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SBZ superseltener Brief - aber warum ???

  • zenne
  • 14. Oktober 2010 um 19:13
  • stampsx
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    504
    • 15. Oktober 2010 um 23:52
    • #41

    Hallo PW0001,

    du meinst sicher so einen Beleg:

    [Blockierte Grafik: http://www.stampsx.com/ratgeber/stempel/jpg_mf/mf_43850-fahnenschwenker-falsch-postkarte.jpg] 
    [Blockierte Grafik: http://stampsx.com/foto_service/5521-1287183356-fahnenschwenker-brief-450.jpg] 

    Ja, da ist auch der gleiche Falschstempel drauf. Aber Hallo! Waren die Griffel in der SBZ alle abgebrochen und es gab keine Spitzer mehr? Ist schon Irre! Stempelfarbe gab es genug! Hatte ich nicht im zweiten Beitrag geschrieben: alle Stempel falsch? Das hatte ich zwar auch schon im ersten Beitrag stehen. Der schien mir dann aber zu scharf formuliert. Ich hätte den Beitrag so lassen sollen. Beim nächsten Mal.

    Schade das hier nicht jeder Sachargumenten gegenüber aufgeschlossen ist. Hat hier schon jemand etwas von der Stempelherstellung gehört? Man dreht auf einer Drehbank Eisen. Das ergibt zwangsläufig Runde Formen. Wie sehen denn die Falschstempel mit der "Lücke" aus? Wirklich rund, oder wie aus der Kartoffel geschnitzt?

    Schade auch, dass ich kein Prüfer bin.

    Was mich etwas bedrückt, dass die Kenntnisse bei der Allgemeinheit doch noch stark ausbaufähig sind. Verunsicherung herrscht vor, obwohl Weiterbildung einfach wäre und nicht weh tut.

    P.S. Zenne, sei nicht traurig wenn der Brief von der Prüfung zurück kommt. Dann kannst du noch die originelle Marke ablösen und den Rest in die Tonne drücken. Alternativ auch ein schönes Stück für die Sammlung: darauf bin ich herein gefallen.

    Jürgen Kraft, Apt. 17, 38612 El Medano, Spanien - Mitglied BDPH,
    AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)
    kontakt@stampsx.com - Stempeldatenbank

    3 Mal editiert, zuletzt von stampsx (16. Oktober 2010 um 00:09)

  • krauseklatt
    Gast
    • 16. Oktober 2010 um 05:44
    • #42

    Guten Morgen stampsx,
    besten Dank für Deine Ausführungen! Es zeigt sich immer wieder, daß man stets dazulernen muß/kann - und freundlicherweise hier im Forum praktisch gezwungen wird, die eigene Meinung zu revidieren.
    Mit Sicherheit sind wir nicht beratungsresistent, da die hier aufgezeigten Tatsachen nicht zu widerlegen sind.
    Insofern doch ein wunderbarer Thread, dessen Verlauf nachhaltig Wirkung erzielen konnte !!!

    ... verbleibe hochachtungsvoll und mit freundlichen Grüßen aus Genshagen (nochmals und ganz leise Danke sagend!)
    --- krauseklatt ---

  • mars
    aktives Mitglied
    Beiträge
    152
    • 16. Oktober 2010 um 06:18
    • #43

    Hallo stampsx,


    eine Frage zum Dazulernen.

    Unter dem Gesichtspunkt "alle Stempel falsch", habe ich mir noch einmal die anderen Stempel angesehen.

    Ich wollte die Aussage "Alarmglocken bei gestempelten Anschriften" nicht so einfach schlucken, denn mir liegen sowohl echte Sammlerbriefe vor, die allen für die Rücksendung eine gestempelte Anschrift haben, aber auch ein umfangreicher Feldpost- Briefwechsel, bei welchem die Eltern ihren Sohn im Felde mit "Anschrift gestempelten" Blankoumschlägen versorgten, man aber am Poststempel und handschriftlichen (mit Schriftunterschieden) Absender die Echtheit erkennt.

