SBZ superseltener Brief - aber warum ???
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Walther Köhler ist doch ein Philatelist, der sich oft Belege selbst zugeschickt hat oder hat schicken lassen. Dieser Beleg sieht für mich danach aus, dass er ihn selbst erstellt und zugeschickt hat, daher schließe ich Falschstempel aus, aber auch die Zufälligkeit der entrichteten Briefmarken. (Weiter bekannt dafür in Chemnitz ist auch Walter Prelt)
Man findet doch sehr oft Belege, gerade aus der Nachkriegszeit. Hab zwar mal gegoogelt aber auf keinen 100% Treffer gestoßen.
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Zitat
Original von stampsx
Hallo,der "kleine" K1 ist der Kopf eines Maschinenstempels. Rechts oder eigentlich links davon, müsste ein Werbeteil oder Striche oder Wellen sein. Wo sind die? Weshalb ist der Absenderstempel von Walther Köhler in der selben Stempelfarbe abgeschlagen? War das der DDR Postminister?
Wie sahen echte Maschinenstempel aus:
Der Schriftzug "3. Parlament der Freien Deutschen Jugend Leipzig" und die Adresse besteht aus den gleichen Typen. Ich vermute, dass der Empfänger (ein Briefmarkenhändler ??) sich entsprechende Klischees in einer Druckerei hat anfertigen lassen, um diese Sonderbriefumschläge zu produzieren.
Um den Umschlag noch etwas attraktiver zu machen, hat er den Nebenstempel "Leipzig C1 Messestadt" gleich mit herstellen lassen. Unser Briefmarkenhändler war bestimmt kein Grafiker. Er hat einen "K1"-Maschinenstempel als Muster genommen, die Datumsangabe ausgeschnitten und das Leipziger Messe MM hinein retuschiert. Damit hatte er einen hübschen Nebenstempel zur Verfügung gehabt, mit sich munter Belege aufpeppen liessen.
Vielleicht hat sogar die Post gemeckert. Dann hat er eben erst nach Ankunft gestempelt.Das gibt es noch heute. Ansichtspostkarten bekommen einen Gummistempel vom Berggipfel und können dann als "authentische" Karten gleich zum doppelten Preis auf der Berghütte verkauft werden.
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@alle,
ich will mal zur Lösung etwas beitragen.
Im Bild sieht man verschobene Aufdrucke!
In der ersten Spalte kommt es bei nach rechts verschobenen Aufdruck zu keinem "von links erscheinenden" Teilaufdruck (siehe rechtes Paar), in der zehnten Spalte aber doch (siehe linken Vierer)
Der zitierte Fremdkörper, der den Druck verhindert, wäre möglich, aber sicher sehr, sehr selten, aber wie sah ein möglicher Bogenumschlag aus??
Beste Grüße
zenne
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Hallo Zenne,
vielen Dank für die Scans. Leider ist der Einzelabschlag des Stempels vom Bildprogramm zu kontrastreich gestellt worden. Die Details sind so verloren. Die Ecke auf der Marke reicht jedoch. Außerdem könntest du mir einfach die Abschläge auf den Marken komplett scannen. Die verändert das Bildprogramm nicht so stark, weil mehr Farben drauf sind.
Zum Stempeleck auf der Marke:
1. Natürlich stimmt der Stempel optisch in fast allen Details überein. Gute Klischees nach Abschlägen wurden mit Reprokameras gemacht. Am Stempel auf dem Brief sind fast alle scharfen Ecken des Originals, nun abgerundet. Quetschränder an diesen Rundungen sind nie vorhanden. Beim Falschstempel wurden also meist die, auf dem Urabschlag für das Klischee vorhandenen, Quetschränder übernommen. Die Ecke würde für das Urteil: Stempel falsch ausreichen.
