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Bayern Mühlradstempel

  • Tommy_H
  • 21. Juni 2006 um 14:21
  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    878
    • 27. Februar 2008 um 08:40
    • #61

    [quote]Original von bayern klassisch

    Vermutlich ist der Stempel zwischen den Jahren beschädigt und dann durch den offenen 114 ersetzt worden.


    Nur eine Frage: Gibt es in den Post-Verordnungsblättern (die auf CD-Rom vorliegen) auch Anweisungen/Hinweise zu Poststempeln?

    PS: Es ist doch merkwürdig, dass offensichtlich in einigen Postämtern Bayerns zwei Stempel "vorrätig" waren - die gMR (2. Verteilung) und oMR.

    Gruß
    Luitpold

  • bayern klassisch
    Gast
    • 27. Februar 2008 um 10:15
    • #62

    soaha

    Der Brief ist leider etwas repariert worden, damit er so gut aussieht. Aber die Stempel blieben unangetastet.
    Was so etwas in der gezeigten Kabinettqualität kostet? So ca. 4000 - 5000 Euro.
    In der tatsächlichen Qualität wohl die Hälfte. Wobei man dann immer noch einen der seltensten Mühlradstempel Bayerns auf einer Dreifarbenfrankatur hat ... ist ja sonst immer nur eine simple 3 oder 6 Kr. Frankatur bei den wirklich seltenen Stempeln, denn 18 Kr. Marken hatten die kleinen Expeditionen gar nicht.
    Und selbst das heute große Erlangen, damals etwas weniger bedeutend, führte wohl nur ganz kurz, wenn überhaupt, 12 Kr. Marken. Es sind bisher nur 3(!!!) 12 Kr. Marken von Erlangen aufgetaucht, da ist die 18 Kr. definitiv ein Unikat und nur auf Brief überhaupt beweisbar (bis 1998 war überhaupt keine 12 Kr. Marke von Erlangen bekannt geworden).

    Luitpold

    Jetzt muss ich mal etwas ausholen:

    Hatte ein Ort keine eigene Postexpedition, wünsche aber eine zu erhalten, musste man dieses Ansinnen beim zuständigen Oberpostamt durch gute Argumente unterfüttert frankiert einreichen. Dort wurde dann das Bezirksamt befragt, ob die gemachten Angaben überhaupt zutreffen, und ob es "Anstände" gäbe, das Gesuch abzulehnen. Sah es das vorgesetzte Bezirksamt wie die Ortsbehörde, schrieb das OPA mit den beiden Anlagen an die Oberbehörde nach München mit der Bitte um Genehmigung der Errichtung einer Postexpedition.
    München prüfte und stellte fest, dass alles sinnvoll und wirtschaftlich für den Staat 1) und die Gemeinde 2) war und gab grünes Licht.
    Nun musste das OPA mit der Gemeinde regeln,

    a) in welcher Lokalität die Expedition errichtet werden sollte,
    b) welche Sicherheitsanforderungen dort geboten waren,
    c) wer das Amt des Expeditors übernehmen könnte, denn dieses Procedere war ein ganz aufwändiges Verfahren, das ich hier mal nicht schildern will,
    d) welche Gehilfen, Boten, Packer, Kutscher, Condukteure usw. usw. angestellt werden müssten,
    e) welche Briefkästen wo aufgehängt werden (auf Kosten der Gemeinden!)
    f) welche Orte und Weiler in der Umgebung von den Landboten angelaufen werden,
    g) welche bereits bestehenden Expeditionen des Umfelds Ortschaften abgeben müssen, damit sich die Einstellung eines Landboten rechnet,
    h) welche Postomnibusse - Extraposten - Fahrposten - später Eisenbahnen Personen und Waren auf- und abladen konnten usw. usw..

