1. Dashboard
  2. zum Forum
    1. Unerledigte Themen
  3. Mitglieder
    1. Letzte Aktivitäten
    2. Benutzer online
    3. Team
    4. Mitgliedersuche
  4. Ratgeber
  5. Hilfe
  • Anmelden oder registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Artikel
  • Forum
  • Seiten
  • Erweiterte Suche
  1. PHILAFORUM.COM Briefmarkenforum
  2. Forum
  3. Briefmarken
  4. Österreich
  5. Österreich ab 1945

Ausgaben 2010 - Österreich

  • briefmarken-forum.com
  • 15. August 2010 um 00:20
  • briefmarken-forum.com
    aktives Mitglied
    Beiträge
    405
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    27. November 1970 (55)
    • 15. August 2010 um 14:18
    • #21

    150. Geburtstag von Gustav Mahler

    Gustav Mahler (1860 – 1911) gilt als Genie des Fin de Siècle und Wegbereiter der Neuen Musik. Zur 150. Wiederkehr seines Geburtstages gibt die Österreichische Post nun eine Sondermarke zu Ehren des großen Komponisten heraus.

    Aus Böhmen kommend studierte Gustav Mahler bereits als 15-Jähriger am Wiener Konservatorium Komposition und Klavier. Der Hochbegabte, der schon im zarten Alter von zehn Jahren als Pianist auftrat, errang bald Preise für seine Vorträge und Kompositionen. Mahler schrieb sich zudem an der Universität für Kurse in Philosophie, Geschichte und Musikästhetik ein, vertiefte seine Literaturkenntnisse und besuchte Anton Bruckners Lehrveranstaltungen für Harmonielehre. Nach einigen Wanderjahren und Stationen in Laibach, Olmütz, Prag, Leipzig, Budapest und Hamburg erhielt Mahler 1897 die Berufung ans renommierte Wiener Opernhaus. In seiner neuen Funktion war er vorerst Kapellmeister, wenig später wurde er von Kaiser Franz Joseph zum Direktor ernannt. Zuvor hatte Mahler ein Hindernis für seine Berufung, sein Judentum, durch den Übertritt zum Katholizismus aus der Welt geschafft.

    Die Epoche des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts war eine Zeit des Umbruchs, geprägt vom Schwanken zwischen Aufbruch- und Endzeitstimmung, Zukunftseuphorie und Weltschmerz, Erneuerung und Dekadenz. Die Ernennung Mahlers zum Hofoperndirektor bedeutete auch für diese Institution den Beginn einer neuen Ära. Bestimmt von seinem bedingungslosen Streben nach Vollkommenheit leitete er eine grundlegende Reform ein. Sein kompositorisches Werk hingegen wurde von der Wiener Kritik recht unfreundlich aufgenommen, so auch seine beiden ersten Symphonien 1899. Im Ausland aber, vor allem in Deutschland, Holland und Frankreich, gewann Mahler immer mehr an Bedeutung.

    Seine Weltsicht war geprägt von naturreligiösen und philosophischen Theorien, die virtuos in seine Musik einflossen und den Nerv der Zeit trafen. Zu seinen größten Bewunderern gehörten unter anderem Arnold Schönberg, Alban Berg, Anton Webern, Gustav Klimt, Stefan Zweig, Adolf Loos und Thomas Mann, der ihm mit der Novelle „Der Tod in Venedig“ auch ein literarisches Denkmal setzte. 1907 brachte das Ende der Direktionszeit Mahlers in Wien – und darüber hinaus einen schweren Schicksalsschlag: Seine älteste Tochter verstarb an Diphtherie, er selbst erfuhr von seinem Herzleiden. Er reichte seinen Rücktritt ein und verabschiedete sich mit der Aufführung seiner Zweiten Symphonie am 24.11.1907 von Wien. Die folgenden Jahre verbrachte Mahler als Pendler zwischen New York und Wien – in den Wintermonaten dirigierte er in Amerika, im Sommer war er in Europa auf Konzertreisen und widmete sich dem Komponieren. Am 18. Mai 1911 verstarb Gustav Mahler schließlich in Wien, in seinem großartigen musikalischen Werk lebt er jedoch bis heute weiter.
    Das Markenbild zeigt im Hintergrund übrigens Skizzenfragmente zur 4. Symphonie 1. Satz, 1. Fassung, ca. 1899 (Partitur Fragmente mit Echtheitsbestätigung von Alma Mahler - Werfel).

    [Blockierte Grafik: http://i39.servimg.com/u/f39/11/89/60/18/122.jpg]

    Erscheinungsdatum: 18.05.2010
    Auflagenhöhe: 250.000
    Druckart: Offset
    Entwurf: Adolf Tuma
    Druck: Österreichische Staatsdruckerei
    Art: Sonderpostmarke

    Beste Grüsse

  • briefmarken-forum.com
    aktives Mitglied
    Beiträge
    405
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    27. November 1970 (55)
    • 15. August 2010 um 14:23
    • #22

    90 Jahre Salzburger Festspiele

    Die Salzburger Festspiele gehören ohne Zweifel zu den wichtigsten Kulturveranstaltungen Österreichs, ihr ausgezeichneter Ruf hat prägenden Einfluss auf das Image unseres Landes. Zum 90-jährigen Bestandsjubiläum der Festspiele erscheint nun eine eigene Sondermarke, deren Motiv das 1928 entworfene und bis heute verwendete Signet der Grafikerin Poldi Wojtek zeigt.

    Die Geburtsstunde der Salzburger Festspiele markierte Hugo von Hofmannsthals bekanntes Drama „Jedermann“, das in der Regie von Max Reinhardt am 22. August 1920 auf dem Domplatz erstmals zur Aufführung gelangte. Neben Reinhardt und Hofmannsthal ist die Etablierung der Festspiele in erster Linie dem Komponisten Richard Strauss, dem Dirigenten und Wiener Hofoperndirektor Franz Schalk sowie dem Bühnenbildner Alfred Roller zu verdanken. Im Jahr darauf, 1921, standen neben dem „Jedermann“ erstmals auch Konzerte auf dem Programm, 1922 wurde dieses mit vier Mozart-Opern noch erweitert. 1926 kam die Felsenreitschule als zweite Spielstätte dazu, der Umbau des Festspielhauses erfolgte unter dem Architekten Clemens Holzmeister. Seit 1936 besitzen die Festspiele eine eigene, von Joseph Messner komponierte Fanfare, die bei Rundfunkübertragungen auch als Erkennungsmelodie dient. Die Zeit des Nationalsozialismus hatte auch für die Salzburger Festspiele gravierende Folgen; so musste der „Jedermann“ vom Programm genommen werden und viele Künstler erhielten Aufführungsverbote bzw. gingen ins Exil. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde das Programmangebot deutlich verringert, 1944 schließlich konnten die Festspiele, aufgrund einer Anordnung des Propagandaministers Goebbels, alle Festspiele im Deutschen Reich abzusagen, gar nicht stattfinden. Erst 1945, nach Ende des Krieges, konnten die Festspiele, mit einem verkürzten Programm freilich, wieder veranstaltet werden – auch Hofmannsthals „Jedermann“ wurde wieder aufgeführt und gehört seit damals zum fixen Bestandteil.

    In der jüngeren Geschichte wurden die Festspiele vor allem durch zwei Persönlichkeiten geprägt: den Dirigenten Herbert von Karajan und den belgischen Intendanten Gérard Mortier. Die Zeit Karajans war bestimmt durch höchste musikalische Qualität und das Engagement internationaler Stars, was gegen Ende seiner Ära zu einer gewissen künstlerischen Stagnation führte. Es blieb Mortier vorbehalten, die Festspiele für neue Strömungen zu öffnen und dem Sprechtheater wieder mehr Gewicht zu geben. Nachfolger von Gérard Mortier wurde Peter Ruzicka; seit 2007 steht den Festspielen der Regisseur Jürgen Flimm als Intendant vor, das Amt der Präsidentschaft hat seit Jahren Helga Rabl-Stadler inne. Ab 2011 wird Sven-Eric Bechtolf neuer Schauspielchef der Salzburger Festspiele sein, er wird seine Aufgabe unter dem künftigen Intendanten Alexander Pereira übernehmen.

