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Die chemische Untersuchung des Auslandbriefverkehrs während des II. Weltkrieges

  • mx5schmidt
  • 1. Dezember 2010 um 22:20
  • mx5schmidt
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    • 4. April 2011 um 22:14
    • #61

    Postkarte mit Zusatzfrankatur aus Ungarn mit Tagesstempel 13.02.1941 entwertet, gelaufen über die ABP Wien, wo ein Maschinenprüfstempel in rot, Landsmann GPM1.2, mit vier gleich langen Linien sowie Schrift in Antiqua abgeschlagen wurde.

    An Prüfervermerken finden sich ein handschriftlicher Vermerk sowie drei Prüferstempel.

    Die chemische Untersuchung erfolgte vorderseitig durch senkrechten, rückseitig durch waagerechten Pinselstrich mit einer Chemikalie, die selbst unsichtbar bleibt, aber die Tinte der Beschriftung etwas verwischte.

    Liebe Grüße
    mx5schmidt

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  • mx5schmidt
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    • 5. April 2011 um 22:36
    • #62

    Eine eher seltenere Destination im Auslandsverkehr des Deutschen Reiches dürfte wohl auch das Fürstentum Liechtenstein darstellen!

    Als Frankatur diente hier zeitgemäß, aber sicherlich nicht allzu alltäglich, eine MiF bestehend aus einem 1 Pf Wert der DS AH sowie einer Sondermarke zum 54. Geburtstag von AH zu 24 Pf + 76 Pf Zuschlag.

    Dieser Brief von einem bekannten Briefmarkenhaus als Absender wurde am 23.09.1944 in Lorch aufgegeben und lief über die ABP München, wo vorderseitig insgesamt vier vierstellige Prüferstempel abgeschlagen wurden, zwei in rot, einer in blau sowie einer in blauviolett.

    Der Brief wurde linksseitig geöffnet und per Verschlußvorrichtung mit senkrechter Riffelung wieder verschlossen, was per Maschinenstempel "Ag" in schwarz, Landsmann DPB2.1, dokumentiert wurde.

    Die chemische Untersuchung erfolgte vorderseitig per Pinselstrich diagonal von links oben nach rechts unten, rückseitig ebenso von links unten nach rechts oben.

    Liebe Grüße
    mx5schmidt

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  • mx5schmidt
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    • 6. April 2011 um 21:45
    • #63

    Dieser Brief per Einschreiben, aufgegeben am 27.03.1944 in Zagreb, Kroatien, gelaufen in die Steiermark, mit rückseitigem Ankunftstempel MITTERDORF im MÜRZTHALE vom 4.IV.44 trägt eine sehr ausgefallene Kombination an Prüfmerkmalen:

    Der Beleg wurde linksseitig geöffnet und per neutralem braunem Streifen, Landsmann GV6.5, wieder verschlossen.

    Als Prüfstempel wurde hier der violette Handdurchlaufstempel, Landsmann GD1.3.3, als Prüfstempel, Landsmann GP5.3.3, verwendet.

    Dieser Handdurchlaufstempel mit verzierten Buchstaben, rechts eingekerbt, wurde laut Landsmann ausschließlich im März 1944 als Prüfstempel in Kombination mit der neutralen Banderole verwendet und ist daher als solcher eingesetzt bereits "schwer zu finden"!

    Hier wurde diese Kombination auf einem Brief verwendet, der zusätzlich noch der chemischen Untersuchung zugeführt wurde, wobei vorderseitig von links oben nach rechts unten ein schmaler Pinselstrich mit einer grauen Chemikalie, rückseitig von links unten nach rechts oben ein schmaler Pinselstrich in verdünnter blauer Tinte angewendet wurde.

    In dieser Kombination ist der Beleg sicherlich zumindest als "selten", wenn nicht sogar als "sehr selten" einzustufen und ich bin überglücklich, diesen hübschen Beleg für meine Sammlung bekommen zu haben und ihn hier präsentieren zu können.