Interessanterweise haben wir ja noch mehr typische Merkmale von Falschstempeln. Im konkreten Beispiel sehen wir auf drei Abschlägen vor dem "L" oben im Außenkreis eine Unterbrechung. Im echten Stempel gibt es keine Unterbrechung. Ganz sicher war die Unterbrechung aber zufällig auf der Vorlage. Das würde für ein Urteil "Stempel falsch" fast alleine reichen.
Die Stempelfarbe auf dem Originalstempel ist extrem pigmentreich. Die Pigmente selbst sind sehr klein und matt, die Trägersubstanz ist nicht sichtbar. Es dürfte eine schnell trocknende Stempelfarbe gewesen sein.
Ganz anders die Abschläge auf dem Brief. Man sieht von der Farbe fast nur graues Trägermaterial, dass ab und zu von größeren Pigmenten unterbrochen ist. Das würde reichen, um zu sagen, dass der Stempel nicht zeitgerecht wäre, wenn von einem echten Gerät gearbeitet worden wäre.
Fazit: Stempel falsch.
2. Zum Aufdruck. Hier druckte ja ein Klischee (sieht echt aus) das in der Druckmaschine links außen lag. Das Klischee rechts davon fehlt oder das äußere, abgedruckte Klischee ist einfach ein Stück nach außen verrutscht. Das würde auch erklären, warum es nicht mitten auf der Marke sitzt. Ich halte das für einen Druckzufall. Um zu sagen, dass auf der Nachbarmarke der Aufdruck fehlt, müsste schon die Nachbarmarke noch vorhanden sein. Das auch ganze Bogen verschoben überdruckt wurden ist noch kein Beweis dafür, dass hier ein Klischee fehlen soll. Das wäre beim Drucken doch aufgefallen. Ein Drucker hätte es mit der Hand aus der "Platte" entfernen müssen. Es gab zwar sogar BERLIN Aufdrucke, da fehlt ein Nachbaraufdruck, aber zum Beweis braucht man auch ein Paar mit und ohne Aufdruck. Ich glaube auch, dass nie Klischees fehlten, sondern das Teile von Zwischenblättern oder ähnliches Aufdrucke abgedeckt haben. Nicht auszuschließen ist auch, dass es sich bei BERLIN-Aufdrucken um absichtlich so hergestellte, gestohlene Makulatur handelt. Der Grund dafür: Klischees können nicht aus der Platte fallen. Die Platten liegen mit der Rückseite nach unten in der Maschine und sind wirklich schwer. Ein Verrutschen ist eher vorstellbar. Einzelklischees wurden auch mit Schnur fixiert und die konnte reißen.
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Hallo,
hier noch ein Vergleichsbild. Links echt, rechts der Stempel von dem Brief
[Blockierte Grafik: http://stampsx.com/foto_service/5521-1287158030-ipz-echt-falsch.jpg]
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hallo,
lt. michel waren die berliner stadtmarken gültig bis zum
31.10.1946
und konnten im grossraum berlin und OPD potsdam verwendet werden.
also kann dieser brief doch nur ein fälschung sein.
im OPD leipzig waren diese marken nie zugelassen.
und erst recht nicht mit diesem stempeldatum.
gruss
andreas -
ZitatAlles anzeigen
Original von lonerayder
hallo,lt. michel waren die berliner stadtmarken gültig bis zum
31.10.1946
und konnten im grossraum berlin und OPD potsdam verwendet werden.
also kann dieser brief doch nur ein fälschung sein.
im OPD leipzig waren diese marken nie zugelassen.
und erst recht nicht mit diesem stempeldatum.
gruss
andreasDie Verwendung ist in Ordnung. Es ist die Allgemeine Ausgabe für die gesamte SBZ aus Mi.Nr. 200 - 206. Diese Marken waren ab Ausgabe im September 1948 bis zum 28.02.1950 frankaturgültig, sogar in Westberlin (bis 20.03.1949).
Gruß
KJ -
Ist das Besondere am Brief jetzt eigentlich der execellente Falschstempel oder doch was anderes?

