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Blaue Merkure

  • Nimrod
  • 27. September 2006 um 20:43
  • smirre
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    • 14. Mai 2007 um 22:34
    • #21

    Zum Unterschied zu den Freimarken wurde nur in Ausnahmefällen die Marke am Aufgabepostamt entwertet. Die Regelung war, dass das Ankunftspostamt die Entwertung durchzuführen hatte. Jeder Verlag hatte seine eigenes zugewiesenes Postamt und dorthin hat er die Zeitungen frankiert, sortiert nach Versandorten und mit Schleifen verpackt abzuliefern.

    [Blockierte Grafik: http://www.fukac.com/briefmarkenforen/schleife.jpg]

    Der Merkur wurde dabei nicht gerade mit Vorsicht gebandelt. So wurden sie auch als Verschlußmarke der Zeitung, der Schleife, zum Verkleben der Adresszettel usw. verwendet und deshalb auch oft beschädigt.

    Einmal editiert, zuletzt von smirre (15. Mai 2007 um 00:07)

  • smirre
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    • 14. Mai 2007 um 22:52
    • #22

    Die IIb (nachgravierte Flecken der Ib) und die IIc (Flecken nahezu ident mit Ib) passen ins Bild einer Weiterentwicklung der ersten Typen. Es war ja auch die Zeit in der Versucht wurde durch galvanische Nachhärtung die Stöckel überlebensfähiger zu machen. Hier wurden die Tests vor allem bei den Merkuren durchgeführt. Vom Maschinenpapier, Rippung bis zur Druckstöckelerzeugung wurden die Merkure ja als Feldversuch für die Weiterentwicklung der Drucktechnik "mißbraucht" ;), um erfolgreiches nachher bei den Freimarken umzusetzen. Wegen der hohen Auflagezahlen waren die Merkure dafür auch sehr gut geeignet.

    Für mich bleibt offen, ob die IIb eine Nachgravur der Ib ist. Die IIc als eigene Type zu führen, empfinde ich als ein Muß. Die IIa hingegen habe ich abgeschlossen - als nicht existent (und ich mache mir darüber auch keinen Kopf mehr).

    Was den Herrn Huber angeht, können wir gerne noch eine paar Worte wechseln. "Der Herr der Platten" war ja wie alle anderen nicht unfehlbar, deshalb möchte ich hier nicht auf die 30 Centes MPIII/gravIII eingehen. Den Begriff der Platte hier für die galvanoplastischen Stöckelerzeugungen herzunehmen, nehme ich Ihm schon übel. Da mischt er einfach Äpfel mit Birnen. Ich finde einige seiner Aufschlüsselungen aber recht interessant und habe mich deshalb auch durchgerungen, da meine Lager zu durchforsten und bin da auch schon recht weit. Ich bin also auf alle Fälle nicht ein Anhänger der Meinung, dass des nichts gutes ist, was der Herr Huber da geleistet hat. Für meine Theorien der Druckstöckelentwicklung ist das sogar höchst interessant und eine wichtige Grundlage.

    So und noch einen schönen Abend

  • smirre
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    • 14. Mai 2007 um 22:54
    • #23

    Für deine sehr genaue Aufschlüsselung der Merkure wollte ich mich noch bedanken. Es macht viel Freude wenn man sowas ließt.

    Grüsse aus Wien

  • Nimrod
    Gast
    • 14. Mai 2007 um 23:15
    • #24

    Sehr schöne Stücke!

  • smirre
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    5. September 1976 (49)
    • 14. Mai 2007 um 23:58
    • #25

    Danke

  • Nimrod
    Gast
    • 15. Mai 2007 um 21:52
    • #26

    Ach ja, damit die anderen wissen wovon wir reden, wenn wir eine "Friedl-Fälschung" erwähnen. Hier ist eine.

