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Landbriefträger

  • bayern klassisch
  • 7. Dezember 2009 um 18:29
  • VorphilaBayern
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    7. August 1955 (70)
    • 23. Januar 2010 um 08:27
    • #181

    Lieber bayern klassisch,

    vielen Dank für Ihre Kommentierung.

    Hallo Bayern-Nils,

    konnte vor vielen Jahren einen großen Bestand
    von mehreren tausend Dienstbriefen durchsuchen
    und habe unter anderen nur einen solchen Brief
    finden können. Meistens haben solche Briefe von
    einen Landort in die Postexpedition keine Vermerke
    des Landbriefträgers und auch keine Stempelabschläge.
    Muß mal meine Belege durchsehen und Briefe hier
    zeigen, die nur Vermerke des Landbriefträgers haben.


    Beste Grüße,
    VorphilaBayern

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
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    879
    • 30. Januar 2010 um 15:16
    • #182

    Zur Klärung des Begriffes Landbriefträgerstempel ein Zitat aus dem Thema 3 Kreuzer Mi Nr 15

    Zitat

    Original von bayern klassisch
    Ich denke, man sollte sich weitestgehend an die Originalwörter anlehnen, hier also Ruralstempel. Aber hier versteht auch jeder die beiden anderen Begriffe, war ja für die Forumler spricht. :)
    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Soweit in recherieren konnte findet sich eine Erklärung für den Begriff Ruralgemeinde in einem Lehrbuch von 1823 über die Gemeindeverwaltung in Bayern. Es war dies einfach der Begriff für Landgemeinden.

    Somit ist der Begriff Land (-briefkasten, -briefträger) richtig.

    Noch etwas: Im Beitrag "Die bay. Briefkästen" von Helmut Thiel, Nürnberg, im Archiv für bay. Postgeschichte Nr. 2/1975 steht: "Diese Landbriefkästen, auch Ruralbriefkästen geannt ...".

    Beste Grüße
    Luitpold


    PS - Humorvoll gemeint ;) Nicht immer englische Worte verwenden (rural = ländlich, dörflich, bäuerlich) wir können doch noch Deutsch :D

    2 Mal editiert, zuletzt von Luitpold (30. Januar 2010 um 15:23)

  • Michael D
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    • 1. März 2010 um 18:48
    • #183

    Liebe Sammlerfreunde,

    hier eine 1 Sgr. - Ganzsache U11a, verwendet als Paketbegleitbrief von Burg a.d. Wupper (in der Nähe von Solingen liegend, damals nur per Landboten zu erreichen, übrigens früherer Wohnsitz der Grafen zu Berg) an den Herrn Pastor Grauer, Hochwürden in Schwelm.
    Die Entfernung beträgt ca. 2 Meilen, die weiße Schachtel wog 1 Pfd. und 24 Loth.
    Das Versandjahr kann nicht exakt festgelegt werden, liegt aber zwischen 1855 (Herausgabe der Ganzsache) und 1859 (Ende der Entwertung mit Blaustift). Abgesandt am 28.12. wurde der Brief noch am gleichen Tag abends zugestellt (rs. Ausgabestempel) und das Päckchen am nächsten Tag ausgegeben (vs. Ausgabestempel von Schwelm).

    Übersehen wir mal den Eigentumsvermerk des Philatelisten Hermann E. aus H. X(

    Nach bekannter (preußischer) Taxe müsste hier der Minimumtarif der doppelten Briefgebühr von 2 Sgr. greifen.
    Frankiert mit 1 Sgr., links unten ein franco-Vermerk und daneben 1 Sgr. mit Rötelstift notiert. Diese Taxierung wurde dreifach durchgestrichen, also als fehlerhaft erkannt.
    Aber dann passierte nichts weiter. Keine 2 Sgr.-Taxe notiert, keine Nachgebühr notiert.
    Einer der seltenen Fälle von Schludrigkeit der preußischen Post ?