    Wenn das alles geklärt war, übersandte das OPA die Unterlagen in Duplo zur Vorlage beim Ministerium, wo alles nochmals geprüft wurde und ggfls. leicht modifiziert werde konnte. Ansonsten stellte man das Datum der Eröffnung einer neuen Postexpedition (PE) fest, veröffentlichte dieses Datum in dem Verordnungsblatt, teilte die Mühlradstempelnummer (hiess eigentlich Kontrollnummer) und das Taxquadrat für die Fahrpost mit, versah die Expedition mit allem Notwendigen (Neuinventarisierung) und ließ die Sache langsam angehen.
    Gleichzeitig wurden alle anderen PE angewiesen, ihr altes Kontrollverzeichnis um die neu zugeteilte Kontrollnummer = Mühlradnummer zu ergängen und genau zu prüfen, dass die neue PE auch ja keine Fehler machte.

    Ich hatte mal das Glück, Aktenkonvolute mit diesbezüglichen Origingalunterlagen einsehen zu dürfen, daher kenne ich den modus operandi. Leider durfte ich nichts behalten ...
    Ich konnte aber später einen Anstellungsvertrag eines Expeditors kaufen, aber da der grösser als DinA 4 ist, kann ich ihn leider nicht einscannen. Schade.

    Wurde eine PE später mal geschlossen, wurde auch per Verfügung im Verordnungsblatt die Einziehung des Stempels bzw. die Weitergabe an eine andere PE mitgeteilt. Von München in die Provinz war es aber manchmal weit und die Info dauerte lange, so dass die Aktenlage nicht immer 100%ig die Realität widerspiegelt.

    Anweisungen zu den Poststempeln gibt es nicht - ob es sie jemals gab? Man hat eben herstellen lassen, was man wollte, und im Gegensatz zu heute hat der (bayerische) Staat prompt bezahlt und war ein begehrter "Kunde" bei den Stempelschneidern gewesen.

    Grössere Ämter hatten oft 2 oder vielleicht auch 3 Mühlräder (München, Nürnberg) zur Verfügung, da einer allein nicht nachgekommen wäre, bei dem häufig sehr stressigen Tagesgeschäft die Massen an Marken auf allen möglichen Poststücken zu entwerten.

    Beste Grüsse von bayern klassisch

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    878
    • 27. Februar 2008 um 11:45
    • #63

    @bayern klassisch

    Danke für die lange Erläuterung. Die Leidensgeschichte, ein Postamt einzurichten gab's hier auch (dauerte mal locker mehrere Jahre!).

    Es ist logisch, dass größere PA mehrere Stempel gleichen Typs hatten. Es war die Frage, verschiedene gleichzeitig - also gMr + oMR.
    Wenn ein Stempel eines Typs beschädigt war, wäre ja noch ein zweiter des gleichen Typs vorhanden gewesen. In meinem Ort ist aber festzustellen, dass nach einer Verwendungszeit des oMR ab 1861 der gMR wieder auftaucht und nicht mehr der oMR. Davor gibt es ein paar wenige Belege mit dem gMR. Aber "eine Schwalbe macht ...???"

    Meine Frage zu den "Amtsblättern". Später gab es ja "Ermahnungen" der Post z.B. wegen der Verwendung der blauen Stempelfarbe (siehe SEM-Stempel-Handbuch) usw.

    Im übrigen ist es interessant Post-Stempel zu sammeln - siehe Baden. Dieser Thread ist sehr lobenswert, die eingestellten Belege/Albumblätter eine Augenweide. Schade - Baden sammle ich leider nicht. Bayern reicht schon.

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    878
    • 27. Februar 2008 um 19:42
    • #64

