Bis vor etwa einem halben Jahr hatte ich einen ziemlich unansehnlichen kleinen Damenbrief in meiner Sammlung, der in den 1860er Jahren von Baden-Baden ins damals russische Warschau ging. Nachdem mir vom Baden-Prüfer Stegmüller bestätigt worden war, dass zum korrekten 14-Kreuzer-Porto ein Kreuzer fehlte – eine 1-Kreuzer-Marke war abgefallen -, entschloss ich mich, den Brief innerhalb eines Sammlungsloses bei Köhler in Wiesbaden versteigern zu lassen. Wie nicht anders zu erwarten, wurde die Sammlung von einem Händler erworben. Insofern war es nicht verwunderlich, dass ich einige Stücke daraus bei kleineren Auktionshäusern wiedersah.
Richtig überrascht war ich allerdings bei der Lektüre des Rauhut-Katalogs der März-Auktion: auf wundersame Weise hatte sich mein ramponierter „Aschenputtelbrief“ zu einer echten Schönheit verwandelt – sogar die fehlende Nr. 17a war wieder an ihrem angestammten Platz!
Herr Rauhut zog das Los sofort zurück, nachdem er von der Manipulation erfuhr. Ihm ist sicher kein Vorwurf zu machen: wer so viele umfangreiche Auktionen in kurzen Abständen ausrichtet, kann nicht jedes einzelne Los aufwändig prüfen lassen. Insofern ist also eigentlich nichts passiert – der Einlieferer erhält das Los zurück.
Nur – leider, leider – niemand kann einen großen dicken „FALSCH“-Stempel anbringen und daher ist es ganz sicher, dass der Brief früher oder später wieder auftaucht. Vielleicht bei eBay, vielleicht in einer Sammlung; sicher nicht bei Köhler oder Rauhut ...
Ich bin froh, noch einen Scan vom ursprünglichen Zustand zu haben. So kann ich hier „Vorher – Nachher“ Bilder zeigen.
Viele Grüße
balf_de
Baden-Brief nach Warschau
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Hallo balf_de
Danke fürs Zeigen.
Die Falschung ist eigentlich gut gemacht. Obwohl ich nicht Baden sammle, denke ich dass man viel von dieser Beispiel lernen kann.
Viele Grüsse
Nils