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Württemberg Briefe 1852-1868

  • Schnulli
  • 3. Januar 2009 um 20:56
  • Schnulli
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    • 3. Januar 2009 um 20:56
    • #1

    Ich habe hier ein sehr schönes Stück, zu dem ich noch eine Frage habe.

    Es ist ein Brief von Stuttgart nach Kentucky USA vom 18 Juli 1858 mit einer sagenhaften 45 Kr. Franktur, ein Paar der 10 a und eine 9a geprüft Thoma BPP. Auf der Rückseite ist ein Bahnpoststempel Coeln 207 Verweis und ein wohl Doppelkreis Bahnpoststempel K. Württ. Fahrend. Postamt. 19. 7 Z 6.

    Auf der Vorderseite sind neben den Stempel von Stuttgart von in rot die Stempel von Aachen 21.07. ein PAID Stempel vom 30. Daneben sind offenbar Stempelreste mit einem violetten Schriftzug.

    Kann jemand sagen, wie der Weg des Briefes in die USA war. In Deutschland denke ich Stuttgart-Frankfurt - Coeln- Aachen-Verweis (Belgien) und von dort mit Schiff nach New York. Oder gab es andere Wege?

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    Es grüßt alle Leser der Schnulli

  • bayern klassisch
    Gast
    • 3. Januar 2009 um 21:16
    • #2

    Hallo Schnulli,

    der Brief lief mit Sicherheit über GB in die USA.

    Da es ja die Prussian Closed Mail war, kam kein britischer Stempel auf das Kuvert.

    Kleine Korrektur: Unten links steht das Weiterfranko mit 11 Silbergroschen, die gleich 39 Kreuzern waren.

    Die restlichen 6 Kr. verblieben der Post Württembergs.

    Der Stempel New Youk Paid 30 zeigt, dass der Brief mit 30 Cents = 45 Kreuzern ganz bezahlt worden war, das darfst du nicht mit dem Datum verwechseln. Der Brief kam am 3.8. dort an. Schau ihn dir nochmals genau an.

    Hübscher Brief - hat nicht jeder!

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Schnulli
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    • 3. Januar 2009 um 21:46
    • #3

    @Bayer Klassisch

    Vielen Dank für die Hilfe, ich bin mir bewusst, da so einen Brief nicht jeder haben kann. Kann man eigentlich zum Vergleich die 45 Kreuzer in EUR umrechnen?

    Es grüßt alle Leser der Schnulli

  • bayern klassisch
    Gast
    • 4. Januar 2009 um 07:53
    • #4

    Hallo Schnulli,

    wenn man die Kaufkraft Ende der Fünfziger Jahre des 19. Jahrhunderts umrechnet, dann waren das etwa 10 Kantinenessen inklusive Getränke.

    Ein Briefträger in Bayern (das unterschied sich kaum) verdiente damals 300 Gulden im Jahr (damals Brutto = Netto, ach waren das noch Zeiten ...). Wenn man also 25 Gulden Monatslohn hat, bei 60 Wochenstunden, dann durfte man für 45 Kreuzer etwa 7,5 Stunden Briefe austragen, um pari zu sein.

    Daher kannst du dir sicher sein, dass man es sich damals sicher zweimal überlegte (vor allem in Schwaben!), ob solch ein Brief wirklich geschrieben werden musste, oder besser doch nicht.

    Der heute weltweit gebräuchliche BigMac - Index kann vor der Erfindung desselben leider nicht heran gezogen werden, sonst könnte man das sogar weltweit hochrechnen.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch (mit klassischem Leverkusen habe ich aber nichts zu tun :D)

  • VorphilaBayern
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    7. August 1955 (70)
    • 4. Januar 2009 um 10:24
    • #5

    Hallo Schnulli,

    vielen Dank für das Zeigen dieser schönen 45 Kreuzer Frankatur.

    Interessant sind sicherlich Briefe zwischen Württemberg (ab 1.9.1851 im DÖPV) und Hohenzollern-Hechingen, bzw. Hohenzollern-Sigmaringen (erst ab 1.6.1852 im DÖPV).

    Hier ein unfrankierter Brief von Pfullingen (Württemberg) ins
    benachbarte Jungingen bei Hechingen (Hohenzollern-Hechingen
    im Thurn und Taxisschen Postbezirk) vom 12. Dezember 1851.
    Der Empfänger bezahlte 6 Kreuzer Porto, incl. 1 Kreuzer Bestellgeld.
    Am 24. Januar 1852 faltete man dort den Brief, gab diesen in
    Hechingen zur Post. Durch Barfrankierung bezahlte der Absender
    5 Kreuzer und 1 Kreuzer Bestellgeld (um 1 Kreuzer zuviel,
    denn in Württemberg wurde das Bestellgeld 1850 abgeschafft).

