homepage glogow.pl zeigt einige wenige Ansichten aus heutiger Zeit:

    Ich selbst kann drei alte Karten aus Sohra sowie eine der eher seltenen Karten mit der Bezeichnung Kesselbach zeigen, auf der Adressseite der letztgenannten Karte sieht man den Landpoststellen II Stempel "Kesselbach über Görlitz. (Im Landpoststelle II-thread am 17.8.14, Seite 2 gezeigt)

    Viele Grüße
    DKKW

    Bilder

    • LKr. Görlitz, Sohra, 1899.jpg
      • 494,64 kB
      • 1.044 × 694
      • 304
    • LKr. Görlitz, Sohra, 1915.jpg
      • 485,86 kB
      • 1.061 × 693
      • 318
    • LKr. Görlitz, Sohra, nach 1933.jpg
      • 477,43 kB
      • 1.091 × 744
      • 322
    • LKr. Görlitz, Kesselbach, 1941.jpg
      • 503,47 kB
      • 1.073 × 696
      • 301

    Einmal editiert, zuletzt von DKKW (15. Februar 2015 um 14:21)

  • DKKW
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    9.916
    • 22. Februar 2015 um 14:09
    • #59

    Hallo zusammen,

    wir bleiben heute auf dem östlichen Neisseufer und bewegen uns nur wenige Kilometer in südöstlicher Richtung von Sohra und kommen nach Sohrneundorf und Florsdorf.

    Auch über diesen Ort kann ich nur wenig berichten. Der Ortsname Sohrneundorf hat sicherlich die gleichen slawischen Wurzeln wie das benachbarte Sohra.

    Aufgrunddessen wurde der Name des benachbarten Florsdorf ab 1937 auch auf Sohrneundorf übertragen. 1945 fiel Sohrneundorf/Florsdorf an Polen und heisst seitdem Zarska Wies. Zarska Wies gehört zur Gmina Zgorcelec (dt. Görlitz)

    Das Gut Sohrneundorf gehörte den Baronen von Globig und umfasste im Jahr 1873 1.433 Morgen (ca. 365 ha).

    Einwohnerentwicklung:
    1874: 570 Einwohner
    1910: 672 Einwohner (inkl. Gutsbezirk)
    1939: 638 Einwohner (als Florsdorf)
    2009: 846 Einwohner (als Zarska Wies)

    Einige schöne alte Ansichten zeigt die schon so häufig angeführte polnisch/deutsche homepage chwila.com:

    Ich kann drei Ansichtskarten von Sohrneundorf (eine Überschneidung mit chwila.com) sowie eine alte Karte von Florsdorf (vor 1937) zeigen.

    Karte 1: Eine Farblithographie, 1919 gelaufen (in Görlitz abgestempelt)
    Karte 2: Eine Schwarzweiss-Karte mit dem Gasthof von Sohrneundorf, ebenfalls 1919 gelaufen.
    Karte 2, Rückseite: Schwacher aber doch lesbarer Abschlag des KGS "Sohrneundorf (Kr. Görlitz) 8.7.19"
    Karte 3: ungelaufene Photokarte Sohrneundorf mit dem Fleisch Wurst Geschäft Wilhelm Hoffmann.
    Karte 4: Mehrbildkarte "Gruss aus Florsdorf (lt. chwila.com aus dem Jahr 1913, leider ist bei meiner Karte die Frankatur abgerissen worden.

    Viele Grüße
    DKKW

    Bilder

    • LKr. Görlitz, Sohrneundorf, 1913.jpg
      • 471,4 kB
      • 953 × 626
      • 271
    • LKr. Görlitz, Sohrneundorf, 1919.jpg
      • 496,74 kB
      • 1.078 × 702
      • 262
    • LKr. Görlitz, Sohrneundorf, 1919, Adressseite.jpg
      • 357,67 kB
      • 1.097 × 694
      • 247
    • LKr. Görlitz, Sohrneundorf, ungelaufen.jpg
      • 413,59 kB
      • 1.096 × 702
      • 263
    • LKr. Görlitz, Sohrneundorf-Florsdorf, ca. 1913.jpg
      • 486,59 kB
      • 1.078 × 680
      • 374

    Einmal editiert, zuletzt von DKKW (22. Februar 2015 um 14:11)

  • DKKW
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    9.916
    • 8. März 2015 um 11:44
    • #60

    Hallo zusammen,

    heute gehe ich zur Abwechslung mal wieder auf das westliche Ufer der Neisse und berichte über das jetzt zur Gemeinde Vierkirchen gehörende Dorf Tetta.

    Über die Geschichte Tettas kann ich nur wenig berichten, weder wikipedia noch die homepage der Gemeinde Buchholz(Vierkirchen) geben etwas her. Gemäß isgv.de sollte die früheste urkundliche Erwähnung wohl aus dem Jahr 1305 als Tetaw erfolgt sein. Die Schreibweise änderte sich im Laufe der Jahrhunderte über Tetow, Tettau zu Theta und schliesslich Tetta. Bis 1884 war Tetta ein Teil der Gemeinde Krischa, erst 1875 wurde der ort eigenständige Gemeinde. 1937 wurde der Ortsname germanisiert und in Margaretenhof umbenannt. Tetta kehrte aber nach dem 2. Weltkrieg im Gegensatz zu fast allen anderen Gemeinden im Kreis Görlitz zu seinem angestammten Namen zurückt. 1974 wurde Tetta wieder nach Krischa eingemeindet, dieser Ort wurde 1937 in Buchholz umbenannt und behielt diesen Namen auch nach 1945.

    Einwohnerentwicklung:
    1885: 232 Einwohner
    1910: 211 Einwohner
    1939: 219 Einwohner (als Margaretenhof)
    1946: 324 Einwohner
    1964: 261 Einwohner

    Ich zeige drei Anischtskarten: ZUnächst eine Mehrbild-Lithographie die 1911 vom sächsischen Ort Pommritz abgeschickt wurde. Es sind Ansichten vom Ober- und vom Niederdorf, von Gasthof, Kirche und von der Bahnstation Krischa-Tetta zu sehen.

    Dann nochmals der Gasthof, jetzt Schwarz/Weiss als Gasthof Deutsche Eiche auf ungelaufener Karte.

    Schließlich eine Mehrbildkarte aus Margaretenhof mit Bildern des Gasthofs Deutsche Eiche mit Innenansicht des Saals, die Kirche, das Kriegerdenkmal und wieder die Bahnstation, jetzt aber unter dem Namen Buchholz. Auch diese Karte ist ungelaufen.

    Viele Grüße
    DKKW

    Bilder

    • LKr. Görlitz, Tetta, 1911.jpg
      • 478,8 kB
      • 1.029 × 660
      • 237
    • LKr. Görlitz, Tetta, Gasthaus Deutsche Eiche.jpg
      • 497,76 kB
      • 1.055 × 680
      • 257
    • LKr. Görlitz, Tetta - Margaretenhof.jpg
      • 400,11 kB
      • 1.010 × 648
      • 255

    Einmal editiert, zuletzt von DKKW (8. März 2015 um 11:45)

Registrierung

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!

Benutzerkonto erstellen

Benutzer online in diesem Thema

  • 3 Besucher
  1. Datenschutzerklärung
  2. Impressum
  3. Kontakt

Partnerprogramm / Affiliate Disclaimer

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Mit * markierte Links sind Affiliate-Links (Werbung). Nur auf diese Weise können wir dieses großartige Forum finanzieren, wir bitten um euer Verständnis!

Community-Software: WoltLab Suite™