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Gemälde im Original und auf Briefmarke

  • mx5schmidt
  • 31. Oktober 2010 um 22:02
  • mx5schmidt
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    • 31. Oktober 2010 um 22:02
    • #1

    Heute konnte ich einfach nicht widerstehen und habe einen feinen Posten gekauft, der mit Philatelie eigentlich fast gar nichts zu tun hat!

    Ein holländischer Sammler hatte als sein Lebenswerk "Briefmarken", meistens waren das solche von Scheichtümern, in Kombination mit Kunstpostkarten des entsprechenden Originalgemäldes, gesammelt.

    Ich stelle fest, dass die Briefmarken in vielen Fällen nur einen bestimmten Ausschnitt des Originalgemäldes darstellen.

    Da tut sich für einen chronischen Sammler wie mich natürlich sofort ein potentiell interessantes neues Sammelgebiet auf, denn Kunst war bisher nun wirklich nicht mein Ding, aber mit der Fragestellung, wann und warum wurde auf Briefmarken das komplette Originalgemälde dargestellt oder aber nur ein bestimmter Ausschnitt, wird das Thema brennend interessant.

    Offen ist zur Zeit noch die Frage:
    wie komme ich zu den mit dem heutigen Kauf vorhandenen rund 300 Gemälden sowie weiteren weiter, aber davon läßt sich ein echter Sammler ja nicht abschrecken, sofern er erst einmal "Blut geleckt" hat (heute ist ja schließlich Halloween!)

    Ich wünsche mir von Euch hier weiteres philatelistisches Input zu den jeweils gezeigten Gemälden, denn vielleicht gibt es zu dem einen oder anderen Gemälde ja auch Ausgaben, die nicht von Scheichtümern stammen!???

    Fangen wir heute an mit dem Gemälde "Fabiola":

    Jean-Jacques Henner malte sein Porträt von Fabiola in einem klassischen römischen Profil im Jahre 1885. Diese idealisierte Darstellung der Heiligen ging 1912 verloren.

    Das Bild wurde während des letzten Jahrhunderts von Künstlern rund um die Welt kopiert, so dass Francis Alÿs im Jahre 2009 eine Reiseausstellung zusammenstellen konnte, die mehr als 300 solcher Kopien beinhaltete.

    Die Ausstellung wurde zunächst gezeigt von der "Hispanic Society of America" in New York City, dann von der LACMA in Los Angeles, nachdem sie nach London zur "National Portrait Gallery" ging, wo sie von Mai bis September 2009 zu sehen war.

    Anbei ein kleiner Ausschnitt aus dieser Ausstellung!

    Fängt doch ganz spannend an, dieses Thema!???

    Soll es weitergehen???

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

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  • mx5schmidt
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    • 31. Oktober 2010 um 22:47
    • #2

    Paul Gauguin malte 1893 dieses Gemälde "Der Mond und die Erde", englisch "Moon and Earth", französisch "La lune et la terre".

    Maße: 114,3 × 62,6 cm
    Technik: Öl auf Leinwand
    Aufbewahrungsort: New York
    Sammlung: Museum of Modern Art
    Epoche: Postimpressionismus
    Stilrichtrung: Synthetismus

    Synthetismus (von franz. synthétiser: zusammenfassen) ist eine Kunstrichtung innerhalb der post-impressionistischen Kunst, die aus der Vereinigung von Cloisonismus und Symbolismus, und damit von zwei verschiedenen Ansätzen, entstand.

    Sie kann als eine Gegenbewegung zum Pointillismus verstanden werden.

    Begründet wurde sie etwa 1888 von Paul Gauguin, Émile Bernard, Louis Anquetin und anderen Künstlern der sogenannten Schule von Pont-Aven.

    Bekannt wurde sie durch eine Ausstellung im Pariser Café Volpini, veranlasst durch Gauguin zur Weltausstellung 1889.

    Der synthetistische Künstler sollte drei Dinge versuchen zu vereinen, "zusammenzufassen":

    * Die äußerlichen Erscheinungen der Natur
    * Seine eigenen Gefühle darüber
    * Ästhetische Gesichtspunkte von Linie, Farbe und Form

    Es geht, anders gesagt, also um die Synthese von Wahrnehmungs- und Vorstellungswelt, gemalt aus einer Erinnerung heraus.

    Aus dieser Idee entstanden nun in ihrer Darstellung stark vereinfachte und von der bloßen Abbildung gelöste Bilder, oft sehr flächig und mit dekorativen Elementen gemalt, oft auch in grellen, leuchtenden Farben.

    Der auf dem Originalgemälde dargestellte hübsche Rücken der nackten Dame kann auch in der "Yemen Arab Republic" entzücken, der verlängerte Rücken der Dame ging dort dann aber wohl doch zu weit und wurde von den Zensoren schlicht und einfach an passender Stelle abgeschnitten.

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

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    Einmal editiert, zuletzt von mx5schmidt (31. Oktober 2010 um 22:49)

  • mx5schmidt
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    • 1. November 2010 um 16:49
    • #3

    Beim nächsten Gemälde von James Abbott McNeill Whistler erfolgte die Darstellung auf der Briefmarke aus Fujeira seitenverkehrt!???

    Ein Arrangement in grau und schwarz:

    Für dieses Porträt seiner Mutter Anna Matilda McNeill benötigte Whistler im Sommer 1871 drei Monate.

    Im November 1891 wurde das Porträt von Frankreich gekauft Dank Whistlers französischen Freunden Duret, Mallarmé, und Roger Marx.

    Whistlers berühmtestes Werk wurde ein universelles Symbol der Mutterschaft durch seine Darstellung auf einer Briefmarke zum Muttertag 1934 in Amerika. Diese Marke besitze ich leider noch nicht und kann Euch daher hier nur eine Abbildung davon zeigen. Die Darstellung ist nicht seitenverkehrt, der Blumenstrauss in der linken Ecke wurde zum gewählten Anlass hinzugenommen und entspricht nicht dem Originalgemälde!

