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Baden <-> Braunschweig

  • balf_de
  • 15. Dezember 2010 um 22:14
  • balf_de
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    26. August 1943 (82)
    • 15. Dezember 2010 um 22:14
    • #1

    Hallo zusammen !

    Wenn ich mir diesen Brief ansehe, dann weiß ich wieder, warum ich mich so lange standhaft geweigert habe, meine Heimatsammlung „Heidelberg“ auch auf die Vormarkenzeit auszuweiten. Wie übersichtlich sind doch meine Markenbriefe, wenn ich sie mit dem hier gezeigten vergleiche!

    Die gesamte Adressseite der Briefhülle ist voll beschrieben – trotzdem lässt sich das Datum nicht ermitteln. Der rote Heidelberg-Stempel (1406-10, 05716) weist auf die Zeit um 1840 hin.

    Relativ gut erkennen kann ich, dass es sich um einen Postvorschuss-Brief handelt; der Empfang von 38 Gulden und 36 Kreuzer wurde von einem Herrn Beffmann (?) quittiert.
    Adressiert ist der Brief
    „An ein hohes Oberappellations-Gericht des Herzogthums Braunschweig und der Fürstenthümer Waldeck und Pyrmont, Lippe und Schaumburg-Lippe in Wolfenbüttel“
    Ergänzt wird das ganze durch den Zusatz:
    „mit 1 Aktenpaquet in Wachsleinwand gez.: H.O.G.“

    Nach der Abkürzung habe ich gesucht: am besten gefällt mir die „Harley-Davidson Owners Group“, auch der Flughafen Holguin in Kuba steht zur Wahl oder die „Hermann Oberth Gesellschaft“ – aber so richtig passend sind die Möglichkeiten nicht .... :oneien:

    Völlig überfordert bin ich aber von sämtlichen vermutlich ehemals roten, jetzt braunen Taxvermerken. Bestimmt war die Umrechnung des Vorschussbetrags in die Braunschweiger Währung (Thaler und Gute Groschen) kompliziert und fehlerträchtig; vermutlich wurde der einzuziehende Betrag auch mehrfach korrigiert.

    Eines weiß ich sicher: wenn sich hier im Forum niemand findet, der das Chaos entziffert, dann wird der Brief wohl ewig sein Geheimnis bewahren.

    Auf der Siegelseite ist eigentlich nur das Siegel selbst erwähnenswert: klar erkennbar ist der Heidelberger Löwe, der eine Waage trägt – also ein juristisches Wappen -, lesbar sind die Bruchstücke „Sigillum Pal (atinum ?)“ und „Heidelbergensis“; aber in der kurpfälzischen Zeit Heidelbergs gab es den roten Poststempel sicher noch nicht.

    Ich bin gespannt auf euere Interpretationen und freue mich über jede Stellungnahme!

    Viele Grüße
    balf_de

  • Magdeburger
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    • 16. Dezember 2010 um 08:59
    • #2

    Lieber Balf_de

    die Abkürzung wird für Hohe Oberappellations-Gericht stehen.

    Der Brief selbst wog 7/8 Loth - links oben vermerkt.
    Weiterhin ist "132 Pfund = 32 Gulden 36 Kreuzer Postvorschuß erhalten (Unterschrift)" angegeben worden. Also ein richtig schweres Aktenpaket.

    Ich denke, er wird von Baden über Thurn und Taxis + Hannover nach Braunschweig gelaufen sein.

    Als erstes wurden 584 1/4 gute Groschen - dann 623 3/4 gute Groschen und schlußendlich 663 3/4 gute Groschen = 27 Reichsthaler 15 gute Groschen 9 Pfennige notiert.

    Jetzt zur Umrechnung, wo ich mir nicht sicher bin.
    Normalerweise kenne ich den Wert 4 Kreuzer = 1 Guter Groschen.

    Weiterhin galt jedoch auch folgendes:
    1 Thaler = 30 Silbergroschen (=360 Pfennige) = 24 gute Groschen (=288 gute Pfennige) = 105 Kreuzer. Nach dieser Aufstellung wäre 1 guter Groschen 4,375 Kreuzer.

