Susanne Oesterlee gestaltete eine Sondermarke zum 125. Geburtstag von Eugen Bolz. In den nächsten Monaten erscheinen zwei weitere Sonderpostwertzeichen. Die ehrenvolle Auszeichnung ist allerdings mit viel Arbeit verbunden
MEINERZHAGEN · Seit 2002 gibt das Bundesfinanzministerium Sonderbriefmarken zur Serie "Aufrechte Demokraten" heraus. Die fünfte Marke dieser Serie ist gerade erschienen - anlässlich des 125. Geburtstages von Eugen Bolz. Sie ist das Werk von Susanne Oesterlee, einer gebürtigen Meinerzhagenerin.
Neben anderen Grafikern wurde auch die 40-Jährige im Vorfeld zu mehreren Briefmarkenpools eingeladen. Etwa 80 qualifizierte Grafikerinnen und Grafiker nehmen jährlich an den rund 35 Wettbewerben teil. "Zu jedem Thema werden etwa acht Grafiker eingeladen", weiß Oesterlee. Sie alle müssen sich mit ihren Entwürfen einem qualifizierten Fachgremium, dem Kunstbeirat, stellen. Der berät die Auswahl und setzt sich zusammen aus Vertretern des Bundesfinanzministeriums, Angehörigen der Deutschen Post AG, dem Präsidenten des Händlerverbandes (APHV), dem Präsidenten des Bundes Deutscher Philatelisten (BDPh), renommierten Fachleuten auf dem Gebiet der Grafik und Beauftragen des Deutschen Bundestages.
Zweimal ist Susanne Oesterlee an eben dieser Jury gescheitert. "Anfangs war ich nicht so erfolgreich", erinnert sich Oesterlee. "Zweimal habe ich nur den zweiten Platz belegt. Das ist zwar eine Ehre, aber davon hat man nichts, die Marke erscheint ja nicht", berichtet Oesterlee, die seit ihrem Studium im Fach Kommunikationsdesign Ende der 1980er Jahre in Wuppertal lebt.
Doch mit der Marke zur Telefonseelsorge vor acht Jahren kam endlich ihr Durchbruch. "Jetzt habe ich sozusagen eine Strähne", freut sich die freiberufliche Grafikerin. Seit Anfang November diesen Jahres ist ihr gestaltetes Postwertzeichen zum 125. Geburtstag von Eugen Bolz erhältlich, im Januar kann dann ihre Marke zu 1000 Jahre Fürth und im Mai mit der Pfadfinder-Marke schließlich eine weitere der Serie Europa auf etliche Briefe geklebt werden. "Drei Mal hintereinander eingeladen zu werden, das ist schon eine Bestätigung", ist Oesterlee stolz auf ihren Erfolg.
Doch die Auszeichnung bedeutet nicht nur eine Ehre, sondern auch reichlich Arbeit. "Wenn man das hochrechnet, brauche ich schon etwa zwei Wochen am Stück bis die Briefmarke fertig ist", erklärt die Fachfrau das Procedere. Immerhin gilt es, einen weitreichenden Themenkomplex auf gerade einmal 12,25 Quadratzentimetern zu reduzieren. "Es ist schon schwierig, das Thema auf den Punkt zu kriegen, vor allem, wenn man sich ausführlich damit beschäftigt", verriet Oesterlee.
Und gerade das bringt die Gestaltung einer Sonderbriefmarke mit sich: "Das ist die Faszination an der Arbeit. Man hat immer unterschiedliche Themen. Von Eugen Bolz hatte ich vorher noch nie gehört", gesteht die gebürtige Meinerzhagenerin, die ab und an noch in ihre Heimat zurück kommt, um ihre Eltern zu besuchen. "Aber mit der Zeit bekommt man einfach das Gefühl dafür", sagt Oesterlee. Ein Gefühl, das die Grafikerin hat. Immerhin frankieren in den nächsten Monaten drei von ihr gestaltete Briefmarken zahlreiche Briefe in ganz Deutschland. Ein beachtliches Ergebnis, wenn man bedenkt, dass jährlich etwa 50 Sonderpostwertzeichen erscheinen.
Die Sonderbriefmarke zum 125. Geburtstag von Eugen Bolz im Wert von 45 Cent ist in den Postfilialen sowie beim Sammlerservice der Deutschen Post AG in Frankfurt am Main erhältlich.
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