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

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  • mx5schmidt
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    • 2. November 2010 um 21:55
    • #4

    Maler: Edouard Manet

    Titel: In the Greenhouse / Dans la serre / Im Treibhaus

    Entstehungsjahr laut Signatur: 1879

    Verwalter: Berlin, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Nationalgalerie, Inv.-Nr. A I 550

    Faktischer Entstehungsort: Paris

    Darstellung: Das Ehepaar Guillemet

    Material: Öl auf Leinwand

    Maße: 115 x 150 cm

    Signatur: Manet 1879, Anbringungsort: links unten

    Bei der dargestellten "Briefmarke" wurde das rechteckige Gemälde einfach in eine quadratische Form gebracht, wohl nach dem Grafikermotto: "quadratisch, praktisch, gut"!

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

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  • mx5schmidt
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    • 3. November 2010 um 16:46
    • #5

    Heute ist ein Gemälde von Sandro Botticelli an der Reihe, welches im Prado in Madrid hängt:

    Sandro Botticelli - La historia de Nastagio degli Onesti 2 - Madrid, Prado

    These panels, along with a fourth one in a private collection, illustrate the “Story of Nastagio degl Onesti,” the eighth novel of the fifth day of Boccaccio's Decameron. This is the story of Nastagio, a young man from Ravenna who was rejected by the daughter of Paolo Traversari and abandoned the city to settle on its outskirts.

    In the second Panel, Nastagio runs away in fright after witnessing the scene, while the persecution begins again in the background. After his initial sense of repulsion, Nastagio decides to take advantage of the story and invites his beloved to come there for a meal with her family.

    These paintings were commissioned in 1483 by Antonio Pucci for the marriage of his son, Giannozzo, with Lucrezia Bini. The coats of arms of both families flank those of the Medici on the third panel. Specialists see Botticelli's hand in the overall design and in certain figures. They also detect the participation of his assistants, Bartolomeo di Giovanni and Jacopo del Sellaio.

    Bei der entsprechenden Gemäldemarke aus dem Yemen haben sich gleich zwei dicke Fehler eingeschlichen:

    Der Bildausschnitt aus dem Gemälde wurde seitenverkehrt dargestellt.
    Der Name wurde falsch "Nastaglio" geschrieben statt richtig "Nastagio".

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

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  • Saguarojo
    Gast
    • 3. November 2010 um 18:39
    • #6

    bitte zeig noch mehr, das ist wirklich interessant

  • mx5schmidt
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    • 5. November 2010 um 21:23
    • #7

    Hallo Saguarojo,

    vielen Dank für die erste Rückmeldung zu diesem neuen Thread!
    Schön, dass Du dieses Thema interessant findest, das spornt mich an!

    Heute kommen wir zu dem Gemälde

    Titel: Das Schlaraffenland
    Maler: Pieter Bruegel der Ältere
    Entstehungsjahr: um 1567
    Technik: Öl auf Holz
    Größe: 52 cm × 78 cm
    Aktueller Verbleib: Alte Pinakothek, München

    Um einen Art „Tischlein-deck-dich-Baum“ liegen ein Ritter, ein Bauer und ein Gelehrter. Der Ritter mit Lanze und Eisenhandschuh ruht auf einem Kissen, der Bauer schläft auf seinem Dreschflegel und der Gelehrte liegt auf seinem Pelz, neben ihm Buch und Papier. Seine Augen sind geöffnet und er wartet, dass ein Tropfen aus dem umgekippten Weinkrug von der runden Plattform über ihm, in seinen Mund fällt. Entsprechend dazu wartet links oben der Knappe des Ritters, dass ein Pfannkuchen vom Dach fällt. Dahinter ist ein aus Würsten geflochtener Zaun zu erkennen und ein Milchsee auf dem Schiffe fahren. Eine gebratene Gans liegt auf einem Zinnteller und ein essfertiges Schwein mit beigegebenem Messer läuft umher. Selbst der scheinbare Kaktus am rechten Bildrand (mit einem Gruss an Saguarojo für seine positive Kritik zu diesem Thread!) ist aus Broten zusammengesetzt. Dahinter hat sich oben rechts soeben ein Neuankömmling durch einen Teigberg gefressen, siehe Detailausschnitt.

    Um ins Schlaraffenland zu gelangen, muss sich ein Anwärter erst einmal durch einen Brei- oder Teigberg fressen. Ist das geschafft, so findet er sich einem Ort wieder, an dem fast alles essbar ist. Faulheit ist dort eine Tugend und Fleiß eine Sünde. Dieses Motiv war im 16. Jahrhundert neben Paradieserzählungen und Narrengeschichten ausgesprochen populär. Der Künstler präsentiert hier mit dem Gelehrten, dem Bauern und dem Ritter die drei Stände als den gleichen niederen Bedürfnissen und Versuchungen ausgeliefert. Unmäßigkeit und Trägheit galten als zwei der sieben Hauptsünden, denen Bruegel eine Stichfolge widmete. Auch sonst betont Bruegel das Erdgebundene der menschlichen Natur, indem er nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern auch Ausscheidung zeigt. Bekannte Beispiele dafür sind Die Bauernhochzeit und Die Elster auf dem Galgen.

    Zeitgenossen Bruegels vermieden selbst bei Bildern von Festmahlen meistens die direkte Darstellung des Essens, sondern zeigten die Personen vor den Tellern im Gespräch vertieft. Ein Beispiel ist Paolo Veroneses Die Hochzeit zu Kana (1562/63).

    Die gezeigte Postkarte zeigt den Ausschnitt aus dem Gemälde mit dem Gelehrten.

    Die Briefmarke aus dem Scheichtum RAS AL KHAIMA zeigt exakt diesen Ausschnitt des Gemäldes, wobei die Qualität der dargestellten Malerei dann doch recht stark gelitten hat!