    [Blockierte Grafik: http://i39.servimg.com/u/f39/11/89/60/18/220.jpg]

    Erscheinungsdatum: 20.05.2010
    Auflagenhöhe: 300.000
    Druckart: Offset
    Entwurf: Eric Pratter
    Druck: Österreichische Staatsdruckerei
    Art: Sonderpostmarke

    Beste Grüsse

  • briefmarken-forum.com
    aktives Mitglied
    Beiträge
    405
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    27. November 1970 (55)
    • 15. August 2010 um 14:28
    • #23

    Sakrale Kunst in Österreich - Gebhardsstab /Stift Admont

    Das Benediktinerstift Admont, im Jahre 1074 von Erzbischof Gebhard von Salzburg gegründet, ist das älteste bestehende Kloster in der Steiermark. Es liegt am Zugang zum Nationalpark Gesäuse in einer gleichermaßen imposanten wie liebenswerten Naturlandschaft. Das Stift beherbergt neben der größten Klosterbibliothek der Welt auch ein modernes Museum; darüber hinaus werden barocke und aktuelle Architektur, Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart sowie frühe Handschriften und Drucke immer wieder in Sonderausstellungen präsentiert. Seit Jahrhunderten ist das Kloster nicht nur der religiöse Mittelpunkt der Obersteiermark, sondern auch ein Zentrum von Kunst und Wissenschaft. 1120 schloss man dem Stift ein Frauenkloster nach der Benediktus-Regel an, das jedoch in der Reformationszeit wieder aufgelöst wurde. Nach einer wechselvollen Geschichte und dem Niedergang des Stiftes, bedingt durch Türkenkriege und Reformation, brachte die Gegenreformation der Abtei neuen Aufschwung.

    Ebenso wie die Bischöfe und die Oberen der anderen Prälaten-Orden führen auch die Äbte der Benediktinerklöster bei besonderen Anlässen, vor allem in der festlichen Liturgie, den Krummstab als Zeichen ihrer Würde und ihres geistlichen Leitungs- und Hirtenamtes. Auf dieses Amt beziehen sich auch die lateinischen Bezeichnungen „Baculus“, „Pedum“ und „Pastorale“, die sich im Deutschen durchwegs mit „Hirtenstab“ wiedergeben lassen. Im Stift Admont hat sich ein solches Pastorale als eines der ältesten seiner Art aus dem späten 12. Jahrhundert erhalten; aus dieser Zeit stammen allerdings nur mehr die aus Elfenbein gefertigten Teile, die Krümme („curva“) und der Knauf („nodus“). Der Schaft ist im Zuge einer Restaurierung in den Fünfzigerjahren durch einen gedrechselten Stab aus Ebenholz ersetzt worden. Krümme und Knauf sind zweifellos in einer Schnitzwerkstätte im arabisch-sizilischen Raum entstanden. Die sich im Krümmungsverlauf verjüngende zierliche Curva, deren Durchmesser kaum zehn Zentimeter beträgt, war seitlich ehemals mit Edelsteinen besetzt; sie läuft in einen Tierkopf aus, der in die Gegenrichtung nach außen gebogen ist. In ihrem fast kreisförmig geschlossenen Bogen befindet sich ein etwas beschädigtes geflügeltes Pferdchen, das eine Kreuzblume im Maul trägt. In einem Sakristei-Inventar aus dem Jahre 1659 ist der Stab als „Fundatoris Pastorale“ („Hirtenstab des Gründers“) eingetragen, was ihn gleichsam als Reliquie des Klostergründers, des Erzbischofs Gebhard von Salzburg, erscheinen lassen soll. Dieser ist allerdings schon 1088 gestorben. Fest steht: Wir haben es hier, ähnlich wie bei der noch jüngeren „Gebhard-Mitra“, mit dem Bestreben zu tun, ein als besonders altehrwürdig angesehenes, kostbares liturgisches Gerät mit der hoch verehrten Person des Fundators in Verbindung zu bringen.

    [Blockierte Grafik: http://i39.servimg.com/u/f39/11/89/60/18/319.jpg]

    Erscheinungsdatum: 28.05.2010
    Auflagenhöhe: 250.000
    Druckart: Kombinationsdruck
    Entwurf: Mag. Robert Trsek
    Stich: Mag. Robert Trsek
    Druck: Österreichische Staatsdruckerei
    Art: Sonderpostmarkenserie

    Beste Grüsse

  • briefmarken-forum.com
    aktives Mitglied
    Beiträge
    405
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    27. November 1970 (55)
    • 15. August 2010 um 14:40
    • #24

    Blauracke

    Die etwa 30 cm große Blauracke, auch Mandelkrähe genannt, ist durch ihr buntes Gefieder unverwechselbar. Besonders auffällig sind die türkisblaue Färbung von Kopf, Unterseite und Flügeloberseite sowie der zimtbraune Rücken. Die kleinen Armdecken indes sind schillernd violettblau, während der Flügelhinterrand eine dunkelbraune bis schwarze Färbung zeigt. Der Kopf ist relativ groß, ebenso der kräftige, nach unten gebogene und leicht gehakte dunkle Schnabel. Die Blauracke nistet vor allem am Rande lichter Waldbestände, zuweilen nützt sie aber auch Streuobstwiesen und größere Parkgelände. In Österreich ist dieser Vogel nur noch sehr selten zu beobachten – regelmäßig brütet er lediglich im Raum Stainz in der südöstlichen Steiermark.

    [Blockierte Grafik: http://i39.servimg.com/u/f39/11/89/60/18/417.jpg]

    Erscheinungsdatum: 28.05.2010
    Auflagenhöhe: 21.124.000
    Druckart: Offset
    Entwurf: Hannes Margreiter
    Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V.
    Art: Selbstklebemarken

    Beste Grüsse

  • briefmarken-forum.com
    aktives Mitglied
    Beiträge
    405
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    27. November 1970 (55)
    • 15. August 2010 um 14:49
    • #25

    Steinadler

    Der Steinadler ist ein Greifvogel und gehört zur Familie der Habichtartigen. Er besiedelt offene Landschaften, die ein ausreichendes Nahrungsangebot bieten und Felswände oder ältere Baumbestände für die Nestanlage aufweisen. Die Geschlechter des Steinadlers unterscheiden sich deutlich in Größe und Gewicht: Während das Weibchen eine Körperlänge bis zu 100 cm erreicht, ist das Männchen um rund 10 cm kleiner, die Flügelspannweite variiert zwischen 190 und 230 cm. Einst war die Spezies weit verbreitet, heute kommt sie nur noch in Gebirgsgegenden, in Österreich in den Alpen, vor. Der weltweite Bestand des Steinadlers wird auf etwa 250.000 Tiere geschätzt.

    [Blockierte Grafik: http://i39.servimg.com/u/f39/11/89/60/18/515.jpg]

    Erscheinungsdatum: 28.05.2010
    Auflagenhöhe: 5.120.000
    Druckart: Offset
    Entwurf: Hannes Margreiter
    Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V.
    Art: Selbstklebemarken

    Beste Grüsse

  • briefmarken-forum.com
    aktives Mitglied
    Beiträge
    405
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    27. November 1970 (55)
    • 15. August 2010 um 15:11
    • #26

    Europa 2010 - Kinderbücher

    Das von „Posteurop“, der Vereinigung der europäischen Postgesellschaften, vorgegebene Thema der heurigen EUROPA-Marken lautet „Kinderbücher“. Der Entwurf der entsprechenden Sondermarke aus Österreich stammt von Carola Holland; das Motiv stellt den „neuen“ Postfuchs Fridolin dar, dessen spannende Abenteuer in mehreren Kinderbüchern in den letzten Jahren veröffentlicht wurden. Auf einem Skateboard fahrend und fünf Bücher über dem Kopf balancierend zeigt der lustige Fuchs jene charmante Fröhlichkeit, die diesem Thema oftmals innewohnt.

    Zur Geschichte der Kinderliteratur: In Europa dienten die ersten Lektüren, mit denen Kinder in aller Regel nur an Klosterschulen in Berührung kamen, in erster Linie der religiösen Unterweisung und erst mittelbar auch der Alphabetisierung. Auch die Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert erleichterte Kindern und Jugendlichen den Zugang zur Literatur vorerst nur in sehr begrenztem Maße. Erst ab dem 16. und in den darauffolgenden Jahrhunderten wurde allmählich begonnen, Texte speziell für Kinder zu verfassen – und hier sind vor allem jene frühen Märchensammlungen und -bearbeitungen, zum Beispiel von den Brüdern Grimm, zu erwähnen, die sich zum Teil bis in unsere Zeit großer Beliebtheit erfreuen. Bei der so genannten „moralistischen Kinderliteratur“ (17. und 18. Jh.) ist indes zu beachten, dass die Kindersterblichkeit einst sehr hoch war; und da nur etwa jeder zweite Mensch das Erwachsenenalter erreichte, lag der erzieherische Sinn vor allem in der Vorbereitung der Kinder auf ihren eigenen Tod. Einige der ersten Kinderbücher, die neben einer rein erzieherischen Botschaft auch Unterhaltungswert hatten, wurden von einem englischen Verleger namens John Newbery in den 1740er-Jahren veröffentlicht. Eines der erfolgreichsten Kinderbücher des 19. Jahrhunderts ist zweifellos Heinrich Hoffmanns „Struwwelpeter“; auch wenn, oder gerade weil die erzieherische Botschaft deutlich darin zu erkennen ist, weisen die grotesk überzeichneten Illustrationen und Texte eine eigene Komik auf, die jedoch teilweise gar nicht wahrgenommen wurde. Historiker indes sind sich darin einig, dass Lewis Carrolls Geschichten von „Alice im Wunderland“ (1865) die ersten sind, die keinerlei moralistischen Botschaften beinhalten. Im selben Jahr erschienen übrigens Wilhelm Buschs berühmte Reim-Geschichten von „Max und Moritz“.