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  • altstri
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    3. Januar
    • 15. Mai 2007 um 22:37
    • #27

    @Nimrod - danke für den guten Beitrag,


    smirre

    Gratulation ausgesprochen erlesene Merkure - du schreibst , dich interessieren Abstempelung auf Merkuren die auf Freimarken nicht bekannt sind und zeigst ua. einen stummen Stempel von Pressburg, der natürlich schon auf den Freimarken auch vorkommt.

    Bezüglich Entwertung der Zeitungsmarken spielt sicher auch die Beschaffenheit der Sendungen (Streifbänder, Kreuzbänder, Zeitungspakete usw) eine wichtige Rolle und brachte Stempel zum Einsatz, die sonst kaum Verwendung fanden.

    Die große Zahl unentwertet gebliebener Zeitungen(und Marken) zeigt uns aber nicht unbedingt eine schlampige Handhabung der "Entwertung", eher liegt es daran, das die Zeitung(en) möglichst schnell am Zielort sein sollten
    und eine Wiederverwendung dieser Marken war kaum zu befürchten war.

  • Berni17
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    • 3. Juni 2007 um 18:25
    • #28

    Alle österreichischen Zeitungsmarken (mit Ausnahme der jeweils nur kurzlebigen Emissionen 1858/59, 1860 und 1863) zeigen bis zu deren inflationsbedingten Ende 1922 als Markenbild einen Merkurkopf in je nach Ausgabe unterschiedlichen künstlerischen Variationen.

    Bemerkenswert ist auch, dass die 1851 begonnenen "Merkure" die ersten Zeitungsmarken der Welt waren.

    Im Anhang noch ein Scan des Urstöckels, welcher sich im Archiv der Österreichischen Post befindet.

    Lg Berni17

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  • Berni17
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    • 1. September 2008 um 17:21
    • #29

    Wohl der berühmteste Fälschungsprozess in den Annalen der Philatelie ist jener der berüchtigten Friedl´schen Merkure; er liest sich wie ein spannender Roman ...


    Gelbe, rosa und zinnoberrote Merkure tauchen in Mengen auf

    Man schrieb das Jahr 1895. Der erste Senf-Katalog war erst drei Jahre vorher erschienen. Die älteste Marke der Welt, Englands 1 Penny schwarz, notierte 25 Pfennige. Die 3 Kreuzer Steindruckmarke Ungarns 10 Mark, Württemberg 70 Kreuzer: 20 Mark, Sachsen 3 Pf. 100 Mark, das Basler Täubchen 125 Mark. Von den insgesamt 72 österr. Marken aber gab es drei teure Marken:

    den gelben, rosa und den roten Merkur.

    Teurer als der rote Merkur waren nur fünf europäische Marken und zwar die Doppelgenf sowie vier Ochsenköpfe Rumäniens, und selbst die damals seltenste Marke der Welt, die blaue Mauritius war bloß mit 5000 Mark bepreist.

    Man kann darauf ermessen, wie selten die Merkure waren, besonders aber der rote Merkur. Kaum ein Dutzend Sammler besaß ihn!

    Da tauchen plötzlich Mengen davon auf, gebraucht und ungebraucht, ja sogar Blockstücke, Streifen und Kehrdruckpaare! Und alles das beim größten Händler Österreichs, bei Sigmund Friedl, Besitzer des berühmten Wiener Markenmuseums und Herausgeber des Fachblattes "Weltpost". Die Stücke enstammen, wie es heißt, zwei glücklichen Funden (Bregenz und Venedig), die beide in den Besitz Friedls gelangten. Freudig und arglos kauft man, froh endlich auch diese Lücken im Album füllen zu können.


    Hans Kropf greift ein

    Die Herkunft der Stücke, der Weltname Friedl lässt an der Echtheit keinen Zweifel aufkommen, bis - ja, bis nicht einer der größten Kenner jener Zeit, Hans Kropf, im "Austria Philatelist" eine öffentliche Warnung erscheinen lässt und alle Besitzer solcher Merkure auffordert, dieselben zwecks kostenloser Prüfung an den "Österreichischen Philatelisten Club" einzusenden.