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

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    Einmal editiert, zuletzt von mx5schmidt (5. November 2010 um 21:25)

  • mx5schmidt
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    • 6. November 2010 um 22:53
    • #8

    Machen wir heute gleich weiter mit einem weiteren Gemälde desselben Malers:

    Die Bauernhochzeit (niederländisch: De Boerenbruiloft) ist ein weiteres Gemälde des flämischen Malers Pieter Bruegel des Älteren.

    Das Bild zeigt das Innere einer großen Scheune, in der eine bäuerliche Hochzeitsgesellschaft feiert. Im Gegensatz zu früheren Werken verzichtet Bruegel hier auf die Übersicht, sondern zeigt das Geschehen direkt aus Augenhöhe. An der weiß gedeckten Tafel herrscht lebhaftes Gedränge. Die Gäste sitzen auf derben Holzbänken ohne Lehne sowie auf einfachen Hockern. Auf der Strohwand hinter der Braut hängt ein grünes Tuch, auf dem die papierene Brautkrone befestigt ist – ein Bräutigam ist nicht zu bestimmen.

    Zwei Männer tragen auf einer Holztüre gefüllte, flache Breiteller heran. Der Vordere ist die am größten dimensionierte Figur und farblich mit der blauen Jacke kontrastierend gestaltet. Bei ihm treffen sich die Halbdiagonalen der vorderen Sitzreihen, die hinteren Stücke seiner Schürze zeigen die Mittelachse an. Der Zweite trägt einen Holzlöffel am Hut und ist so als Wanderarbeiter zu erkennen.

    Ein an der Stirnseite der Tafel sitzender Mann reicht die Teller an die Gäste weiter, während am linken Bildrand ein Helfer das Hochzeitsbier in kleinere Krüge umfüllt. Neben der Braut im hohen Lehnstuhl sitzt der Notar, rechts davon unterhält sich ein Franziskanermönch mit dem Gutsherrn, dessen Hund unter dem Tisch hervorlugt.

    Für Musik sorgen zwei Sackpfeifer, von denen der eine sehnsüchtig nach den Essen schaut. Im Vordergrund leckt ein Kind eine schon leergegessene Schüssel aus.

    Löffel waren damals rund (die heutige ovale Form kam erst viel später auf) und Messer galten als vielseitige Werkzeuge, auch das Kind im Vordergrund trägt eines davon.

    Motiv und Deutung
    Ausschnitt (Bildmitte)

    Er ist mit der Braut gekommen lautet ein flämisches Sprichwort, wenn jemand nicht arbeitet, auch die Braut durfte an der Tafel keinerlei Tätigkeit verrichten und auch nicht essen und sprechen. Die Arbeit bleibt jedoch durch die Strohwand und die gekreuzten Garben mit Rechen gegenwärtig. Der Bräutigam fehlt, weil dieser traditionell bei der Hochzeitstafel nicht anwesend sein durfte. Die essenden und trinkenden Bauern mögen erheiternd wirken, es spricht jedoch einiges dafür, dass Bruegel durchaus ernste Absichten verfolgte. Ein beliebtes biblisches Motiv war etwa im 16. Jahrhundert die Hochzeit von Kana, bei der (nach Joh 2,1-12 EU) Jesus Wasser in Wein verwandelte. Bei solchen Darstellungen ist nicht nur stets eine Tafelgesellschaft zu sehen, sondern immer auch ein Mann der Krüge füllt – wie in Bruegels Bild links vorne. Außerdem war Spott vor allem in Drucken üblich.

    Geschichte

    1594 erwarb Erzherzog Ernst in Brüssel Die Bauernhochzeit. Später wanderte sie nach Prag in die Sammlung von Kaiser Rudolf II.. Heute befindet sie sich im Kunsthistorischen Museum, Saal 10, gemeinsam mit dem Turmbau zu Babel, den Kinderspielen und dem Kampf zwischen Karneval und Fasten. Das Bild wurde zu einem unbekannten Zeitpunkt unten beschnitten und später wieder ergänzt.

    Rezeption

    Es waren Bilder wie dieses, die Pieter Bruegel den Beinamen „Bauernbruegel“ eintrugen. Er schildert die Hochzeit mit Humor, doch ohne Überheblichkeit des Städters, sondern vermittelte ein farbiges Bild der Lebensweise der Landbevölkerung, wie sie bis dahin in der Kunst unbekannt war.

    Detail vom Ende der Tafel

    Der flämische Schriftsteller und Maler Carel van Mander berichtete im Jahr 1604 über Bruegels Arbeitsweise:

    Er arbeitete viel für einen Kaufmann Hans Francken, der ein wohlangesehener und braver Mann war und gern mit Brueghel verkehrte und täglich mit ihm zusammenkam. Mit diesem Francken ging Brueghel oftmals hinaus zu den Bauern, zu Kirmes und Hochzeit. Als Bauern verkleidet brachten sie Geschenke wie die andern, vorgebend, sie gehörten zu der Sippe oder der Landsmannschaft der Braut. Dabei ergötzte sich Brueghel daran, die Bauern in ihrer Art zu essen, trinken, tanzen, springen und lieben zu beobachten, was er sehr lustig und gefällig in Farben wiederzugeben verstand …

    Die englische Buchautorin Sr. Wendy Beckett schreibt über das Bild:

    Bei der berühmten Bauernhochzeit fallen zwar die derben Gestalten, die einfachen Gesichter und das zuweilen unbedarfte Lächeln auf, aber unser Amüsement hat, ebenso wie das Bruegels, einen bitteren Beigeschmack. Diese ärmliche, schlichte junge Braut ist mitleiderregend in ihrer kurzen Stunde des Triumphes, und wenn die Gäste das Mahl auch herunterschlingen, so sind es doch nur bescheidene Teller mit Grütze oder Brei. Und der spärliche Schmuck kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Feier in der Scheune stattfindet.

