DR Mi.-Nr. 908
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leomemmi: EUR 19.-
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Der Brief ist also an einem Mittwoch abgeschickt worden, und an einem Montag in Berlin angekommen --> passt.
Aus der Ferne würde mich der moderne Eingangsstempel stutzig machen, und die Tatsache, dass die Adresse in einem doch sehr zerstörten Berliner Gebiet um den Kurfürstendamm liegt. Es ist aber relativ einfach herauszubekommen, ob es das Haus "Halberstädter Str. 2" zu diesem Zeitpunkt noch gab. Wenn ja, dann ist für mich der Beleg glaubwürdig.
(wenn auch ein Sammlerbrief, adressiert an die Familie und nicht an das Versicherungsbüro Poerschke - aber das macht den Beleg für mich noch glaubwürdiger. Wer frankiert schon Post an seine Versicherung mit Zuschlagsmarken, mal abgesehen, wer hätte von seiner Versicherung von dieser Zeit noch viel erwartet ?)
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Von Spaßbietern mit einstelligen Geboten abgesehen, haben sich sieben ernsthafte Interessenten um diesen Beleg bemüht, der mit einer recht ausführlichen Geschichte und der Beteuerung von Echtheit und Seltenheit in der Artikelbeschreibung gut vermarktet wurde.
Von der ab Februar 1945 in den noch nicht von Alliierten besetzten Gebieten des Deutschen Reiches ausgegebenen Volkssturm-Sondermarke dürfte es in der Tat nicht so viele postalisch gebrauchte Exemplare - noch dazu auf Beleg - geben, wie von den vorher verausgabten Marken. Mit einem im Vergleich zu anderen "Wohlfahrtsausgaben" jener Zeit moderaten Zuschlag von lediglich 8 Rpf wurde sie aber durchaus auch vom allgemeinen Publikum zur Frankatur von Bedarfspost benutzt und ist dementsprechend nicht selten auf privater Korrespondenz aus den letzten Monaten vor dem Zusammenbruch zu finden. Briefmarkenhändler von Aachen bis Breslau hatten dagegen wohl keine Gelegenheit mehr, in gewohnt bedarfs- und vorratsdeckendem Umfang Belegmaterial zu produzieren, um wertlose Reichsmark in nach dem Krieg wieder gewinnbringender Ware anzulegen. Der mangelnde Nachschub aus Hortungsposten erklärt also zum Teil auch die deutlich höhere Katalogbewertung dieser Ausgabe auf Beleg im Vergleich zu den auf Beleg mit allerlei Sonderstempeln reichlich vorhandenden Vorgängerausgaben.
Sicher ist der Bedarfsbrief nach Berlin ein philatelistisch und zeithistorisch interessantes Dokument, aber es ist auch nicht von so spektakulärer Bedeutung, dass ein Brief aus dem etwa 150 Kilometer in nordwestlicher Richtung entfernten Perleberg zwei Wochen vor der Einschließung Berlins durch die von Osten anrückende Rote Armee noch zugestellt wurde. Womöglich hat hier der Mythos um die beiden Abschiedsausgaben des Großdeutschen Reiches Pate gestanden, die noch in den allerletzten Kriegstagen im eingeschlossenen Berlin auftauchten:
MiNr. 909/910 mit Plattenfehler auf Brief
Mit ca. € 40,- war dieser gefälligkeitsgestempelte Satzbrief also ein Schnäppchen, wenn man es einerseits mit der Authentizität nicht so genau nimmt und andererseits die ansehnliche Katalogbewertung für vermeintlich echt gelaufene, aber "derzeit" - genauer gesagt schon seit Jahren - nicht mehr BPP-geprüfte Stücke zugrunde legt.
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Aber sie sind doch prüfbar, oder?
Und ich wollte zwischen 30- 35 € ausgeben, also ein wneig zu teuer.
MFG
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Zitat
Original von mtcyrus
Aber sie sind doch prüfbar, oder?Und ich wollte zwischen 30- 35 € ausgeben, also ein wneig zu teuer.
Meines Wissens spricht nichts gegen die Prüfbarkeit der MiNr. 908, nur werden laut BPP-Prüfordnung Stücke "von geringem Handelswert nicht signiert" und ein Foto-Befund kommt wohl aus Kostengründen auch nicht in Frage.
Warum der Anbieter des Briefes u. a. das Folgende in seiner Artikelbeschreibung zum Besten gibt, wird wohl nur er wissen:
"Die wirkliche Echtheit dieses Briefes kann ich natürlich nur stark vermuten, sicherlich gibt es auch hier wieder einen Meckerer, der nicht wirklich weiß, wie echt der Brief ist ... von einem Bundesprüfer, der mit der Prüfung nicht involviert worden ist, leicht anzuzweifeln".
Als Einzelfrankatur steht die MiNr. 908 mit M€ 50,- im Katalog, als Doppelfrankatur (portorichtig in der 2. Gewichtsstufe) wäre also etwas mehr anzusetzen. Bei einem Gebot von € 43,50 ist wohl auch ein Zuschlag für die Legende um einen der vielleicht allerletzten und echtesten noch durchgekommenen Briefe enthalten.

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Wolffi
12. August 2021 um 09:19 Hat den Titel des Themas von „was denkt// ich bin gespannt“ zu „DR Mi.-Nr. 908“ geändert. -
Wolffi
20. Januar 2026 um 11:24 Hat das Thema aus dem Forum Briefmarken Allgemein nach Deutsches Reich 1872–1945 verschoben.