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Wasserschaden

  • m.w.myname
  • 6. Oktober 2008 um 16:41
  • m.w.myname
    erfahrenes Mitglied
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    Männlich
    Geburtstag
    29. September 1943 (82)
    • 6. Oktober 2008 um 16:41
    • #1

    Hallo Freunde,
    ein gewaltiger Wasserschaden durch Unwetter hat mir Ende Juli in Dort-
    mund 16 prall gefüllte Alben meiner Sammlung zerstört. Der größte Teil
    meiner "Böhmen und Mähren" - Sammlung sowie des "Generalgouver-
    nement" - Teils ist unrettbar verloren (u.a. nicht verausgabte Marken).
    Schaden insgesamt über 100000 € (Gutachterschätzung) an Gebäude
    und Sachgütern - und !!!!!!!
    natürlich NICHT versichert.
    "Elementarschadensversicherung" heißt das Zauberwort in einer Gebäu-
    de und auch Hausratversicherung, die wir natürlich nicht hatten. Die
    Aufräumarbeiten nach 60 cm Wasserhöhe in allen Kellerräumen dauern
    noch an (trocknen allein 8 Wochen).
    Erfahrungen und Tipps aus dieser Sachlage.
    1. Lagere niemals verderbliche Wertgegenstände in Kellerbodennähe
    2. Nach Möglichkeit keine Holzmöbel in Kellern. Schubläden sind nach
    Wasserschäden nicht mehr zu öffnen.
    3. Lagere niemals wichtige Papiere (Ahnentafel, Stammbuch, Versiche-
    rungsscheine usw.) in Kellernähe.
    4. Am besten Möbel mit hohen Beinen verwenden.
    usw. usw....
    Im Moment bin ich dabei, meine durch Schmutzwasser zerstörten Dias
    einzuscannen. Dabei fielen mir etliche Dias auf, bei denen aus einer un-
    wiederbringlichen Urlaubserinnerung wahre Kunstwerke wurden.
    Ich zeige hier mal 5 Beispiele von Dias, 1994 in Saalfelden (Österreich)
    gemacht. Kann mir jemand den chemischen Prozess klarmachen, der
    dabei stattgefunden hat ?

    Ein ganz betrübter m.w.myname

    Bilder

    • Saalfelden_13.jpg
      • 80,14 kB
      • 817 × 526
      • 486
    • Saalfelden_15.jpg
      • 84,72 kB
      • 536 × 827
      • 495
    • Saalfelden_16.jpg
      • 89,48 kB
      • 817 × 528
      • 506
    • Saalfelden_21.jpg
      • 94,41 kB
      • 814 × 546
      • 487
    • Saalfelden_8.jpg
      • 87,51 kB
      • 814 × 536
      • 582

    Besonderes Interesse ? Ja......alles Besondere von DR 1933-45
    Mitglied in der ArGe "Zensurpost" im BdPh
    Überblick: http://www.phila-wietz.de (mit Beispielsammlungen)

  • asmodeus
    Moderator
    Beiträge
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    Männlich
    • 6. Oktober 2008 um 17:07
    • #2

    Das tut mir leid, aber mal ganz ehrlich: Welcher Philatelist lagert im Keller Briefmarken? Auch wenn man kaum Platz hat, aber Marken gehören nicht in den Keller! Ich habe keine 40 qm und keine einzige Marke liegt im Keller. Dann muß man halt den Platz für die Schätzchen organisieren. Es hört sich hart an, aber ich hoffe, Du hast daraus gelernt! Schade um Deine Sachen!

  • m.w.myname
    erfahrenes Mitglied
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    29. September 1943 (82)
    • 6. Oktober 2008 um 17:53
    • #3

    asmodeus
    Tja, das ist zwar das Problem aber es geht nicht anders. Das sind alles Wohnkeller mit Teppichboden, Heizung, Bad, Wc usw. Da gibt es ein
    Gästezimmer, ein Computerzimmer, ein Eisenbahnzimmer usw. und da
    ist nun leider mein Reich.
    Ich meine, Naturkatastrophen sind immer unberechenbar. Lagere ich
    meine Sachen auf dem Boden, schlägt der Blitz ein und alles verbrennt
    von oben nach unten.
    Nicht einmal die Schränke für die Briefmarken können den Keller jemals
    wieder verlassen, ohne das Haus zu beschädigen aber sie sind halt nicht
    wasserdicht. Sie wurden in den Keller geschäft, als die Erdgeschoßdecke
    gegossen wurde.
    Ich glaube, so etwas ist einfach nur Pech

    m.w.myname

    Besonderes Interesse ? Ja......alles Besondere von DR 1933-45
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  • SammlerBernd
    Gast
    • 6. Oktober 2008 um 18:59
    • #4