    Moderne Populärkultur

    In dem Comicband „Asterix bei den Belgiern“ parodiert der Zeichner Albert Uderzo das Gemälde Bauernhochzeit, indem er es auf der vorletzten Seite beim Abschiedsfest in Belgien wiedergibt.

    Die gezeigte Briefmarke aus dem Yemen zeigt den zentralen Bildausschnitt der Breiverteilung, der auch auf der gezeigten Kunstpostkarte fast bildgleich gewählt wurde!

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

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    • 7. November 2010 um 15:14
    • #9

    Maler: Albrecht Dürer

    Entstehungsjahr: 1521

    Verwalter: Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Gemäldegalerie Alte Meister, Inv.-Nr. 1871

    Darstellung: Reesen, Bernhard von bzw. Orley, Bernart van

    Material und Technik: Öl auf Eichenholz

    Maße: 45,5 cm x 31,5 cm

    Bei dieser Briefmarke des "KATHIRI STATE IN HADHRAMAUT SOUTH ARABIA" entspricht der gewählte Bildausschnitt bis auf einen rundum aussen minimal fehlenden Teil exakt dem Originalgemälde, alle Achtung!

    Die Qualität nivelliert sich dann aber sofort wieder, wenn man sich die Beschriftung zu Gemüte führt:

    Aus Albrecht Dürer wurde "ALBERT DÜRER", und aus Bernhard von Reesen wurde "Bernard van Resten".

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

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    • 7. November 2010 um 21:39
    • #10

    Albrecht Dürer malte auch dieses "Bildnis eines Mannes mit Barett und Schriftrolle", man vermutet, dass der Rentmeister Lorenz Sterck dargestellt wurde

    Entstehungsjahr: 1521

    Das Gemälde hängt im Prado in Madrid.

    Die Moderaffinessen beim männlichen Geschlecht

    Die charakterischen Kleidungsstücke des Mannes seit der zweiten Hälfte des 15. Jhs. waren das Barett, das Hemd und die Schaube.

    Gegen Ende des 15. Jhs. war das Barett die beliebteste Kopfbedeckung, die um 1520 alle anderen Formen von „Hüten“ in die untersten Stände verdrängen konnte. Im 16. Jh. wurde diese Kopfbedeckung schließlich auch von den Frauen getragen. Im Gegensatz zu dem Barett, das der Herr im Bild trägt, fielen die ersten Hüte dieser Art eher klein aus und waren nur mit einer am Hinterkopf angebrachten Krempe versehen. Das seitliche Tragen und das dann allmählich unproportionierte Ausschmücken des Hutes mit Federn, Bändern, Edelsteinen und Broschen erforderte schließlich die Befestigung des Baretts an ein Haarnetz oder an eine spezielle Haube, die Calotte.

    Der Mantel des 15. und 16. Jhs. war die kostbare Schaube mit ihrem großen Pelzkragen, der oft weit über die Schultern reichte. Die Schaube wurde aus schwarzen, seltener grauen, braunen oder roten, feinen Wollstoffen zugeschnitten und wies für kältere Jahreszeiten Pelzfütterung auf. Anfänglich wurde dieser bis zu den Knöcheln reichende, weite Mantel mit seinen ebenfalls weiten, bauschigen Ärmeln nur von den Geistlichen und Gelehrten getragen. Später entwickelte er sich zum Ehrenrock der Patrizier und zum Sonntagsgewand des Bürgers und des wohlhabenden Bauern, das man vorne geöffnet trug, um das kostbare Untergewand ebenfalls stolz präsentieren zu können.

    Und auch diese "Briefmarke" aus dem Yemen weist zwei Fehler auf:

    1. Das Gemälde wurde seitenverkehrt dargestellt
    2. Aus Dürer wurde "DURER" ohne Umlaut

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

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  • mx5schmidt
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    • 12. November 2010 um 21:54
    • #11

    Rogier van der Weyden war der einflussreichste Maler des 15. Jahrhunderts. Er war der erste Künstler, der die Menschen, die er malte, mit Gefühlen ausstattete. Anfang des 15. Jahrhunderts brachte der Raum, den wir heute Holland und Flandern nennen und der damals als Niederlande umschrieben wurde, eine außergewöhnlich begabte Generation von Malern hervor. Mit ihrer Realitätstreue und ihrer Liebe zum Detail trugen sie maßgeblich zur Erneuerung der westlichen Malkunst bei. Diese Maler gingen als Flämische Primitive in die Kunstgeschichte ein.

