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Muster und Proben

  • bayern klassisch
  • 19. November 2008 um 08:20
  • fahrpostalbi
    neues Mitglied
    Beiträge
    88
    • 20. November 2008 um 17:12
    • #21

    hallo bayernklassisch,

    ich will´s mal versuchen und starte mit dem zweiten Brief:

    München - Tittmoning Entfernungsrayon 12-18 Meilen,
    bis 0,5 Loth - 6 Kreuzer, ansteigend mit je 3 Kreuzern
    pro halbem Loth
    ergibt bei einem viertel Ansatz von 3 Kreuzer eine Progression
    von 3/4 Kreuzer je Gewichtsstufe

    also über 3,5 bis 4 Loth Gesamtgewicht

    bezüglich des ersten Briefes muss ich noch ein bischen überlegen

    beste Grüsse
    fahrpostalbi

  • fahrpostalbi
    neues Mitglied
    Beiträge
    88
    • 20. November 2008 um 17:32
    • #22

    und nun zum ersten Brief:

    Postvereinssendung von Köln nach Fürth in der
    Entfernung von über 20 Meilen aus der Periode
    vom 1.7.1850 bis 30.6.1858

    Die Mustersendung wurde wie eine normale Briefsendung
    der zweiten Gewichtsstufe (18 Kreuzer) zuzüglich
    der 6 Kreuzer für unfrankiert taxiert

    - glaub´ich zumindest

    beste Grüsse
    fahrpostalbi

  • bayern klassisch
    Gast
    • 20. November 2008 um 17:42
    • #23

    Hallo fahrpostalbi,

    beim VMZ - Brief komme ich auf über 4 bis 4,5 Loth. Rechne es doch mal nach:

    bis 0,5 Loth - 6 Kr., bis 1 Loth - 6,75 Kr., bis 1,5 Loth - 7,5 Kr., bis 2 Loth - 8,25 Kr., bis 2,5 Loth - 9 Kr., bis 3 Loth - 9,75 Kr., bis 3,5 Loth - 10,5 Kr., bis 4 Loth - 11,25 Kr. und über 4 bis 4,5 Loth - 12 Kr.. Und da haben wir unsere 12 Kr.!

    Das macht den Brief ja nicht schlechter.

    Beim 2. Brief aus Köln bin ich ganz bei dir - das Gewicht wurde mit 1 3/20 Loth in Köln vermerkt, wodurch er in der 2. Gewichtsstufe lag.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • bayern klassisch
    Gast
    • 20. November 2008 um 17:49
    • #24

    Damit inliegende Muster von der Pfalz nach Frankreich nicht zu kurz kommen, zeige ich mal einen Brief aus Landau / Pfalz vom 5.2.1852, der über den lokalen Paketschluß Weissembourg lief und nach Mühlhausen gerichtet war.

    Der Brief wurde mit 8g in der 2. Gewichtsstufe gewogen (über 7,5 - 15g) und erhielt nur wegen der Nähe zu Frankreich den Stempel "PROV(ince) LIM(itrophe)", also Nachbarprovinz, denn auch der Ankunftsort lag in der Nachbarprovinz.

    Daher kostete er, weil einliegende Muster keine Portomoderation nach sich ziehen konnten, seinen Empfänger 2 mal 3 Decimes = 6 Decimes, immerhin postalisch 18 Kr..

    Dieses Porto wurde zwischen beiden Postverwaltungen halbscheidig geteilt.

    Obwohl es sehr viel Post von Bayern nach Frankreich gibt, sind Musterbriefe, egal aus welcher Epoche, denkbar selten (noch seltener als die seltenen Drucksachen).

    Wer solch ein Stück erhaschen kann, sollte nicht zu lange zögern, sonst wird es die nächsten Jahre nichts mehr damit.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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  • VorphilaBayern
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    • 20. November 2008 um 20:00
    • #25

    Lieber bayern klassisch,

    nachfolgend etwas ganz komisches.
    Ein Wertbrief (Portobrief) von Nürnberg nach Reuth bei Erbendorf (Oberpfalz) vom 31. Januar 1849 mit 20 Gulden bayerische Banknoten und "Perlenmuster ohne Wert". Komisch sind auch zwei verschiedene Siegel auf der Rückseite. Zwei davon sind von der Post Expedition Nürnberg.

    Liebe Grüße,
    VorphilaBayern

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    Einmal editiert, zuletzt von VorphilaBayern (20. November 2008 um 20:07)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 20. November 2008 um 20:06
    • #26

    Lieber VorphilaBayern,

    da hast du wieder eine große Besonderheit ausgegraben ...