    ...auch meine Anteilnahme zu deinem Wasserschaden. :(
    Will ´mal versuchen den Belichtungsschaden der Dias zu erklären. Die fotoaktive Schicht besteht ja aus Silber-Jodid, daß unter Lichteinwirkung schwarz wird. Durch das Fixieren wird dieser Proßez gestoppt und die fotoaktive Schicht neutralisiert. Das geschieht meiner Meinung nach mit einer Bromid-Lösung.
    Das eindringende Wasser hat nun die Bromsalze wieder tlws. herausgelöst, sodaß der Belichtungsprozeß an diesen Stellen wieder in Gang kommt- schwarzwerden.
    Hoffe, daß es richt erklärt ist.
    Mit Gruß Bernd

    Einmal editiert, zuletzt von SammlerBernd (6. Oktober 2008 um 19:00)

  • lickle
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    • 6. Oktober 2008 um 19:54
    • #5

    @myname Das ist wirklich jammerschade :(

    Zu Deinen Dias: Ich habe mal während meines Chemiestudiums einen Fotokurs besucht und versuche mal das aus der Erinnerung zu rekonstruieren. Die Diafilme sind aus 3 verschiedenen lichtempfindlichen Schichten zusammengesetzt, die durch Filterschichten voneinander getrennt sind. Beim Belichten entstehen in den einzelnen Schichten aus den Silberbromidmolekülen einzelne Silberatomcluster, die mit der Entwicklerflüssigkeit (Reduktionsmittel in basischer Lösung) stark vergrößert und somit auch sichtbar gemacht werden. Der Entwicklungsprozeß wird durch ein Stoppbad beendet und anschließend der ganze Film fixiert. Das geschieht mit Hilfe von einem Thiosulfatsalz, das das noch nicht reduzierte Silberbromid komplett aus dem Film entfernt. Würde dies nicht geschehen, so könntest Du Deine Dias niemals anschauen, denn es würde mit der Zeit alles Schwarz werden.
    Bei Deinen Dias wurde die Gelatineschicht angelöst und die einzelnen Farbschichten haben sich nun auf Wanderschaft kreuz und quer durch den Film begeben. Eigentlich ganz hübsch, aber für Dich sicherlich nicht lustig.

    Grüßle

    lickle

  • m.w.myname
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    • 7. Oktober 2008 um 06:57
    • #6

    @SammlerBernd, lickle
    danke für Eure technische Information, die ich zumindest halbwegs ver-
    standen habe. Es klingt auch logisch, daß ein Anlösen der Gelatine-
    schicht die Farbschichten diffundieren lassen. Das erklärt auch teilweise
    diese Farbmuster, die manchmal wie kleine "Apfelmännchen" aussehen

    m.w.myname

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  • Totalo-Flauti
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    • 7. Oktober 2008 um 09:53
    • #7

    Hallo m.w.myname,

    auch meine aufrichtige Anteilnahme für den hohen Verlust Deiner Sammlungsteile sei Dir gewiss.

    Ich hätte da aber noch Fragen bezüglich der Nachweisführung für die Wertermittlung des Verlustes. Wie ist der Gutacher vorgegangen? Hat er sich die zerstörten Alben angesehen? Hast Du Ihm Deine auf dem Rechner gespeicherten Dateien zu Verfügung gestellt?

    Danke für Deine Antwort im vorraus.

    Gruss Totalo-Flauti

  • m.w.myname
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    • 7. Oktober 2008 um 10:57
    • #8

    @totalo flauti,
    das war alles ganz einfach. Meine Marken sind innerhalb des Hausratpake-
    tes extra "versichert". Ich habe dann auf Anraten des Gutachters hin den Schaden katalogmäßig abgeschätzt und dann maximal ein Drittel vom Betrag angegeben. Der Gutachter hat dann den Gesamtumfang der Sammlung noch einmal überschaut und meinen Betrag als annehmbar eingeschätzt.
    Was da für uns noch nicht ganz klar war, das war die Tatsache, daß wir
    gegen diese Katastrophe überhaupt nicht versichert waren (Elementar-
    schadenversicherung). Wir erhilten dann später einen Kulanzbetrag in
    Höhe von etwa 5% des Gesamtschadens.
    Wie ein Gutachter im realen Versicherungsfall vorgegangen wäre, kann
    ich nicht sagen.
    Wir haben uns dann auch bei unserer Versicherung beklagt, daß uns
    ein Berater nicht einmal auf solch eine Versicherung aufmerksam ge-
    macht hat, geschweige denn, daß es so etwas überhaupt gibt. Über
    alle möglichen Versicherungen wird man beraten (Glas usw.) aber die
    wirklich wichtigen Dinge bleiben außen vor.
    Wie wir auch erfahren haben, ist ein Versicherungsberater keinesfalls
    verpflichtet,Dich auf bestimmte Versicherungen aufmerksam zu machen.
    Meine Archivierung mit Bildern auf meinem Rechner hat der Gutachter
    als sinnvoll bzw. notwendig angesehen.
    Die Ironie des Schicksals ist hierbei:
    Hätte ein Hagelkorn eine Kellerfensterscheibe zerschlagen und das
    Wasser wäre dort hineingelaufen, wäre alles versichert gewesen