    Beste Grüße,
    VorphilaBayern

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  • Schnulli
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    • 6. Januar 2009 um 21:00
    • #6

    Ich kann zu meinen 45 Kreuzer Brief jetzt noch hinzufügen, dass der rote Bahnpoststempel Coeln-Verviers im Henke (weil in rot) mit DM 4.000 notiert ist.

    Es grüßt alle Leser der Schnulli

  • silberlocke1940
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    • 7. Januar 2009 um 09:27
    • #7

    Hallo Schnulli,

    erst einmal herzlichen Glückwunsch zu diesem schönen Brief, den ich Dir etwas genauer erklären möchte.

    Wie "bayern klassisch" bereits bemerkt hatte, lief dieser Brief über Preußen, Belgien und England. Gemäß Tarif vom 1. Oktober 1854 (Beförderung mit der "Prussian Closed Mail" betrug das Vereinsporto bis 1 Loth = 6 Kreuzer; das belgische Transit-,See -und amerikanische Porto bis zum Bestimmungsort weitere 39 Kreuzer (11 Silbergroschen).

    Der Austausch der Post fand zwischen dem Grenzpostamt AACHEN und NEW YORK über Belgien und England in geschlossenen Felleisen statt. (Postvertrag Preußen-Vereinigte Staaten vom 16.10.1852).

    Roter Stempel NY:
    Die Postgebühr betrug für den einfachen Brief:
    Inlandsgebühr Vereinigte Staaten bis 1/2 Unce = 5 Cents
    belgisches Transitporto = 2 Cents
    englisches Transit-und Seeporto = 18 Cents
    preußisches Porto (2 Silbergroschen) = 5 Cents

    Macht zusammen 30 Cents - wie auf dem Stempel zu sehen ist.

    Laut Artikel IV vergütete Preußen für jeden einfachen Frankobrief 25 Cents an die Vereinigten Staaten. Dieser Betrag wurde in Aachen mit dem roten Zweikreiser AACHEN/PAID 25 Cts. gekennzeichnet.

    Die Beförderung dieses Briefes erfolgte mit dem Dampfschiff "PERSIA" der CUNARD LINE, das am 24. 7.1858 Liverpool verließ und am 3. August in New York eintraf.

    Dass der rote Bahnpoststempel Coeln Verviers bei Henke mit 4000.-- Euro notiert sein soll (ich habe es nicht gefunden) ist sicher mit etwas Vorsicht zu geniessen.

    Grüsse aus dem kalten Berlin
    silberlocke1940

    HWR

  • bayern klassisch
    Gast
    • 7. Januar 2009 um 10:46
    • #8

    Lieber silberlocke1940,

    vielleicht sollte man bei deiner richtigen Auflistung der Porti statt "preußisches Porto" besser Vereinsporto oder Vereinsgebühr schreiben; nicht dass jemand glaubt, Württemberg hätte auch noch Preußen abfinden müssen.

    Die 4.000 DM, die Schnulli dem mir nicht vorliegenden Henke - Katalog entnommen hat, sind nicht durch den Markt gedeckt. Für 2.000 Euro kann man ja solch einen Brief kaufen, egal welcher Stempel hinten abgeschlagen wurde, wenn ich mich nicht irre.

    Dass der Stempel in rot seltener ist, als in schwarz, weil er wohl im Recommandations - Stempelkissen auch nichts zu suchen hatte, ist eine Seite der Medaille. Zuschläge in dieser Höhe werden jedoch nicht einmal von einem Spezialisten bewilligt, der genau diesen Stempel suchen würde. Da ist mit einem Kataloghersteller etwas der Gaul durch gegangen. ;)

    Wenn man die Länge der zurückgelegten Strecken vergleicht, erkennt man sehr schnell, dass der wahre Gewinner Belgien war, denn 2 C. für ein paar Kilometer mit der Bahn im arbeitsarmen geschlossenen Transit bedeuteten eine Meisterleistung des Verhandlungsgeschicks.

