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Interessantes aus Hamburg

  • senziger
  • 24. Juni 2010 um 20:13
  • senziger
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    • 24. Juni 2010 um 20:13
    • #1

    Hallo an alle,

    hier möchte ich einige Briefe aus Hamburg zeigen, zu denen ich, da ich noch viel zu lernen habe, Fragen habe.

    Den Auftakt soll ein Paketbegleitbrief vom 3.5.1854 machen, gelaufen von Hamburg nach Leipzig. Den Brief habe ich schon einige Zeit, aber heute habe ich ihn zum ersten mal auseinandergefaltet.

    Innen ist eine Art Quittungszettel eingeklebt. Ist das postalischer oder eher privater Natur?

    Lesen kann ich leider auch nicht viel.

    Grüße vom

    senziger

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    Einmal editiert, zuletzt von senziger (3. August 2010 um 22:30)

  • Michael D
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    • 24. Juni 2010 um 20:58
    • #2

    Hallo senziger,

    ein schöner Paketbegleitbrief !

    die beigefügte Quittung ist privater bzw. geschäftlicher Natur, sie hat nichts mit der Post zu tun.
    Der Empfänger wird gebeten, einem Herrn Zawitz in Berlin 15 Sgr. gegen Quittung auszuzahlen.

    Der Begleitbrief ist ein üblicher Geschäftsbrief:
    Von beiliegender Bestellung erlaube
    ich mir Ihnen besonder szu empfehlen:
    ...

    Preußen und Transite

  • Coki
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    • 24. Juni 2010 um 21:01
    • #3

    Zur Quittung kann ich dir nur wenig helfen, aber der Hamburg Stempel mag gerne ne Erläuteruing erhalten.

    Der Doppelkreisstempel mit der Zeitangabe 8-9 Abends, wurde zusammen mit dem 9-10 A Stempel in den 50er Jahren des 19.Jahrhdts eingeführt.
    Ursächlich hierfür ist wohl die in den Jahren erfolgte Ausdehnung des Dienstbetriebes.


    Gruss,

    Coki

    Coki's kleine Philaseite :boese:

  • Magdeburger
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    • 25. Juni 2010 um 07:32
    • #4

    Hallo sensiger

    ich frage mich schon eine Weile in welcher Währung die "9" ist.
    Zu dieser Zeit galt laut DÖPV 2 Pfennige je Pfund oder Teilen je 5 Meilen (Strecke ist auf eine durch 5 teilbare Zahl zu ergänzen). Die Taxe ist auf Vielfaches eines 1/4 Sgr aufzurunden, also auf 1/4; 1/2; 3/4.

    Das Paket wog 3 Pfund 7 Loth - also 4 Pfund, die Entfernung sind ca 33 Meilen - also 35 Meilen.
    Damit ergibt sich folgendes:
    2 Pfennige * 4 Pfund * 7 (30 - 35 Meilen) = 56 Pfennige = 4 2/3 ist aufzurunden auf 4 3/4 Sgr.

    4 2/3 Sgr entsprechen 6 1/4 Hamburger Schilling (4 3/4 Sgr = 6 1/3 HSch)

    Gehe ich anders heran:
    Unterstellt es sind 9 Sgr läßt sich daraus nichts vernünpfiges ableiten.

    Bei 9 HSch welche 6 3/4 Sgr = 81 Pfennige entsprechen, läßt sich die Taxe nur für eine Entfernung von 45 - 50 Meilen erklären. (2 Pfennige * 4 Pfund * 10 = 80 Pfennige ist aufzurunden auf 81)

    Prinzipell ist dies möglich, da Grenzpunkte vereinbart werden konnten, da es sich hier um eine Fahrpostsendung zwischen Preussen nach Sachsen handelt. (Die Gesamttaxe berechnet sich dann Abgangsort - Grenzort 1.Teil und Grenzort - Zielort 2. Teil)

    Hast Du eventuell Unterlagen, was Licht in das Dunkel werfen könnte?

    Desweiteren frage ich mich, warum ist die "9" gestrichen wurden? Was bedeuten die Rötelnotierungen?

    Mit freundlichem Sammlergruss

    Ulf

    Suche Belege von Magdeburg bis 31.12.1867 sowie Belege mit Packkammerstempel

  • Michael D
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    • 25. Juni 2010 um 08:33
    • #5

    Hallo miteinander,

    eine Anmerkung zu der ominösen 9 mit Rötelstift:
    nach der reinen Lehre waren falsche Taxierungen mehrfach durchzustreichen, verrechnete Taxen einfach.
    Es könnte sich hier also um eine korrigierte Fehltaxierung handeln.