    WEYDEN, Rogier van der (Rogier de la Pasture), spätgotischer Maler, * um 1399/1400 in Tournai, † 18. Juni 1464 in Brüssel. - Rogier van der Weyden wurde 1399 oder 1400 als Sohn des Messerschmiedes Henri de la Pasture und der Agnès de Qatrelos in der Rue Rocque Saint-Nicaise in Tournai geboren. Im Jahre 1426 verstarb sein Vater an der Pest und er verheirate sich mit Elisabeth Goffart aus Brüssel. Erst am 15. März 1427, im Alter von bereits 27 Jahren, begann er seine Lehrzeit in der Werkstatt des Robert Campin, wo er vermutlich zuerst als Bildhauer und dann als Maler ausgebildet wurde. Ob er einen und welchen Beruf er vorher ausübte, ist nicht bekannt. Am 1. August 1432 wurde er als Freimeister entlassen. Spätestens 1435 ließ er sich mit seiner Familie in Brüssel, der Heimatstadt seiner Frau nieder. 1439 wurde er in das Amt des Brüsseler Stadtmalers berufen. Schon nach wenigen Jahren war er ein anerkannter Künstler und ein Mann mit gesellschaftlicher Reputation. Im Jahre 1443 kaufte er sich ein Haus in der Rue de l'Empereur, in der Nähe Herzogspalastes. Er gehörte auch der wichtigen »Broederschap H.Cruys« an, der der burgundische Herzog Philipp der Gute und Angehörige seines Hofes zugehörten. Nach dem Tod Jan van Eycks wurde van der Weyden der führende Porträtist des burgundischen Adels. Er stand jedoch nie im Dienst des burgundischen Hofes. Im Auftrag Philipps des Guten faßte er Grabmonument der Herzogin von Brabant, Marie d'Evreux, in der Brüsseler Minoritenkirche. Diese Tätigkeit hat er jedoch mehrfach für auswärtige Aufträge unterbrochen. Im Jahre 1450 unternahm er eine längere Italienreise, die ihn u. a. nach Rom und Florenz führte. Die italienische Renaissance scheint seine eigene Arbeit jedoch kaum beeinflußt zu haben. Im Jahre 1460 nahm er den Hofmaler der Herzogin von Mailand, Zanaetto Bugatto, bei sich auf, aber bald kam es zu einem Zerwürfnis der beiden Maler, die erst durch die Vermittlung des Dauphins von Frankreich beendet wurde. Van der Weyden wurde im Laufe der Zeit in Brüssel ein wohlhabender Mann und war ein Wohltäter der Brüsseler Beginen, deren Hospitalverwaltung er übernahm und schenkte mehrfach frommen Stiftungen Geld. Am 16 oder 18. Juli 1464 verstarb er in Brüssel, wo er in der St. Gudulakirche am Altar der hl. Katharina beigesetzt wurde. Er blieb jedoch auch immer seiner Heimatstadt Tournai und der dortigen Lukas-Gilde verbunden, die seiner in einer Messe am 19. Oktober 1464 gedachte. - Keines der von van der Weyden erhaltenen oder durch zeitgenössische Quellen gesicherten Werke ist signiert. Er war ein bedeutender Bilderfinder und Typenschöpfer und widmete sich vor allem dem Motiv der Passion. In seiner Werkstatt arbeiteten neben nicht bekannten Gehilfen auch später berühmte Künstler wie Vrancke van der Stockt und vielleicht auch Hans Memling. Neben den Passionsdarstellungen sind vor allem seine Madonnenbilder von hervorragender Qualität. Weyden hatte Auftraggeber aus den verschiedensten Schichten. Neben kirchlichen Aufträgen waren es vor allem der burgundische Hof und die geistlichen und weltlichen Repräsentanten, die ihm Aufträge erteilten. Charakteristisch für seine Tätigkeit sind die in Haltung, Farbe und Ausdruck hervorragend aufeinander abgestimmten Figuren seiner Darstellungen. Anders als bei seinem Lehrer und bei seinem Zeitgenossen Jan van Eyck treten dagegen die Landschaft und gegenständliche Details weiter zurück. Die farbige Bildeinheit, die Weydens Maltechnik hervorruft, war nicht nur in der niederländischen, sondern auch in der deutschen Malerei der Spätgotik von großer Bedeutung. Die Originalität seiner Entwürfe glich bei einigen Bildern die fehlende Brillanz im Detail aus. Er wurde so einer der erfolgreichsten Maler seiner Zeit. Die oft schulmäßige Ausführung der Figuren in der Malerei Rogiers führte dazu, daß er mehr als jeder andere niederländische Maler im 16. Jahrhundert kopiert wurde.

    Auf der Briefmarke aus dem Yemen wird ein Ausschnitt aus dem Gemälde "PORTAIT OF A WOMAN" dargestellt, siehe die passende Kunstpostkarte(mit dem weißen Rand!) sowie das Foto des Originalgemäldes. Dieses Gemälde darf nicht verwechselt werden mit dem sehr ähnlichen "PORTRAIT OF A LADY", siehe die anderen zwei Fotos!

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

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    • 13. November 2010 um 16:31
    • #12

    Las Meninas ("Die Hoffräulein")
    Diego Velázquez
    1656
    Öl auf Leinwand
    276 cm × 318 cm
    Museo del Prado Madrid

    Las Meninas zeigt einen großen Raum des Alcázar von Madrid, der Hauptresidenz von König Philipp IV. von Spanien. Zu sehen sind mehrere eindeutig identifizierbare Personen des spanischen Hofes. Im Mittelpunkt befindet sich die fünfjährige Königstochter Margarita umgeben von Hoffräulein, einem Wächter, zwei Hofzwergen und einem Hund. Links von ihnen steht Velázquez, der gerade an einer großen Leinwand arbeitet und seinen Blick zum Betrachter richtet. Ein Spiegel im Hintergrund reflektiert die Oberkörper von König und Königin. Das königliche Paar scheint außerhalb des abgebildeten Raums zu stehen und wie der Betrachter des Gemäldes zu den abgebildeten Personen zu blicken.

    Las Meninas ist eines der meistdiskutierten Gemälde der Kunstgeschichte. Der Barockmaler Luca Giordano behauptete von dem Gemälde, dass es die „Theologie des Malens“ darstelle. Der Maler Thomas Lawrence nannte es im 19. Jahrhundert ein Werk über die „Philosophie der Kunst“. Bis heute wird es immer wieder als das bedeutendste Gemälde von Velázquez beschrieben und gilt als eine selbstbewusste, durchdachte Reflexion darüber, was ein Gemälde darstellen kann.

    Wesentlich für die Analyse des Bildes ist sowohl, welche Rolle Malerei im Spanien des 17. Jahrhunderts einnahm und welche Rolle Diego Velázquez am spanischen Hof innehatte.

