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Paketbegleitbriefe in Altdeutschland

  • jule63
  • 28. Januar 2010 um 15:52
  • jule63
    neues Mitglied
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    15. Februar 1963 (63)
    • 28. Januar 2010 um 15:52
    • #1

    Hallo zusammen,

    leider habe ich kein passendes Thema gefunden, also möchte ich ein Thread zum Komplex Paketbegleitbriefe eröffnen.

    Ich möchte hier einen Paketbegleitbrief an die Bibelgesellschaft in Eisenach zeigen.
    Das entsprechende Paket wurde am 20.10.1868 in Neudietendorf aufgegeben und kam am 21.10. in Eisenach an.
    Frankiert wurde der Brief mit Marken des NDP (Mi-Nr. 3, 5, 6).
    Soviel wie ich entziffern kann, wog das Paket 18 Pfund und 23 Loth.

    Meine Frage ist jetzt, wie sich das Porto von 6 1/2 Groschen zusammensetzt ?

    Mit freundlichen Sammlergrüßen

    Bilder

    • 1868-10-20_r.jpg
      • 610,71 kB
      • 3.511 × 1.943
      • 304
    • 1868-10-20.jpg
      • 1,02 MB
      • 3.522 × 1.926
      • 347
  • Saguarojo
    Gast
    • 28. Januar 2010 um 16:08
    • #2

    Sollen hier nur deutsche Paketbegleitbriefe gezeigt werden oder auch aus anderen Ländern?

  • SitzendeUndMehr
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    26. September 1965 (60)
    • 28. Januar 2010 um 17:03
    • #3

    Und nur solche mit Marken oder auch vorphilatelistische Belege?

    Erste Fehllisten sind online, weitere Fehl- und Dublettenlisten folgen. Habe viel Tauschmaterial Schweiz ab Strubel bis ca. 1965.
    Suche für meine Sammelgebiete (siehe Profil) immer. Außerdem "incoming mail" nach Württemberg bis 31.03.1902.

  • Magdeburger
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    • 28. Januar 2010 um 17:14
    • #4

    Hallo julie63

    empfehlen möchte ich Dir hierzu das "Post-und Telegraphenhandbuch " Heft Nr 29 Arge NDP.

    Die Entfernung beider Orte beträgt 6 Meilen.
    Allgemein wird die Pakettaxe mit 2 Pfennige je Pfund je 5 Meilen berechnet. Angefangene Pfunde werden auf volle Pfunde aufgerundet. Die Entfernung wird entsprechend auf eine durch 5 teilbare Zahl ebenfalls ergänzt.

    Für "Dein" Paket gilt somit 19 Pfund und als Entfernung 10 Meilen.

    Daraus ergibt sich 19 Pfund * 2 Pfennige je Pfund * 2 (10 Meilen /5) = 76 Pfennige = 6 Groschen 4 Pfennige.

    Die Gesamtsumme ist jedoch auf ein Vielfaches eines 1/4 Groschen aufzurunden und somit ergeben sich die taxierten 6 1/2 Groschen.


    Mit freundlichem Sammlergruss

    Ulf

    Suche Belege von Magdeburg bis 31.12.1867 sowie Belege mit Packkammerstempel

    Einmal editiert, zuletzt von Magdeburger (28. Januar 2010 um 17:16)

  • jule63
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    • 28. Januar 2010 um 18:17
    • #5

    Hallo Ulf,

    vielen Dank für deine Antwort.
    Das genannte Heft werde ich mir schnellstens zulegen.

    Ich würde das Thema auf Altdeutschland beschränken wollen.

    Mit freundlichen Sammlergrüßen

  • Magdeburger
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    5. Februar 1961 (65)
    • 22. Februar 2010 um 12:15
    • #6

    Hallo Zusammen,

    ich möchte nochmals etwas allgemeines zu preussischen Paketbegleitbriefen schreiben.

    Letztes Wochenende hatte ich eine kleine Mail - Diskussion mit einem VK bei Ebay. Angeboten war ein solcher Brief wurden mit der Aussage, dass der Ortsstempel vom Bestimmungsort widerrechtlich vorderseitig abgeschlagen wurden sei.

    Diese Aussage ist komplett falsch.