    In der gegenwärtigen Kinderliteratur wird thematisch nahezu alles altersgerecht dargestellt; die Themenvielfalt ist dementsprechend groß und weist dieselbe Bandbreite auf wie in der Literatur für Erwachsene. Von den zahlreichen österreichischen Schriftstellern dieses Genres seien Mira Lobe, Christine Nöstlinger und Thomas Brezina besonders erwähnt.

    [Blockierte Grafik: http://i39.servimg.com/u/f39/11/89/60/18/614.jpg]

    Erscheinungsdatum: 11.06.2010
    Auflagenhöhe: 250.000
    Druckart: Offset
    Entwurf: Carola Holland
    Art: Sonderpostmarke

    Beste Grüsse

  • briefmarken-forum.com
    aktives Mitglied
    Beiträge
    405
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    27. November 1970 (55)
    • 15. August 2010 um 15:18
    • #27

    120. Geburtstag von Egon Schiele

    Egon Schiele (1890 – 1918) gehört ohne Zweifel zu den bedeutendsten Malern der so genannten Wiener Moderne. Sein expressionistisches Werk genießt weltweiten Ruf und begeistert sowohl das Publikum als auch die internationale Kunstkritik. Anlässlich der Wiederkehr seines 120.Geburtstages legt die Österreichische Post nun eine Sondermarke auf, die als Motiv eines seiner berühmtesten Selbstporträts aus dem Jahre 1911 zeigt.

    Zur Person: Bereits früh wurde Schieles außergewöhnliche künstlerische Begabung erkannt. Im Alter von nur 16 Jahren wurde er in die Wiener Akademie der bildenden Künste aufgenommen, die er allerdings nach zwei Jahren, des geordneten Alltags überdrüssig, wieder verließ, um mit einigen anderen jungen Künstlern die „Wiener Neukunstgruppe“ zu gründen. Nach ersten Erfolgen fiel er alsbald dem Kunstkritiker Arthur Roessler auf, der für Schieles Werdegang eine entscheidende Rolle spielen sollte. Durch dessen Vermittlung lernte er die Kunstsammler Carl Reinighaus und Oskar Reichel kennen, die seinen Beginn in der Wiener Kunstszene finanziell absicherten und ihn mit mehreren Auftragsarbeiten versorgten. 1910 verließ Egon Schiele Wien und lebte zunächst in Krumau und danach in Neulengbach, wo er wegen angeblichen sexuellen Übergriffs gegen Minderjährige bzw. wegen der Verbreitung unsittlicher Zeichnungen einige Zeit in Untersuchungshaft verbringen musste. 1912 kehrte er nach Wien zurück, und mit Hilfe seines väterlichen Freundes Gustav Klimt konnte er hier schnell wieder Fuß fassen und bald darauf große Erfolge feiern. Kurz nach Beginn des Ersten Weltkriegs wurde Schiele in den militärischen Verwaltungsdienst eingezogen – und noch vor seiner Versetzung nach Prag heiratete er seine langjährige Freundin Edith Harms. Später wurde er für die Dauer von sechs Monaten zum k.u.k. Heeresmuseum abkommandiert, wo er Kriegsbilderausstellungen organisierte und trotz der Kriegswirren seiner Malerei nachgehen konnte. Mit dem Tod Gustav Klimts im Jahr 1918 stieg Schiele zum großen Star der Wiener Kunstszene auf. Zahlreiche Ausstellungen und verschiedene Anlässe verhalfen ihm zu vielen Aufträgen. Gegen Ende des Krieges, 1918, wurde Wien von einer katastrophalen Grippewelle heimgesucht. Edith Schiele, im sechsten Monat schwanger, erlag dieser Krankheit – und auch Egon Schiele infizierte sich und verstarb, erst 28 Jahre alt, am 31. Oktober 1918 in Wien-Hietzing.

    Egon Schieles Oeuvre (Selbstporträts, Akte, Landschafts- und Städtebilder) ist weltberühmt. Sein unverkennbarer Stil spricht von hoher künstlerischer Genialität und erfreut sich uneingeschränkter Bewunderung – sowohl im allgemein populären als auch im wissenschaftlich seriösen Bereich. Zahlreiche renommierte Museen auf der ganzen Welt beherbergen Werke dieses großen österreichischen Künstlers.

    [Blockierte Grafik: http://i39.servimg.com/u/f39/11/89/60/18/713.jpg]

    Erscheinungsdatum: 12.06.2010
    Auflagenhöhe: 250.000
    Druckart: Kombinationsdruck
    Entwurf: Adolf Tuma
    Stich: Prof. Wolfgang Seidel
    Druck: Österreichische Staatsdruckerei
    Art: Sonderpostmarke

    Beste Grüsse

  • briefmarken-forum.com
    aktives Mitglied
    Beiträge
    405
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    27. November 1970 (55)
    • 15. August 2010 um 15:23
    • #28

    Simon Wiesenthal - Gemeinschaftsausgabe mit Israel

    Das Motiv der vorliegenden Sondermarke, einer Gemeinschaftsausgabe von Israel und Österreich, zeigt ein Porträt von Simon Wiesenthal, umrahmt von einem Davidstern, dessen Form in einem speziellen Laserdruckverfahren aufgebracht wurde. Die Textelemente auf dem Wertzeichen sind sowohl in Deutsch als auch in Hebräisch angeführt, und auf der Allonge unterhalb des Kleinbogens stehen die Worte „Recht, nicht Rache“ – der deutsche Titel eines mehrfach preisgekrönten Spielfilms aus dem Jahr 1989, der das Leben von Simon Wiesenthal zum Inhalt hat.

    Zur Person: Simon Wiesenthal (1908 – 2005) war ein österreichischer Architekt, Publizist und Schriftsteller jüdischen Glaubens. Nach seiner Befreiung aus dem KZ Mauthausen im Mai 1945 machte er ein Thema zu seiner zentralen Lebensaufgabe: die Suche nach Gerechtigkeit für Millionen unschuldig ermordeter Menschen. Als Zeitzeuge des Holocaust forschte er weltweit Tätern aus der Zeit des Nationalsozialismus nach, um sie einem gerechten juristischen Verfahren zuzuführen. Er gründete das „Jüdische Historische Dokumentationszentrum“ in Linz und später das „Dokumentationszentrum des Bundes Jüdischer Verfolgter des Naziregimes“ in Wien. Wiesenthal verstand sich jedoch nicht als „Nazi-Jäger“, wie er immer wieder betonte, sondern vielmehr als Rechercheur, der jene zur Verantwortung ziehen wollte, die an der „Endlösung der Judenfrage“ mitgewirkt hatten. In seiner Tätigkeit sah er die Pflichterfüllung, vor dem Vergessen der Shoa zu warnen, die „nicht mit Massenmord und Gaskammern begonnen hat, sondern mit der Demontage von Demokratie und Menschenrechten“ – seine internationale Vortragstätigkeit stand daher stets unter der Maxime „Aufklärung ist Abwehr“. Als Autor zahlreicher Bücher hinterließ Wiesenthal ein mahnendes Vermächtnis für die nachfolgenden Generationen. 1977 wurde das nach ihm benannte Simon Wiesenthal Center in Los Angeles gegründet. Ziel des Zentrums war und ist es bis heute, flüchtige Kriegsverbrecher zu verfolgen; in den folgenden Jahren wurden weitere Institute in New York, Miami, Toronto, Jerusalem, Paris und Buenos Aires gegründet. Im Alter von 96 Jahren verstarb Simon Wiesenthal am 20. September 2005 in Wien, sein letzter Wille war es jedoch, in Israel begraben zu werden. Am 23. September 2005 wurde er in Herzlija-Pituach im Beisein von österreichischen und israelischen Regierungsvertretern beigesetzt. Simon Wiesenthal wurde mit zahllosen internationalen Ehrungen ausgezeichnet und erhielt insgesamt 18 Ehrendoktorate von Universitäten auf der ganzen Welt.

    Der Davidstern, das zweite zentrale Motiv auf der Marke, gilt als Symbol des Judentums und des Volkes Israel. Die beiden ineinander verwobenen gleichseitigen Dreiecke interpretieren die Beziehung zwischen Mensch und Gott. Darüber hinaus stehen die sechs außen liegenden Dreiecke für die Schöpfungstage, das große Sechseck in der Mitte stellt den siebenten Tag, den Ruhetag, dar.