    Im Spanien des 17. Jahrhunderts galt die Malerei als Handwerk und weniger als Kunst wie etwa Poesie oder Musik. Den Beruf des Malers auszuüben galt als so unedle Tätigkeit, dass vor der Aufnahme von Velázquez in den Orden der Santiago-Ritter 100 Zeugen bestätigen mussten, dass Velázquez nie um des Geldes willen gemalt habe, sondern lediglich um König Philipp IV. eine Freude zu bereiten. Der aus Sevilla stammende Diego Velázquez hatte am spanischen Königshof zunächst als Hofmaler gedient und übernahm zusätzlich mehrere kleine Hofämter, die ihm ausreichend Zeit zum Malen ließen. Zwischen 1640 und 1650 hatte er unter anderem die Funktion eines Kurators für den königlichen Hof inne. In dieser Rolle war er dafür verantwortlich, Gemälde zu erwerben, sie zu verwalten und die einzelnen königlichen Residenzen mit ihnen auszustatten. Eine große Anzahl der heute im Prado befindlichen Gemälde – darunter solche von Tizian, Raffael und Rubens – wurden in der Zeit erworben, in der Diego Velázquez Kurator war.

    Im Februar 1651 wurde Velázquez zum Palast-Marschall (aposentador mayor del palacio) ernannt. Dieses Amt brachte ihm Ansehen und ein verhältnismäßig hohes Gehalt. Die umfangreichen Aufgaben, zu denen neben der Beschaffung von Holz und Kohle für die königliche Hofhaltung und die Beaufsichtigung des Reinigungspersonals auch die Funktion eines Quartiermeisters bei den Reisen des Hofes gehörte, beanspruchten ihn zeitlich dagegen sehr viel mehr. In den letzten acht Jahren seines Lebens entstanden nur noch wenige Gemälde. Meist handelt es sich dabei um Porträts der königlichen Familie. Philipp IV. ließ bereits zu Beginn der 1650er Jahre Diego Velázquez den Pieza Principal (‚Hauptraum‘) der Wohnräume des verstorbenen Prinzen Baltasar Carlos zuweisen, der dem Maler fortan als Studio diente. Es ist dieser Raum, den Las Meninas zeigt. Zwischen Philipp IV. und Velázquez bestand trotz der strengen Hofetikette ein enges Band. Für Philipp IV. stand im ehemaligen Pieza Principal ein Stuhl bereit und der spanische König fand sich häufig im Studio ein, um Velázquez bei der Arbeit zu beobachten. Der Besuch des spanischen Königspaares im Studio, den Diego Velázquez andeutet, ist vor diesem Hintergrund nichts Ungewöhnliches.

    Das Gemälde

    Die erste ausführliche Beschreibung von Las Meninas, die Wahrnehmung und Rezeptionsgeschichte des Werkes bis heute mitbestimmte, stammt aus dem Jahr 1724 und geht auf den spanischen Maler und Kunsttheoretiker Antonio Palomino zurück.

    Der Raum ist Velázquez’ Studio, das ihm auf Anweisung von Philipp IV. zugewiesen wurde. Im Mittelpunkt steht hell beleuchtet die fünfjährige Infanta, die jüngste Tochter des Königs Philipp IV. von Spanien und dessen Gemahlin Maria Anna. Die erste Ehefrau von Philipp IV., Isabella von Bourbon war bereits 1644 verstorben. Baltasar Carlos, der einzige Sohn aus dieser Verbindung, lebte nur bis 1646. Dem spanischen Hof fehlte es damit an einem Thronerben. Philipp IV. heiratete deshalb 1649 seine Nichte Maria Anna von Österreich, die ursprünglich mit dem verstorbenen Thronerben verlobt war. Die 1651 geborene Infantin Margarita war das erste und zum Zeitpunkt der Entstehung des Gemäldes das einzige Kind dieser siebenjährigen Ehe. Königin Maria Anna war danach wiederholt schwanger geworden, hatte jedoch bis 1656 nur Totgeburten zur Welt gebracht. Die Infanta Margarita repräsentierte für das Königspaar die Hoffnung, dass noch ein gesunder Thronfolger folgen werde. Auf dem Gemälde hat die reich gekleidete Infantin Margarita ihren Blick dem Betrachter zugewendet, während sie gleichzeitig nach einem Tonkrug oder bucaro greift, den ihr die kniende Hofdame María Agustina Sarmiento de Sotomayor auf einem Tablett reicht. Die zweite Hofdame Isabel de Velasco steht rechts von der Infantin und ist in einer leicht knicksenden Haltung dargestellt. Dargestellt ist damit auch ein Teil des umständlich-formalistischen Hofzeremoniells. Nur wenige Personen haben das Vorrecht, etwas den Angehörigen der königlichen Familie zu reichen und wenn sie dies tun, hat eines ihrer Knie den Boden zu berühren.

    Im Vordergrund befinden sich ein liegender spanischer Mastiff sowie zwei Kleinwüchsige, so genannte Hofzwerge: die aus Deutschland stammende Maria Bárbola und der Italiener Nicolasico Pertusato, der spielerisch versucht, mit seinem Fuß den schlafenden Hund aufzuwecken. Im halbschattigen Hintergrund steht die Ehrendame Marcela de Ulloa, die in Trauerkleidung abgebildet ist und die mit einem nicht identifizierten Wächter (guardadamas) spricht.

    Auf den Stufen einer Treppe schaut der mit einem Mantel bekleidete und den Hut in der Linken haltende Hofmarschall José Nieto durch eine geöffnete Tür in den Raum. Dieser hatte der höfischen Etikette entsprechend der königlichen Majestät zur Verfügung zu stehen, etwa um Türen zu öffnen. Aus seiner Haltung – das rechte Knie gebeugt, die Füße auf zwei verschiedenen Stufen – lässt sich nicht schließen, ob er den Raum gerade verlässt oder ob er ihn betreten wird. José Nieto scheint einen Vorhang beiseite zu schieben, der sich vor der kurzen, hell erleuchteten Treppe befindet. Sowohl dieser kleine, helle Bildausschnitt als auch die aus dem Raum führende Treppe gibt dem Gemälde Tiefe. Der perspektivische Fluchtpunkt befindet sich gleichfalls hier, was diesen Eindruck verstärkt.

    José Nietos Erscheinen gilt als Indiz dafür, dass das spanische Königspaar tatsächlich präsent ist. Links neben dem Hofmarschall identifizierte Palomino einen Spiegel, in dem sich das Königspaar reflektiert. Es zeigt nur die Oberkörper des königlichen Paares.