    Liebe Grüße
    mx5schmidt

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  • mx5schmidt
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    • 10. April 2011 um 17:36
    • #64

    Diese Postkarte per Eilzustellung in die Schweiz wurde am 01.07.1918 geschrieben und in Straßburg aufgegeben. Das Porto setzt sich zusammen aus 10 Pf für die Postkarte ins Ausland sowie 25 Pf für die Eilzustellung.

    Die Karte wurde in der Auslandspostüberwachungsstelle Straßburg geprüft, worauf ein Ovalstempel, Riemer 40, hinweist.

    Dann erfolgte vorderseitig diagonal von links unten nach rechts oben, rückseitig diagonal von links oben nach rechts unten eine chemische Untersuchung mit einer Chemikalie, die das Papier aufhellte.

    Die Sendung kam bereits am 03.07.1918 in ihrem Bestimmungsort Zürich an, wo ein TSt "EILDIENST & FÄCHER" abgeschlagen wurde.

    In dieser Kombination wohl eher selten bis sehr selten zu finden!

    Liebe Grüße
    mx5schmidt

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  • m.w.myname
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    • 17. April 2011 um 10:51
    • #65

    Hallo Zensurpostsammler,
    die unten gezeigte Karte vom 2. 4. 1943 aus Madrid nach Zürich durchlief die
    Auslandsbriefprüfstelle in Paris (Kennbuchstabe x). Nachdem im Herbst 1942
    auch der südliche Teil Frankreichs von den Deutschen besetzt wurde, spricht
    man von einer "Auslandsbriefprüfstelle Paris". Siehe dazu die Literatur von
    Riemer und Landsmann.
    Die Karte wurde zunächst von einer spanischen Dienststelle in Madrid geprüft.
    Dazu gehört auch der Prüferstempel 154 (siehe auch Prüfstempel).
    Am Oberrand erkennt man den Prüfstempel der ABP Paris mit dem Kennbuch-
    staben x ich rotbrauner Farbe. Links unten sind handschriftliche Prüferver-
    merke zu sehen. Eine chemische Untersuchung auf Geheimschrift dokumen-
    tiert der Farbstrich von links unten nach rechts oben. Diese sind bei Belegen,
    die in Paris geprüft wurden, nicht allzu häufig anzutreffen

    m.w.myname

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    Überblick: http://www.phila-wietz.de (mit Beispielsammlungen)

  • mx5schmidt
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    • 17. April 2011 um 21:29
    • #66

    Hallo m.w.myname,

    wieder einmal ein Traumbeleg zum Thema!!!

    So lernt man gerne dazu in der Hoffnung, solch ein hübsches ausgefallenes Stück dann vielleicht auch einmal selbst ausfindig zu machen.

    Heute geht es meinerseits weiter mit diesem schönen Stück mit reichlich chemischer Zensur, frisch aus der elektronischen Lagune gefischt:

    Postkarte, aufgegeben am 12.06.1944 in MALMÖ in Schweden, adressiert nach "Wien Tyskland".

    Der Beleg lief über die für die Überprüfung der Post aus Schweden zuständige ABP Berlin, wo ein Handprüfstempel in rot "geprüft" mit Tilde (linker Bogen nach unten), Adlerschwingen zeigen links auf "ko", rechts auf "rm", Landsmann BP4.3, wie er von April 1944 bis März 1945 üblich war, abgeschlagen wurde.

    Die chemische Untersuchung erfolgte vorderseitig durch einen waagerechten, aufhellenden Pinselstrich sowie einen diagonalen Pinselstrich in blauer Tinte von links unten nach rechts oben in der linken oberen Ecke, rückseitig durch drei Pinselstriche diagonal von links oben nach rechts unten mit der aufhellenden Chemikalie, verdünnter blauer Tinte sowie einer fast unsichtbaren Chemikalie.