    [Blockierte Grafik: http://i39.servimg.com/u/f39/11/89/60/18/813.jpg]

    Erscheinungsdatum: 14.06.2010
    Auflagenhöhe: 494.000
    Druckart: Offset
    Entwurf: Michael Rosenfeld
    Druck: British Thai Security Printing, Laser: Outer Aspect Ltd
    Art: Sonderpostmarke

    Beste Grüsse

  • briefmarken-forum.com
    aktives Mitglied
    Beiträge
    405
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    27. November 1970 (55)
    • 15. August 2010 um 15:31
    • #29

    100 Jahre II. Wiener Hochquellenleitung

    Die Wiener Wasserversorgung wird im Wesentlichen durch zwei Hochquellenleitungen gewährleistet; insgesamt können damit fast 590.000 m³ Trinkwasser pro Tag in die Bundeshauptstadt geleitet werden.

    Bereits zur Zeit der Römer versorgte eine mehrere Kilometer lange Wasserleitung das einstige Vindobona – damals wurde das Wasser (etwa 5.000 m³ täglich) aus dem Gebiet des heutigen Perchtoldsdorf und Gumpoldskirchen bezogen. Im 17. Jahrhundert versorgte der Brunnen am Neuen Markt die ersten Stadtteile mittels einiger kleinerer Wasserleitungen mit Frischwasser; dies blieb bis weit ins 19. Jahrhundert hinein das einzige Wasserleitungssystem innerhalb Wiens. Zwischen 1835 und 1841 schließlich wurde das erste flächendeckende städtische Wasserleitungssystem gebaut: die Kaiser-Ferdinands-Wasserleitung, durch die täglich 20.000 m³ filtriertes Donauwasser floss. Das Wachstum der Stadt überforderte dieses System jedoch recht bald – und als im Jahre 1861 bereits die siebenfache Menge dessen, was jene Wasserleitung lieferte, notwendig war, kam es zu einer öffentlichen Ausschreibung für ein neues Wasserversorgungssystem. Es gewann das Projekt der Geologen Eduard Suess und Carl Junker, das eine 120 Kilometer lange Fernleitung, Wasserspeicher sowie ein Verteilungssystem beinhaltete. Durch die rasante Stadtentwicklung wurde die I. Hochquellenleitung, die seit 1873 in Betrieb war, aber ebenfalls bald zu schwach. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde daher unter Bürgermeister Karl Lueger die II. Wiener Hochquellenleitung errichtet, und 1910 – also vor genau 100 Jahren – von Kaiser Franz Joseph eröffnet. Diese Wasserleitung wird von Quellen im Hochschwabgebiet gespeist. Sie hat ausreichend Gefälle bis Wien, sodass keine zusätzlichen Pumpen benötigt werden. Wie bei der I. Hochquellenleitung sind bereits im Quellgebiet große Höhenunterschiede vorhanden. Dieser Druck wird in Turbinen als Druckbremse abgebaut, die die Umgebung von Wildalpen bis Mariazell mit Strom versorgen – eines der bekanntesten dieser Kraftwerke ist jenes in Gaming. Die 200 Kilometer lange Leitung, die großteils aus Stein gemauerten Stollen besteht, führt über 100 Aquädukte und 19 Düker, welche aus Gussrohrleitungen errichtet wurden, da sie stellenweise bis 9 bar standhalten müssen. Das Wasser benötigt etwa 36 Stunden für die Strecke bis nach Wien. Im Bereich größerer Flüsse sind Ablassschleusen eingebaut, die ein Entleeren der Leitung für Wartungs- und Reinigungsarbeiten ermöglichen. Die größte Quelle ist die Kläfferquelle am Fuß des Hochschwabs im steirischen Salzatal, die bei Schneeschmelze eine Schüttung von rund 10.000 Liter pro Sekunde hat und damit zu den größten Trinkwasserquellen Europas zählt. Der Verlauf der Leitung führt von Wildalpen und Lunz am See über Scheibbs, Wilhelmsburg, Neulengbach und Preßbaum bis nach Wien.

    [Blockierte Grafik: http://i39.servimg.com/u/f39/11/89/60/18/913.jpg]

    Erscheinungsdatum: 14.06.2010
    Auflagenhöhe: 900.000
    Druckart: Offset
    Entwurf: Silvia Moucka
    Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V.
    Art: Sonderpostmarke

    Beste Grüsse

  • briefmarken-forum.com
    aktives Mitglied
    Beiträge
    405
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    27. November 1970 (55)
    • 15. August 2010 um 15:39
    • #30

    75. Geburtstag von Ioan Holender

    „Ich sehe meine Aufgabe darin, das Publikum neugierig zu machen, Interesse zu wecken und auch Dinge zu zeigen, bei denen man sich ein bisschen anstrengen muss, um sie zu verstehen. Ich will nicht nur gewohnte Pfade gehen, sondern das Wiener Publikum auch mit einer unbekannten Optik und unbekannten Klängen bekannt machen.“ – Pointierte Aussagen von Ioan Holender, des längstdienenden Direktors in der Geschichte der Wiener Staatsoper, dessen Vertrag im Juni dieses Jahres endet und dem nun eine eigene Sondermarke gewidmet ist.

    Zur Person: Ioan Holender, geboren am 18. Juli 1935, entstammt einer jüdischen Familie aus Temesvar (Rumänien), wo sein Vater eine Marmeladen- und Essigfabrik besaß, die 1948 enteignet wurde. Um einen Zugang zum Studium zu erhalten, arbeitete Holender zunächst ein Jahr lang bei der Straßenbahn. 1956 wurde er aufgrund der Teilnahme an der Studentenbewegung aus politischen Gründen von allen Hochschulen des Landes verwiesen. Danach war er unter anderem als Tennistrainer und Regieassistent beschäftigt, bis er durch die Möglichkeit der Familienzusammenführung nach Wien, wo seine Mutter bereits lebte, ausreisen durfte. Ursprünglich wollte Holender sein angefangenes Technikstudium fortsetzen, letztlich begann er aber dann doch ein Gesangsstudium in Wien. Nach dem Abschluss war er zunächst als Opernbariton und Konzertsänger tätig, ehe er 1966 in einer Theateragentur zu arbeiten begann; einige Jahre danach übernahm er diese und machte sie unter seinem eigenen Namen zu einer bekannten Opernagentur.

    Im Jahre 1988 wurde Holender vom seinerzeit designierten Direktor Eberhard Waechter zum Generalsekretär der Wiener Staatsoper berufen – der Beginn einer langen Karriere im „Haus am Ring“ – und nach Waechters unerwartetem Ableben im März 1992 wurde Holender am 1. April desselben Jahres zum Direktor der Staatsoper bestellt. Innerhalb kürzester Zeit bewirkte er zahlreiche Veränderungen; so ließ er zum Beispiel die Titel der gespielten Opern wieder in der Originalsprache plakatieren und weichte das Ensembleprinzip durch eine Verstärkung kurzfristiger Abendverträge auf.

    Das von Holender gespielte Repertoire stützte sich im Wesentlichen auf die Neuinszenierungen seiner eigenen Direktionszeit, ergänzt von bekannten Schlüsselwerken und einigen älteren Produktionen, wodurch er die Organisation des umfangreichen Spielplanes maßgeblich erleichtern konnte. Darüber hinaus setzte der umtriebige Operndirektor vermehrt auf Koproduktionen, etwa mit den Salzburger Festspielen, der Mailänder Scala und der Pariser Oper. Besondere Erwähnung verdient freilich auch der Verkauf erfolgreicher Inszenierungen an andere renommierte Opernhäuser wie beispielsweise an die Metropolitan Opera in New York.

    [Blockierte Grafik: http://i39.servimg.com/u/f39/11/89/60/18/011.jpg]

    Erscheinungsdatum: 20.06.2010
    Auflagenhöhe: 250.000
    Druckart: Offset
    Entwurf: Hannes Margreiter
    Druck: Österreichische Staatsdruckerei
    Art: Sonderpostmarke

    Beste Grüsse

  • briefmarken-forum.com
    aktives Mitglied
    Beiträge
    405
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    27. November 1970 (55)
    • 15. August 2010 um 15:46
    • #31

    Kirchen aus Österreich - Pfalzkirche von Karnburg

    Mit der neuen Sondermarke „Pfalzkirche von Karnburg“ findet die Serie „Kirchen aus Österreich“ nun ihren attraktiven Anfang.
    Karnburg, etwa fünf Kilometer nördlich der Kärntner Landeshauptstadt Klagenfurt am Fuße des Ulrichsberges gelegen, ist eine kleine Ortschaft der Marktgemeinde Maria Saal. Im Mittelalter war Karnburg, das heute knapp 600 Einwohner zählt, das Zentrum des alpenslawischen Fürstentums Karantanien. Auf einer Hochebene befand sich einst ein karolingischer Königshof (Curtis Carantana); mit der Kolonialisierung Kärntens durch die Baiern wurde es schließlich eine karolingische Pfalz. Der sowohl für die Einsetzung der slawischen Fürsten als auch später der Kärntner Herzöge wichtige „Fürstenstein“ befand sich bis zum Jahre 1862 am nordwestlich der Pfarrkirche gelegenen Blasfeld.