    Schließlich, im linken Bildmittelgrund, hat sich Diego Velázquez selbst dargestellt. Er blickt an der Leinwand vorbei in Richtung des Betrachters. An seinem Gürtel hängen die symbolischen Schlüssel seiner Hofämter.
    Auf seinem Wams trägt er das Kreuz des Santiago-Ordens. Erst 1659, drei Jahre nach der Fertigstellung von Las Meninas, wurde Diego Velázquez in diesen Aristokraten-Orden aufgenommen. Er benötigte dazu eine Ausnahmegenehmigung, da er seine adelige Ahnenreihe nicht vollständig belegen konnte, und Zeugen, die bestätigten, dass er die Malerei nicht als Handwerk ausgeübt habe. Nach den Angaben von Palomina ordnete Philipp IV. nach dem Tod von Velázquez an, dass das Kreuz dieses Ordens auf dem Wams gemalt werde, und Palomina wies sogar darauf hin, dass nach Ansicht einiger Philipp IV. mit eigener Hand das Kreuz hinzugefügt habe.

    Heute ist Konsens, dass es sich im Hintergrund um Gemälde von Juan Bautista Martínez del Mazo nach Peter Paul Rubens und Jacob Jordaens handelt.

    Zu Palominos Beschreibung traten in der Folge weitere Beobachtungen. Besonders auffällig erscheint die Anordnung der Figuren, deren Köpfe und Hände geschwungene Wellenbewegungen vollziehen, während der Raum selbst durch horizontale und vertikale Linienführung stabilisiert wird. Jede Figur der Hoffamilie verfüge über die ihr angemessene Gebärde, die sich in einer Rangskala von Gesten einordne und zu einem Regelsystem führe, das der Maxime gehorche, dass eine Person sich umso weniger bewege, je höher ihr sozialer Stand ist. Der Kunsthistoriker Victor Stoichic hat darauf hingewiesen, dass die figurale Verdichtung mit dem Bildhintergrund abnimmt. Es entsteht ein Kontrast zwischen „Naturkörper“ (Hund, die beiden Hofzwerge) und „geistigem Körper“ (Königspaar auf der Spiegelfläche). Augenscheinlicher noch ist die Teilung des Bildes durch die horizontale Mittelachse. Alle Figuren sind unterhalb dieser zentralen Linie platziert.

    Die Hauptblickpunkte

    Eines der Hauptcharakteristika des Gemäldes ist sein „Rätselcharakter“, der zu immer neuen Interpretationsansätzen führt. Uneinigkeit besteht bereits über das abgebildete Handlungsgeschehen sowie die Gattung, der das Bild zugeordnet werden kann. Las Meninas ist als ein Portrait der Infantin, ein Selbstportrait Velázquez, ein Gruppenportrait, als Hoffamilienbild, Genrebild und als ein Capriccio verstanden worden.

    Die Kunstpostkarte zeigt den zentralen Ausschnitt des Gemälde mit den drei Hoffräulein, während sich die Briefmarke aus "MAHRA STATE SOUTH ARABIA" auf das Porträt der Infantin Margarita beschränkt.

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

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  • mx5schmidt
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    • 22. November 2010 um 22:20
    • #13

    Paul Gauguin malte 1889 dieses Bild mit dem Titel "La belle Angèle", zu deutsch "Die schöne Angele", in Öl auf Leinwand.

    Das Originalgemälde ist 92 cm hoch und 73,2 cm breitund hängt heute, nach drei unterbrochenen Aufenthalten im Louvre, bereits seit 1986 im Musée d'Orsay in Paris.

    Die Briefmarke aus der YEMEN ARAB REPUBLIC zeigt lediglich das Porträt von Angele ohne jegliches Drumherum.

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

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  • mx5schmidt
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    • 26. November 2010 um 22:09
    • #14

    Wenn man erst einmal ein solches Thema gewählt hat, um dieses philatelistisch zu bearbeiten, dann laufen einem manchmal Belege aus einer Grabbelkiste einfach so zu, die man bis zum Tag zuvor als reine Kartonphilatelie schlicht und einfach ignoriert und in derselben Grabbelkiste belassen hätte!

    Hier ist so ein frisch für diese Sammlung erstandener Beleg:

    Maler: Peter Paut Rubens
    Gene: Votivbild
    Titel: Vierge à l'Enfant / Jungfrau und Kind
    Entstehungsort: Flandern
    Entstehungszeit: Siebzehntes Jahrhundert, zwischen 1608 und 1621
    Technik: Gemälde, Öl auf Holz
    Größe: 1,24 m x 0.84 m
    Aufbewahrungsort: Musée des Beaux-Arts de Tours

    Die für diese Maximumkarte benutzte Kunstpostkarte zeigt einen Ausschnitt aus dem Originalgemälde und das Postwertzeichen aus Frankreich zeigt fast denselben Ausschnitt, während der Sonderstempel einen noch kleineren Ausschnitt berücksichtigt, der zudem auch noch leicht nach rechts gedreht wurde, um das Porträt der Jungfrau mit dem Kind senkrecht stehend darzustellen!

    Liebe Grüße

    mx5schmidt

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    Einmal editiert, zuletzt von mx5schmidt (26. November 2010 um 22:12)

  • Ron Alexander
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    • 15. Januar 2017 um 09:39
    • #15

    Guten Morgen,

    der Thread ist leider eingeschlafen, da mir vor kurzem aber wieder ein Paar Gemälde Marken in die Hände gefallen sind, ziehe ich ihn mal wieder nach oben :).

    Großblock aus Nordkorea zum 500 Geburtstag von Raphael. Gilt sicher als Raubstaaten Ausgabe, aber dennoch schön gestaltet.

    Grüße,
    Ron

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  • mx5schmidt
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    • 15. Januar 2017 um 12:36
    • #16

    Hallo Ron,

    vielen Dank für die Wiederbelebung dieses Threads!

