Nach erfolgreich bestandenem Abitur studierte Lorenz Werthmann am Collegium Germanicum in Rom Theologie. Seine Ausbildung schloss er mit der Dissertation und der Priesterweihe ab. Nach Deutschland zurückgekehrt, widmete er sich aber nicht allein religiösen Themen. Auch die soziale Frage bewegte ihn zutiefst. Zunächst wurde er in zwei Vereinen aktiv, dem Vincentiusverein und einer Gruppe mit dem Namen "Arbeiterwohl".
Schnell entstanden Kontakte zu Gleichgesinnten innerhalb der katholischen Kirche. Viele teilten Werthmanns Auffassung, dass die einzelnen Organisationen enger zusammenarbeiten müssten. Auf dem zweiten Caritastag rief Werthmann dann am 9. November 1897 zur Gründung des Caritasverbandes auf. Werthmann wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Im Mittelpunkt seines Engagements stand zwar weiterhin die wohltätige Arbeit. Zugleich aber musste er um die Anerkennung seiner Organisation kämpfen. Erst 1916 rang sich die Deutsche Bischofskonferenz dazu durch. Nunmehr gelang es auch, die Finanzierung des Verbandes sicherzustellen. Zugleich entstanden in allen Diözesen Caritas-Vereine.