    Hierzu möchte ich den Teil den kompletten Inhalt zum Circular wiedergeben:

    No. 14. 1831 Stempelung der Paquet-Adressen bei Abholung der Paquete.
    General-Circulare an sämmtlich Post-Anstalten.
    18) Um zu verhüten, daß die bereits an die Empfänger ausgelieferten Paquete den Post-Anstalten nicht nach einiger Zeit zum zweitenmal, auf Grund der in den Händen der Adressaten verbleibenden Adresse, abgefordert werden können, ist schon früher bei einzelnen Post-Anstalten die Anordnung getroffen worden, daß die Paquet-Adresse bei der Präsentation auf der Siegelseite mit dem Auslieferungs-Stempel des Tages, an welchem die Abholung geschieht, bedruckt werden.
    Dieses Verfahren, welches zugleich den Vortheil gewährt, daß die Adresse ergiebt, wie lange die Paquete gelagert haben, soll jetzt bei allen denjenigen Postanstalten eingeführt werden, wo nicht schon besondere Stempel, bei der Abstempelung der Adressen bei Abholung der Paquete, in Gebrauch sind, oder wo die Paquete nicht ausgetragen werden, und die Adessanten über den Empfang in eigenen Büchern quittieren müssen.
    Berlin, den 09.Juni 1831 Der Gerneral-Postmeister Nagel

    Die Vorgehensweise der Abstempelung auf der Rückseite des Paketbegleitbriefes setzte sich so jedoch nicht durch, so dass ein Jahr später folgendes erlassen wurde:

    Die Bedruckung des Begleitbriefes mit dem dazu bestimmten Stempel der Post-Anstalt vertritt den Beweis der geschehenen Aushändigung. Zur Bedruckung des Begleitbriefes wird der Aufgabestempel der Postanstalt verwendet, in so fern nicht etwas der Umfang des Geschäftes die Lieferung und Anwendung eines besonderen Paket-Ausgabestempels rechtfertigt, dessen Beschaffung der Ober-Post-Direction überlassen bleibt. Die Abstempelung erfolgt auf der Vorderseite des Begleitsbriefes.

    Hierin wird deutlich geschrieben, dass auch den normale Ortsstempel zu Anwendung kommen darf, also kein "Muss" zu Anschaffung spezieller Packkammerstempel vorgeschrieben war. Die vorderseitige Abstempelung mittels Ortsstempel stellt somit ein ganz normalen Vorgang dar und ist auch nichts seltenes.

    Weiteres wurde im Thema Packkammerstempel schon beschrieben:

    Abschliessend die Vorgehensweise bei der Paket-Versendung, bezogen auf Preussen (in anderen AD-Staaten wird es ähnlich, bis auf dem letzten Punkt gewesen sein) :
    - Zu Paketen musste ein Paketbegeitbrief mitgesendet werden
    - Am Bestimmungsort wurde der Begleitbrief zugestellt - eine Selbstabholung war (fast) nicht möglich - meist siegelseitiger Briefausgabestempel
    - Empfänger, oder eine von ihm bestimmte und dazu berechtigte Person, holte innerhalb der nächsten 3 Tage Paket ab, dazu war der Begleitbrief vorzuweisen (Stichwort Packkammergeld).
    - Auf Paketbegleitbrief wurde nun vorderseitig die Paketausgabe, entweder mit dem Ausgabe - Packkammerstempel, dem normalen Ortsstempel oder mit einem "ausgemusterten" Stempel des Ortes quittiert. (Teilweise wurden die ausgemusterten Stempel aptiert)

    Mit freundlichem Sammlergruss

    Ulf

    Suche Belege von Magdeburg bis 31.12.1867 sowie Belege mit Packkammerstempel

    Einmal editiert, zuletzt von Magdeburger (23. Februar 2010 um 13:26)

  • Wolffi 27. Dezember 2021 um 11:26

    Hat den Titel des Themas von „Paketbegleitbriefe“ zu „Paketbegleitbriefe in Altdeutschland“ geändert.
  • Wolffi 27. Dezember 2021 um 11:26

    Hat das Thema aus dem Forum Sonstige Motive nach Altdeutschland verschoben.

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