Sammler aus Passion, Anleger mit Sicherheitsbedürfnis: Warum Briefmarken gerade Höchstpreise erzielen
Zwischen Niete und Schnäppchen liegt oft nur ein winziges Detail. Zum Beispiel ein weißer Fleck, der kaum einen Millimeter breit ist. "Ich habe den beim Kauf selber nicht sofort gesehen", sagt Thomas Bauer und zeigt auf zwei offenbar identische Briefmarken aus seiner Sammlung. Sie stammen aus dem Jahr 1949 und zeigen eine mittelalterliche Szene auf der Leipziger Messe: Mehrere Besucher stehen oder sitzen bei einem Messestand. "Auf der einen Marke scheint einer der Besucher eine weiße Schärpe am Rücken zu tragen", erläutert der 60-jährige Münchner. Etwas wie diese winzige weiße Schärpe - sie wird erst nach sekundenlangem Starren sichtbar - nennen die Philatelisten einen Plattenfehler. Weil die Druckplatte 1949 nicht richtig gearbeitet hat, ist die Marke heute laut Katalog sechzigmal soviel wert wie ihr scheinbarer Zwilling. Ein feiner, fulminanter Unterschied.