    Alternativ kann ich folgende Bekanntmachung der lokalen preußischen Post in Solingen vom 18.11.1840 anbieten:
    Auf hohen Befehl ist zur Erleichterung des hiesigen Geschäfts-Verkehrs mit dem 15. d. Mts., bei unterzeichnetem Postamte versuchsweise eine Landbotenpost ins Leben getreten, mittelst welcher, durch zwei Boten, nach allen Dörfern, Höfen u. der Umgebung - 3/4 bis zu 1 Meile weit, -
    Briefe für 6 Pfg.
    kleine Paketchen für 1 Sgr.
    täglich bestellt werden.
    Die betreffenden Boten nehmen auch bereitliegende Briefe und Sachen vom Lande, welche nach Solingen bestimmt oder mit den Königl. Posten weiter zu versenden sind, ebenso dergleichen von einer Ortschaft zur anderen, auf der Tour belegenen, für die oben angegebenen Portosätze zur Besorgung an.

    Mir ist nicht bekannt, ob und wenn ja, wann diese Bestimmung wieder aufgehoben wurde.

    Würde mich über Meinungsäußerungen dazu freuen.

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

  • Magdeburger
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    • 1. März 2010 um 19:43
    • #184

    Hallo Michael

    ich möchte mal folgende Gedanken einbringen:

    Der Brief incl. dem Paket wurde den Landbriefträger mitgegeben. (Kostete dies etwas?) Bisher habe ich zwar nur gelesen, dass Briefe dem Briefträger mitgegeben werden konnten, noch nichts von Paketen.

    Somit nur Bestellgeld? von 1 Sgr aus dem Landzustellbezirk. Die Poststempel zeigen das "Pflichtbewustsein" des Landbriefträgers bevor alles zugestellt wurde. (eher fraglich?)

    Weiterhin könnte ich mir die "Portofreiheit" des Absenders vorstellen und er "bezahlt" das Bestellgeld für den Pastor.

    Auch könnte eine verminderte Taxe gelten.

    Mit freundlichem Sammlergruss

    Ulf

    Suche Belege von Magdeburg bis 31.12.1867 sowie Belege mit Packkammerstempel

  • bayern klassisch
    Gast
    • 1. März 2010 um 20:19
    • #185

    ... und jetzt mal die Meinung eines Preußen - Laien:

    Der Brief zeigt eine Taxe, die in Rötel ausgeführt wurde.

    Diese Taxe wurde annulliert (nicht abgestrichen!) mit blauer Tinte.

    Der Wertstempel wurde mit schwarzer Tinte gestrichen, was für mich bedeutet, dass mindestens 2 Hände hier im Spiel waren.

    Da die Rötel auch den Satz "Hierbei eine weiße Schachtel ..." unterstrichen hatte, wurde diese wohl von der Hand der Aufgabepost angebracht.

    Wenn ich mich nicht täusche, sollte auch die Aufgabepost den Wertstempel streichen, so dass die schwarze Tinte ebenfalls der Aufgabepost zugeordnet werden kann.

    Da LBT über keine Tinte (in der Regel) verfügten, muss die Annullierung des Frankobetrages die Abgabepost vorgenommen haben, denn eine Transitbehandlung entfiel ja. Außerdem war es ihm eh nicht gestattet, Frankobeträge zu korrigieren.

    Die Korrektur eines Frankobetrages lässt nur einen Schluß zu - das Franko war zu gering angesetzt worden. Eine Überfrankatur wäre nicht gewürdigt worden und wenn das Franko mit 1 Sgr. korrekt angesetzt worden wäre, hätte man nicht mit 3 Strichen korrigieren müssen.

    Wenn von euch einer den Hörter hat, in dem ja Bayern und Preußen bzgl. der Fahrpost abgehandelt werden, könnte man herausfinden, was der Brief tatsächlich zu kosten hatte. Wenn nicht, muss ich nachschauen. ;)

    Theoriemodus an: Da die Aufgabepost das Franko so ausgerechnet hatte, wollte man den Pastor (Empfänger) nicht mit Nachporto belasten. In dieser Zeit kommen auch die Briefe vor, in denen Unterfrankaturen aus dem Briefkasten mit dem Vermerk "Kastenbrief" zu versehen waren, um die zu geringe Frankatur nicht der Aufgabepost in Auslage zurück zu belasten.