    Schon im nächsten Monat schreibt Eduard Horak, der später den berühmten Prozess gegen Friedl ins Rollen brachte wie folgt:

    [Blockierte Grafik: http://666kb.com/i/b1qr86ydgq24of6u8.jpg]

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    Einmal editiert, zuletzt von Berni17 (1. September 2008 um 17:23)

  • Berni17
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    • 2. September 2008 um 07:13
    • #30

    Friedl verteidigt sich

    Voll Entrüstung wies Sigmund Friedl alle Verdächtigungen zurück und erklärte, die Kompetenz des Prüfungskomitees nicht anerkennen zu wollen, da er der einzige wirkliche Kenner der Merkure sei. Das ganze sei nichts weiter als die Hetze einiger seiner notorischen Feinde, die im Österreichischen Philatelistenklub säßen. Am 21.11.1895 trat er als Protest aus dem Verein aus.


    [Blockierte Grafik: http://666kb.com/i/b1rd9dud9y5c7fnmt.jpg]

    Ferrary eilt zur Hilfe!

    Das "Neue Wiener Journal", das sich ebenfalls mit der Friedl-Affäre beschäfigt hatte, bekam von Marquis Philipp la Renotière von Ferrary aus Paris ein Telegramm, in welchem dieser mitteilt, er betrachte die betreffenden Merkurmarken als zweifellos echt, sie seien vom gleichen Typus wie die, welche er seit seiner Kindheit besitze. Er habe die bezweifelten Merkure wegen Nuancenabweichungen in seine Sammlung aufgenommen und sei glücklich, dieselben dort zu bewahren. Er würde gewiß nie daran denken, sich von denselben zu trennen.

    An Ludwig Schwarz, den Leiter der Prüfungsstelle des Österreichischen Philatelistenklubs aber richtete Ferrary folgende Depesche: "Bierbrauer Herrn Ludwig Schwarz, Währing-Wien, Paris 41186-57, 29. November 10-40 M. – Empört über infame in Merkur Angelegenheit gegen lieben Freund Friedl gerichtete Intrige. Diese Marken sind meiner Ansicht nach unzweifelhaft echte Altdrucke. Zweifel entstand nur durch alberne aus französischer Quelle stammende Verleumdung*). Hoffe, Sie werden mit Ihrem stets abgegebenen so kompetenten Urteil gegen ungerechten Verdacht energisch einschreiten. – Höflichst grüßend Philipp la Renotière."

    Als Ludwig Schwarz bedauerte, diesem Wunsch nicht entsprechen zu können, depeschierte Ferrary u.a.: "Hoffe von Ihrer alten Freundschaft für guten Freund Friedl, … dass Sie ihm unter gegenwärtigen Intrigen nicht schaden."

    *) Anspielung auf ein Urteil des Altmeisters Moens, der die Friedl´schen Fälschungen als erster erkannte und sagte: "Ces timbres ne sont pas authentiques".


    [Blockierte Grafik: http://666kb.com/i/b1rdf8oazhlqfheud.jpg]

    Fortsetzung folgt!

  • Berni17
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    • 2. September 2008 um 07:46
    • #31

    Der Kampf geht weiter

    Inzwischen nahm das Prüfungskomitee des Österr. Philatelistenklub die Abstempelungen der Friedl´schen Merkure besser unter die Lupe und siehe da, sie entpuppten sich als falsch! Es handelt sich um folgende Stempel:

    [Blockierte Grafik: http://666kb.com/i/b1qr909n6dmc1o3fk.jpg]

    [Blockierte Grafik: http://666kb.com/i/b1rdv9i3declztysl.jpg]

    Überall ließen sich gegenüber den entsprechenden Originalstempeln auffallende Abweichungen feststellen. Ganz und gar aber hat sich der Fälscher verraten, als er den echten Stempel "J.R. Spedizione Gazette Venezia" nachahmen wollte und daraus "LESPEDIZIONE" machte, ein Wort, dass es im italienischen gar nicht gibt!

