Edles Papier, hübsch geschwungene Füllerschrift und eine sorgsam ausgewählte Briefmarke - solche Schreiben stecken immer seltener im Postkasten. Die Zeiten des 18. Jahrhunderts, in denen der gepflegte Privatbrief zu großer Blüte gelangte, sind lange vorbei.
«Bin zu faul zum Briefeschreiben», notiert ein junger Mann im Internet-Blog. Es sei ja auch sehr anstrengend für die Hand, pflichtet ihm eine Chat-Bekanntschaft bei. Außerdem sei die E-Mail viel schneller. An das Aussterben persönlicher Briefe glauben Wissenschaftler dennoch nicht. Als eine Art Luxusgut werde sich der klassische Privatbrief behaupten. Doch die Handschrift als individuelle Note, sie könne im Computerzeitalter langsam verschwinden - oder zu einer neuen Kunstgattung werden.
Wenn es um Privatbriefe geht, ist Weihnachten die beste Zeit für die Deutsche Post. Doppelt so häufig wie im Rest des Jahres greifen die Deutschen dann zu Stift, Grußkarte und Briefumschlag, berichtet Pressesprecherin Anke Baumann. Doch das kann den Negativ-Trend bei persönlichen Briefen nicht aufhalten. Von den täglich 70 Millionen Briefen in Deutschland gehen nach den Zahlen der Post nur noch sieben Prozent von privat an privat. Vor acht Jahren waren es noch zehn Prozent.