    Die Pfalzkirche in Karnburg – den Heiligen Peter und Paul geweiht – ist nicht nur die älteste Kirche der Diözese Gurk / Klagenfurt, sie gehört auch zu den ältesten österreichischen Kirchen überhaupt. Der Bau des Gotteshauses entstand vor 888, die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 927 zurück. Das mittelgroße Sakralbauwerk ist durch die südliche Sakristei über einen Verbindungsgang mit der gotischen Annakapelle (diese stammt aus dem 14. Jahrhundert) verbunden. An einem echteckigen Saalraum schließt ein nahezu quadratischer, jedoch stark verzogener und nicht in der Hauptachse liegender Chorraum an. Der Triumphbogen zum Kirchenschiff öffnete sich ursprünglich im Überhalbkreis. Für die Errichtung der Kirche wurden seinerzeit zahlreiche römische Relief- und Inschriftensteine verwendet; Reste von romanischen Wandmalereien aus dem 13. Jahrhundert sind bis heute erhalten geblieben. An der Nordwand der Kirche befindet sich ein zugemauerter Eingang, und darüber erblickt man ein sehenswertes Detail: ein vorromanisches Steinrelief, das die Hand Gottes darstellen soll.

    Von der Ortschaft hinauf zur Pfalzkirche führt ein Fußweg, der von den vierzehn Stationen eines Kreuzweges mit Bildnischenstöcken des Leidensweges Jesu Christi gesäumt ist. Eine Kreuzigungsgruppe unweit der Kirche ist die fünfzehnte Andachtsstelle und Endpunkt des Passionsweges. Der gute Erhaltungszustand der Pfalzkirche von Karnburg ist in erster Linie zwei umfassenden Restaurierungen aus den Jahren 1928 und 1970 zu verdanken.

    [Blockierte Grafik: http://i39.servimg.com/u/f39/11/89/60/18/1011.jpg]

    Erscheinungsdatum: 25.06.2010
    Auflagenhöhe: 300.000
    Druckart: Offset
    Entwurf: Mag. Helga Herger
    Druck: Österreichische Staatsdruckerei
    Art: Sonderpostmarkenserie

    Beste Grüsse

  • briefmarken-forum.com
    aktives Mitglied
    Beiträge
    405
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    27. November 1970 (55)
    • 15. August 2010 um 15:51
    • #32

    350. Geburtstag von Johann Joseph Fux

    Aus Anlass der 350. Wiederkehr des Geburtstages des österreichischen Musiktheoretikers und Komponisten Johann Joseph Fux erscheint die nun vorliegende Sondermarke.

    Zur Person: 1660 in Hirtenfeld bei Graz geboren (das genaue Datum ist nicht bekannt), studierte der Bauernsohn zunächst an der Universität Graz und von 1683 bis 1687 in Ingolstadt. Im Jahre 1696 wurde er zum Organisten am Schottenstift in Wien ernannt und behielt diesen Posten bis 1702. In dieser Funktion wurde der kaiserliche Hof auf Fux aufmerksam und ernannte ihn alsbald zum „Hofcompositeur“. 1701 wurde er darüber hinaus Kapellmeister am Stephansdom. Einige Jahre später, 1711, erhielt er eines der höchsten Ämter innerhalb des europäischen Musiklebens: Er wurde Musikdirektor des Hofes. Von seinen zahlreichen Opern und Oratorien, die er im Laufe der Jahre schrieb, erlangte die Oper „Costanza e Fortezza“ die größte Bekanntheit; diese wurde 1723 in Prag anlässlich der Krönung von Kaiser Karl VI. zum König von Böhmen aufgeführt.

    Weitaus bedeutender und nachhaltiger als Fux’ Kompositionen ist freilich dessen theoretisches Werk; seine umfangreiche Kompositionslehre „Gradus ad Parnassum“ wurde erstmals 1725 veröffentlicht. Dieses elementare, auf Latein verfasste Werk – ein Lehrbuch über die Grundlagen der Komposition – wurde 1742 von Lorenz Christoph Mizler, einem Schüler Bachs, ins Deutsche übersetzt. Es hatte maßgeblichen Einfluss auf die so genannte „Wiener Schule“ (Musikstil in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zwischen Spätbarock und Wiener Klassik) und diente bis ins 20. Jahrhundert hinein als das Lehrbuch des Kontrapunkts schlechthin. In seinem späteren Lebensabschnitt – nach dem Tod seiner Frau, mit der er 35 Jahre verheiratet war – komponierte Johann Joseph Fux vor allem geistliche Musik. Am 13. Februar 1741 verstarb der große Musiker 81-jährig in Wien.

    Fux’ breit gefächertes musikalisches Werk umfasst zahlreiche Opern, Messen, Requien, Vespern, Psalmen, Oratorien und Partiten. Im Gegensatz zu seiner theoretischen Arbeit „Gradus ad Parnassum“ gerieten seine musikalischen Werke jedoch recht schnell in Vergessenheit – erst Ludwig von Köchel entdeckte Johann Joseph Fux wieder und gab eine Biographie sowie ein Werkverzeichnis des alten Meisters heraus. Viel später wurden einige von Fux’ Werken in der Reihe „Denkmäler der Tonkunst in Österreich“ veröffentlicht. In Graz erinnert das Johann Joseph Fux-Konservatorium auch heute noch an diesen großen österreichischen Musiker.

    [Blockierte Grafik: http://i39.servimg.com/u/f39/11/89/60/18/1110.jpg]

    Erscheinungsdatum: 26.06.2010
    Auflagenhöhe: 250.000
    Druckart: Offset
    Entwurf: Brigitte Heiden
    Druck: Österreichische Staatsdruckerei
    Art: Sonderpostmarke

    Beste Grüsse

  • briefmarken-forum.com
    aktives Mitglied
    Beiträge
    405
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    27. November 1970 (55)
    • 15. August 2010 um 15:56
    • #33

    100. Geburtstag von Grete Rehor

    Grete Rehor, die als erste Ministerin in die politische Geschichte Österreichs einging, wurde am 30. Juni 1910 in Wien geboren. Nach der Volksschule besuchte sie die Bürgerschule und danach ein Lehrerseminar; ihren Berufswunsch, Lehrerin zu werden, konnte sie wegen der schweren Zeiten nach dem Krieg jedoch nicht realisieren. Als Textilarbeiterin ermöglichte sie sich den Besuch einer Handelsschule sowie zahlreicher sozialpolitischer Abendkurse, wo sie sich das Rüstzeug für ihre späteren Tätigkeiten holte. Ihre gewerkschaftliche Arbeit begann 1927, und zwar als Sekretärin im Zentralverband der christlichen Textilarbeiter Österreichs. In der Folge, von 1928 bis 1938, war Grete Rehor die erste Frau im Jugendbeirat der Wiener Arbeiterkammer und hatte in dieser Funktion maßgeblichen Einfluss auf die Aktionen „Jugend am Werk“, „Jugend in Not“ und „Jugend in Arbeit“.

    Im Jahr 1935 heiratete sie Karl Rehor, der gemeinsam mit dem späteren Bundeskanzler Josef Klaus die christliche Jugendbewegung „Junge Front im Arbeiterbund“ gründete. Ab 1943 – ihr Mann fiel als Soldat in Stalingrad – war Grete Rehor Kriegswitwe und alleinerziehende Mutter einer Tochter. 1945, kurz nach Kriegsende, entstand der Österreichische Gewerkschaftsbund, in welchem Grete Rehor den Grundstein für ihre politische Karriere legte. Als Bundesvorsitzende der FCG in der Gewerkschaft der Textil-, Bekleidungs-, und Lederarbeiter war ihr kein Betrieb zu weit entfernt, um den Kontakt mit allen Gewerkschaftern unter schwierigsten Bedingungen aufrecht zu erhalten. Im Frauenreferat des ÖGB übte sie die Funktion einer Vorsitzenden-Stellvertreterin aus, und als Mitglied des Bundesvorstandes arbeitete sie intensiv an der Schaffung eines einheitlichen Gewerkschaftsbundes. 1949 wurde sie von der ÖVP als erste Frau für den größten Wiener Wahlbezirk nominiert; bis 1970 nahm sie ihre Verantwortung als Nationalratsabgeordnete wahr.

