Liebe Sammlerfreunde,
anbei ein Brief aus dem Jahre 1810.
Geschrieben in Mülheim, in Deuz (L1-Stempel seit 1808 bekannt) aufgegeben und nach Neuwied gelaufen.
Deuz und Mülheim sind heute Kölner Stadtteile. Die kleine Karte unten zeigt die Verhältnisse zur damaligen Zeit.
Die Stadt Köln lag damals ausschließlich linksrheinisch und gehörte 1810 zum französischen Kaiserreich.
Deuz auf dem rechten Rheinufer war das bergische Grenzpostamt zu Köln und auch für Paketschlüsse z.b. nach Frankfurt (T&T).
Mülheim war eine aufstrebende Stadt, ebenfalls auf dem rechten bergischen Rheinufer gelegen, die aus der Konkurrenzlage zu Köln Vorteile zog. So siedelten sich z.B. protestantische Kaufleute dort an, die sich im streng katholischen Köln nicht ansiedeln durften.
Neuwied, ca. 10 km nordwestlich von Koblenz auf der rechten Rheinseite gelegen, war ehemals kurtrierer und wiedisches Gebiet. Im Rahmen der Gebietsveränderungen von 1803 fiel Neuwied an das neuformierte Herzogtum Nassau, einer der Rheinbundstaaten.
In Nassau hatte noch Thurn & Taxis das Postregal inne.
Grundlage für die Beziehungen zwischen Berg und Taxis war der provisorische Postvertrag von 1807.
Der Brief lief von Deuz längs des Rheins über Beul (bergisches Grenzpostamt) und Linz (taxissches Grenzpostamt). Gemäß Vertrag musste der Brief bis Linz franco sein. Entsprechend dem Genraltableau der bergischen Post von 1809 kostete ein doppelt schwerer Brief ( 3/4 bis 1 Loth) von Deuz bis Linz 6 Stüber. Allerdings wurde ab 1810 in Centimes taxiert. Evtl. entsprechen 6 Stüber den notierten 9 Cent. (?)
Die restliche Strecke mit der Taxis-Post scheint 15 Kr. (rechts oben) gekostet zu haben.
Viele Grüße
Michael