    Liebe Grüße
    mx5schmidt

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  • m.w.myname
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    • 18. April 2011 um 08:54
    • #67

    Hallo mx5schmidt,
    es wäre wirklich mal interessant zu erfahren, wonach genau mit den unter-
    schiedlichen Tintenfarben gesucht wurde. Es gibt offenbar Geheimschriften
    der unterschiedlichsten Art.
    Der Clou wäre, wenn wir mal einen Beleg finden, der von einer ABP positiv
    geprüft wurde. Das wird jedoch wohl ein Wunschtraum bleiben

    mit den besten Grüßen

    Michael

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  • mx5schmidt
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    • 21. April 2011 um 22:18
    • #68

    Hallo Michael,

    ich stimme Dir zu, einen positiv geprüften Beleg werden wir leider nie finden, denn solche Belege wurden mit einer Wahrscheinlichkewit von 1:100.000 gefunden und mußten laut ABP-interner Anweisung als Sendungen aus dem Ausland vernichtet und als Sendungen aus dem Deutschen Reich der Gestapo zur Absenderfeststellung und -überprüfung übergeben werden.

    Zu den für die Geheimschriften sowie zur Analyse derselben in der ABP eingesetzten Chemikalien werde ich hier ergänzend zu dem hier bereits vorgestellten Thema Geheimschrift in Tintenkiller sowie Überprüfung mit blauer Tinte schon bald weiteres berichten können!

    Heute ein weiteres in der elektronischen Lagune für relativ sehr kleines Geld erstandenes hübsches Stück mit Doppelzensur sowie chemischer Untersuchung mit gleich vier verschiedenen Chemikalien, dabei der bereits diskutierten verdünnten blauen Tinte vorder- sowie rückseitig, was will man mehr!

    Brief, frankiert als EF mit einer spanischen Luftpostmarke zu 2 Pesetas, entwertet 10. ENE 44 gleich 10.01.1944, denn "Enero" ist Spanisch für "Januar".

    Der Beleg wurde in der Zensurstelle Barcelona rechtsseitig geöffnet und per grauem Verschlußzettel "CENSURA GUBERNATIVA" , also nach erfolgter Zensur durch eine Regierungsdienststelle, wieder verschlossen, was sowohl vordersetig wie rückseitig per Rahmenstempel dokumentiert wurde.

    Rückseitig wurde der Beleg dann in der ABP Berlin geöffnet und per in dieser ABP gängiger Banderole, Landsmann BV3.2, Riemer B-55, wieder verschlossen, was per Handprüfstempel "geprüft", Kennbuchstabe "b" links und rechts, mit steiler Tilde, dokumentiert wurde.

    Die chemische Untersuchung erfolgte vorderseitig diagonal von links oben nach rechts unten mit gleich vier verschiedenen Chemikalien, rückseitig waagerecht mit zwei verschiedenen Chemikalien.

    Liebe Grüße
    mx5schmidt

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    Einmal editiert, zuletzt von mx5schmidt (21. April 2011 um 22:21)

  • m.w.myname
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    • 23. April 2011 um 08:49
    • #69

    dieser Beitrag besteht bereits

    m.w.myname

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    Einmal editiert, zuletzt von m.w.myname (23. April 2011 um 08:55)

  • mx5schmidt
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    • 26. April 2011 um 21:58
    • #70

    Am Karfreitag beim Großtauschtag in Bad Rothenfelde fiel mir ziemlich zum Ende des Tauschtages bei einem Händler dieser Beleg in die Hände, der mit 6 Euro für einen Beleg mit Doppelzensur wie ich fand durchaus moderat ausgepreist war und den ich deshalb sofort erstanden habe.

    Es handelt sich um einen portofreien Kriegsgefangenenbrief, geschrieben auf dem entsprechenden amerikanischen Vordruck.

    Die Militärzensur der USA dokumentiert ein lila Prüfstempel "U. S. ARMY / P/W / EXAMINER" im Doppeloval.

    Die deutsche Zensur wurde dokumentiert durch einen roten Handprüfstempel von 30 mm Durchmesser "Zensurstelle / geprüft" mit dem Kennbuchstaben "h".