    Als die ÖVP im März 1966 die absolute Mehrheit errang und eine Alleinregierung bildete, wurde Grete Rehor die erste Bundesministerin der Republik Österreich. „Es ist wichtig und richtig, wenn Frauen auch in höchste Positionen vordringen. Dies entspricht nicht nur der Bevölkerungs- und Beschäftigungsstruktur, sondern auch der Wählerstruktur“, meinte sie in einem ihrer ersten Interviews. In ihrer Amtsperiode setzte Grete Rehor zahlreiche Meilensteine für die Arbeitnehmer, und das Sozialbudget stieg von 1965 bis 1970 um unglaubliche 66 Prozent! Mehr als hundert Sozialgesetze, die während ihrer Amtszeit verabschiedet wurden, brachten ihr den durchaus wohlwollenden Spitznamen „schwarze Kommunistin“ ein – und auch nach ihrer Zeit als Ministerin engagierte sie sich bis ins hohe Alter in vielen sozialen Bereichen. Am 28. Jänner 1987 verstarb die hoch angesehene Politikerin; der Wiener Grete Rehor-Park erinnert auch heute noch an diese große österreichische Persönlichkeit.

    [Blockierte Grafik: http://i39.servimg.com/u/f39/11/89/60/18/1210.jpg]

    Erscheinungsdatum: 29.06.2010
    Auflagenhöhe: 300.000
    Druckart: Offset
    Entwurf: Renate Gruber
    Druck: Österreichische Staatsdruckerei
    Art: Sonderpostmarke

    Beste Grüsse

  • briefmarken-forum.com
    aktives Mitglied
    Beiträge
    405
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    27. November 1970 (55)
    • 15. August 2010 um 16:00
    • #34

    15 Jahre Regenbogenparade

    Die Regenbogenparade ist eine jährlich auf der Wiener Ringstraße durchgeführte politische Demonstration, die sich im Rahmen eines ausgelassenen und farbenfrohen Umzuges für die Gleichberechtigung von homosexuellen Menschen einsetzt. (Zum Vergleich: In Deutschland genießen Veranstaltungen dieser Art unter dem Namen „Christopher Street Day“ überaus große Bekanntheit.)

    Die Wiener Regenbogenparade ist der größte Event der Schwulen-, Lesben-, Tunten-, Bisexuellen- und Transgenderbewegung in Österreich. Die erste Parade fand vor nunmehr 15 Jahren, am 29. Juni 1996, statt und wurde von einem vierköpfigen Personenkomitee im Rahmen des so genannten „Österreichischen Lesben- und Schwulenforums“ (ÖLSF) organisiert, seit 2003 wird die Veranstaltung vom Verein „HOSI Wien“ (Homosexuelle Initiative Wien) mit Unterstützung der Stadt Wien geplant und durchgeführt. Sie führt vom Stadtpark über den Kai und Ring zum Museumsquartier, Heldenplatz oder Schwarzenbergplatz, wo als große Abschlusskundgebung die „Celebration“ im Beisein prominenter Politiker und bekannter Showgäste stattfindet. In den letzten Jahren nahmen jeweils mehr als 100.000 Personen – Demonstrierende, Besucher und Schaulustige – an der Regenbogenparade teil.

    Gewissermaßen als Symbol ist zu verstehen, dass die Parade (als eine der wenigen Demonstrationen) gegen den Uhrzeigersinn bzw. gegen die Fahrtrichtung, also „andersrum“, über den Ring zieht. Das bunte Treiben mit ernstem Hintergrund bedient sich der nationalen Symbolik der Ringstraße und besetzt diese freilich neu: Just an dem politischen Ort schlechthin, wo gegen Unterdrückung und für Sichtbarkeit und Gleichstellung demonstriert wird, erfährt die heterosexuelle Exklusivität mit ebendiesem Umzug ihre scharfe Hinterfragung und Kritik.

    Am 3. Juli 2010 findet die Regenbogenparade zum 15. Mal statt. Der Entwurf der entsprechenden Sondermarke stammt von Christian Högl, der neben seiner ehrenamtlichen Obmanntätigkeit bei der „HOSI Wien“ als Grafiker arbeitet und in den letzten acht Jahren viele verschiedene Paradedesigns entworfen hat.

    [Blockierte Grafik: http://i39.servimg.com/u/f39/11/89/60/18/1310.jpg]

    Erscheinungsdatum: 03.07.2010
    Auflagenhöhe: 250.000
    Druckart: Offset
    Entwurf: Christian Högl
    Druck: Österreichische Staatsdruckerei
    Art: Sonderpostmarke

    Beste Grüsse

  • briefmarken-forum.com
    aktives Mitglied
    Beiträge
    405
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    27. November 1970 (55)
    • 15. August 2010 um 16:03
    • #35

    125 Jahre Grenzlandbahn Spielfeld-Straß - Bad Radkersburg

    Die Grenzlandbahn Spielfeld Straß – Bad Radkersburg feiert 2010 ein rundes Jubiläum: Vor genau 125 Jahren, 1885, wurde diese Bahnlinie ihrer Bestimmung übergeben. Die 0,65 Euro-Sondermarke erinnert auf eindrucksvolle Weise an diesen stolzen „Geburtstag“. Das Markenmotiv, entworfen von Ernst Sladek, zeigt sowohl eine historische Dampflokomotive von einst als auch eine moderne Zugsgarnitur von heute und spiegelt so die Geschichte und die Entwicklung der südsteirischen Grenzlandbahn in origineller Bildsprache wider.

    Die Grenzlandbahn Spielfeld Straß – Bad Radkersburg wurde, wie bereits oben erwähnt, im Jahre 1885 eröffnet; fünf Jahre später, 1890, wurde sie bis nach Luttenberg verlängert. In dieser Zeit verkehrten täglich bis zu sechs Personenzüge auf der Strecke. Für die 31 Kilometer lange, landschaftlich reizvolle Fahrt zwischen Spielfeld und Bad Radkersburg benötigte der Zug etwas mehr als eine Stunde, für die 26 Kilometer von Luttenberg nach Bad Radkersburg ungefähr 50 Minuten. (Übrigens: Später wurde diese Strecke unter der Fahrplan-Nummer 56 verzeichnet – der Verein der Eisenbahnfreunde in Bad Radkersburg pflegt diese Tradition auch heute noch in seinem Namen „Club 56“ auf charmante Weise weiter.)

    Die Stadt Bad Radkersburg liegt heute unmittelbar an der Grenze zu Slowenien. Ursprünglich erstreckte sich die Siedlung über beide Ufer der Mur. Durch den Friedensvertrag von St. Germain nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Mur zur Staatsgrenze zum seinerzeit neu gegründeten Staat Jugoslawien und verlor mehr als die Hälfte des Gemeindegebiets. Heute freilich hat die Grenze, bedingt durch die Europäische Union, ihre frühere Bedeutung sehr stark eingebüßt – man kann bequem zu Fuß nach Gornja Radgona (Ober-Radkersburg) spazieren. Durch die Gemeine Spielfeld, die etwa 1.000 Einwohner zählt, führt indes auch die so genannte „Pyhrn Autobahn“ (A9) mit dem stark befahrenen Grenzübergang Spielfeld / Šentilj in Slowenien.

    Anlässlich der geplanten Jubiläumsfeierlichkeiten wird – zur Freude aller Eisenbahnfans – unter anderem auch ein historischer Sonderzug, und zwar der legendäre „Blaue Blitz“ (Dieseltriebwagen 5145), zum Einsatz kommen.

    [Blockierte Grafik: http://i39.servimg.com/u/f39/11/89/60/18/1410.jpg]

    Erscheinungsdatum: 10.07.2010
    Auflagenhöhe: 300.000
    Druckart: Offset
    Entwurf: Ernst Sladek
    Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V.
    Art: Sonderpostmarke

    Beste Grüsse

  • briefmarken-forum.com
    aktives Mitglied
    Beiträge
    405
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    27. November 1970 (55)
    • 15. August 2010 um 16:07
    • #36

    Schloss Grafenegg

    Das niederösterreichische Schloss Grafenegg, östlich von Krems gelegen, gehört zu den bedeutendsten Prachtbauten des romantischen Historismus in Österreich.