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Hallo stampsx,
kein Kommentar zu Deiner Erkenntnis, dass der Stempel eine Fälschung ist - ich stehe da nicht so in der Materie, nachvollziehen kann ich die Begründungen nicht.
DENN: Warum fälscht (Herr Köhler????) jemand den Stempel auf solchen Allerwelts-"Köhler"-briefen, die es sicher sehr häufig gibt, und wenn es hier nicht diese Abnormität des Aufdrucks gäbe, ohne jeglichen Wert wären????
Zu Deinen Bemerkungen zum Aufdruck selbst muss ich leider sagen, dass sie nicht denn Gegebenheiten beim Aufdruck "Sowjetische Besatzungs Zone" entsprechen.
Fakt ist, dass es Aufduckverschiebungen gibt (siehe meine oben gezeigten Bilder), bei dem auf einer Marke rechts ein Teilaufdruck zu sehen ist und links NICHTS erscheint, dies geschieht in der linken (ersten) Markenspalte. Wenn es rechts geschieht ist nicht das "Klischee" verloren gegangen" - das gibt es nicht, sondern etwas hat den Aufdruck verhindert (Bogenumschlag). Ich kenne Marken, wo Teile des Aufdruckes durch Bogenumschlag fehlen. Übrigens Markenpaare mit und ohne Aufdruck entstehen auch durch extreme Verschiebung bzw. Bogenumschlag - ich zeige hierzu demnächst ein paar Bilder!!!
Hallo roschc,
NEIN, es ist ein Aufdruck in der zehnten Reihe, der nach rechts verschoben ist und keinen Partner aus der neunten Reihe hat!!!! - und das ist eine Rarität!!!!
Ob es ein excelenter Falsch-Stempel ist, lasse ich demnächst mal von einem Prüfer bestimmen
Was sagen die anderen zur GANZFÄLSCHUNGSTHEORIE dieses "Köhler-Briefes",oder kann vielleicht sogar jemand einen weiteren Beleg mit Fahnenträgerstempel zeigen??
Beste Grüße
zenne
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Hallo stampsx!
Zumindest bestände zum Teil die Möglichkeit, dass es von einem Stempel zwei oder drei Varianten in Echt gibt… (?)
Ich habe das bei DDR-Briefmarken festgestellt, dass echte Stempel die sich sonst grob gleichen und gleiches UB verfügen, doch es in etwas unterschiedlicher Ausführung auch gibt…
„Prüferunterlagen“ haben wir nicht gerade dazu…
Hallo zenne!
Ich möchte mich den Worten meines Vorschreibers anschließen wegen dem gut auflösendem Scannbild. Denn wenn du schon für @erstlesen das anfertigt hast, würde ich mich auch über dieses (unbearbeitete) Bild davon sehr freuen.
Bitte sende es Briefm@web.de. Danke im Voraus!Grüße von und mit
Jurek -
Hallo Zenne,
irgendwer fälscht einfach alle Stempel. Auch die Anschrift von Walther Köhler.
Hallo Jurek,
eventuell waren das Handstempel und Klischeestempel mit gleichen UB. Ansonsten gibt es tatsächlich auch Typen bei sonst gleichen UB. Das ist jedoch selten. Zeig mal einen ...
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Die DDR hat offiziell von echten Poststempeln Klischees anfertigen lassen - zwecks Devisenbeschaffung.

Vielleicht sind auch diese Briefe von offizieller Seite hergestellt worden - wir kennen das ja von den DDR-Dienstmarken.
stampsx: vielen Dank für Deine Analyse, die hier manchen aufwecken dürfte.