    Aber nun die Feststellung /Frage die mich auch zu "alle Stempel falsch" tendieren lässt

    Wenn ich nicht schief gucke, sind die 3 Schriftzeilen der beiden Stempel -3. Parlament und Empfängeranschrift nicht völlig parallel zueinander?

    Somit müssten die Zeilen einzeln abgeschlagen, zumindestens aber der Ort nachträglich eingestempelt worden sein.
    Das betrachte ich als höchst ungewöhnlich, denn selbst der Empfänger / Birefmarkenhändler dürfte einen professionell angefertigten Stempel benutzt haben.

    Fazit: Obwohl auch ich lange gezweifelt habe, geht die Tendenz in Richtung, alle Stempel falsch.


    P.S.; Zu denken gibt mir auch, dass beide Stempel die selbe Schrift /Schriftschnitt aufweisen,


    ?( ?(

    Viele Grüsse
    mars

    Einmal editiert, zuletzt von mars (16. Oktober 2010 um 06:26)

  • Ron Alexander
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    3.516
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    4. Mai 1984 (42)
    • 16. Oktober 2010 um 06:47
    • #44

    Guten Morgen,

    toll wie sich der Thread entwickelt hat. Ging zuvor ja auch von echten Stempeln aus, auf der Grundlage des bekannten empfängers, aber nach sehr guter! Aufklärung durch stampsx, kann ich mich da nur anschließen. Die Tatsachen sprechen eindeutig für eine Fälschung.

    Danke stampsx für die Lehrstunde!

    Grüße
    Ron

    Sammelgebiet:
    Französische Besatzungszone Württemberg
    Stetig auf der Suche nach Besonderheiten und Abarten der FZ Württemberg

    Einmal editiert, zuletzt von Ron Alexander (16. Oktober 2010 um 06:47)

  • zenne
    aktives Mitglied
    Beiträge
    447
    Geschlecht
    Männlich
    • 16. Oktober 2010 um 09:09
    • #45

    Hallo an @alle,

    als ich das Thema eröffnet habe, wollte ich einen Brief mit einem Phänomen bezüglich des Maschinenaufdruckes "Sowjetische Besatzungs Zone" präsentieren. Beim Erwerb des Briefes habe ich nicht im Entferntesten damit gerechnet, dass da etwas FALSCH sein könnte.

    Nun sind die Beweise aber wohl doch erdrückend ....

    Nach Abwägung aller in diesem Thema gezeigten und beschriebenen "Beweise" sind die Stempel wohl falsch :(

    Bleibt ein immer noch vorhandene Seltenheit des Aufdruckes, die natürlich mit einem echten Fahnenträger-Stempel drauf noch imposanter wäre!

    Danke für alle Meinungsäußerungen in diesem Thema.

    Beste Grüße

    zenne

  • PW0001
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    600
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    13. Juni 1950 (75)
    • 16. Oktober 2010 um 11:41
    • #46
    Zitat

    Original von mars
    ...Ich wollte die Aussage "Alarmglocken bei gestempelten Anschriften" nicht so einfach schlucken, denn mir liegen sowohl echte Sammlerbriefe vor, die allen für die Rücksendung eine gestempelte Anschrift haben, aber auch ein umfangreicher Feldpost- Briefwechsel, bei welchem die Eltern ihren Sohn im Felde mit "Anschrift gestempelten" Blankoumschlägen versorgten, man aber am Poststempel und handschriftlichen (mit Schriftunterschieden) Absender die Echtheit erkennt...

    Es ist wie überall im Leben, Ausnahmen bestätigen die Regel.
    Meine Meinung bezieht sich vor allem auf die Zeit Deutschland nach 1945, insbesondere Besatzungszonen, Bezirkshandstempel usw. Da der Ausgangspunkt ein SBZ Brief war, hatte ich das nicht erwähnt.
    Aber dennoch möchte ich ein generelle Vorsicht bei aufgestempelten Anschriften raten. Denn nur so konnten damals Massen echt gelaufener Briefe fabriziert werden. Sicher nicht nur falsche.