    [Blockierte Grafik: http://666kb.com/i/b1qr9jko5ov4e2ijk.jpg]

    Um aber einen unanfechtbaren Beweis zu haben ließ ein Mitglied des Österr. Philatelistenklubs, Dr. F. Mallmann, im "Austria Philatelist" (Nr. 1, 1896) folgende Anzeige erscheinen:

    [Blockierte Grafik: http://666kb.com/i/b1re2u675susrd011.jpg]

    Trotz der verlockenden Prämie konnte niemand ein solches Stück vorlegen.


    Schließlich wies die Prüfungsstelle nach, Friedl habe auch echte blaue Merkure auf ganzer Schleife verkauft (Krüse-Korrespondenz), deren Abstempelungen falsch waren, wahrscheinlich "um die falschen Abstempelung der falschen gelben, rosa und roten Merkure glaubwürdiger erscheinen zu lassen."

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    "Von den falschen Abstempelungen auf seinen Merkuren" – schreibt "Austria Philatelist" – hört Herr S. Friedl nicht gerne sprechen. Umso größeres Gewicht legen wir als Philatelisten auf dieselben. Mit dem Brusttone der Überzeugung ruft Herr Friedl in seiner "Weltpost" aus: "Sind die Marken echt, so sind es auch die Abstempelungen". Ohne die nach unserer Ansicht falsche Prämisse zu berücksichtigen, möchten wir fragen, mit welcher Logik Herr Friedl zu dieser Schlussfolgerung gelangt?"

    Fortsetzung folgt!

  • ramhto
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    • 2. September 2008 um 12:34
    • #32

    Type IIa ?
    Unglücklich gestempelt, aber vielleicht doch die gesuchte Type?

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  • Berni17
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    • 2. September 2008 um 14:26
    • #33

    Friedls berühmte III. Type

    Um die Echtheit der von ihm verkauften Merkure glaubwürdiger erscheinen zu lassen, hat sich Herr Friedl genötigt gesehen, eine III. Type der Merkure aufzustellen, und es ist ihm damit gelungen, eine ihm vielleicht nicht unangenehme Verwirrung anzurichten. Durch die Fälschung der Merkure auf dem Wege photomechanischer Reproduktion musste gezwungenermaßen eine neue Type entstehen. Da die Herstellung der Klischees und des Druckes bei diesen Marken eine ziemlich primitive war. So hat ein jeder Merkur seine besonderen kleinen Abweichungen in der Zeichnung.

    Wird nun ein solcher Merkur zum Zwecke der Reproduktion fotografiert, so müssen die zufälligen Zeichnungsunterschiede des einzelnen Stückes für die durch das resultierende Klischee erzielten Drucke zu typischen werden. So ist es auch mit den Friedl´schen Merkuren gegangen: Der Fälscher benutzte zum Zwecke der fotografischen Reproduktion einen Merkur, der zufällig diejenigen Unterschiede in der Zeichnung hatte, welche sich jetzt bei allen Friedl´schen Merkuren als typische nachweisen lassen.

    Dazu kommen noch diejenigen Unterschiede in der Zeichnung, welche das Resultat des mangelhaft durchgeführten fotomechanischen Verfahrens sind, (zB Verätzung und Verbreiterung der Linien, Ätzrand usw.) die für die Friedl´schen Merkure ebenfalls typisch sind!

    Das Urteil der Prüfungskommission

    In der Aprilausgabe des "Austria-Philatelist" von 1896 wurde folgendes Endresultat bekannt gegeben:

    Alle aus den sogenannten Friedl´schen Funden stammenden roten, rosaroten und gelben Merkure sind raffinierte Fälschungen, sowohl was Marke als auch was Abstempelung anbelangt.

    Das Gewitter entladet sich!