    @bayern klassisch

    Im Sem-Handbuch “Bayern Ortsstempel” steht auf S. 308 steht die Verordnung Nr. 20, 612 (Die Vertheilung der Stempek zur Entwethung der Briefmarken betr.). Vom 9. November 1856,
    Dort heißt es u.a. ...und in der Zwischenzeit vom 20. November bis zum 1. Dezember ausschließlich die Entwertung der Briefmarken durch einen zweiten Abdruck des Ortsstempels zu vollziehen.
    Weiter oben steht: vom 1. Dezember I.Js. anfangend hat jede Expedition nur denjenigen Entwerthungsstempel in Anwendung zu bringen ,welcher ihr nach dem nachstehenden neuen Control-Verzeichnisse über die Vertheilung der bezeichneten Stempel zukommt.
    Der 1. Dezember 1856 war ein Montag. Wurden die Stempel bis dahin zugesandt bzw. lagen diese vor.
    Da die Expeditionen auch am Sonntag arbeiteten, dürfte das kein Zeitproblem gewesen sein.
    Vom letzten “Umtauschtag”, Sonntag 30.11. Ist die Stempelung bekannt, aber wie sieht das aus vom 1. Verwendungstag gMR 2. Verteiluung? Von welchen Orten gibt es Erstverwendungen 1.12. oder gar Vorverwendungen?
    Im Handbuch “Die Post in Nürnberg von Herrn Quast steht auf S. 17 folgender Satz: “Die bis dahin ausgegebenen Nummernstempel wurden deshalb am 20.11.1856 eingezogen und am 01.12.1856 neu verteilt” (unter dem Ortstempel ist als Verwendungszeit bis 30.11.1856 angegeben. Dort sieht man eine Blanko-Abbildung des gMR 356 mit angegebener Verwendungszeit: ab 01.12.1856 - 9.3.1869 (2. Verteilung) Bahnhofs-Expedition. Der offene MR 356 soll lt. Wi. auf Beleg 8.3.57 vorgelegen haben. Also auch hier von der großen Postexpedition noch Daten-Lücken? Was war zwischen Dezember 1856 - März 1857? Wie sieht der heutige Wissenstand aus (das Handbuch ist von1991!). Ich habe da einen Brief mit oMR 356 vom Jan. 1857, wenn auch nur “eine simple 6 Kr. Frankatur“
    (Nebenbei: 4 II 2?).

    @ALLE

    Abschließend eine Frage: Hat jemand aus der Verordnung Nr. 20, 612 die Aufstellung aller Orte der 2. Stempelverteilung, gültig ab 1.12.1856?

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 28. Februar 2008 um 06:19
    • #65

    Hallo Ludwig,

    da ich alle bayer. Verordnungen habe, habe ich auch das Verordnungs- und Anzeigeblatt No. 57. vom 15.11.1856, Seite 329 ff Aktennummer 20,612 vom 9.11.1856. Ich füge es diesem Beitrag bei.

    Die von dir angesprochenen Problematiken und Wissens- wie Datenlücken auch nach über 150 Jahren werden im nächsten Rundbrief der ARGE Bayern klassisch () angesprochen werden. Es sollen Teams gegründet werden, die die Daten der Belege zusammen tragen, um dann über die hieraus vorliegenden Daten die Literatur zu bereichern. Über Erfolge wird also noch zu berichten sein. Aber das dauert leider noch etwas.

    Du könntest dort ja für Würzburg dein Wissen einbringen, was ich sehr positiv fände.

    Beste Grüsse von bayern klassisch

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 28. Februar 2008 um 06:22
    • #66

    ... upps, eine (die letzte Seite) noch nicht hochgeladen.
    Schon ist sie da!

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 28. Februar 2008 um 06:26
    • #67

    P. S.

    Sehr schöner Brief, auch wenn es nur eine schnöde 6 Kr. Frankatur ist, aber es ist ein untrügliches Zeichen philatelistischen Weitblicks, auch Post nach dem Ort aufzunehmen, den man sammelt. Noch haben das längst nicht alle begriffen...

    Grüsse von bayern klassisch

    Einmal editiert, zuletzt von bayern klassisch (28. Februar 2008 um 11:29)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 28. Februar 2008 um 06:56
    • #68

    Um mal zu zeigen, wie eine neue Expedition in der dienstlichen Öffentlichkeit vorgestellt wurde, habe ich mal Castell ausgewählt, die erste Expedition, die sofort einen offenen Mühlradstempel erhielt.

