[Blockierte Grafik: http://www.fr-online.de/_em_daten/_mul…arke_schick.jpg]
arum sammeln eigentlich fast nur Männer Briefmarken? Barbara Höhn hat darauf keine rechte Antwort. "Das war schon immer so", sagt die 56-Jährige und zuckt ratlos die Achseln. Sie kam an die Philatelie durch ihren Mann, der schon von Kindesbeinen an die kleinen Postwertzeichen hortete und den sie immer zu Briefmarken-Tauschtagen und -Börsen begleitete. Als die zwei Kinder dann aus dem Haus waren, schloss Barbara Höhn sich schließlich vor fünf Jahren dem Hobby ihres Mannes an. "Irgendeine Beschäftigung muss man ja haben", sagt sie lachend.
Nun sitzt das Ehepaar aus dem Vogelsbergkreis zusammen auf Tauschtagen, wie kürzlich im Georg-Muth-Haus auf dem Heilsberg. Mit Pinzette und Lupenglas werden die kleinen Schätze sortiert, betrachtet, bewundert und gezeigt. Eingeladen zum Tauschtag hatten die Briefmarkensammler Bad Vilbel. Vereins-Vorsitzender Werner Scholten: "Wir veranstalten jeweils im April und im August unsere Briefmarken-Börse." Er ist stolz, dass sogar Besucher aus Stuttgart und Münster eigens angereist sind. Und tatsächlich ist die große Halle des Bürgerhauses gut gefüllt, aber ein Blick in die Runde offenbart das Dilemma der Philatelisten. Überwiegend ältere Herren jenseits der 60 sitzen sich an den langen Tischreihen gegenüber, präsentieren dicke Alben mit unzähligen Marken, studieren Kataloge, feilschen um Preise. "Die Mitglieder sterben uns weg", sagt Scholten.