    Diesem herben Schlag folgte schon im August desselben Jahres ein zweiter, indem in der Angelegenheit Friedl-Amann (Bregenz) alle zur Begutachtung vorgelegten 35 Friedl´schen Merkure mit Ausnahme der blauen von den Sachverständigen der Wiener k u. k. Hof- und Staatsdruckerei als falsch erklärt wurden.

    Es konnten Nachahmungen rosa und gelber Merkurmarken in Type I, roter und gelber Merkure in Type II konstatiert werden.

    Letztendlich wurde Sigmund Friedl am 11.03.1899 durch den Obersten Gerichtshof in Wien verurteilt, dem Kläger Eduard Horak, Graz, für die am 16.02.1894 an ihm gelieferten zwei rote Merkure, weiters am 17.03.1894 an ihn verkaufte weitere 2 rote Merkure (Tete-beche) und einen rosa Merkur, den Kaufpreis samt Zinsen zurückzuzahlen, da sich diese Marken als Fälschungen entpuppt haben.

    In der Aprilnummer 1899 des "Austria Philatelist" spendet Hans Kropf, von dem der Kampf ursprünglich ausgegangen war, unter dem Titel "Das Ende vom Lied" allen jenen seinen Dank, die Friedls Behauptungen von der Echtheit seiner Merkure zu Nichte Machen halfen sowie jenen, die sich durch nichts verblenden ließen.

  • Berni17
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    • 2. September 2008 um 14:34
    • #34

    Auch Rudolf Friedl, der Bruder Sigmunds, muss daran glauben!

    Unter "Streiflichter" finden wir im Juniheft 1899 des Austria Philatelist noch folgende Zeilen: Die Ersatzgeschichte des roten Merkurs seitens Rudolf Friedls. Zu der Verurteilung des Herrn Rudolf Friedl, 800 fl. (Gulden) oder einen echten Merkur zu liefern, kann ich Ihnen mitteilen, dass mir ein guter Freund aus Ihrer Stadt folgende Annonce zusandte:

    [Blockierte Grafik: http://666kb.com/i/b1ropqgaqc6jpyuk1.jpg]

    Wer lacht da? Ob sich Rudolf Friedl auch bei dieser Gelegenheit einige Friedl-Typen à 500 fl. angeschafft hat? Ich bezweifle es. In diesem Falle dürfte er den genauen Unterschied gekannt haben zwischen Original und Friedl-Type. Oder war er so nobel und hat seinem Bruder Sigmund die Rückerstattung durch Ankauf der Friedl-Typen erleichtert?

    Fortsetzung folgt!

  • Berni17
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    • 2. September 2008 um 14:42
    • #35

    Wie entstanden die Fälschungen?

    Wenn auch der Österreichische Philatelistenklub Friedl energisch an den Leib ging, so hat ihn doch eine gewisse Scheu davon zurückgehalten, den letzten entscheidenden Schritt zu tun und die Strafanzeige zu erstatten. Die Peson des Fälschers und die Entstehungsgeschichte der Friedl´schen Merkure wird also wohl auf immer in Dunkel gehüllt bleiben.

    Eine Interessante Vermutung äußert diesbezüglich der berühmte Wiener Sammler Josef Sturany in der Zeitschrift "75 Jahre österreichische Briefmarke" (Verlag "Die Postmarke", Wien) er schreibt:


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    Ich hoffe, dass ich mit diesem Thema einen geschichtlich interessanten Beitrag vermitteln konnte.

    Quellen: Austria Philatelist, 1895 S. 457f, S 502ff; Donaupost Heft-Nr. 10 (1941), Die Briefmarke Nr. 3/2007

  • bayern klassisch
    Gast
    • 2. September 2008 um 14:48
    • #36

    ... das ist einfach nur KLasse ...

    Ich habe zwar nur einen blauen auf Zeitung, aber hier viel dazu gelernt.

