In der Mehrzweckhalle der Kaserne Bern treffen sich von heute Freitag bis Sonntag Ganzsachen-Sammler aus aller Welt. Anlass ist das 100-jährige Bestehen des Weltpostdenkmals. Das symbolträchtige Monument ist denn auch auf einer Gedenkpostkarte aus dem Jahr 1910 abgebildet, die dank grosser Auflage heute noch in zahlreichen privaten Sammlungen erhalten ist. 1910 fand in Bern die Internationale Postwertzeichen-Ausstellung statt.
«Die Postkarte war das SMS der Kriegsgenerationen», sagt Ernst Schätti, Präsident des Schweizerischen Ganzsachen-Sammler-Vereins (SGSSV) aus Bern. Im Zentrum der Ausstellung stehen postalische Belege, die Gegebenheiten und Ereignisse dokumentieren, beispielsweise im Dritten Reich und im Zweiten Weltkrieg. Private Sammler aus Deutschland bringen Ganzsachen aus der Zeit des Nationalsozialismus nach Bern, die aufzeigen, «wie alle Bereiche des Lebens in dieser Diktatur von der einzig zugelassenen Partei und ihren Organisationen wie von einer auf dem Land sitzenden Krake beherrscht wurden». Der Betrachter solle sich nicht von den vielen Hakenkreuzen stören lassen, heisst es im Katalog dazu. Und: Es sei erschreckend, wie wenig die heutige Jugend darüber wisse, «was zwischen 1920 und 1945 in Europa geschah».