    Mehr fällt mir dazu leider momentan nicht ein....

    Mit freundlichem Sammlergruss

    Ulf

    Suche Belege von Magdeburg bis 31.12.1867 sowie Belege mit Packkammerstempel

  • bayern klassisch
    Gast
    • 16. Dezember 2010 um 10:01
    • #3

    Lieber balf_de,

    weiter als der liebe Ulf komme ich leider auch nicht bei dem Brief, weiß aber, dass du eine ziemliche Rarität an Land gezogen hast.

    Die "Dinte" war gelegentlich auch mal sepia damals, so dass ich nicht glaube, dass hier ein lagerungsbedingter Farbwechsel stattgefunden hat.

    Fahrpostbriefe von Baden nach Braunschweig dürften handverlesen sein.

    Vlt. kann Han Vermeulen etwas mehr dazu sagen? Bei der nächsten ARGE Sitzung in KA würde ich ihn mal mitnehmen und ein paar Farbkopien vorher machen. Schaden kann es nicht ...

    Liebe Grüsse von bayern klassisch, der weiß, warum er keine Fahrpost sammelt ... ;)

  • balf_de
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    26. August 1943 (82)
    • 16. Dezember 2010 um 11:50
    • #4

    Lieber Ulf !

    Herzlichen Dank für Deine Hilfe – Du hast das “Geheimnis” weitestgehend gelöst ….

    Zitat

    Original von Magdeburger
    die Abkürzung wird für Hohe Oberappellations-Gericht stehen.


    Eigentlich schade, das mit den Motorrädern wäre doch ein sensationeller Fund gewesen – die Geschichtsbücher müssten neu geschrieben werden ... :D

    Zitat

    Original von Magdeburger
    Der Brief selbst wog 7/8 Loth - links oben vermerkt.
    Weiterhin ist "132 Pfund = 32 Gulden 36 Kreuzer Postvorschuß erhalten (Unterschrift)" angegeben worden. Also ein richtig schweres Aktenpaket.


    Und ein unglaublich teueres dazu. Das war ja damals ein kleines Vermögen, das für den Transport eines Aktenpakets zu bezahlen war.

    Zitat

    Original von Magdeburger
    Ich denke, er wird von Baden über Thurn und Taxis + Hannover nach Braunschweig gelaufen sein.


    Welchen Anteil am großen Kuchen diese Posten abgezweigt haben, das werden wir wohl nie ergründen – eine Notierung in anderer Schrift ist jedenfalls nicht zu finden.

    Zitat

    Original von Magdeburger
    Als erstes wurden 584 1/4 gute Groschen - dann 623 3/4 gute Groschen und schlußendlich 663 3/4 gute Groschen = 27 Reichsthaler 15 gute Groschen 9 Pfennige notiert.


    Das stimmt genau: 27 (Thaler) mal 24 (Gute Groschen) mal 12 plus 15 (Gute Groschen) mal 12 plus 9 (gute) Pfennige ergeben genau 7965 Pfennige oder 663,75 Gute Groschen in der bis 1858 gültigen Braunschweiger Währung.

    Zitat

    Original von Magdeburger
    Jetzt zur Umrechnung, wo ich mir nicht sicher bin.
    Normalerweise kenne ich den Wert 4 Kreuzer = 1 Guter Groschen.


    Wenn ich die badischen 2316 Kreuzer (38 mal 60 plus 36) durch die 663,75 Gute Groschen teile, komme ich auf einen Umrechnungsfaktor von knapp 3,49. Geht man davon aus, dass man statt mit Excel und Taschenrechner mit einem Abakus rechnete, dann sieht dieser Wert dem Umrechnungskurs zum preussischen Silbergroschen doch sehr ähnlich.
    In meinem alten Grobe-Katalog steht bei der Braunschweiger Währungsbeschreibung folgendes: „Im Postvereinsverkehr Tarif in preußischen Silbergroschen“. Zwar ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass mein Brief in der Zeit des Postvereins lief, aber vielleicht galt eine ähnliche Regelung ja auch schon früher. Aber logisch ist das alles nicht ....