    Dieser laut Landsmann "schwer zu findende" Handprüfstempel, Landsmann HP2.1, wurde von Dezember 1944 bis März 1945 in der ABP Hof benutzt.

    Die ABP Hof entstand laut Landsmann durch die Auslagerung einer Abteilung der ABP Berlin, nachdem die ABP Berlin nach schweren Bombardierungen Berlins schwer geschädigt worden war. Dabei entschied man sich, den Teil, der sich mit der Überprüfung von Kriegsgefangenenpost aus dem Ausland nach Deutschland befasste, nach Hof zu verlagern.

    Kurz vor Kriegsende wurde dieser Handprüfstempel durch Aptierung von "b" in "h" angepasst, was man noch deutlich erkennt!

    Mit diesen Merkmalen erschien mir dieser Beleg bereits als recht guter Einkauf!

    Zu Hause öffnete ich das gute Stück dann und sah mir auch den Inhalt dieses Faltbriefes an.

    Demnach wurde der Brief am 01.11.1944 geschrieben von einem Sanitätsobergefreiten "Walter Haendler", der sich im Lager "Natousa" in "ORAN / ALGERIA" aufhielt.

    Im Text wurden zwei Zeilen geschwärzt, vermutlich von der amerikanischen Zensur im Lager.

    Ferner wurden innen zwei Pinselstriche mit verschiedenen Chemikalien als chemische Zensur angebracht, weshalb dieser Beleg unerwarteterweise jetzt in diesen Thread passt.

    Mit Kenntnis dieses zum Thema passenden "Innenlebens" des frisch erstandenen Beleges hätte ich locker und sehr gerne auch das Zehnfache des Kaufpreises dafür hingelegt!

    Ein weiteres absolutes Highlight für die Sammlung zur chemischen Untersuchung durch ABP während des Zweiten Weltkrieges und gleichzeitig die erste Dokumentation dieses Verfahrens bei der ABP Hof und ich bin fast sicher, dass nicht allzu viele weitere Belege dieser Art hinzu kommen werden, denn dieses Teil ist "echt cool".

    Liebe Grüße
    mx5schmidt

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  • mx5schmidt
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    • 29. April 2011 um 21:50
    • #71

    Diesen Beleg erhielt ich heute per Post zugeschickt, er wurde nach dann doch relativ hartnäckigem Bieterkampf von mir frisch in der elektronischen Lagune abgefischt:


    Postkarte mit Eindruck eines 6 Pf Wertes der DS AH sowie Zusatzfrankatur eines 10 Pf Wertes der DS AH zur portogerechten Abdeckung des nach Finnland seit 01.04.1942 geltenden Inlandtarifes von 6 Pf sowie 10 Pf als Luftpostzuschlag.

    Der Beleg lief über die ABP Berlin, wo ein Handprüfstempel Landsmann BP4.15 in rot abgeschlagen wurde. Der Einsatz dieses Stempels ist nur von Juni 1944 bis Dezember 1944 belegt, wobei dieser Stempel laut Landsmann ab September 1944 evtl. in Hof verwendet worden sein soll.

    Bei dieser Karte, die am 13.07.1944 aufgegeben wurde, handelt es sich jedoch mit Sicherheit noch um eine in der ABP Berlin durchgeführte Zensur.

    Der Beleg zeigt vorderseitig rechts unten einen leider etwas schwach abgeschlagenen finnischen Zensurstempel. Es wurde also eine Doppelzensur sowohl im Abgangsland Deutschland als auch im Empfangsland Finnland durchgeführt.

    Der Text ist auf "Schwedisch", worauf der Absender vorschriftsgemäß ausdrücklich hinwies!

    Vorderseitig von links oben nach rechts unten sowie rückseitig von links unten nach rechts oben erfolgte eine chemische Untersuchung mit jeweils zwei verschiedenen Chemikalien.