Ich habe aber auch bei dem in der Stempeldatenbank gezeigten Stempel meine Zweifel: warum sind denn die 9 von "49" und "19" so unterschiedlich?@alle: verrutschte Aufdrucke sind Druckzufälligkeiten. Nach dem Krieg waren Materialien wie gummiertes Papier äusserst knapp. Was man heute als Makulatur aussondern würde, war damals noch gut genug für den Schalter. Schliesslich war der Schriftzug "Sowjetische Besatzungszone" noch gut genug zu lesen.
Für solche "Raritäten" sollte man keine Mondpreise bezahlen. -
stampsx
momentan kann ich dir diese nicht zeigen...
Aber ich weiß davon und hatte wohl auch in ArGe-Forum wohl was darüber erwähnt (?) - wenn ich nicht träume...
Aber eines davon ist mir in Erinnerung: Ein Maschinenbandstempel aus LEIPZIG, wo ein Stempel, Logo, Stempel und wieder ein anderes Logo (auf einem Beleg) vorkommt. Und die beiden Stempel sonst von Angaben her sind gleich (inkl. UB), aber unterscheiden sich im Detailen ... Und dann nur auf einer kleinen Briefmarke solche Stempel ..... (Geschweige sonst, wo im BDPh-Forum auch 4 versch. Goethe-SSt. vom WEIMAR, mit gleichen Bildern gibt, aber unterschiedlichen Details, so dass sogar ein altes Buch das mal als Fälschung ausgab, was aber nicht ist ......Gruß!

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Zitat
Original von DrMoeller_Neuss stampsx: vielen Dank für Deine Analyse, die hier manchen aufwecken dürfte. Ich habe aber auch bei dem in der Stempeldatenbank gezeigten Stempel meine Zweifel: warum sind denn die 9 von "49" und "19" so unterschiedlich?
Weil das keine Standardzahlen von einer üblichen Walze waren, sondern einzeln hergestellte Schrifttypen in dieser besonderen Schriftart in der auch die Inschriften gestaltet sind.
Ansonsten werde ich über Quetschränder, klischierte Stempelimitationen und ähnliches einen Ratgeber "Stempel falsch" schreiben. Ich glaube den gibt es sogar von mir bei Ebay, aber der ist natürlich nur ein winziger Auszug.
Hier muss es doch Leser geben, die Zenne anhand des Bildes erklären können, warum der Stempel falsch sein muss. Es ist weder unerklärlich noch schwierig.
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Hallo und Guten Abend,
insofern soll es sich also um eine komplette "Ganzfälschung" handeln ?
Jedoch darf ich höchstlöblich Zweifel anmelden, da mir keinerlei, sinnige Erklärung für eine derartige Manipulation einfallen möge.
Ich erkenne hier weder das Warum, noch den etwaigen Nutzen dieser angeblichen Betrügerei. Weiterführend darf demnach auch die Echtheit des Aufdruckes in Frage gestellt werden und vermuten lassen, daß derartige Belege auch in Stückzahlen "produziert" werden oder wurden.
Zum Aufdruck selbst möchte ich behaupten, das es auch fehlende Aufdrucke auf der 8.,9. und 10. Reihe geben sollte.
.... mfG ---krauseklatt--- -
Hallo @alle,
schade. dass die Diskussion sich nur um den "echten" oder "falschen" Stempel dreht, und schade, dass es kein Prüfer ist, der das endgültige Urteil gefällt hat!!!
Ich sage einfach mal, es ist meiner Ansicht nach keine Stempel-Fälschung - jawohl krauseklatt - WARUM fälscht man so einen simplen Brief, über dessen Besonderheit selbst Heute die waghalsigsten Beghauptungen aufgestellt werden.
... übrigens, ich habe den Brief vor wenigen Tagen für 13 Euro bei ebay ersteigert!!
Maschinenaufdrucke sind mein Spezial-Gebiet und ich kenne mich da "ein wenig" aus!!