    Beste Grüsse von bayern klassisch

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  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
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    878
    • 28. Februar 2008 um 08:34
    • #69

    Hallo bayern klassisch,

    jetzt bin ich doch erschrocken, was ich da in der Tabelle sehe:
    597 Würzburg =O.P.A. Stadt
    Hat das schon jemand beachtet und wo erfolgte die Berichtigung auf 598? Kann ich die CD's mit den Verordnungen mir bei der arge ausleihen? Dann würde ich gerne mal die Verordnungn durchsehen, da doch eine Berichtigung erfolgt ist?!

    Gruß L.

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    878
    • 28. Februar 2008 um 08:47
    • #70

    @bk

    4 II 2 - Datum?

    So langsam frage ich mich, warum in der Bayern-Philatelie immer die große Postgeschichte (Postvertrag/Frankatur/Destination) im Vordergrund steht (gleich dazu: ist natürlich auch wichtig, interessant, lesenswert und wer kann und kundig ist - wird- soll - muss -sie sammeln) - und das "klein, klein" im Dunkel liegt. Ich freue mich jedenfalls, wenn jetzt wenigstens die "Taschenlampe" schon angemacht wird und etwas Licht in die Verwendungszeiten von Stempeln und Marken kommen wird.

    Gruß L.

  • Erdinger
    aktives Mitglied
    Beiträge
    345
    • 28. Februar 2008 um 09:24
    • #71
    Zitat

    es ist ein untrügliches Zeichen philatelistischen Weitblicks, auch Post nach dem Ort aufzunehmen, den man sammelt

    @bayern klassisch:
    Diese Lektion habe ich auch schon gelernt, auch wenn es ein paar Jahre gedauert hat. Es entgehen einem sonst zuviele interessante Sachen.
    Stempelsuchen kann irgendwann zur Manie werden. Wenn ich als Heimatforscher in Archiven arbeite, schaue ich mir die Aktenstücke auch unter stempeltechnischen Gesichtspunkten an. Die Archivare bekommen dann einen etwas komischen Gesichtsausdruck, wenn ich nicht den Briefinhalt kopiert haben will, sondern die "falsche Seite". Aber es dauert zu lange, ihnen auseinanderzusetzen, dass man ein Früh- oder Spätdatum eines bestimmten Stempels oder eine interessante Anomalie gefunden hat ...

    Viele Grüße vom
    Erdinger

  • lickle
    erfahrenes Mitglied
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    Männlich
    • 28. Februar 2008 um 10:05
    • #72

    Luitpold + Erdinger

    Die Heimatsammler brauchen ihr Licht doch gar nicht unter den Scheffel zu stellen. Jede Forschung ist wichtig! Ob es nun die große weite Welt ist mit den ganzen Postverträgen oder die regionale Sammlung mit ihren spannenden Details - die oftmals erst das richtige Verständnis für die Verhältnisse in der damaligen Zeit aufzeigen - alle leisten ihren wichtigen Beitrag zu Postgeschichte.

    Nur meine 2 Cent :)

    Grüßle

    lickle

  • Erdinger
    aktives Mitglied
    Beiträge
    345
    • 28. Februar 2008 um 10:27
    • #73

    lickle
    Ich fühle mich als Heimatsammler sowieso nicht als Sammler zweiten Ranges. Ich finde, alle haben etwas zu bieten. Und schöne Briefe aus Erlangen sehe ich mir auch gerne an. Wir sitzen sozusagen alle im gleichen Scheffel (Hohlmaß zum Abmessen von Getreide, rund 222 Liter Fassungsvermögen) ...

    Meine 2 Kreuzer! :-))

    Schöne Grüße aus Erding!

    Einmal editiert, zuletzt von Erdinger (28. Februar 2008 um 14:07)

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
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    878
    • 28. Februar 2008 um 11:25
    • #74

    Hallo ickle,

    ich wollte das nicht als Wertung betrachtet wissen, sondern mich erstaunt, dass so vieles - was offensichtlich nur zusammgetragen werden muss - nicht schon längst "aufgeschrieben" wurde. Die Postgeschichte ist doch in der glücklichen Lage "schreibende" Sammler zu haben - hier im Forum bayern klassisch.
    Wenn deshalb die klassische Arge jetzt Projekte startet, sehr schön!