    Wenn man bedenkt, dass die USA diesen Brief ab Hafen (Bosten oder New York überlicherweise) bis ins tiefste Hinterland zu transportiern hatten, und dafür ganze 5 C. bekamen, bleibt einem heute noch das Lachen im Halse stecken. Und die fünfziger und sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts waren gerade in den USA nicht die Zeit, in denen die Post oder deren Kunden es eben leicht hatten ...

    Soll ich mal 2 Retourbriefe aus Württemberg mit der PCM nach den USA hier zeigen?

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • silberlocke1940
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    • 7. Januar 2009 um 11:50
    • #9

    Lieber bayern klassisch,

    ich würde die beiden Retourbriefe gerne sehen.

    Gruss aus Berlin
    silberlocke1940

    HWR

  • bayern klassisch
    Gast
    • 7. Januar 2009 um 16:30
    • #10

    Liebe silberlocke1940,

    auf allgemeinen Wunsch eines Einzelnen :) zeige ich dann mal heute den ersten von zwei Retourbriefen der PCM (Prussian Closed Mail), und möchte meine als Bayern - Sammler laienhafte Interpretation gleich mit dazu abgeben (Verbesserungen sehe ich gerne entgegen):

    Geschrieben am 25.7.1856 wurde er als Portobrief (Porto und Franko waren gleich günstig) am 26.7.1856 in Cannstatt nach St. Louis im Staate Missouri bis 1 Loth Gewicht aufgegeben.

    In Württemberg wurde er mit 2 Sgr. (Postvereinsporto) vortaxiert. Dann lief er per Bahnpost über Köln (27.7.) nach Aachen, wo er am 28.7. mit dem 30 Cents - Stempel für Portobriefe der 1. Gewichtsstufe bedruckt wurde, um zu zeigen, dass dies die Gebühr für den Brief war (30 Cents = 45 Kreuzer).

    Über Belgien und GB im geschlossenen Transit kam er in New York am 11.8.1856 an und erhielt den 30 Cents - Stempel des "British Packet" in schwarz für Portobriefe abgeschlagen. Am 15.8.1856 bekam er den "Advertised" - Stempel in St. Louis, weil er nicht zugestellt werden konnte und damit "Angezeigt" werden musste.

    Siegelseitig belegt der "Advertised" - Stempel des "Dead Letter Office" vom 1.1.1857 (!), dass man ihn 4 1/2 Monate in St. Louis hatte liegen lassen, ohne dass eine Nachfrage geschehen wäre.

    Als man auch nun nach weiteren 4 1/2 Monaten nicht an den Mann bringen konnte, wurde er zurückgesandt und somit zu einem Retourbrief.

    In Aachen ("Am Bestimmungsorte nicht abgefordert", v. d. L. Nr. 110) erheilt er den Vermerk "ret" für Retour und bekam die Taxe von 45 Kreuzer, denn für die Versendung hin war diese Gebühr noch offen, während die Rücksendung gratis war. Das Eisenbahnbüro 10 sandte ihn so nach Stuttgart (im verschlossenen Paket für die Dienstpost).

    Nun konnte er aber nicht seinem Absender zugestellt werden, denn dieser war nicht ersichtlich. Daher wurde er der Commission für Retourbriefe übergeben, die ihn öffnete und den Absender siegelseitig mit:" Schultheiß Koch in Hedelfingen" feststellte. Danach wurde er wieder verschlossen und dem Absender = Empfänger für 45 Kreuzer via Obertürkheim am 6.5.1857, also nach fast 10 Monaten, zugestellt.

    Wenn dir der hier gefallen hat, zeige ich morgen den Zweiten. ;)

    Liebe Grüsse von bayern klassisch, der ihn nur gekauft hat, weil er von VorphilaBayern württembergmäßig angefixt worden ist ...

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  • Schnulli
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    • 7. Januar 2009 um 20:59
    • #11

    Ich habe mir einen Henke Spezialkaltalg Altdeutschland zugelegt. Darin ist in der Ausgabe nach 1975 auf Seite 668 Preussen Ortstempel unter Coeln Verweirs eine Liste mit

    L3 s 25 50 (DM auf Marke, auf Brief, Schwarz)
    b 35 80 (DM wie oben, Blau)
    r 1000 4000 (DM wie oben Rot)

    Diese Auflistung zeigt mir, dass der Stempel gar nicht so selten ist, nur in der Farbe rot praktisch die ganz große Ausnahme darstellt.

    Dann möchte ich ganz herzlich Silberlocke1940 Danke sagen. So ist nach der Beschreibung der Brief für mich ein Schmuckstück ohne Gleichen.