    Vielen Dank und liebe Grüsse sagt bayern klassisch

  • Eddy
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    • 20. Oktober 2008 um 23:07
    • #37

    Hallo Nimrod u. andere Merkurspezialisten
    habe hier auch ein paar Merkure, wie sind sie einzuordnen???
    Fälschungen, Nachdrucke od. Originale
    Danke
    Eddy

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    Einmal editiert, zuletzt von Eddy (20. Oktober 2008 um 23:22)

  • Nimrod
    Gast
    • 21. Oktober 2008 um 18:29
    • #38

    Die gestempelte blaue Merkur ist eine Type Ib. Sie ist auch vom Ferchenbauer signiert. Eigentlich nichts besonderes, aber sie hat wohl einen L&V Stempel...damit wertet sie schon ´mal ein bisschen besser. Leider ist der Stempel nicht mehr gut lesbar. Aufgrund des unsauberen Stempels und sehr engen Schnitt links, wird das Stück wohl nur noch 15 - 30 Euro Realpreis hergeben.

    Die anderen Merkure sind allesamt Neudrucke in Type IIb. Ich tippe mal auf 1894 wegen dem durchscheinendem Druck. Leider sind die Marken rückseitig nicht mehr optimal erhalten (was gerade bei Neudrucken sehr wichtig ist). Wenn es tatsächlich der 1894er Neudruck ist, mehr als 5 - 10 Euro kostet der Satz in dieser Form sicher nicht mehr.

  • Berni17
    aktives Mitglied
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    17. Februar
    • 26. Dezember 2009 um 10:08
    • #39

    In den vergangenen Wochen habe ich mich wieder näher mit den Merkurfälschungen beschäftigt und konnte in weitere Folge interessante historische Quellen ausfindig machen.

    In der April Ausgabe des Austria Philatelist von 1899 (Das Ende vom Liede) schreibt H. Kropf folgendes dazu:

    Mein Freund Horak und einige weitere Kläger haben mit zähem Willen ihr Werk glücklich durchgesetzt und der noch zähere Widerstand des Merkurlieferanten Sigmund Friedl in Wien ist durch den letztrichterlichen Ausspruch vollständig gebrochen.

    Es sind so viele Mitarbeiter, welche an dem Endresultate Antheil haben, dass es mir momentan absolut unmöglich ist, alle namentlich anzuführen, um im Namen der österreichischen Philatelisten speciell und im Namen der Markensammler überhaupt herzliche Dankesworte auszurufen; diese ganze Angelegenheit werde ich auf andere Weise zu verewigen suchen.

    Mit dem heutigen Schlusssteine in dieser Fälscheraffaire der österreichischen Merkure drängt es mich aber, als ersten Urheber der Bekanntmachung allen jenen Dank zuzurufen, welche der Sache behilflich waren, ob nun durch Forschung, Material, Besprechung oder Veröffentlichung, allen jenen Dank, welche die Behauptungen Friedl´s von der Echtheit seiner Verkaufsobjecte zu Nichte machen halfen, und welche sich durch Nichts verblenden liessen.

    Waren es doch im Anfange zahlreiche gute Freunde, die trotz klaren Beweises den Lieferanten in Schutz nahmen und wenn man heute die Telegramme und Betheuerungen Ferrary´s zur Hand nimmt, so muss jeder - wenn er es nicht schon früher gethan hat - das blinde Vertrauen bewundern, das für den "lieben und guten Freund" doch etwas zu übertrieben gewesen zu sein scheint.

    Siehe dazu die nachfolgenden Urteile des kk Bezirksgerichtes Döbling, kk Oberlandesgerichtes Wien sowie des kk obersten Gerichtshofes.

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    Wünsche allen Mitgliedern des Philaforums noch angenehme Feiertage sowie einen guten Rutsch ins Neue Jahr


    Quelle: Austria Philatelist, April 1899 - Das Ende vom Liede v. H. Kropf

  • bayern klassisch
    Gast
    • 26. Dezember 2009 um 10:40
    • #40

    Hallo liebe Österreich - Fraktion,

    was war das denn? Hätte da nicht auch ein Merkur drauf gehört?

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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