    Hier war kein Briefkasten im Spiel, also hat die Aufgabepost allein das Franko zu niedrig angesetzt. Demnach hat die Abgabepost die Aufgabepost intern mit dem Differenzbetrag belastet, so dass der Umschlag auch keine Nachtaxe aufweisen kann. Theoriemodus aus.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Magdeburger
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    • 1. März 2010 um 20:37
    • #186

    Lieber Bayern Klassisch,

    Michael D wird es mit Sicherheit besser ausdrücken können.
    Die Mindestfahrposttaxe betrug 2 Sgr. Bei dieser Entfernung (bis 5 Meilen) wäre ein Paket von bis 16 Pfund möglich. (Berechnung nach Gewichtstaxe: je Pfund 1,5 Pfennige je 5 Meilen)
    Weiterhin hätte der Absender auch den Franco-Umschlag mit einer weiteren Marke von 1 Sgr auffrancieren können.

    Mit freundlichem Sammlergruss

    Ulf

    Suche Belege von Magdeburg bis 31.12.1867 sowie Belege mit Packkammerstempel

    Einmal editiert, zuletzt von Magdeburger (1. März 2010 um 20:40)

  • Michael D
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    • 1. März 2010 um 20:41
    • #187

    Hallo Ulf,

    Portofreiheit schließe ich aus, da es dafür keinerlei Hinweise auf dem Brief gibt.
    Daher entfällt meiner Meinung nach auch die Variante, dass nur Bestellgeld bezahlt wurde.

    Hallo Preußen-Laie, ;)

    auch laut Hörter lag die Minimumtaxe in diesem Zeitraum bei 2 Sgr. - da beißt die Maus keinen Faden ab.
    Der oben geschilderte Sondertarif (auch für kleine Pakete !) ist eine absolute Ausnahme.

    Der Wertstempel könnte evtl. mit der gleichen blauen Tinte gestrichen worden sein - bei genauem Hinsehen ist es zumindest dunkelblau. Dies sollte auf jeden Fall bei der Aufgabepost passieren.

    Dein Theoriemodus beinhaltet eine durchaus mögliche Variante. Vielleicht wollte man den Empfänger auch nicht mit Nachporto belasten, weil der Fehler schon bei Annahme durch den LBT passierte. Möglicherweise hatte dieser den zitierten Sondertarif im Kopf.

    NB: Erfolgte die Rötelstift-Markierung durch den LBT ?

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

    Einmal editiert, zuletzt von Michael D (1. März 2010 um 20:45)

  • Michael D
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    • 1. März 2010 um 20:59
    • #188

    Nachtrag:
    Mir ist unverständlich, wie ein Postler damals ein Paket mit 1 Sgr. als franko annehmen konnte - so billig war in Preußen nie ein Paket ! (mit obiger Ausnahme)

    Ebenso könnte man heute versuchen, am Postschalter einen Brief mit 30 Cent zu bezahlen ...

    Michael

    Preußen und Transite

  • Michael D
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    • 5. März 2010 um 08:41
    • #189

    Liebe Sammlerfreunde,

    @bk machte mich auf folgenden schönen Dienstbrief aufmerksam, den ich nicht liegen lassen konnte, obwohl er nicht ganz in meine Zeit passt.

    Eine portopflichtige Dienstsache aus der NDP-Zeit am 8.9.1870 vom Königlichen Kreis-Gericht Spremberg an den ??? Matthes Rathmann in ??? bei Senftenberg (Niederlausitz) gelaufen.
    (Beruf & Bestimmungsort habe ich nicht identifizieren können. Kann da jemand helfen ?)
    Frankiert mit der Dienstmarke zu 1 Groschen (Mi.-Nr. D4), entsprechender frei-Vermerk unten links notiert.

    Rückseitig sind 3 Ausgabestempel zu sehen: 2 vom 9.9. und einer am 10.9.

