Liebe Gemeinde,
weil ich keinen passenden Thread gefunden habe, aber denke, dass hier einiges gezeigt werden könnte aus der Kreuzermarkenzeit, fange ich mal an mit einem kleinen Rosinchen, dessen Besonderheit sich einem erst auf den 2. Blick erschließt.
Am 4.12.1852 wurde er in Ulm geschrieben und am Folgetag dort zur Post gegeben. Er wurde mit einer 6 Kr. Marke frankiert, die man auf den Kopf stellte. Der Empfänger war die Firma Faber in Weiden.
Wenn man die Leitung des Briefes "per Nürnberg" außer Acht läßt, weil sie niemanden interessierte, muss man feststellen, dass der Brief über 20 Meilen (Ulm - Weiden 28,5 Meilen) lief und folglich als Postvereinsbrief mit 9 Kr. hätte frankiert werden müssen. Die meisten 9 Kr. Briefe aus Ulm nach Bayern wurden ja über die Donau nach Neu - Ulm gebracht, wo sie nur 6 Kr. nach ganz Bayern kosteten. Hier genügte aber das kopfstehende Aufkleben einer grünen 6 Kr. Marke, um den Frankaturwert einer rosa 9 Kr. Marke zu erreichen, denn nachtaxiert mit "noch 6 Kr." hat hier weder Württemberg, noch die verschlafenen Bayern. ![]()
Eindeutig unterfrankierte Briefe, die nicht als solche erkannt wurden, kenne ich nur ganz wenige.
Liebe Grüsse von bayern klassisch