Bei der Emission 1850 (Kreuzer und Centesimi) haben wir je fünf verschiedene Nominalen (Wertstufen) in ebenso vielen Farben.
Diese sind: Gelb, schwarz, rot, braun und blau. Die einzelnen Wertstufen waren so gestaffelt, dass frequentierte Portostufen für einfache Briefe jeweils mit einer Marke über Einzelfrankaturen frankierbar waren.
Zum Beispiel, die 9 Kreuzer Portostufe wurde mit einer 9 Kreuzermarke frankiert.
In diesem Sinne waren auch die Nebengebühren, wie zB die Rekommandation, das Retourrecepisse, das Nachfrageschreiben etc. normalerweise nur mit einer Briefmarke abzustatten. Es handelt sich hiebei um eine portogerechte Nominale.
Portogebühren über dem Höchstnominal der Emisson 1850 wie 10,11, 12 usw. Kreuzer oder Portostufen, die zwischen den Nominalen lagen wie etwa 4,5, 7 und 8 Kreuzer konnten nicht mit einer Marke frankiert werden da diesen Gebühren keine gleichwertigen Briefmarken gegenüberstanden. Ihre Abstattung konnte daher nur über Markenkombinationen erfolgen.
Je nachdem ob in diesen Kombinationen mehrere gleiche oder verschiedene Nominale (Farben) integriert sind, ergeben sich Mehrfachfrankaturen oder Buntfrankaturen.
Die Voraussetzung für die Bildung der verschiedenartigen Markenkombinationen werden von Faktoren gesteuert die einerseits fallweise und andererseits zwangsläufig wirksam werden.
Der Portosatz und seine Größenordnung ist einer der Hauptfaktoren für die Verschiedenheit der Buntfrankaturen. Die nominalgerechten Portostufen wie 3,6, oder 9 Kreuzer wurden normalerweise mit einer gleichwertigen Briefmarke frankiert, welche zu den Einzelfrankaturen führte. Dies bedeutet aber auch, dass fallweise die gleichen Portostufen über bunte Frankierungen abgestattet wurden.
Also nicht mit einer Marke sondern mit verschiedenen Wertstufen. Man kann hier auch von der fallweisen Buntfrankatur sprechen.
Zum Beispiel: 1 + 2 = 3, 1 + 2 +3 = 6 oder 1 + 2 +6 = 9 Kreuzer und andere.
Kombinationen die fallweise entstehen können, für deren Zustandekommen jedoch keine Zwangsläufigkeit gegeben war.
Zwangsläufige Buntfrankaturen entstehen wenn den erforderlichen Portostufen keine gleichwertigen Briefmarkennominalen gegenüberstehen. Es handelt sich hierbei um Portosätze die entweder zwischen den Nominalen (4,5, 7 und 8 Kreuzer bzw. 20, 25, 35 und 40 Centesimi) oder über dem Höchsnominal der 9 Kreuzer bzw. 45 Centesimi liegen.
Anhand der verschiedenen Farbenkombinationen können wir Schlüsse auf die seinerzeitigen postalischen Vorgänge ziehen und sind so in der Lage praktisch jede Frankatur zu analysieren.
Je nach integrierter Anzahl von Nominalen und Farben differenziert man zwischen einfachbunte und mehrfachbunte Frankaturen.
Diese Unterscheidung ist wichtig, nachdem Farben- und Nominalenkombinationen nur in den einfachbunten Frankaturen deckend sind.
Bei der einfachbunten Frankatur ist jede Farbe und jede Nominale nur einmal enthalten, während bei der mehrfachbunten Frankatur eine oder mehrere Nominalen mehrfach enthalten sind. Das bedeutet, dass die Markenstückzahl größer ist als die Farbenanzahl in der Frankatur.
Zum Beispiel eine 3-Farbenfrankatur (5 Marken) in der Kombination 1 + 1 + 2 + 2 + 3.
Die einfachbunten Frankaturen
Die Anzahl der einfachbunten Kombinationen nimmt mit Ansteigen des Farbenbereiches ab.
Von den einfachbunten 2-Farbenkombinationen gibt es insgesamt 10 verschiedene, hingegen von den 4-Farbenkombinationen nur noch 5 verschiedene.
Die 5-Farbenfrankatur gibt es nur in einer Kombination.
Eine Zusammenstellung der möglichen einfachbunten Frankaturen von 2 bis 5 Farben ergibt somit insgesamt 26 verschiedene Farbenkombinationen. Die Portogrößen beinhalten zum Teil Portowiederholungen weil einzelne Nominalenkombinationen in verschiedenen Farbenbereichen zu den gleichen Portostufen führen.
Zum Beispiel kann das 9 Kreuzerporto mit den Nominalen 3 + 6 als 2-Farbenfrankatur oder mit den Nominalen 1 + 2 + 6 als 3-Farbenfrankatur vorkommen.
Es ergibt sich somit das 9 Kreuzerporto, allerdings einmal zweifärbig und einmal dreifärbig.
In den 26 verschiedenen einfachbunten Farbenkombinationen wiederholen sich die Portostufen zu 9, 10, 11, 12, 15 und 18 Kreuzer. Es reduzieren sich somit die 26 verschiedenen Nominalenkombinationen auf 19 verschiedene Portostufen.
Die unterhalb angeführte Tabelle zeigt, dass jedem Farbenbereich ein Portobereich gegenübersteht, dabei ergibt sich je Farbenbereich ein Minimal- und Maximalporto.
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