    Der LBT notierte : Adressat ist verstorben / Mischke / Briefträger
    Zurück auf der Post wurde mit blauer Tinte die alte Ortsangabe durchgetrichen, mit dem Hinweis vert auf den rückseitigen Grund dafür verwiesen und mit ret 9 / 9 die Rücksendung veranlasst.

    Am 10.9. wurde der Brief in Spremberg wieder an das Gericht ausgeliefert.

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

    2 Mal editiert, zuletzt von Michael D (5. März 2010 um 08:42)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 5. März 2010 um 18:07
    • #190

    Lieber Michael,

    ein "geiles" Stück! Gut, dass du es kaufen konntest. :)

    Der Verstorbene war "Halbhufner", also Kleinbauer.

    Den Ort kann ich wegen der Streichung schlecht lesen. Schau mal bei google.maps in der Umgebung nach, weil es nicht mehr als 8 oder 9 km von der Abgabepost einen Ort, der mit "Lo???" beginnt, geben müsste.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Michael D
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    5. August
    • 5. März 2010 um 18:29
    • #191

    Lieber bayern klassisch,

    Halbhufner - die Bezeichnung muß man erst mal kennen ... :rolleyes:

    ich hab schon rumgegoogled, aber keinen passenden Ort mit Lo/La gefunden.
    Lauta liegt in der Nähe, dies steht aber sicher nicht so auf dem Brief.

    Unabhängig davon, ein toller Brief.
    Danke für den Tipp!

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

  • kreuzer
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    • 5. März 2010 um 18:48
    • #192

    Hallo zusammen!

    Ein wirklich schöner und interessanter Brief. Hab auch mal google bemüht. Wenn man den ersten Buchstaben des Ortsnamens als verunglücktes "T" liest, bin ich sogar zu einem Ergebnis gekommen. Ganz in der Nähe von Lauta liegt der Ort Leippe-Torno. Insofern könnte die Ortsangabe auf dem Brief also Torno heißen.


    Viele Grüße

    kreuzer

    edit: Entfernung Senftenberg - Leippe-Torno wären allerdings 10,9 km.

    Einmal editiert, zuletzt von kreuzer (5. März 2010 um 18:51)

  • BaD
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    • 5. März 2010 um 22:09
    • #193

    Hallo,
    wenn es ein S am Anfang wäre, könnte es der ehemalige Ort Sorna sein, der allerdings 1824 mit dem Namen Sorno auftaucht. Laut dem Ortverzeichnis von 1824 befand er sich 1 1/4 Laufstunden von Senftenberg in Nord-Östlicher Richtung. Er hatte 257 Einwohner in 40 Häusern. Wann er aber der Braunkohle weichen musste, konnte ich nicht herausfinden. An der Stelle des Ortes ist jetzt wohl ein See, ein gefülltes Tagebauloch.
    Anbei der Ort in einer uralten Karte und in einem Ortsverzeichnis.
    Beste Grüsse Bernd

    Bilder

    • Sorna.jpg
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  • bayern klassisch
    Gast
    • 5. März 2010 um 22:14
    • #194

    Hallo Bernd,

    super gemacht - hast Recht, der Ort "Sorno" wurde in lateinischen Buchstaben geschrieben, nicht in deutschen, daher war die Deutung nach der Streichung so schwierig.

    Ein Brief in einen kleinen Ort, den es heute nicht mehr gibt - das ist schon etwas ganz besonderes. So etwas kann ich leider nicht aufweisen.

    Ich glaube, Michael hat hier alles richtig gemacht mit dem Kauf des Briefes, der alles hat, was man haben kann. :P :P :) :)

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Michael D
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    • 6. März 2010 um 12:40
    • #195

    Hallo Bernd,

    danke für die Super-Recherche !
    So ist jetzt wirklich alles rund an diesem Brief.

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

  • Michael D
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    • 12. März 2010 um 15:55
    • #196

    Liebe Sammlerfreunde,

    hier ein Brief aus dem Jahre 1872.
    Aufgegeben in Langensalza (nachverwendeter preußischer L2), frankiert mit 1/2 Groschen (2x Mi.-Nr. 1) für den Landzustellbezirk ging die portopflichtige Dienstsache zum 1-2 Meilen westlich gelegenen Rittergut Mülverstadt.
    Rückseitig notierte der LBT am gleichen Tag befindet sich nicht in Mülverstadt und der Brief ging retour.