    Es grüßt alle Leser der Schnulli

    Einmal editiert, zuletzt von Schnulli (7. Januar 2009 um 21:01)

  • silberlocke1940
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    • 8. Januar 2009 um 08:22
    • #12

    Lieber bayern klassisch,

    vielen Dank für das Zeigen des württembergischen Retourbriefes. Die Beschreibung ist meiner Ansicht nach vollkommen.

    Natürlich möchte ich auch den 2. Brief sehen !

    Grüsse aus Berlin
    silberlocke1940

    HWR

  • bayern klassisch
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    • 8. Januar 2009 um 17:54
    • #13

    Lieber silberlocke1940,

    hier also der 2. Brief, der in Stuttgart am 29.11.1862 als einfacher Portobrief nach "Eagle Harbor" in Michigan aufgegeben wurde.

    Die Aufgabepost taxierte ihn mit 2 Sgr. blau vor, und in Aachen erhielt er am 30.11.1862 den 30 Cents - Stempel für einfache Portobriefe per PCM.

    Am 20.12.1862 kam er ausweislich des Eingangsstempels von New York mit dem "Ameican Packet" an und wurde nach Eagle Harbor weiter geleitet.

    Seinen Empfänger, Herrn Johann Georg Neff, hat er dort aber nicht erreicht.
    Vorne links steht "Not called for", also nicht abgefordert.

    Siegelseitig wurde aber am 15.4.1863 gestempelt, was mich zu glauben veranlasst, dass man ihn dann als unzustellbar ansah und wieder nach New York retournierte.

    Dort erhielt er keine Stempel oder Vermerke und wurde wohl Ende September 1863 wieder (wie?) nach Aachen zurück gesandt. Nun stempelte man "Am Bestimmungsorte nicht abgefordert" in anderer Type und sandte ihn mit 45 Kr. belastet über Thurn und Taxis (siegelseitig Bahnpoststempel "Mainz - Cöln") am 10.10. nach Stuttgart.

    Dort konnte man den Absender nicht feststellen und gab den Brief zur örtlichen Retourbriefcommission, die ihn öffnete und den Absender siegelseitig mit "Schultheiß Neff in Degerloch" ermittelte. Danach verschloss sie ihn mit einer Retourmarke und gab ihn der regulären Post wieder zurück.

    Am 15.10.1863 war die Odyssee dann da zu Ende, wo sie kanpp 11 Monate zuvor angefangen hatte.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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    Einmal editiert, zuletzt von bayern klassisch (8. Januar 2009 um 17:55)

  • VorphilaBayern
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    • 8. Januar 2009 um 18:55
    • #14

    Lieber bayern klassisch,

    herzlichen Dank für das Zeigen und Beschreiben dieser hervorragenden Belege.

    Möchte zwei unfrankierte RETOUR-Belege
    von Cannstatt nach Nord Amerika zeigen,
    die aber von 1871 sind.
    Beschreiben müßte sie aber ein anderer,
    denn sie sind mir zu jung.


    Beste Grüße,
    VorphilaBayern

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  • bayern klassisch
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    • 9. Januar 2009 um 06:48
    • #15

    Lieber VorphilaBayern,

    sehr schöne Briefe, die ich dir gerne beschreiben will.

    Der Absender vermerkte jedes mal über Bremen oder Hamburg (das war der gleiche vertragliche Laufweg mit identischen Konditionen).

    Bei dem oberen Brief wurden 3 Sgr. von Cannstatt vortaxiert, was nach dem Vertrag des NDB mit den USA vom 1.7.1870 eine Leitung über Belgien und GB bedeutet hätte, bei einem Gewicht bis 9/10 Loth inklusive. Nur diese Briefe waren mit 3 Sgr. vorzutaxieren.

    Bei einer Leitung über Bremen/Hamburg waren die Briefe dergleichen Gewichtsklasse mit 2 1/2 Sgr. vorzutaxieren.

    Als er wieder zurücklief, wurde er mit 28 Kr. taxiert, weil bei der Leitung über Belgien und GB 28 Kr. für einfache Briefe zu zahlen waren.
    Bei der Leitung über Bremen/Hamburg wären ab 1.7.1870 nur 21 Kr. zu zahlen gewesen.

    Genau dies zeigt der 2. Brief, der auch, ohne die Absenderangabe zu berücksichtigen, mit 3 Sgr. taxiert wurde für den Leitweg über Belgien und GB. Als er dann aber über Bremen/Hamburg zurück lief, wurde er nur mit 21 Kr. taxiert für diesen Laufweg.

    Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt - wenn nicht, einfach nochmals nachfragen.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • VorphilaBayern
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    7. August 1955 (70)
    • 9. Januar 2009 um 07:48
    • #16

    Lieber bayern klassisch,

    herzlichen Dank für ihre ausführliche und
    sehr gute Beschreibung meiner beiden Retourbriefe.

    Liebe Grüße,
    VorphilaBayern

  • Schnulli
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    • 13. Februar 2009 um 13:32
    • #17

    Ich habe einige Fragen zu diesem Brief vom März 1863 zu einem Brief von Obertürkheim nach Murhardt und wohl auch zurück oder umgekehrt.

    Der Brief scheint 2 Mal den Weg gemacht zu haben. Der Inhalt ist für mich von Interesse, kann ihn jedoch leider nicht sicher lesen. Eine Übersetzung wäre schön für mich. Es geht um 4 Kinder in einem Textbeitrag.

    Es sind verschiedene andere Texte auf dem Brief. Um was ging es hier?

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    Es grüßt alle Leser der Schnulli

  • silberlocke1940
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    • 13. Februar 2009 um 16:29
    • #18

    Hallo Schnulli,

    ich kann auch nicht alles lesen, aber ich versuche zu schreiben, was ich lesen konnte:

    Bild 1) 3 Kreuzerbrief von Obertürkheim (Dreikreiser) nach Murrhardt vom 10.3.1863
    Bild 2) Rückseite mit Ankunftsstempel von Murrhardt (Steigbügel) vom 11. MER 1863 und Bahnstempel 10.3. Zug 6

    Bild 3) An das Schultheißenamt Obertürkheim

    zur Ausscheidung und Übergabe (?) des bisher gemeinschaftlich verwalteten Pflegevermögens der 4 Kinder I. Ehe des verstorb. (enen) Taglöhners Christian Bock (?) von Lämersbach (?) /Bäumersbach (?) ist ......... ? Tagfahrt/Zugfarth ?? auf
    Donnerstag, den 19 März 1863 Nachmittags 3 Uhr anberaumt und haben sich hier .........
    (dann fehlt ein Teil !!)

    Bild4) zusenden.
    Hochachtungsvoll
    Murrhardt, den 7. März 1863
    K. Amtsnotariat
    (Unterschrift)

    Vorgeladen wird die Tochte
    Luise, ledig und volljährig in
    Obertürkheim im Dienst

    die Eröffnung
    Obertürkheim 10. März 1863
    Luise Bock (?)


    Was mich stutzig macht ist das Datum von Murrhardt vom 7. März 1863, an den Stempeln kann man das 2. Mal nicht nachvollziehen.

    Gruss aus Berlin
    silberlocke1940

    HWR

  • Schnulli
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    • 13. Februar 2009 um 22:14
    • #19

    @silberlocke

    vielen Dank für die Erläuterung. Es sieht also nicht nach einem doppelt versenden Brief aus, sondern um eine Rücksendung einer Notartiatssache in einer Erbsache mit Eröffnungsvermerk und Unterschrift einer Erbin.

    Das Notariat in Murrbach hatte den Vorgang wohl in Bearbeitung und die n Ostttürkheim dienstlich tätige Louise Bock wurde als Unterzeichnerin des Eröffnungsvermerks nur gebraucht.

    So erklärt sich auch das Datum vom 07.03. in Murrhardt auf dem Schreiben.

    Es grüßt alle Leser der Schnulli

  • Bayern-Nils
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    • 25. Dezember 2009 um 11:57
    • #20

    Hallo und Frohe Weinachten

    Ich habe eben ein Brief bekommen der ich Heute gern vorstellen will.

    Der Brief ist von Ulm und ist nach Feldkirch in Österreich gelaufen. Mit einer 6 Kreuzer Frankierung liegt der Brief in 1. Gewichtsstufe und 2. Entfernungsstufe. Ich denke dass die 2. Entfernungsstufe hier nicht so häufig ist. Der Brief lief sicher von Ulm in geschlossene Transit über Bayern nach Bregenz in Österreich. Interessant zu sehen ist auch dass es rückseitig zwei unterschiedlichen Feldkirchstempeln gibt, ein von 10. und die zweite von 11. November. Warum es so ist, weiss ich nicht.
    Die Marke ist eine 3a IIa.

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

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