    Gruß Peter
    Ich will den alten Kaiser Wilhelm wiederhamm !

  • mars
    aktives Mitglied
    Beiträge
    152
    • 16. Oktober 2010 um 19:24
    • #47
    Zitat

    Original von PW0001
    Ich zitiere mich selbst aus einem Beitrag zu Belegen mit Bezirkshandstempeln:

    "Bei gestempelten Anschriften sollten alle Alarmglocken läuten. Auf diese Weise wurden damals massenhaft Falschbelege produziert wobei außer Briefumschlag und bestenfalls noch die Anschrift alles falsch ist."

    Meist fehlt dann auch der Absender.

    Solche Belege sehe ich ungeprüft grundsätzlich als falsch an. Es sei denn ich weiß mit Sicherheit von deren Echtheit oder man beweist mir mittels Prüfung das Gegenteil.

    Meine absolutistische Meinung rührt aus eigenen Erfahrungen nebst Anschauungen. Ich habe ab 1960 viele Jahre in (Ost)Berlin gewohnt. Während der Abiturzeit und des Wehrdienstes in den 60er Jahren bin ich zusammen mit ahnungslosen Sammlungsbesitzern (oder Sammlungsveruntreuern) aus dem Kreis der Mitschüler und Mitdienenden durch die Hinterstuben der Briefmarkenhändler gezogen um diese Sammlungen zu verkaufen, möglichst gegen Westmark. Deshalb die Hinterstuben. Dabei habe ich einiges gesehen... Ja! Auch noch Ende der 60er.

    Die Frage, warum man solche Allerweltsbriefe fälscht, kann ich beantworten: um damit Geld zu verdienen!
    Wieso konnte man damit Geld verdienen? Briefmarken sammeln war ein Massenhobby. Fast jeder sammelte Briefmarken aber die wenigsten verstanden etwas davon. Man nahm alles und freute sich über alles was billig war aber vermeintlich wertvoll aussah. Mit heutigen Wertbegriffen kann man das nicht erklären.
    Nun war es aber überwiegend nicht so, dass diese Belege einzeln angeboten wurden. Nein, sie waren meist Bestandteil von Wundertüten aller Art, die es für 50 Pf. oder 1 Mark beim Händler oder auf dem Berliner Weihnachtsmarkt gab. Auf diesen Wegen wurden diese Fälschungen unerkannt massenhaft verbreitet und tauchen nun als Betandteil von Papa's oder Opa's Sammlung wieder auf.

    Alles anzeigen


    Wenn ich an meine Kindheit und Jugend in der DDR zurückdenke, so hat PW0001 recht, man muss die Zeit und das Geld verdienen. völlig anders bewerten. Jeder war irgendwie Sammel-verrückt und auch beim Briefmarkenhändler in meiner Heimatstadt lag kiloweise Massenware und auch Wundertüten. Und der Briefmarkenhändler in der Messestadt Leipzig konnte an die Messe-Touristen aus aller Welt sicher nicht unerhebliche Mengen absetzen. Auf der anderen Seite bekam er für 0,05 M ein Brötchen, für 0,48 - 0,70 M ein Kilo-Brot und 25,- - 40,- M war die Miete für eine durchschnittliche Wohnung >>>>>> eine Briefmarken-Wundertüte kostete o,25 - 1,00 M; und für kleines Geld gab es auch Steckkarten voll mit Briefmarken - Massenware.

    Also konnte fälschen schon einträglich sein, vorallem wenn man den einen oder anderen Beleg noch in Leipzig für DM oder Dollar unter dem Ladentisch absetzen konnte.

    Hatte ich auch alles etwas verdrängt.

    Viele grüsse

    mars

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