    Und jetzt kommt der absolute Clou, den ich so noch nie gesehen habe:

    Die Frankatur wurde mit einem TSt "NIEMECK 13.7.44 - 17" entwertet.

    Im Adreßfeld wurde wie vorgeschrieben als Nachweis der Einlieferung am Postschalter nach erfolgter Identitätsprüfung ein TSt "NIEMECK 13.7.44 4-5 N mit Kennbuchstabe "a"" abgeschlagen!!!

    Der vorgeschriebene zweite Stempelabschlag war wohl bei der Annahme der Sendung am Schalter zunächst vergessen worden und erfolgte daher nicht mit demselben Stempel wie eigentlich üblich, sondern wurde im Innendienst nachgeholt!

    In dieser Kombination handelt es sich somit mit Sicherheit ein Unikat und der erbitterte Bieterkampf in der elektronischen Lagune hat sich einmal mehr gelohnt!

    Liebe Grüße
    mx5schmidt

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    Einmal editiert, zuletzt von mx5schmidt (29. April 2011 um 21:57)

  • tigo
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    • 30. April 2011 um 10:04
    • #72

    hallo mx5schmidt !

    Auf diesem Zensur-Brief hier sind auch vorne und hinten ominöse
    Streifen. Ist das auch chemische Geheimschrift-Suche ?

    der tigo

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    GRAMMATIK GELERNT BEI YODA ICH HABE ! [Blockierte Grafik: http://www.phemily.de/yoda.jpg]

  • mx5schmidt
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    • 30. April 2011 um 12:18
    • #73

    Hallo tigo,

    ganz genau, dieser Brief wurde in der ABP Köln geöffnet und per Banderole wieder verschlossen, was ein Handprüfstempel "c 84" dokumentiert.

    Vorderseitig und rückseitig erfolgte eine chemische Untersuchung auf Geheimschrift mit verdünnter Tinte.

    Interessant, der Brief trägt einen Absender aus dem Gemeinschaftslager in Gelsenkirchen, die Marke wurde jedoch in Frankfurt abgestempelt!???

    Das gute Stück ist zwar schon recht ramponiert, aber dennoch ein interessanter Beleg für unser Thema!

    Liebe Grüße
    mx5schmidt

  • mx5schmidt
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    • 1. Mai 2011 um 22:02
    • #74

    Brief aus Belgien, frankiert mit einem Paar vom Oberrand, auf welchem "1942", wohl als Druckjahr der Marken, per Nummerator aufgedruckt wurde.

    Der Beleg lief durch die ABP Köln, wurde dort linksseitig geöffnet und per Banderole wieder verschlossen, was zwei Abschläge des Handprüfstempels "C 74", Landsmann CP3.2.1, dokumentieren.

    Die chemische Untersuchung erfolgte vorder- wie rückseitig mit zwei verschiedenen Chemikalien.

    Liebe Grüße
    mx5schmidt

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  • m.w.myname
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    • 2. Mai 2011 um 10:11
    • #75

    Hallo,
    dieser Brief vom 20. 4. 1944 aus Kopenhagen nach Berlin wurde durch die
    ABP Berlin geprüft und hat ein kleine Besonderheit. Die Öffnung des Briefes
    wurde linksseitig vollzogen. Nach der Prüfung verschlöß man den Brief mit dem
    üblichen neutralen Streifen. Die Prüfung wurde jedoch durch einen normalen
    Durchlaufstempel Ab dokumentiert. Dies ist wohl eine Aushilfsmaßnahme ge-
    wesen, weil der übliche Endlosstempel für diese Verschlußart fehlte.
    Die zum Thema gehörende chemische Prüfung wird durch einen Farbstreifen
    auf der Briefvorderseite gezeigt

    m.w.myname

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    • 4. Mai 2011 um 17:28
    • #76

