Mit dem Superlativ ist es so eine Sache: Er wird in vielen Dingen so oft gebraucht, dass man ihn kaum mehr glauben mag – selbst wenn er für einmal angebracht ist – wie bei der jährlichen Briefmarkenauktion der Wiler Rapp AG.
Wil – Die internationale Briefmarken-Versteigerung, die bis und mit morgen Donnerstag dauert, gibt sich selbst den nicht unbescheidenen Titel «grösste Briefmarkenauktion der Welt». Wer die Szene nicht kennt, mag darüber lächeln; Kenner tuns jedoch nicht, denn der Name Rapp lockt Jahr für Jahr mit dem Versprechen, auserlesene Ware zu bieten, ebenso potenzielle wie potente Philatelisten ins Fürstenland.
Einzellose, «la collection Genève», die «Sammlung Pilatus» und viele weitere seltene Partien und Sammlungen aus der ganzen Schweiz kommen während vier Tagen unter den fiktiven Hammer. 603 Seiten zählt der Versteigerungskatalog, der es bezüglich Gewicht und Format durchaus mit einem herkömmlichen Telefonbuch aufnehmen kann. «Mit diesem Buch könnte man jemanden problemlos erschlagen», sagt ein Besucher scherzend, der den Katalog in der Hand wiegt – wohl gemerkt: einen von zwei Bänden.