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

  • Michael D
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    • 21. März 2010 um 20:24
    • #197

    Hallo miteinander,

    so langsam bin ich der einzige, der diesen sehr schönen Thread bestückt...

    Ich hoffe, das ich nicht auch der einzige bin, der ihn noch liest ... :D

    Hier eine Portofreie Justizsache mit Postvorschuß aus dem Jahre 1865.

    Inhalt ist eine Gebührenrechnung der Salarien-Kassen-Verwaltung des Kreisgerichts von Birnbaum (RB Posen) zu einer Grundstückssache.
    Die Gebühr von 5 Rthlr. 9 Sgr. als Postvorschuß mit 159 Sgr. eingetragen.
    Die (ab 1861 gültige) Procuragebühr betrug für jeden Taler (aufgerundet) 1/2 Sgr., in diesem Fall also 3 Sgr.
    Die Gesamtsumme von 162 Sgr. wurde vorschriftsgemäß notiert und der vorige Betrag durchgestrichen.
    Die Rechtmäßigkeit der Portobefreiung wurde zusätzlich durch den Beamtenstempel Busse dokumentiert.

    Am 30.12.1865 ging der Brief an ein Lehrer-Ehepaar nach Ottorowo im Kreis Samter. Der kleine Ort hatte ca. 260 Einwohner und darf nicht mit Ostrowo verwechselt werden.
    Der Briefträger versuchte am Neujahrstag (!) die Zustellung, fand die Adressaten aber nicht.
    Vorsichtshalber ließ er sich dies rückseitig bestätigen:

    Die Lehrer Pietrakonoskischer Eheleute sind in Ottrowo nicht befindlich
    bescheinigt
    Der Schulz im Amt
    Kriewald

    Zusätzlich wurde das Negativsiegel der lokalen Post-Expedition auf die Rückseite gesetzt.
    Dann ging der Brief zurück, nicht ohne Streichung des ursprünglichen Postvorschußbetrags und Rückbuchung (sprich Entlastung der ausliefernden Post-Expedition) durch erneutes anschreiben der beiden Beträge.

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

  • bayern klassisch
    Gast
    • 21. März 2010 um 20:40
    • #198

    Lieber Michael,

    es wäre sehr schön, wenn es von Bayern viele LBT - Belege gäbe. Aber sie sind keine Massenware. Und so wie der hier aussieht, findet man ihn auch nicht auf jedem preußischen Baum. :D

    Wenn du noch mehr davon hast - nur her damit. Solche Rosinen sieht jeder gern, egal was er sammelt. :)

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Michael D
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    5. August
    • 21. März 2010 um 20:49
    • #199

    Lieber bayern klassisch,

    Schön, wenn es gefällt!
    Dann muß ich mal suchen, was sich noch so auf preußischen Bäumen findet...

    Bei dem jetzigen Beispiel fällt auf, dass der Postvorschuß erneut angeschrieben wurde.
    Auf S. 5 dieses Threads hatte ich einen ähnlichen unzustellbaren Postvorschußbrief gezeigt, bei dem dies nicht erfolgte.
    Wenn keiner der geneigten Leser die Lösung "Wie war denn die festgelegte Vorgehensweise ?" im Ärmel hat und hier zeigt, ist mal wieder ein Stündchen Literaturrecherche angesagt.

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

    Einmal editiert, zuletzt von Michael D (21. März 2010 um 20:49)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 21. März 2010 um 21:05
    • #200

    Lieber Michael,

    möge die preußische Bewaldung dicht sein. :)

    Die Abgabepost musste sich ja entlasten, daher denke ich hat man die Gebühr wieder für die Aufgabepost angesetzt.

    Wenn der Vorschuß bei der Aufgabe schon ausbezahlt wurde (bei Bayern nicht der Fall), dann musste die pr. Post sich das Geld beim Absener wieder zurück holen. Daher macht dieser modus operandi für mich viel Sinn.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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