    Zur Geschichte: 1294 erstmals erwähnt, wurde um 1435 der einstige Wirtschaftshof mit einer Ringmauer und einem Wassergraben umgeben. Damals schon ein landesfürstliches Lehen, gelangte es später in den Besitz des Namensgebers Ulrich von Grafeneck, 1477 an Kaiser Friedrich III. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde es schließlich komplett umgebaut; aus dieser spätgotischen Zeit stammt der schlanke Turm an der Ostseite, dessen Portal bereits sehr der Renaissance verpflichtet ist. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel wurde das Anwesen zwischen 1622 und 1633 zu einem befestigten Schloss umgebaut. An den vier Ecken des von Mauern und einem Wassergraben umgebenen Komplexes wurden so genannte Wallhäuser errichtet, die auch heute noch existieren. Unter Graf August Ferdinand Breuner-Enckevoirt und dessen Sohn wurde das Schloss in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Sinne des romantischen Historismus durch Leopold Ernst, der 1858 zum Dombaumeister von St. Stephan in Wien ernannt wurde, grundlegend umgestaltet und erhielt damit seine heutige Form. Zwischen 1945 und 1955 beschädigte die russische Besatzungsmacht das Gebäude und sein Mobiliar, Teile des Buchbestandes wurden entwendet oder gar verheizt. Ab 1967 konnte das Schloss mit Unterstützung durch Land und Bund und durch das Engagement des damaligen Rentmeisters, Dr. Gerhard Großberger, restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Beachtenswert freilich ist, dass der einstige Umbau zwar im Allgemeinen schonend mit der vorhandenen Bausubstanz umging, dem Schloss jedoch durch das Hinzufügen von Treppengiebeln, Arkaden und Dekorationen an der Fassade im neugotischen Tudorstil einen völlig veränderten Gesamteindruck verlieh, der sich bis zur Innendekoration fortsetzt.

    Schloss Grafenegg liegt samt seiner Nebengebäude inmitten einer rund 30 Hektar großen Parkanlage, die mit zahlreichen Skulpturen versehen ist und mehr als 2.000 zum Teil exotische Laub- und Nadelbäume und mehrere über 250 Jahre alte Baumriesen aufweist. Für die Landesgartenschau 2008 wurde der Park, orientiert an den Gestaltungsprinzipien eines Landschaftsgartens im 19. Jahrhundert, revitalisiert. Heute ist das Schloss ein beliebter Ausflugs- und Veranstaltungsort, der als Fixpunkt der kulturellen Landschaft Österreichs gilt; vor allem der alljährlich zu bestaunende „Grafenegger Advent“ ist ein regelrechter Publikumsmagnet. Darüber hinaus findet hier seit 2007 auch das so genannte „Musik-Festival Grafenegg“ unter der künstlerischen Leitung des bekannten Pianisten Rudolf Buchbinder statt.

    [Blockierte Grafik: http://i39.servimg.com/u/f39/11/89/60/18/1510.jpg]

    Erscheinungsdatum: 17.07.2010
    Auflagenhöhe: 5.749.000
    Druckart: Offset
    Entwurf: Hannes Margreiter
    Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V.
    Art: Selbstklebemarken

    Beste Grüsse

  • briefmarken-forum.com
    aktives Mitglied
    Beiträge
    405
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    27. November 1970 (55)
    • 15. August 2010 um 16:11
    • #37

    150. Geburtstag von Alfons Maria Mucha

    Alfons Maria Mucha (1860–1939) war ein tschechischer Maler, Grafiker und Illustrator und gilt als einer der wichtigsten Repräsentanten des Jugendstils. Zur 150. Wiederkehr seines Geburtstages gratuliert die Österreichische Post nun mit einer eigenen Sondermarke. Das Motiv zeigt das Werk mit dem Titel „La Plume“ (Farblithographie, Originalgröße 64,5 x 48 cm).

    Mucha, der seine Laufbahn als Autodidakt begann, wurde seinerzeit von der Prager Kunstakademie abgelehnt. Von 1879 bis 1881 besuchte er daher eine Wiener Schule für Bühnendekoration; abends nahm er zusätzlich Zeichenunterricht. Im Jahre 1882 erhielt er seinen ersten größeren Auftrag, und zwar die Innenausgestaltung des neubarocken mährischen Schlösschens Emin Zámek (Emmahof) bei Hrušovany nad Jevišovkou (Grusbach); in der Folge führte Mucha weitere Malereien im Stammschloss der Familie Khuen-Belasi Gandegg bei Eppan in Südtirol aus.

    Anlässlich der Weltausstellung zog es den jungen Künstler schließlich nach Paris, zu jener Zeit das künstlerische Mekka schlechthin. Mit kleinen Aufträgen für diverse Buchillustrationen konnte er sich mehr schlecht als recht über Wasser halten, für einige Wochen hatte er damals ein gemeinsames Studio mit dem berühmten französischen Maler Paul Gauguin. Seinen Durchbruch verdankte Alfons Maria Mucha der Schauspielerin Sarah Bernhardt, die im Winter 1894 auf der Suche nach einem Künstler war, der ein Veranstaltungsplakat für das Theaterstück „Gismonda“ entwerfen sollte, da ihre üblichen Auftragnehmer ausgefallen waren. Mucha bekam den Auftrag – und so hingen mehr oder weniger „über Nacht“ in ganz Paris seine Plakate. Diese waren dermaßen begehrt, dass beinahe alle von Kunstfreunden „entfernt“ wurden; Mucha gehörte mit einem Schlag zu den begehrtesten Plakatmalern der Belle Epoque. Zwei Jahre später entwarf er, neuerlich für Sarah Bernhardt, ein Plakat („Die Kameliendame“), das vielfach als einer der frühen Höhepunkte der Jugendstil-Grafik bezeichnet wird. In dieser Zeit begann er auch, Entwürfe für Aktien und Obligationen zu gestalten – ebenso tragen Versicherungspolicen eindrucksvoll Muchas unverwechselbare künstlerische Handschrift.

    1904, inzwischen zum Ritter der französischen Ehrenlegion geschlagen, ging Mucha für zwei Jahre in die USA, um als Dozent an den Akademien für bildende Künste in New York, Philadelphia und Chicago zu lehren. Nach dem Ersten Weltkrieg kehrte Mucha zurück in die Tschechoslowakei, wo er weiter künstlerisch tätig war – so entwarf er z. B. Briefmarken (darunter die erste Marke von 1918 mit einem Hradschin-Motiv), Banknoten und Orden für den noch jungen Staat. Finanziell unabhängig, lebte er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern auf einem Schloss nördlich von Prag. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen 1939 war Mucha einer der Ersten, die interniert wurden; kurz darauf verstarb der Künstler an den Folgen einer schweren Lungenentzündung.

    [Blockierte Grafik: http://i39.servimg.com/u/f39/11/89/60/18/1610.jpg]

    Erscheinungsdatum: 23.07.2010
    Auflagenhöhe: 250.000
    Druckart: Offset
    Entwurf: Michael Rosenfeld
    Druck: Österreichische Staatsdruckerei
    Art: Sonderpostmarke

    Beste Grüsse

  • briefmarken-forum.com
    aktives Mitglied
    Beiträge
    405
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    27. November 1970 (55)
    • 15. August 2010 um 16:15
    • #38

    50 Jahre Diözese Eisenstadt

    Der 15. August 1960 ist für das Burgenland ein denkwürdiges Datum. An diesem Tag begründete der damalige Papst Johannes XXIII. mit der Bulle „Magna quae“ die Diözese Eisenstadt. Diesem bedeutenden Schritt ging jedoch eine wechselvolle Geschichte voraus: Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte das Diözesangebiet zu Ungarn und wurde von den Diözesen Györ / Raab und Szombathely / Steinamanger verwaltet. 1921 wurde das Burgenland ein Teil Österreichs; und von 1922 bis 1949 ernannte man die Erzbischöfe der Erzdiözese Wien zu Apostolischen Administratoren. Erst unter dem legendären Kardinal Theodor Innitzer dezentralisierte man die Kirchenverwaltung von Wien nach Eisenstadt. Der Anschluss Österreichs 1938 brachte freilich schwere Rückschläge – katholische Privatschulen wurden nach und nach aufgelöst, die Seelsorge erlitt massive Behinderungen und die Kirchenverwaltung musste zunächst nach Mattersburg und später nach Bad Sauerbrunn verlegt werden. 1949 schließlich holte der zum neuen Administrator ernannte Joseph Schoiswohl die kirchliche Verwaltung zurück nach Eisenstadt. Heute werden in dieser Diözese – unterteilt in 12 Dekanate und etwa 170 Pfarren – mehr als 215.000 Katholiken betreut.
    Seit dem Jahre 1993 leitet Bischof Paul Iby die Geschicke der Diözese Eisenstadt, er löste seinerzeit Bischof Stephan László ab. Erst vor Kurzem sorgte Iby für Schlagzeilen, als er den Zölibat in Frage stellte. "Es wäre für die Weltpriester sicher eine Erleichterung, wenn der Pflichtzölibat aufgehoben würde", zeigte sich der 75-Jährige, der im Jänner sein Rücktrittsgesuch eingereicht hat, überzeugt. Bischof Iby würde es sehr begrüßen, wenn man die Priesterweihe verheirateter Männer zulassen würde. "Wenn man sie zu Priestern weihen könnte, würden wir uns angesichts des Priestermangels sehr viel leichter in der Seelsorge tun. Es sollte jedem Priester anheimgestellt werden, ob er freiwillig zölibatär lebt oder mit einer Familie."
    Anlässlich der 50-Jahre-Feierlichkeiten finden zahlreiche themenbezogene Veranstaltungen statt, nähere Hinweise dazu findet man auf der ausgezeichnet gestalteten Homepage der Diözese unter Übrigens: Das Motiv der neuen Sondermarke zeigt den Eisenstädter Dom St. Martin, dessen Geschichte ungleich älter ist als jene der Diözese: Die erste urkundliche Erwähnung der Kathedrale reicht zurück bis ins 13. Jahrhundert!