    Ich muß allerdings zugeben, dass sich mir die weiteren Notierungen nicht ganz erschließen ... :(

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

    2 Mal editiert, zuletzt von Michael D (25. Juni 2010 um 08:33)

  • Magdeburger
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    • 25. Juni 2010 um 08:58
    • #6

    Lieber Michael

    die "9" sieht gestrichen aus, nur diese Farbe erscheint bei mir in einer anderen Farbe, wie die restlichen roten Notierungen.
    Das Wort neben dem Strich, was auch eine "1" sein könnte, kann eventuell "zufill" - also "zuviel" heissen.

    Wenn ich jetzt 9 - 1 rechne, ergeben sich 8 Hamburger Schilling = 6 Sgr, was einer Leitung über Magdeburg entsprechnen könnte.

    (Hamburg - Magdeburg ca 27 Meilen - dann 2 Pfennige * 4 Pfund * 6 = 48 Pfennige = 4 Sgr +
    Magdeburg - Leipzig ca 13 Meilen - 2 Pfennige * 4 Pfund * 3 = 24 Pfenige = 2 Sgr)

    Mit freundlichem Sammlergruss

    Ulf

    Suche Belege von Magdeburg bis 31.12.1867 sowie Belege mit Packkammerstempel

    Einmal editiert, zuletzt von Magdeburger (25. Juni 2010 um 08:59)

  • senziger
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    • 25. Juni 2010 um 16:36
    • #7

    Hallo,

    die Rötel 9 ist dreimal mit Tinte durchgestrichen. Daneben steht im selben Rötel wie die 9 (von oben nach unten):

    unleserlicher (für mich) Vermerk, Qerstrich, 1, unleserlicher (für mich) Vermerk.

    Hilft alles nicht viel weiter ?(

    Gruß vom

    senziger

  • bayern klassisch
    Gast
    • 25. Juni 2010 um 16:50
    • #8

    Hallo,

    oben steht "Steuer" und mittig steht "zustell(ung)".

    Wenn die "9" neben dem Frei - Vermerk rot notiert war, dann musste das die Währung der Aufgabepost sein. Da Preußen die Post nach Sachsen allein vermittelte, können es nur Silbergroschen sein.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • senziger
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    • 26. Juni 2010 um 19:22
    • #9

    Hallo,

    hier zwei Briefe vom TT-Postamt in Hamburg. Beide aus April 1865.

    Der 1. von HH nach St. Gallen, ganz "normal" mit Paar Nr. 30 = 4 Sgr. freigemacht.

    Der 2. von HH nach Langnau, auch mit 4 Sgr. (Nr. 29 + Nr. 31) freigemacht. Hier wurde der PD-Stempel mit Rötel gestrichen und mit 10 nachtaxiert.

    Siegelseitig zeigen beide Briefe nur den Ankunftstempel

    Kann mir das jemand erklären?

    Gruß vom

    senziger

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  • bayern klassisch
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    • 26. Juni 2010 um 19:39
    • #10

    Hallo senzinger,

    TT hatte die Rechte, Post aus den Hansestädten nach und über die Schweiz zu leiten.

    3 Sgr. waren für TT bis zur badisch - schweizerischen Grenze je Loth ausreichend. Dann gab es zwei Rayons (Bezirke) in der CH: der nahe Rayon bis 10 Meilen und alles darüber hinaus war der weite Rayon.

    Der nahe Rayon kostete 1 Sgr. bzw. 3 Kreuzer, der weitere das Doppelte.

    Der 1. Brief lief in den 1. CH - Rayon und war daher mit 3 + 1 Sgr. korrekt frankiert.

    Der 2. Brief lief in den 2. CH - Rayon und hätte daher 3 + 2 Sgr. gekostet. Daher war er unterfrankiert und musste mit 3 fehlenden Kreuzern bzw. 10 Rappen nachtaxiert werden. Blaue 3 von Baden, die mit der CH verrechneten, und die roten 10 von der CH immer in Rötel.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • senziger
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    • 26. Juni 2010 um 22:49
    • #11

    Hallo bayern klassisch,

    dann ist dieser Brief also, nachdem Preussen die TT-Post übernommen hat mit 3 Sgr für den Postverein und 2 Sgr für den 2. Rayon in der CH korrekt frankiert. Baden hat die 6 geschrieben für die Verrechnung mit der Schweiz.

