Hallo zusammen,
in meinem heutigen Beitrag geht es um das Dorf Nikrisch, dass heute als Ortsteil Hagenwerder zur Stadt Görlitz gehört.
Nikrisch, erstmals 1335 als Nickers erwähnt, lässt sich auf das slawische Wort Kreuzung zurückführen. Nicht nur der Ortsname sondern auch die Ortsanlage als Rundweiler bzw. Rundling weisen Nikrisch als alte slawische Siedlung aus. Im 15. Jahrhundert kaufte der reiche Görlitzer Kaufmann Georg Emmerich das Dorf, ab 1560 ist Nikrisch ein Rittergut. Seit 1777 gehört der Ort zum Görlitzer Kreis, 1815 fiel Nikrisch zusammen mit großen Teilen der Lausitz an Preussen. Seit 1875 besteht in Nikrisch ein Bahnhof, zu diesem Zeitpunkt wurde die Bahnlinie Görlitz-Seidenberg eröffnet. Im gleichen Jahr wurde die Bahnlinie nach Zittau eröffnet, die in Nikrisch abzweigte. Im Zuge der Germanisierung slawisch klingender Ortsnamen wurde Nikrisch 1937 in Hagenwerder umbenannt. Im Jahr 1994 wurde Hagenwerder nach Görlitz eingemeindet.
Im Jahr 1825 hatte Nikrisch 178 Einwohner. Die Einwohnerzahl stieg bis 1885 auf 240 Bewohner an, bis etwa 1925 blieb die Einwohnerzahl relativ konstant, sank dann aber bis 1939 auf 200 Bewohner ab. Durch Flüchtlinge und Vertriebene stieg die Einwohnerzahl nach dem 2. Weltkrieg auf 344 (1950) an. Dann führte der Ausbau des Braunkohleabbaus und der Bau eines Großkraftwerks zum Anstieg der Bevölkerung auf bis zu 2.214 Bewohner. Heute, als Stadtteil von Görlitz, leben noch 842 Einwohner in Hagenwerder (2009).
Ich zeige zwei Karten aus der Zeit kurz nach der Jahrhundertwende, nämlich zum einen eine Ansicht der Zollschänke aus dem Jahr 1903 und eine Mehrbildkarte aus dem Jahr 1905. Von dieser habe ich auch die Rückseite eingescannt, da der KGS Nikrisch vom 10.10.05 deutlich abgeschlagen ist.
Schlußendlich noch eine Karte vom Bahnhof Hagenwerder. Wenn man genau hinsieht, unter dem gemalten "Hagenwerder" schimmert noch der alte Name Nikrisch durch.
Viele Grüße
DKKW