    Erdinger

    Zwangsläufig guckt man auch die ankommenden Briefe an, wegen der Ankunftstempel. Oft ist der Ortsstempel auf einer Briefrückseite die einzige Möglichkeit, diesen Stempel in die Sammlung zu bekommen (auch aus finanziellen Gründen). Für mich genügt der Stempelabdruck. Erst für einen Aussteller wäre der Stempel z.B. als Entwerter auf einem Auslandsbrief (Destination Neuseeland!) ;) wirkungsvoller - für die Bewertung. :D
    Zudem ist der Werdegang eines Stempels oft so: Ankunftstempel, Entwerter - Aufgabestempel - Formularstempel (manchmal aptiert).
    Wobei diese Reihenfolge nicht zwingend ist.

    Gruß Luitpold

    PS Bin gespannt auf die Antwort von bayern klassisch, was den Stempel 597 betrifft - oder kann mal jemand anders antworten? Danke.

  • bayern klassisch
    Gast
    • 28. Februar 2008 um 11:27
    • #75

    Lieber Luitpold,

    weißt du jetzt,warum ich diese Seite eingescannt habe?

    Bei 326 Münchweiler hätte niemand geschaut, aber bei dir war ich mir sicher ...

    So ist das eben in Bayern - wenn du nicht alles prüfst, dann bist du verloren.
    Wenn du mir einen Würzburger Brief mit dem gM 597 vorlegen kannst, bist du der Held!

    Zu der Frage mit den CDs bekommst du eine PN.

    Gruss von bayern klassisch

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    878
    • 28. Februar 2008 um 11:37
    • #76

    @bayern klassisch

    Du kannst Dir sicher denken, was ich jetzt denke. Weil es doch die Vermutung gibt dass der gMR 598 zuerst verwendet worden sein soll.
    Ich gehe davon aus, dass dieser Schreibfehler in der Liste in einer späteren Verordnung noch berichtigt wurde. Leider kann ich jetzt nicht nachschauen, welcher Ort der gMR 597 zugeteilt wurde. Aber auch für 597 gilt - Erstverwendungs-Datum?
    Deshalb gehe ich auch davon aus, dass der 597 nie in Würzburg war.

    Schon jetzt DANKE für die damit gewonnenen neuen Erkenntnisse.

    Luitpold

    Einmal editiert, zuletzt von Luitpold (28. Februar 2008 um 11:39)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 28. Februar 2008 um 11:49
    • #77

    Erdinger  lickle

    Ich mache prinzipiell keinen Unterschied zwischen Sammler X und Sammler Y.
    Man kann aber alles gut, mittelmäßig und schlecht sammeln.

    Es gibt Klavierspieler wie mich, wo man sich über eine hohe Schalldämmung freut, und es gab S. Richter - dazwischen liegen Welten.

    So ist es auch bei den Heimatsammlern. Es gibt welche wie Luitpold, deren Stücke jedem gefallen, der Geschmack und Ahnung von der Materie hat, und es gibt welche, die ich hier besser nicht ansprechen möchte. Ich habe schließlich frisch gegessen.

    Die erstklassige Forschung von Dr. Karl Zangerle hilft sicher jedem "Erdinger", "Würzburger" und anderem Sammler, der ein gewisses Niveau erreicht hat.
    Es gibt aber - gerade unter den Heimatsammlern - viele, die nichts wissen wollen, obwohl man ihnen das Wissen schenkt. So sehen dann deren Sammlungen auch aus; ein reiner Graus und die Beschreibungen taugen nur für die Aufnahme in den hiesigen Thread "zum Lockern der Lachmuskeln".