Die Marke ist das Phänomen - und ich behaupte, sie ist ECHT!!!!
krauseklatt, natürlich kann es fehlende Aufdrucke auf der 8.,9. und 10 Reihe geben, aber dann nur mit Bogenumschlag, denn ein Bogen kann beim Aufbringen des Aufdruckes nicht soweit verrutschen, dass drei Reihen nicht getroffen werden.
Nochmals der Hinweis, hier ist die 10.Reihe bedruckt, die 9. Reihe NICHT!!!
Das ist das Besondere!!
Ein Bogenumschlag ab der 4. Reihe mit "normalen" Aufdruck" kann das "schaffen", ein Aufdruck auf die Gummiseite (die gibt es!!!), bei der die 10. Reihe umgeschlagen ist, bringt dieses Phänomän auch zu Stande!!!
.. hoffentlich gibt es jetzt keine Makulatur-Diskussion, denn dann sind viele heute gut bezahlte Besonderheiten nur MIST!!!
...übrigens die Diskussion über diesen Brief ist phantastisch!!!- das ist Philatelie!!!
Beste Grüße
zenne
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Hallo krauseklatt,
netter Versuch, schönes Deutsch. Die Aufdrucke habe ich wohl als echt bezeichnet. Die anderen Stempel, eben außer dem Sonderstempel, habe ich als "ich habe kein Vergleichsmaterial" und "könnten aber auch alle falsch sein" benannt. Das schließt ein, dass sie auch alle echt sein könnten.
Weshalb meldet ein Schöngeist also höchstlöblich seine Zweifel an?
Er versteht offenbar auch nicht, was an dem SST falsch sein könnte. Also, wenn die Post ein zu hohes Aufkommen an zu stempelnden Sendungen für diesen tollen SST gehabt hätte, wäre eventuell ein zweiter Stempel von Nöten gewesen. Da der nicht so schnell zu beschaffen gewesen sein könnte, hätte ein findiger Postbeamter den Stempel einfach nach einem Abschlag nachmachen lassen haben können. Ja, kann sein. Ich weiß es nicht. Das würde die Abweichungen auch erklären. Wenn und hätte? Wenn Schweine Flügel hätten, wären es Adler.
Also: die SST sind falsch und weshalb Fälscher fälschen muss sich nicht erschließen.
Lieber krauseklatt, hast du den echten Abschlag groß in der Stempeldatenbank angesehen? Die meisten Ecken haben 90° Grad Winkel und sind ganz spitz. Der Abschlag in der Stempeldatenbank ist auf einem groben, saugfähigen Papier, wie es 1948 oft verwendet wurde. Deshalb sieht man bei dem Abschlag praktisch keine Quetschränder. Die Farbe die sonst an den Seiten, eben unter dem Metall hervor quillt, ist eher nach unten gewandert. Daher sieht man die tatsächliche Form besonders gut.
Bei einem normalen Abschlag, insbesondere auf den Marken, müssten sich deutliche Quetschränder zeigen. Auf dem Bild sieht man mit roten Pfeilen markiert, Buchdruck mit den Quetschrändern, auch Drucknähte genannt. Das "S" zeigt wunderbare spitze Ecken umgeben von einem zarten Quetschrand. Wäre mehr Druckerschwärze im Spiel gewesen, hätte es eine runde Forn am Ende des "S" gegeben. Ein Stempel ist auch ein Hochdruckverfahren. Das Druckbild zeigt die Form des Stempels + Quetschränder. Fehlen diese, zeigt es die Form des Stempels.
Auf dem echten Vergleichsstück sieht man die sauberen Ecken. Auf dem Abschlag auf dem Brief sind die gleichen Ecken rund. Hier eine Vergrößerung (dank Zenne) von einem Teil der Marke. Der rote Pfeil nach unten zeigt auf eine dieser runden Buchstabenabschlüsse.