    Hier das Originalgemälde "Die Schule von Athen" von Raffael, von dem ein Ausschnitt als Hintergrund für den von Dir gezeigten Block gewählt wurde:

    1510 malt Raffael in der Stanza della Segnatura, der Privatbibliothek Papst Julius II. im Vatikan, die 'Schule von Athen'. Das Freskenprogramm dieses Raumes orientiert sich an den vier Fakultäten der mittelalterlichen Universität: Theologie, Jurisprudenz, Philosophie und Poesie. Die 'Schule von Athen' stellt die Vertreter der geistes- und naturwissenschaftlichen Artes Liberales dar, mit der Philosophie an der Spitze. Zentral unter dem Rundbogen zeigt Raffael die beiden bedeutendsten Denker der Antike, Platon und Aristoteles, mit ihren wichtigsten Schriften, dem Timaios und der Ethica.

    Die monumentale, durch Bramante angeregte Renaissance-Architektur schließt an aktuellste Planungen an: den Neubau von St. Peter. Raffael erfindet statt traditioneller Allegoriedarstellung eine freie Versammlung von Wissenschaftlern - Pythagoras, Heraklit oder Euklid - bei Dialog und Disput, schließt zeitgenössische Künstlerporträts mit ein, sich selbst und Michelangelo, letzteren prominent vorn in der Mitte in der Haltung eines melancholischen Künstlers unter dem Zeichen des Saturn. Er erreicht inhaltlich und formal eine Neuerung durch eine einheitliche Raumstruktur und die logische, anspielungsreiche Verknüpfung der Figurengruppen: Erkenntnis und Wissen stehen unter dem Patronat der antiken Götter Apollo und Athena in den Nischenfiguren.

    Quelle:

    Liebe Grüße
    mx5schmidt

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  • Ron Alexander
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    • 15. Januar 2017 um 14:03
    • #17

    Hi mx5schmidt,

    vielen Dank für die Ausführung :). Im Original noch mal bedeutend schöner anzusehen.

    Grüße,
    Ron

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  • Ron Alexander
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    • 22. Januar 2017 um 09:38
    • #18

    Guten Morgen,

    mal wieder etwas weiter in der Geschichte der Kunst :). Bekomme das zwar nicht so toll hin wie mx5schmidt, aber ich versuche es mal ;)

    Gemälde von Tiziano Vecellio (1477-1576) mit dem Titel Flora.

    Info:
    Tizian hat die Schönheit des Weibes in den zahlreichsten Gemälden verherrlicht, immer in neuer, wunderbarer Weise. Von seinen Jugendwerken, voran der „himmlischen und irdischen Liebe“, bis zu den Werken seines hohen Alters: den Darstellungen der Danaë, Europa und anderer Götterlieben, die der allerkatholischste Herrscher Spaniens bei ihm bestellte, wurde der Künstler nicht müde, dieses Thema zu wiederholen und immer neue geistige Anregungen aus diesem Born zu schöpfen. Zu diesen früheren Werken zählt auch die „Flora“ in der Galerie der Uffizien, welche unsere Heliogravüre in trefflichster Weise zur Anschauung bringt. Ihre Entstehung lässt sich, nach dem Vergleich mit datierten Gemälden des Künstlers, etwa in das Jahr 1520 setzen. Den Namen verdankt das Bild den Blumen, welche die junge Schöne mit der Rechten uns darbietet; aber der Künstler hat schwerlich die Absicht gehabt, die griechische Göttin in dieser Gestalt vorzuführen. Wenn wir durchaus in der antiken Mythologie nach einem Namen dafür zu suchen hätten, so müssten wir darin Himeros, das Verlangen, erblicken. Eine junge, bildschöne Venezianerin, die ihr Gewand gelöst hat und nur noch mit einer Hand es am Sinken verhindert, blickt sehnsüchtig zu dem Geliebten, dem sie die Blumen als redende Zeichen ihrer Hingebung entgegenstreckt. Die herrlichen Formen, die er auch in der Gewandung ahnen lässt, verhüllt der Künstler teilweise, um den Kopf um so stärker sprechen zu lassen und dem bestrickenden Ausdruck der leuchtenden Augen die volle Wirkung zu geben. Zugleich hat er durch das kühle Linnen und das lilafarbene Seidengewand die Leuchtkraft des Fleisches und das goldige Licht des offenen Haares noch erhöht.

    Quelle:

    Grüße,
    Ron

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  • Winnir
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    • 22. Januar 2017 um 11:52
    • #19

    Hallo


    Ich habe diese briefmarke ? In meiner USA Sammlung gefunden ,kann Sie leider nicht
    zu ordnen . Da ich denke es könnte sich um einen Foto ,Bild, Gemälde Ausschnitt handelnt
    versuche ich es noch mal hier . Aus welchem Land könnte diese Marke sein.


    MfG Winnir

    Winnir

    Suche Tauschpartner für Berlin, DDR , BRD gestempelt . 


    Lg winnir

    Einmal editiert, zuletzt von Winnir (22. Januar 2017 um 11:53)

  • Ron Alexander
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    • 22. Januar 2017 um 11:57
    • #20
    Zitat

    Original von Winnir
    Hallo


    Ich habe diese briefmarke ? In meiner USA Sammlung gefunden ,kann Sie leider nicht
    zu ordnen . Da ich denke es könnte sich um einen Foto ,Bild, Gemälde Ausschnitt handelnt
    versuche ich es noch mal hier . Aus welchem Land könnte diese Marke sein.


    MfG Winnir

    Hallo Winnir,

    da die Marke gezähnt ist, keine Wert und Landesangabe enthält würde ich auf eine Ziermarke, sprich nicht Philatelistische Ausgabe tippen. Vielleicht ausgegeben vom Roten Kreuz zu Weihnachten für Spender um damit die Weihnachtspost zu verschönern.

    Grüße,
    Ron

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