    Hallo,
    die folgende Geschäftskarte aus Marinha Grande in Portugal nach Karlstad in
    Schweden ist für die deutsche Zensur Transitpost. Das Stempeldatum ist der 25. 5. 44.
    Die Karte durchlief die Auslandsbriefprüfstelle Berlin mit dem Kennbuchstaben
    b. Der rote Prüfstempel befindet sich auf der Vorderseite. Der Stempel 713
    ist ein Zähler für Transitpost.
    Zwei fette Farbstriche auf der Vorder- und Rückseite weisen auf eine chemi-
    sche Prüfung hin.
    Und wieder wurde kein Geheimschrift gefunden !

    m.w.myname

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    25. September 1958 (67)
    • 6. Mai 2011 um 21:20
    • #77

    Dieser Luftpostbrief vom 11.06.1943 aus Kopenhagen nach Berlin wurde durch die
    ABP Berlin geprüft und zeigt ebenfalls die von m.w.myname kürzlich hier gezeigte Besonderheit.

    Die Öffnung des Briefes erfolgte linksseitig. Nach der Prüfung verschloß man den Brief mit einem neutralen Verschlussstreifen mit sägezahnartiger Trennung.

    Die Prüfung wurde durch einen normalen Durchlaufstempel "Ab" dokumentiert, Landsmann BP7.2.

    Dies war eine Aushilfsmaßnahme, weil der übliche Handprüfstempel fehlte.

    Die zum Thema gehörende chemische Prüfung wird durch je einen Farbstrich diagonal von links oben nach rechts unten auf der Briefvorderseite sowie waagerecht auf der Briefrückseite gezeigt.

    Als weitere Maßnahme im Sinne der Zensurbestimmungen wurde das ursprünglich vorhandene Futter des Umschlags entfernt.

    Liebe Grüße
    mx5schmidt

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  • mx5schmidt
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    • 8. Mai 2011 um 18:26
    • #78

    Bei dem hier gezeigten Beleg hatte sich der anbietende Händler bei der Messe in Essen selbst ein „y“ für ein „x“ vorgemacht und den darauf befindlichen Handprüfstempel der ABP Paris zugeordnet und das hübsche Stück entsprechend der Häufigkeit sehr moderat ausgepreist.

    Ich konnte mich eigentlich nur wundern, dass dieser Beleg am dritten Veranstaltungstag immer noch korrekt einsortiert in der Rubrik „Zensurpost II. WK“ sein tristes Dasein fristete.

    Hier meine Beschreibung dazu gemäß heute erfolgter Recherche:

    Ganzsache aus Frankreich mit Eindruck eines Postwertzeichens zu 1,20 F und wertgleicher Zusatzfrankatur, geschrieben in St. Laurent du Pont nach dem 21.03.1944, da sich die Absenderin für zwei an diesem Tag bei ihr eingegangene Päckchen bedankt.

    Die Frankatur wurde per Tagesstempel entwertet, der leider nicht lesbar ist.

    Die Karte wurde am 11.4.44 in LISBOA per Maschinenstempel entwertet und trägt einen Handstempel LISBOA vom 12.4.44.

    Die Karte trägt einen handschriftlichen Prüfvermerk, einen Handprüfstempel „y“ sowie vorderseitig diagonal von links oben nach rechts unten einen und rückseitig diagonal von links unten nach rechts oben zwei Pinselstriche einer erfolgten chemischen Untersuchung.

    Laut Riemer wurde der Handprüfstempel mit dem Buchstaben „y“, bei dem die Schwingen des Adlers links auf „k“, rechts auf „m“ zeigen, im Frühjahr 1944 in schwarzer Farbe in Bordeaux verwendet.

    Laut Landsmann wurde die Briefprüfstelle Bordeaux am 15.11.1943 nach Nancy verlegt, so dass die zuvor in Bordeaux verwendeten Stempel mit dem Kennbuchstaben „y“ ab diesem Termin der Briefprüfstelle Nancy zuzuordnen sind.

    Die Einrichtung der Briefprüfstelle Nancy war ein Ergebnis des Vorrückens der Alliierten, wodurch die vorherigen Standorte Paris, Lyon und Bordeaux nicht mehr zu halten waren.