    Die hintere Siegelung kann ich dir aber erklären:

    Ein Wertbrief musste immer an allen Seiten bzw. Falzungen und natürlich zentral verschlossen sein. Hier hatte der Absender nur 3 Siegel angebracht, so dass die Post mit 2 weiteren Siegeln - übrigens gratis! - nachsiegeln musste.

    Einmaliges Stück - wie sagt Herr Sem so schön dazu: Vortragsstück in jeder Beziehung.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • VorphilaBayern
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    • 20. November 2008 um 20:20
    • #27

    Lieber bayern klassisch,

    ab und zu muß ich auch meine Heimatbelege durchsehen.
    Hier haben sich auch einige interessante Belege versteckt.

    Liebe Grüße,
    VorphilaBayern

  • Bayern-Nils
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    • 27. Januar 2009 um 16:07
    • #28

    Hallo Alle

    Ich weiss nicht ob meiner hier gezeigte Brief in diesem Thread gehört, aber ich versuche. Obwohl es auf den Brief nicht "Muster ohne Wert" steht, zeigt den Innhalt ganz deutlich dass es ein Brief mit Muster oder Proben war. Der Brief war Porto geschickt und der Empfänger hat 6 Kreuzer bezahlt. Es ist vorne zwei Mal 6 geschrieben, aber dass ist wohl ein Wiederholung von dem Portobeitrag.
    Die Frage hier ist; warum der ist vorne nicht "Muster ohne Wert" geschrieben. Die Abstand zwischen Pappenheim und Uffenheim liegt bei der Grenze 12 Meilen, ich nehme an dass es über 12 Meilen war, so dass 6 Kreuzer den Porto für 1. Gewichtsstufe.
    Weil der Brief nicht mehr als 1. Gewichtsstufe hatte, hat es kein Sinn gehabt, der Brief mit "Muster" zu vermerken, weil keine hatte was gespart.
    Rückseitig gibt es keine Vermerke.

    Habe ich es richtig verstanden?

    NEH

  • bayern klassisch
    Gast
    • 27. Januar 2009 um 16:44
    • #29

    Hallo Nils,

    der Brief wurde nach dem Regulativ vom 1.1.1843 behandelt, das nur die einfachen Briefe neu regelte, die schweren wurden weiterhin nach dem Regulativ vom 1.12.1810 tarifiert.

    Er wog über 1/2 bis 1 Loth und lief über 6 - 12 Meilen Entfernung (heute 86 km, doch waren die damaligen Vermessungen großzügig angesetzt worden).

    Wenn dem Brief Muster beigefügt worden waren, diese hier hatten offensichtlich keinen Handelswert, dann hat es nur Sinn gemacht, diese auf der Adresse zu deklarieren, wenn eine Portomoderation dafür vorgesehen war.

    Dem Absender war es egal, er hat sie eingetütet, denn anhängen konnte er sie nicht, so dass allein von daher keine Ermäßigung stattfinden konnte.

    Diese Briefe gab es immer wieder mal in der damaligen Zeit - sie werden von Spezialisten gesucht und je nach Art und Attraktivität der Muster bezahlt.

    Dass es solche Briefe in Norwegen gibt, wundert mich mittlerweile überhaupt nicht mehr. :D

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Bayern-Nils
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    • 27. Januar 2009 um 17:17
    • #30

    Hallo bayern klassisch

    Besten Dank für deine Antwort.
    Die Attraktivität dieses Muster ist, glaube ich, am grössten bei der Freunde der Gothick.
    :D :D

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • VorphilaBayern
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    • 3. Juni 2009 um 06:19
    • #31

    Liebe Sammlerfreunde,

    möchte folgenden Paketbegleitbrief
    für ein 12 Loth schweres Paket
    mit "Muster ohne Wert" aus
    Schwetzingen (Baden) nach
    Hersbruck (Bayern) vom 6.9.1867
    zeigen.
    Der Absender bezahlte 18 Kreuzer
    bei der Paketaufgabe.
    Badische Fahrposttarife habe ich nicht.

    Beste Grüße,
    VorphilaBayern

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 3. Juni 2009 um 06:54
    • #32

    Lieber VorphilaBayern,

    war diese Granate auch in der besagten Kiste, in der sich schon der bayerische Königsbrief aus Speyer befand?

    Als Briefpostsendung hätte er bei genau 12 Loth Gewicht 13 mal 9 Kr. gekostet = 1 Gulden 57 Kreuzer.

    Bei der Fahrpost nur 18 Kreuzer - das war schon ein kleiner Unterschied.

    Ich werde den Brief einem Baden - Kenner zumailen; auch wenn der keine Fahrpost sammelt, wird er mir sicher den Tarif benennen können.