    Andererseits ist der große Postgeschichtler auch hin und wieder auf seinen "Erdinger" oder "Würzburger" angewiesen, weil der Sachen herausgefunden hat, die bei der Beurteilung eines Schlüsselbriefes von großer Bedeutung sein können. So ergänzt sich alles und jeder ist für sich glücklich.

    Noch etwas zur sog. Incoming mail: Das ist das Gebiet der Zukunft. Schon Dr. Helbig, einer der profiliertesten Bayernforscher aller Zeiten, hat das vor Jahren erkannt und gesammelt. Wer als Postgeschichtler oder Heimatsammler darauf verzichtet, macht vieles falsch. In Deutschland dauert aber noch die Umsetzung und Verinnerlichung dieses Punktes an.
    Wenn es einem spät kommt, ärgert man sich nur, wie günstig damals noch diese Briefe doch waren. So ist z. b. ein Expreßbrief von AD für den Empfangsort immer wichtiger, als für den Aufgabeort. Auch poste restante könnte man da nennen und jede qualifizierte Postsendung überhaupt.

    Aber wem sage ich das ...

    Beste Grüsse von bayern klassisch (der auch 2 Orte heimatgesammelt hat, bis er nach 25 Jahren schon 9 Briefe von ihnen hatte ...)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 28. Februar 2008 um 12:01
    • #78

    Hallo Luitpold,

    597 wurde in der 2. Verteilung Wolnzach zugeteilt. Das ist Fakt.

    Jetzt aber die Lösung aller deiner Probleme:

    Mit dem VO - Blatt No. 59. vom 20.11.1856 vom 20.11.1856 - ohne laufende Nummer - wurde folgendes bekannt gegeben:

    "In dem mit Verordnungsblatt Nro. 57 abgegebenen Conrtrol-Verzeichnisse über die Vertheilung der Stempel zur Entwerthung der Briefmarken ist nach Rothenkirchen sub Nro. 444 "Rott a. Inn, Pfarrdorf, Oberbayern" einzuschalten und hienach die Stempelnummer aller folgenden Postanstalten von Rottenbuch ab um eine Ziffer zu erhöhen."

    Was war also passiert? Ganz einfach: Mann hatte die Expedition von Rott am Inn, die am 1.4.1855 wieder errichtet worden war, noch in den alten Akten als geschlossen vermerkt und so vergessen.

    Also sei mir nicht böse mit dem Witz zum gM 597 - den hat es in Würzburg tatsächlich nie gegeben. Trotzdem ist es doch schön zu wissen, dass es damals, 10 Tage später, schon zu spät gewesen wäre!

    Liebe Grüsse von bayern klassisch, der jetzt wohl nie mehr einen 597 aus Würzburg sehen wird

  • carolinus
    Gast
    • 28. Februar 2008 um 15:50
    • #79

    Hallo,
    eigentlich wollte ich nicht ein neues Thema starten. Aber in den "356-Mühlrad"-Thread passt es ja nun nicht.

    Die Ziffern dieses Stempels aus Regensburg fallen auf Grund ihrer langen Ziffern und ihren Schnörkeln sofort auf. Eigentlich kann es sich nur um den im Sem bei Regensburg beschriebenen Typ e (große Ziffern 1853/56) handeln. Liege ich richtig? Besonders selten dürfte der sicher auch nicht sein - aber schön!!

    Ansonsten könnten wir in diesem Themenbereich ja weitere etwas ungewöhnliche Mühlradstempel vorstellen.

    Gruß carolinus

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    9. Januar 1962 (64)
    • 28. Februar 2008 um 19:15
    • #80

    Hallo Carolinus,

    absolut richtig, dies ist die Sondertype des gMR 281 von Regensburg.
    Der ist tatsächlich relativ häufig und wird nicht allzu hoch bewertet.

    Zur Veranschaulichung ein (wenn auch etwas verhauter) Abschlag
    des Stempels auf einer Drucksache von Regensburg nach Veitsbuch
    bei Landshut vom 28.12.1853.


    Grüße,
    Wilfried

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