[Blockierte Grafik: http://stampsx.com/foto_service/5521-1287180504-quetschraender.jpg]
Auf dem Bild sieht man verquetschte Farbe in der Ecke unten im kleinen "e". Ein davon klischierter, falscher Aufdruck, hätte immer diese schräge Ecke.Gravierender sind aber die mitklischierten Unterbrechungen. Bei normalen Abschlägen kommt es vor, dass durch Wellen im Papier, zufällig tiefer liegende Stellen nicht bedruckt werden. Ganz selten kann auch eine schlecht getränkte Stelle im Stempelkissen dazu führen. Sind auf einem Beleg mehrere Abschläge, wird man nur Unterbrechungen im Stempelbild sehen, die auch im Stempel fehlen. Auf dem besprochenen Brief ist der Außenkreis vor dem "L" (EIPZIG) auf allen Abschlägen völlig identisch unterbrochen. Das geht nur, wenn der Stempel kaputt ist. Wie der echte Abschlag von einem Tag später aber zeigt, war der Stempel nicht unterbrochen.
Wer jetzt nicht verstanden hat, woran man erkennen kann, dass der Abschlag nicht von dem Gerät stammt, von dem das echte Vergleichsstück gestempelt wurde, der fragt einfach noch einmal.
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Ich zitiere mich selbst aus einem Beitrag zu Belegen mit Bezirkshandstempeln:
"Bei gestempelten Anschriften sollten alle Alarmglocken läuten. Auf diese Weise wurden damals massenhaft Falschbelege produziert wobei außer Briefumschlag und bestenfalls noch die Anschrift alles falsch ist."
Meist fehlt dann auch der Absender.
Solche Belege sehe ich ungeprüft grundsätzlich als falsch an. Es sei denn ich weiß mit Sicherheit von deren Echtheit oder man beweist mir mittels Prüfung das Gegenteil.
Meine absolutistische Meinung rührt aus eigenen Erfahrungen nebst Anschauungen. Ich habe ab 1960 viele Jahre in (Ost)Berlin gewohnt. Während der Abiturzeit und des Wehrdienstes in den 60er Jahren bin ich zusammen mit ahnungslosen Sammlungsbesitzern (oder Sammlungsveruntreuern) aus dem Kreis der Mitschüler und Mitdienenden durch die Hinterstuben der Briefmarkenhändler gezogen um diese Sammlungen zu verkaufen, möglichst gegen Westmark. Deshalb die Hinterstuben. Dabei habe ich einiges gesehen... Ja! Auch noch Ende der 60er.
Die Frage, warum man solche Allerweltsbriefe fälscht, kann ich beantworten: um damit Geld zu verdienen!
Wieso konnte man damit Geld verdienen? Briefmarken sammeln war ein Massenhobby. Fast jeder sammelte Briefmarken aber die wenigsten verstanden etwas davon. Man nahm alles und freute sich über alles was billig war aber vermeintlich wertvoll aussah. Mit heutigen Wertbegriffen kann man das nicht erklären.
Nun war es aber überwiegend nicht so, dass diese Belege einzeln angeboten wurden. Nein, sie waren meist Bestandteil von Wundertüten aller Art, die es für 50 Pf. oder 1 Mark beim Händler oder auf dem Berliner Weihnachtsmarkt gab. Auf diesen Wegen wurden diese Fälschungen unerkannt massenhaft verbreitet und tauchen nun als Betandteil von Papa's oder Opa's Sammlung wieder auf. -
Hallo Zenne,
falls das Klischee der zehnten Reihe nach außen verschoben gewesen wäre, wäre Nr. 9 korrekt bedruckt und man würde diesen Umstand auf Marke 10 nicht sehen können.
Falls ein Prüfer den Stempel als echt bestätigt, ist das Vergleichsstück in der Datenbank falsch. Du kannst aber auch einmal die Frage stellen, weshalb ein Stempel, der nur kurze Zeit benutzt wurde, gleich an mehreren Stellen im Außenkreis beschädigt worden sein könnte.
Lassen wir uns vom Ergebnis überraschen.
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