    m.w.myname

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  • asmodeus
    Moderator
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    • 7. Oktober 2008 um 11:09
    • #9

    m.w.myname

    Ja, es kann alles passieren- Blitzschlag oder Wasserschaden. Aber ein alter Sammler hat mir ans Herz gelegt, seine Schätze nie auf den Dachboden oder in den Keller zu schaffen. Ok, es gibt Kellerwohnungen und es leben auch Sammler in solchen Wohnungen, aber wenn man die Möglichkeit hat, sollte man sie wieder verlagern.
    Die wichtigsten Sammlungsteile sind griffbereit und sofort transportfähig gelagert.

    Schade um Deine Sammlung und um die für immer verlorenen Stücke!

    Versicherungen: Ja, den Kampf hatte ich auch schon gehabt. Nun ist alles sicher.

  • Max und Moritz
    Stamm Mitglied
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    Männlich
    • 7. Oktober 2008 um 11:15
    • #10

    Hallo m.w.myname

    War das Ende Juli nicht dieses Unwetter, daß Teile von Dorstfeld und Marten überflutet hat?
    Es gibt doch einen Hilfetopf für Privatleute der nach den Bestimmungen für außergewöhnliche Hilfe nach dem Gemeindefinanzierungsgesetz aus Landesmitteln gebildet wurde (Quelle Ruhr-Nachrichten).
    Ist da vielleicht noch etwas zu erwarten oder kannst du alles komplett abschreiben?

  • m.w.myname
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    • 7. Oktober 2008 um 12:00
    • #11

    Max und Moritz,
    genau dieses Unwetter war das. Leider fielen wir von der Bedürftigkeit
    her nicht in diesen Hilfstopf.
    Trotzdem hat die Stadt Dortmund viel getan, um schnelle Hilfe zu
    leisten. Beispielsweise wurde Sperrmüll tagelang kostenlos abgefahren.
    Steuerlich weiß ich noch nicht. Das macht alles meine Frau mit einer
    Fachberatung

    m.w.myname

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    Einmal editiert, zuletzt von m.w.myname (7. Oktober 2008 um 12:02)

  • Drudenfus
    aktives Mitglied
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    451
    • 7. Oktober 2008 um 12:07
    • #12
    Zitat

    Beispielsweise wurde Sperrmüll tagelang kostenlos abgefahren


    Besser als nichts, aber dennoch ein schwacher Trost :(

    Das ist doch der totale Horror! Ich glaube, nur Einbruch und/oder Vandalismus ist schlimmer...

  • m.w.myname
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    • 3. Dezember 2008 um 07:26
    • #13

    Hallo Freunde,
    ich hole noch einmal meinen Wasserschaden-Beitrag aus der Versen-
    kung, um zu berichten, was sich mit den Dias inzwischen getan hat. Ich
    habe natürlich versucht, diese "chemischen Vorgänge", die Ihr mir so
    einleuchtend erklärt habt, nachzuvollziehen.
    Also habe ich ein paar unbedeutende Dias genommen (nicht zerstörte)
    und diese 24 h in klares Wasser gelegt und dann getrocknet.
    Ergebnis: Nichts ! Die Dias waren erhalten wie im Neuzustand.
    Nächster Versuch:
    Wasser mit Essigessenz angesäuert und Dias 24h in diese Suppe gelegt.
    Ergebnis: Nichts ! Wie vorher.
    Nächster Versuch:
    Wasser mit Natronlauge versetzt (basisch) und Dias 24h eingelegt.
    Ergebnis: Nichts ! Sie erstrahlten weiterhin in alter Frische.
    Nächster Versuch:
    Wasser aus einer Straßenpfütze geholt und Dias 24h "braten" lassen.
    Ergebnis: ????? Ihr habt es schon erraten - Nichts !
    Was ich jetzt noch nicht gemacht habe ist, daß ich die Dias in ein
    Fäkalienbrühe eingelegt habe. Denn möglicherweise hatten wir ja im
    Keller eine Suppe mit diesen Zusätzen. Nur, dann hätte es erbärmlich
    gestunken und das hat es nicht.
    Also - ich dachte, meine "Neue Kunstrichtung" sei ganz leicht reprodu-
    zierbar - aber nein, wohl doch nicht ganz so leicht

    m.w.myname

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