Von Wiesbadener mitentwickeltes Preisrecherche- und Informationssystem "epriso" soll für mehr Transparenz sorgen
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Mit dem Computerprogramm "epriso" will der Wiesbadener Torsten Hornung für mehr Transparenz beim Handel mit Sammlerstücken sorgen.
Eine alte Ansichtskarte für 500 Euro? Immer wieder machen vor allem beim Internet-Auktionshaus eBay angeblich erzielte "Mondpreise" die Runde und lassen auf so manchem Dachboden wahre Schätze vermuten. Auch wenn diese Hoffnung sich meist als trügerisch erweist - hin und wieder entpuppt sich vermeintlicher Krempel dann doch als rares Sammlerstück.
Wer auf Nummer sicher gehen und nicht gleich einen Sachverständigen zu Rate ziehen möchte, dem bietet sich jetzt eine ganz neue Möglichkeit. Dank des Preisrecherche- und Informationssystems "epriso" kann sich jeder per Mausklick einen Überblick darüber verschaffen, wann für ein bestimmtes bei eBay erfolgreich gehandeltes Objekt was bezahlt wurde.
Unterteilt in die Rubriken "Briefmarken", "Münzen", "Ansichtskarten", "Antik + Kunst", "Ostalgie" und "Parfümflakons" stehen hier derzeit über drei Millionen anonymisierte Datensätze zur Verfügung und geben nicht nur Auskunst über den jeweiligen Marktwert, sondern zeigen anhand der jeweiligen Beschreibung gleichzeitig auf, wie ein Artikel erfolgreich angeboten wurde. Dank der Verkaufsdaten lassen sich darüber hinaus sogar ganz aktuelle Preisentwicklungen beobachten.
"Gerade bei Münzen läßt sich deutlich ablesen, wie die Preise aufgrund des gestiegenen Goldkurses in den zurückliegenden Monaten nach oben gegangen sind", erläutert der Wiesbadener Torsten Hornung (45). Zusammen mit zwei Partnern hat der vereidigte Briefmarken-Sachverständige "epriso" Anfang des Jahres aus der Taufe gehoben und wurde für seine Idee mit dem "Ebay-Entwicklerpreis 2006" ausgezeichnet.
Mittlerweile haben sich rund 20000 Händler und Sammler, aber auch Gelegenheits-Schnäppchenjäger, kostenlos registrieren lassen. Lediglich wer sich als so genannter Premium-Nutzer anmeldet, um so von Werbeeinblendungen verschont zu bleiben, wird jährlich mit 49,95 Euro zur Kasse gebeten.
"Natürlich denken wir darüber nach, für unsere Dienste irgendwann einmal generell einen geringen Obulus zu nehmen, vorerst bleibt der Zugang allerdings noch kostenlos", sagt Mit-Geschäftsführer Hornung, der als selbstständiger Briefmarken- und Münzhändler in doppelter Hinsicht von "epriso" profitiert. Werden doch gerade bei Briefmarken durch einschlägige Kataloge oftmals Erwartungshaltungen aufgebaut, die nicht zu realisieren sind. Hornung: ""Da erweist sich "epriso" schon als deutlich näher am Markt und zeigt auf, welche Preise in der Praxis tatsächlich zu erzielen sind."
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