    Superstück - den hätte ich auch genommen. :P

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • VorphilaBayern
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    7. August 1955 (70)
    • 3. Juni 2009 um 16:42
    • #33

    Lieber bayern klassisch,

    vielen Dank für Ihre Kommentierung
    des Fahrpostbeleges.
    Der war nicht in der Kiste.
    Habe ihn bei einen befreundeten
    Sammler eingetauscht.

    Beste Grüße,
    VorphilaBayern

  • Magdeburger
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    • 22. Januar 2010 um 20:08
    • #34

    @All

    ein ebenfalls heute eingeflogener Beleg - eigentlich nur wegen dem Stempel von Magdeburg gekauft.
    Gelaufen ist er von Magdeburg (Bahnhof) nach Nürnberg, knapp 39 Meilen. Gesendet wurde er am 12.06.1866.

    Oben ist vermerkt "Anhängend Muster ohne Wert".

    Zwar ist kein Gewicht mehr vermerkt, jedoch ist davon auszugehend, dass dieser Brief unter 2 Loth wog und das Muster korrekt angebracht wurde. Die hierzu erforderliche Taxe von 3 Sgr wurde vom Absender bezahlt und mit 3 Einzelwerten der Nr 16 dargestellt.

    Rückseitig ist die Ankunft in Nürnberg einen Tag später verewigt, sowie der Briefträgerstempel Nr. 8

    Mir fiel auf, dass bei den Nürnberger Stempeln die Uhrzeit in indisch-arabischen Ziffern ungerade beginnt. Bei römische Zifferangabe diese gerade beginnt. War dies generell so und wenn ja, kann dies bei mehreren Orten nachgewiesen werden und wenn ab wann ?

    Mit freundlichem Sammlergruss

    Ulf

    Suche Belege von Magdeburg bis 31.12.1867 sowie Belege mit Packkammerstempel

  • soaha
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    • 22. Januar 2010 um 20:53
    • #35

    Hallo Magdeburger,

    der Nürnberger Stempel ist nichts besonderes, es gibt auch römische die mit ungeraden Nummern anfangen.
    Wahrscheinlich waren die Stunden ab 1Uhr stündlich angegeben?

    MfG
    soaha

    Verstehen heißt verstehen wollen.

  • regiduer
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    • 23. Januar 2010 um 07:27
    • #36

    Halllo,


    soweit ich weiß sind bei altdeutschen Stempeln mit Stundenangabe
    immer in römischen Ziffern für vormittags und arabisch für nachmittags.


    mfg regiduer

  • VorphilaBayern
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    • 7. März 2010 um 20:51
    • #37

    Liebe Sammlerfreunde,

    ich möchte folgenden Brief zeigen:
    Unfrankierter Brief mit einer "Probe ohne Wert"
    von Gera (Fürstentum Reuß jüngere Linie - Thurn
    und Taxissches Postgebiet) nach Hof (Bayern)
    vom 7. Oktober 1822. Hof war Grenzpostamt,
    daher nur eine Taxierung. Der Empfänger bezahlte
    5 Kreuzer Porto.

    Beste Grüße,

    VorphilaBayern

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 8. März 2010 um 05:30
    • #38

    Lieber VorphilaBayern,

    den hätte ich auch genommen. :)

    Schade, dass die Probe nicht mehr dabei war - der Empfänger Langheinrich in Hof war Conditor und sicher würde uns die Probe in frischem Zustand gut geschmeckt haben. ;)

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Bayern-Nils
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    29. April 1962 (64)
    • 8. März 2010 um 09:20
    • #39

    Hallo VorphilaBayern

    Ein sehr schöner Brief :P

    Kannst du bitte erklären wie man zu 5 Kreuzer kommt?

    Viele Grüsse
    ¨Nils

    NEH

  • VorphilaBayern
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    7. August 1955 (70)
    • 8. März 2010 um 10:36
    • #40

    Hallo Bayern-Nils,

    habe von Thurn und Taxis für das Fürstentum Reuß
    nur eine Tabelle ab 1840, sowie eine Zusammenfassung
    der Deutschen Staaten bis 1850 aus dem Buch von Konrad
    Schwarz "Entstehung und Entwicklung der Postgebühren"
    gefunden:
    Von 8 bis 10 Meilen = 1 3/4 Sgr;
    Bis 2 Loth konnte die Probe mit dem Brief schwer sein,
    dann kostete dieser Beleg 1 3/4 Sgr.
    Man rechnete dann die 1 3/4 Sgr in 5 Kreuzer um.
    Ob dies auch stimmt kann ich nicht sagen, denn ich
    habe keine Portotabelle für das Fürstentum Reuß
    vor 1840.

    Beste Grüße,
    VorphilaBayern

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