    [Blockierte Grafik: http://i39.servimg.com/u/f39/11/89/60/18/1710.jpg]

    Erscheinungsdatum: 12.08.2010
    Auflagenhöhe: 300.000
    Druckart: Offset
    Entwurf: Michael Rosenfeld
    Druck: Österreichische Staatsdruckerei
    Art: Sonderpostmarke

    Beste Grüsse

  • briefmarken-forum.com
    aktives Mitglied
    Beiträge
    405
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    27. November 1970 (55)
    • 15. August 2010 um 16:19
    • #39

    100. Geburtstag von Mutter Teresa

    Aus Anlass des 100. Geburtstages von Anjezë Gonxhe Bojaxhiu, die unter dem Namen „Mutter Teresa“ weltweite Anerkennung genoss, erscheint nun eine eigene Sondermarke, die gewissermaßen als Verneigung vor dieser großen Frau zu verstehen ist.

    Mutter Teresa wurde am 26. August 1910 in Üsküp im Osmanischen Reich auf dem Gebiet des heutigen Mazedonien geboren, wo sie in einer wohlhabenden katholischen Familie, sehr religiös erzogen, aufwuchs. Schon als 12-Jährige entschied sie sich für ein Leben als Nonne, im Alter von 18 Jahren bat sie schließlich um die Aufnahme in den Orden der Loreto-Schwestern. Zunächst in Irland tätig, reiste sie kurze Zeit später nach Indien, um in Kalkutta die erste Profess abzulegen. Die folgenden 17 Jahre war sie in der St. Mary's School in Kalkutta tätig, wo sie erst als Lehrerin, dann als Direktorin wirkte. Auf einer ihrer zahlreichen Fahrten durch Kalkutta soll sie am 10. September 1946 die göttliche Berufung verspürt haben, den Armen zu helfen. In ihrem Tagebuch schildert sie dieses Erlebnis als „mystische Begegnung mit Jesus“, der sie dazu aufgefordert habe, „alles aufzugeben und ihm in die Slums zu folgen, um ihm in den Ärmsten der Armen zu dienen“. Zwei Jahre danach erhielt sie die Erlaubnis, die Loreto-Schwestern zu verlassen – sie wurde exklaustriert, d. h. sie konnte den Orden verlassen, ohne ihren religiösen Stand als Ordensschwester aufgeben zu müssen. Fortan lebte Mutter Teresa in den Slums von Kalkutta, wo sie zunächst als Einzelperson arbeitete, bis sich ihr einige frühere Schülerinnen anschlossen. Im Jahre 1948 nahm Mutter Teresa die indische Staatsbürgerschaft an, und 1950 gründete sie den Orden „Missionarinnen der Nächstenliebe“, der bald darauf die päpstliche Anerkennung fand. Der Orden kümmert sich im Besonderen um Sterbende, Waisen und Kranke, sein spezielles Engagement liegt jedoch in der Betreuung von leprakranken Menschen. Heute gehören über 3.000 Ordensschwestern und mehr als 500 Ordensbrüder in 710 Häusern in 133 Ländern der Erde dem Orden von Mutter Teresa an.

    Für ihr fast übermenschliches Wirken erhielt sie zahlreiche Preise, die bedeutendsten waren der Balzan-Preis für Humanität, Frieden und Brüderlichkeit unter den Völkern 1978 sowie der Friedensnobelpreis 1979. Angesprochen auf die oftmals mangelnde medizinische Ausbildung ihrer Mitarbeiter pflegte sie stets bescheiden zu entgegnen: „Nicht der Erfolg, sondern die Treue im Glauben ist wichtig.“ Am 5. September 1997 verstarb Mutter Teresa im Alter von 87 Jahren; in einem Staatsbegräbnis, unter großer Anteilnahme der Weltöffentlichkeit, wurde sie in jenem Kloster beigesetzt, das sie selbst gegründet hatte. Die feierliche Seligsprechung – die schnellste der Neuzeit – fand am 19. Oktober 2003 statt; nach Ansicht vieler Kardinäle ist auch eine spätere Heiligsprechung zu erwarten.

    [Blockierte Grafik: http://i39.servimg.com/u/f39/11/89/60/18/1810.jpg]

    Erscheinungsdatum: 26.08.2010
    Auflagenhöhe: 250.000
    Druckart: Offset
    Entwurf: Prof. Adolf Tuma
    Druck: Österreichische Staatsdruckerei
    Art: Sonderpostmarke

    Beste Grüsse

  • briefmarken-forum.com
    aktives Mitglied
    Beiträge
    405
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    27. November 1970 (55)
    • 15. August 2010 um 16:22
    • #40

    Tag der Briefmarke 2010

    Die traditionelle Sondermarke „Tag der Briefmarke“, mit deren Zuschlag von 1,30 Euro pro Stück die organisierte Philatelie in Österreich unterstützt wird, hat im Rahmen der größten Verbandsausstellung des Jahres, der ÖVEBRIA, ihren Ersttag und wird dort der interessierten Öffentlichkeit entsprechend präsentiert. Das Motiv des Wertzeichens zeigt im Vordergrund eine moderne Zugsgarnitur der ÖBB, den so genannten „Railjet“, und das Wappen von Gmunden; im Hintergrund erkennt man das liebenswerte Städtchen Gmunden, Austragungsort der ÖVEBRIA 2010, das romantische Seeschloss Ort, den Traunsee und die mächtige Berglandschaft, die – einer Kulisse gleich – diesen schönen Flecken im Salzkammergut umrahmt.

    Stichwort Gmunden: Die etwa 13.000 Einwohner zählende Stadt liegt am Nordufer des Traunsees auf 425 Meter Höhe. Die erste Besiedelung des heutigen Stadtgebietes geht bis ins 5. Jahrhundert zurück. Wann Gmunden von einem befestigten Markt zur Stadt wurde, ist nicht genau bekannt, fest steht jedoch, dass der Ort im Mittelalter schwer befestigt war. Erst um 1300 erhielt Gmunden eine eigene Kirche, ein Landesgericht (heute Bezirksgericht) gab es aber bereits im Jahre 1217. Heute ist das Städtchen vor allem ein charmanter Ort der Sommerfrische – der Tourismus ist nach wie vor eine wichtige Einnahmequelle für Gmunden. Besondere Bekanntheit genießt freilich die weit über die Landesgrenzen hinaus beliebte „Gmundner Keramik“, die in hohem Maße als „liebenswert österreichisch“ gilt. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt sind das Landschloss und das bereits erwähnte Seeschloss Ort, welches im 10. Jahrhundert erbaut wurde und somit zu den ältesten Gebäuden des Salzkammergutes zählt.

    Der auf der Sondermarke abgebildete „Railjet“ indes ist ein Hochgeschwindigkeitszug und Fernverkehrs-Wendezug der ÖBB-Personenverkehr AG, der zum Fahrplanwechsel 2008 / 2009 den kommerziellen Betrieb aufgenommen hat. Er wurde am 15. September 2008 erstmals öffentlich vorgestellt. Interessant ist, dass die ÖBB im Gegensatz zu anderen Bahnen für den Hochgeschwindigkeitsverkehr nicht auf Triebzüge setzt, sondern auf lokbespannte Wendezüge. Die Railjet-Garnituren bestehen, ähnlich wie der ehemalige deutsche „Metropolitan Express Train“, aus einzelnen Wagen, die untereinander mit Schalenmuffenkupplungen verbunden sind und an den Enden normale Schraubenkupplungen aufweisen.

    [Blockierte Grafik: http://i39.servimg.com/u/f39/11/89/60/18/1910.jpg]

    Erscheinungsdatum: 27.08.2010
    Auflagenhöhe: 440.004
    Druckart: Offset
    Entwurf: Hannes Margreiter
    Druck: Österreichische Staatsdruckerei

    Beste Grüsse

Registrierung

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!

Benutzerkonto erstellen
  1. Datenschutzerklärung
  2. Impressum
  3. Kontakt

Partnerprogramm / Affiliate Disclaimer

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Mit * markierte Links sind Affiliate-Links (Werbung). Nur auf diese Weise können wir dieses großartige Forum finanzieren, wir bitten um euer Verständnis!

Community-Software: WoltLab Suite™