    Zunächst wurden die Prüfstempel von Bordeaux mit dem Kennbuchstaben „y“ nach Nancy überführt und dort weiterverwendet, bis später solche mit dem Kennbuchstaben „n“ eingesetzt wurden.

    Überwacht wurde in Nancy die Post von und nach Frankreich, daher handelt es sich laut exakter Titulierung in Nancy auch um eine Briefprüfstelle und nicht um eine Auslandsbriefprüfstelle.

    Aufgrund des verhältnismäßig geringen Postverkehrs zu dieser späten Zeit des Zweiten Weltkrieges sind Belege mit Zensur Nancy laut Landsmann die seltensten aller deutschen Prüfstellen.

    Der gezeigte Handprüfstempel wird von Landsmann als NP1.2 beschrieben und war laut Landsmann von Dezember 1943 bis Februar 1944 in Gebrauch.

    Mit diesem Beleg wird die philatelistisch belegte Gebrauchsdauer auf März 1944 erweitert und gleichzeitig ist dieses der erste hier gezeigte Beleg, der eine chemische Untersuchung durch die BP Nancy dokumentiert!

    Liebe Grüße
    mx5schmidt

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  • mx5schmidt
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    • 9. Mai 2011 um 12:17
    • #79

    Bei einer Recherche im Internet habe ich die Abbildung eines weiteren Beleges mit in der BP Nancy durchgeführter chemischer Zensur ausfindig gemacht, den ich Euch nicht vorenthalten möchte:


    NANCY OFFICE (N)
    OKW Transit Handstamp

    This is one of the scarcer censor office using the code "n" for identification. Riemer only listed 3 handstamps for this office.

    Here is the only listed RSHA handstamp used on a Red Cross Message form.

    Note the blue swipe of an invisible ink test with another test swipe to the left: a beige colouration.

    Used January 1944.

    Liebe Grüße
    mx5schmidt

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  • mx5schmidt
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    • 18. Mai 2011 um 22:14
    • #80

    Brief per Einschreiben aus der Schweiz, aufgegeben in BERN am 3.3.45 und entwertet mit Sonderstempel "TAG DER SCHWEIZER SPENDE", adressiert nach Halle(Saale) an einen Staatsanwalt.

    Selbst ein Brief an die Staatsanwaltschaft kam an der Zensur in der ab April 1943 für Post aus der Schweiz in das Deutsche Reich zuständigen Auslandsbriefprüfstelle München nicht vorbei!

    Der Brief wurde dort linksseitig geöffnet und per Banderole Landsmann DV4.1 "Zensurstelle / d", Druck violett, Papier grau, wieder verschlossen, was per Handprüfstempel "Geprüft / Zensurstelle" mit zwei Punkten, links unter der Schwinge, rechts in Höhe der Schwinge, dokumentiert wurde.

    Ein solcher Stempel ist im Landsmann nicht beschrieben!

    Dieser Handprüfstempel könnte aus dem bis März 1945 nachgewiesenen Stempel Landsmann DP4.2.1 durch Aptierung der Doppelpunkte in einzelne Punkte hervorgegangen sein!???

    Vorderseitig zwei rote, kastenförmige Prüferstempel "5410" sowie "5337", ein roter Stempel "T" sowie ein violetter Stempel "C". Letzterer Stempel könnte dafür stehen, dass der Inhalt dieses Briefes in der ABP kopiert wurde!???

    Die für unser Thema relevante chemische Untersuchung erfolgte vorderseitig per diagonalem Pinselstrich von links mittig nach rechts unten sowie rückseitig diagonal von links oben nach rechts unten.

    Rückseitig dokumentiert ein Ankunftstempel aus HALLE (SAALE) vom 23.3.45 eine Laufzeit von insgesamt 20 Tagen!

    Ich finde, dieses ist einmal mehr ein sehr interessanter Beleg "mit Gesicht und Geschichte" zu diesem recht ausgefallenen Sammelgebiet!

    Liebe Grüße
    mx5schmidt

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