    Lieber bayern klassisch !

    Zitat

    Original von bayern klassisch
    ..... der weiß, warum er keine Fahrpost sammelt ... ;)


    Ja, das kann ich auch gut nachvollziehen! Dabei fällt mir ein, dass bei der Fahrpost auch während der Markenzeit noch häufig die alten Stempel weiterverwendet wurden. Vielleicht stammt der Brief ja doch aus der Zeit des Postvereins?
    Jedenfalls auch an Dich vielen Dank für Deine Hilfe – Deinen Rat werde ich jedenfalls befolgen!

    Liebe Grüße
    balf_de

  • Magdeburger
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    • 16. Dezember 2010 um 13:19
    • #5

    Lieber Balf_de

    die 663 3/4 gute Groschen waren die Gesamtgebühr, welche in Wolfenbüttel zu zahlen war.
    Da das Empfängergericht sowohl für Braunschweig und für einige taxischen Gebiete zuständig war (zumindestens läßt sich dies aus der Anschrift lesen) könnte die taxische + Braunschweiger Taxe zusammengefasst sein. Auch war es von Wolfenbüttel aus gesehen nicht weit zum hannoverischen Lande.

    Entscheidend ist die erste Notierung von 584 1/4 gute Groschen.
    Dieser Wert ist Baden zuzuordnen. Darin müssen die 38 Gulden 36 Kreuzer Postvorschuß enthalten sein.

    Rechnet man mit 4 Kreuzer = 1 guter Groschen ergibt sich für dem Postvorschuß von 2316 Kreuzer / 4 = 579 gute Groschen.

    Die Differenz von 5 1/4 gute Groschen = 21 Kreuzer müssten die Beförderungsgebühr bis zur Badisch/taxischen Genze und die Versicherungsgebühr enthalten.

    Ich glaube eher an der Umrechnung von 4,375 Kreuzer = 1 guter Groschen. Zur besseren Rechnung bin ich immer von 24 gute Groschen = 105 KReuzer ausgegangen.

    Dann sind die 2316 Kreuzer etwa 529 gute Groschen 4 Pfennige - die Differenz zu den 584 1/4 ist zwar recht hoch mit 54 gute Groschen 11 Pfennige, was wiederum ca 240 Kreuzer wären.
    Diesen Wert könnte ich mir jedoch deutlich besser vorstellen. Bezahlt werden mußte ja die Beförderung + Versicherung.

    Die Differenz 623 3/4 - 584 1/4 = 39 1/4 guter Groschen denke ich ist für Hannover und 663 3/4 - 623 3/4 = 40 gute Groschen dann für Taxis + Braunschweig.

    Versuche ich die Gesamtsumme wieder in Kreuzer umzurechnen, erhalte ich 2903 Kreuzer (48 Gulden 23 Kreuzer)

    Nimm es nicht so genau, ich kann auch total daneben legen...

    Mit freundlichem Sammlergruss

    Ulf

    Suche Belege von Magdeburg bis 31.12.1867 sowie Belege mit Packkammerstempel

  • balf_de
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    26. August 1943 (82)
    • 16. Dezember 2010 um 21:09
    • #6

    Lieber Ulf !

    Mir gefällt Deine Rechnung gut: dann waren die gestrichenen Notierungen keine Rechenfehler sondern die Umrechnung des von der badischen Post verauslagten Vorschusses und im zweiten Schritt erhöht um die Taxis-Gebühr.

    Ich denke, wir können den Brief damit vorläufig "abhaken" - falls der von @bayern klassisch vorgeschlagene Fahrpost-Experte mehr dazu weiß, werde ich darauf zurückkommen.

    Absichtlich habe ich den Thread "Baden <-> Braunschweig" genannt. Vielleicht zeigt jemand einen Brief nach Baden? Vielleicht nach Heidelberg (ich habe mich entschlossen, auch incoming mail zu suchen)

    Nochmals Danke und viele Grüße
    balf_de

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