    Gruß vom

    senziger

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 26. Juni 2010 um 22:57
    • #12

    Hallo senziger,

    so ist es.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • senziger
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    • 27. Juni 2010 um 20:38
    • #13

    Hallo bayern klassisch,

    vielen Dank für die Erläuterungen, wieder was dazu gelernt.

    Hallo an alle,

    hier drei Briefe von Hamburg an die gleiche Adresse in Lübeck.

    Der erste geschrieben am 17.9.1860 in Aalesund (Norwegen), forwarded nach HH und dort am 26.9. als Portobrief nach Lübeck geschickt.
    Der zweite Brief mit 2 H Schillingen bezahlt als Fracobrief.
    Der dritte Brief freigemacht mit 2 mal Nr. 2.

    Was bedeutet der Rötelstrich oben bei den beiden ersten Briefen?

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    Einmal editiert, zuletzt von senziger (4. Juli 2010 um 22:36)

  • senziger
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    • 18. Juli 2010 um 17:44
    • #14

    Hallo,

    die Striche kann anscheinend niemand deuten.

    Hier ein weiterer Brief nach Lübeck, jetzt zu dem ab dem 1.10.1865 gültigen Tarif.

    Gruß

    senziger

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    • 23. Juli 2010 um 21:33
    • #15

    Hallo,

    hier ein Begleitbrief vom hannöverschen Postamt ins oldenburgische Varel, geschrieben am 30.12.1837.

    Seit 1818 der gezackte Rahmenstempel mit Ort und Datum eingeführt wurde, ist der Balkenstempel lt Meyer-Margreth nur noch für Fahrpost verwendet worden.

    Mehr kann ich zu dem Brief leider nicht sagen, die Taxierungen sind mir ein Rätsel.

    Gruß

    Senziger

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    • 24. Juli 2010 um 05:03
    • #16

    Hallo senziger

    unten links wurde notiert:
    "Nebst 1 Paquet in Leinen sign(iert) M.i. #33." und dass das Paket 30 Pfund gewogen hat, wirst Du bestimmt selbst herausgefunden haben.

    Zu den vielen Taxierungen kann ich selbst nichts betragen. Ohne Postverträge ist dies nicht möglich.

    Zu den Währungen zu dieser Zeit hilft häufig:

    Mit freundlichem Sammlergruss

    Ulf

    Suche Belege von Magdeburg bis 31.12.1867 sowie Belege mit Packkammerstempel

  • peterhz
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    • 1. August 2010 um 08:38
    • #17

    Hallo zusammen,

    2 einfache Briefe aus Hamburg möchte ich zeigen.

    einmal von T&T die Nr. 6 vom 17.12.1860 nach Augsburg.

    und einmal eine preußische 18 vom 12.09.1865 nach Leipzig

    schönen Gruss

    Peter

  • senziger
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    • 15. August 2010 um 17:38
    • #18

    Hallo Peter,

    vielen Dank fürs Zeigen der schönen Briefe.

    Ich mache dann mal mit Taxis weiter:

    1. vom 7.1.1853 nach Cassel. Die Mi.-Nr. 6 entwertet mit dem K3 Hamburg Th&T. Neben der Marke 1 / 4 (Sgr) notiert für das vom Empfänger einzuziehende Bestellgeld.

    2. vom 23.7.1859 nach Grafengehaig in Bayern. Die Marke entwertet mit dem Nummernstempel 300. Siegelseitig ein (?) Ankunftsstempel von Untersteinach (ca. 5 km von Grafengehaig entfernt).

    Gruß

    senziger

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 15. August 2010 um 17:45
    • #19

    Hallo senziger,

    der 2. Brief nach Bayern ist natürlich der interessantere. :)

    Er zeigt, dass die vormarkenzeitlichen Verträge im Laufe der Postvereinszeit ausgelaufen waren (wann genau weiß aber leider niemand).

    Eigentlich hätte Preußen die Post in den Hofer Rayon übergeben werden sollen; hier hat aber Taxis die Spedition übernommen und daher die 3 Groschen kassiert. Leider kann man den Leitweg nicht nachvollziehen - möglich wäre es über Frankfurt oder über Preußen/Sachsen. Ab 1854 wurden die Transitstempel im Postverein kaum noch abgeschlagen, so dass wir diese Frage wohl nicht so schnell werden beantworten können.

    Danke fürs Zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch

  • senziger
    aktives Mitglied
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    • 15. August 2010 um 22:14
    • #20

    Hallo bayern klassisch,

    danke für die Erläuterungen, eine Frage noch: Wie kam der Brief von Untersteinach nach Grafengehaig?

    Gruß

    senziger

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