Hallo Freunde,
die Geschichte habe ich zwar schon 2007 erzählt, sie ist aber immer noch aktuell:
Es ist 17 Uhr und ich komme gerade von der Arbeit. Ich sitze im Wohnzimmer und durchstöbere die Fernsehzeitung nach Sendungen des heutigen Abends.
Ist nicht viel vernünftiges dabei aber – irgend was muß man ja gucken, wozu bezahlt man denn
die Gebühren.
Plötzlich...............?................ein Geräusch...........?............leise und.......?.......es scheint von
draußen zu kommen ?!!
Ich wende meinen Kopf langsam zur Terassentür und schaue durch die Fenster der Tür in die
eisige Kälte des dunklen Nachmittags.
Da........!!!......schon wieder......ächzend – stöhnend – heulend......ganz leise, als wollte sich
jemand befreien, der in einer Zwangsjacke steckt.
Immer wieder – dieses Geräusch.
Ich erhebe mich langsam, in Anbetracht meines geschundenen Rückens und schleiche zur Terassentür.
Jetzt.............wieder...........schon lauter.........?!?
Ich öffne vorsichtig die Terassentür und lausche in die klirrende Nacht (es ist mittlerweile 17 Uhr 42).
Da – schon wieder – ääääääääääähhhhhhhhhh.....mmmmmmhhhhhhhäääääää........aber es ist
niemand da.
Da stehen nur der Terrassentisch, winterlich verpackt, ein paar Stühle und.......ja – und der
Weihnachtsbaum, zusammengedrückt in seinem weißen Netz-Pariser, den ihm der Verkäufer am Supermaekt verpaßt hat.
Das Ächzen scheint aus dem Baum zu kommen -aber – ich bin doch nicht blöd – nein nein - ich bin nicht blöd.
“Neeeeeeeeeiiiiiiiiiiiiiin – bist du auch nicht!“, sagt mein, mein ??? mein Weihnachtsbaum.
Ich weiche erschrocken zurück und suche nach einem Kind, daß sich hinter dem Baum versteckt hat und mich hier nun veräppelt.
Nix – niemand ist da.
“Heeeeeeeeyyyyyyy, hol mich hier raus – wenn nicht, sag ich, daß du doch blöd bist“.
“Nein, nein – warte, ich hole eine Schere“. Ich spreche inzwischen mit dem Baum, wie mit
meiner Frau – na ja, Ähnlichkeiten gibt es ja – beide sind etwas stachelig.
Ich hole die Schere und – schnipp, schnipp – je mehr ich das Netz öffne, um so mehr Äste
strecken sich jauchzend in die Horizontale. Es klingt, wie von einem Chor gesungen bis das
letzte Zweiglein, mich fast lächelnd, ansieht und sagt...........“danke“.
“Wie geht es dir ?“ frage ich den Baum. “Man, du hättest dich ruhig ein bißchen beeilen
können – na ja, es geht so. Laß mich erst mal ein wenig strecken“.
Ich gaube jetzt schon fast, daß ich in ein Gesicht sehe, wenn ich den Baum anschaue – in das
Gesicht eines Menschen, der nach Luft ringt. Große, etwas lächelnde, grüne Augen sehen
mich an.
“Was wünscht du dir ?“ frage ich den Baum, als würde ich meine Frau fragen.
“Laß uns einen draufmachen“, sagt der Baum. Ich schaue noch einmal in die Runde, ob mich
nicht doch irgend ein Nachbar verarschen will.
Ich hole eine 2-Literflasche Rotwein aus dem Keller, eile zu meinem “Kumpel“ zurück – und
höre ein ganz leises hämisches Lachen.
“Was nun ?“ frage ich meinen abgehackten Freund.
“Hol einen Blumentopf ohne Loch und schütte etwas Rotwein hinein und stelle mich dann
darein“.
Gasagt, getan. Es lagen glücklicherweise noch zwei Blümentöpfe auf der Terrasse. Ich fülle
“das Glas“ meines Freundes und meinen Blummentopf, stelle mein Bäumchen in sein Glas
und – ihr glaubt es kaum - wir beide verbrachten einen wundervollen Abend.
Ich war dann eingenickt, als ich dann hörte: “Bist du blöd – du hast den dreckigen Weih-
nachtsbaum im Arm !“
Meine Frau stand an der offenen Terrassentür. Sie hatte gerade den Fernseher eingeschaltet.
m.w.myname