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AD - Staaten - Dänemark

  • bayern klassisch
  • 13. August 2008 um 18:57
  • solid611
    aktives Mitglied
    Beiträge
    129
    • 31. August 2008 um 21:45
    • #61

    Hallo an Alle,

    da Interesse besteht mach ich mal weiter mit den Franzosen und zeige euch ein Frankobrief aus Kopenhagen an Rothschild in Paris.

    Dieser ist am 19.10.1854 in Kopenhagen aufgegeben worden und auf der zu dieser Zeit sehr seltenen Route über Lübeck gelaufen. Dort ist er vom Stadtpostamt an das T&T-Postamt übergeben worden, wie ihr an den siegelseitigen Durchgangsstempeln sehen könnt. Als Frankobrief erhielt er in Lübeck noch den P.D-Stempel. Von Taxis wurde er dann durch Hannover, Preußen und Belgien nach Frankreich befördert. In Paris ist er am 21.10.1854 eingegangen. Erhielt den Grenzeingansstempel "Tour-T 2 Valenciennes 2" (die 2 steht für Paris), rückseitig den Eingangsstempel des Postamtes 7 und wurde postlagernd "POSTE RESTANTE" behandelt.

    Freigemacht ist er mit 47 RBS wovon "9" rechts oben als dänischer Anteil (2 Sgr. für den 2. dänischen Rayon) und "38" links oben als Auslandsanteil notiert wurden. Der Auslandsanteil ist als Weiterfranko von 9 Sgr nochmals neben dem Frankovermerk in Rötel notiert. Die Rötel-Angabe /2 bedeutet, dass der Auslandsanteil in der 2. Gewichtsstufe ist. Dieses gilt aber nur für einen Teil.
    Ich hatte ja schon erwähnt, dass die Gewichtsprogression ein eigenes Thema ist. Frankreich machte es sich einfach und progressierte die gesamt Taxe. Dänemark hingegen berechnet bei Frankobriefen (und bei Portobriefen aus Frankreich) die Progression für jeden Anteil getrennt. Dazu kommt, dass es unterschiedliche Vereinbarungen zum belgischen Transit gab. Frankreich vergütetete bei Portobriefen 3 Sgr an Taxis incl. belgischem Transit. Dänemark zahlte aber an Taxis 3 Sgr und zusätzlich 1 Sgr für den belgischen Transit. Frankreich erhielt immer 3 Decimes = 2 1/2 Sgr.

    Für den gezeigten Brief ergab sich daher folgende Berechnung des Auslandsanteils:
    3 Sgr an Taxis bis 1 Lot Gewicht einfach
    1 Sgr für Belgien bis 1 Lot Gewicht einfach
    2 1/2 Sgr für Frankreich für 1/2-1 Lot Gewicht zweifach also 5 Sgr
    Gesamt: 3 + 1 + 5 = 9 Sgr entsprechen 38 RBS

    Die Unterschiede führten zum Ergebnis, dass 1854-1861 ein einfacher Portobrief von Dänemark nach Frankreich 9 Decimes kostete, was 31 RBS entsprach. Ein einfacher Frankobrief kostete aber 38 RBS was etwa 12 Decimes entsprach.
    Für einen Portobrief Kopenhagen-Paris von 1/2 - 1 Lot berechnete Frankreich wie gestern gezeigt 18 Decimes also etwa 62 RBS. Der hier gezeigte Frankobrief ebenfalls von Kopenhagen nach Paris in derselben Gewichtstufe kostete den Absender aber nur 47 RBS etwa 14 Decimes.

    Viele Grüße
    solid611

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    Einmal editiert, zuletzt von solid611 (31. August 2008 um 23:25)

  • solid611
    aktives Mitglied
    Beiträge
    129
    • 31. August 2008 um 21:53
    • #62

    Hab ich ganz vergessen:

    Schaut euch mal die Laufzeit an: 3 (in Worten drei) Tage!
    Dänemark-Taxis-Hannover-Preußen-Belgien-Frankreich. Ob das die europäischen Postverwaltungen heute auch schaffen? ;)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 1. September 2008 um 07:56
    • #63

    Hallo solid611,

    aus DK über Lübeck habe ich bei den von mir bisher untersuchten Briefen noch nicht beobachten können. Der Begriff Seltenheit ist hier sicher zurecht gegeben.

    Der Brief ist in jeder Beziehung wunderschön und von dir eingängig erläutert - vielen Dank dafür (allein das wäre schon 5 Daumen nach oben wert).

    Eine meiner jüngeren Errungenschaften ist der Brief aus Kopenhagen vom 7.3.1863 über Forbach 3 (und damit die bayer. Pfalz) nach Mugron.

    Da ich mich damit noch nicht habe beschäftigen können, kann ich derzeit noch keine Beschreibung liefern - vielleicht möchtest du hier voranschreiten?

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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  • solid611
    aktives Mitglied
    Beiträge
    129
    • 1. September 2008 um 17:55
    • #64

    Hallo bayern klassisch,

    ich möchte :).

    Der Brief lief von Kopenhagen über Hamburg, dort siegelseitig mit den Duchgangsstempeln vom dänischen und Taxispostamt(das ist der große undeutliche) versehen. Von Taxis im Kartenschluss Frankfurt-Forbach-Paris nach Frankreich gesandt. Der Grenzstempel Forbach 3 ist aus Paris und steht für diesen Kartenschluss. Weiter ging es dann in Frankreich bis Bordeaux und mit der Bahnpost Bordeaux-Bayonne bis Mugron. Dort kam er am 11. März nach 4 Tagen an.

    Der Brief lief als Portobrief. Taxiert ist er zunächst mit dem dänischen Anteil aus dem 2.Rayon von 2 Sgr rückseitig und vorderseitig nochmals angeschrieben und gestrichen.
    Zwischen Frankreich und Taxis wurde er nach dem Vertag vom 1.7.1862 behandelt. Danach waren allen Portobriefen je nach Herkunft eigene Vertragsartikel zugeordnet und es wurde die Stempelung mit der Artikelnummer vereinbart. Für Portobriefe aus dem 2 . dänischen Rayon war es Artikel 36, so dass Taxis beim Eingang in Hamburg die Stempelung mit "TT 36" vornahm (Thurn&Taxis Artikel 36; v.d.Linden Nr.2843; Verwendung 1862-1865).
    Nach diesem Vertrag zahlte Frankreich für Portobriefe aus dem 2. dänischen Rayon bis 15 Gramm Gewicht 5 Decimes an Taxis, unabhängig vom Leitweg. Für den Empfänger wurden 9 Decimes Porto berechnet, so dass Frankreich 4 Decimes behielt.
    Es war auch ein Stempel für den 1. dänischen Rayon vorgesehen "TT 35". Dieser ist bisher noch nicht belegt.

    Weil Taxis von den 5 Decimes = 4 1/2 Sgr aus Frankreich 2 Sgr an Dänemark zahlte, wurde versucht, die Post unter Umgehung des belgischen Transit beim Leiweg über Nordfrankreich nun vornehmlich durch das Vereinsgebiet zu leiten, um die verbleibenden 2 1/2 Sgr selbst zu behalten, so dass der Weg über Forbach ab 1862 die Regel ist.

    Viele Grüße
    solid611

  • bayern klassisch
    Gast
    • 1. September 2008 um 18:43
    • #65

    Hallo solid611,

    vielen Dank für deine wunderbare Beschreibung - ich werde sie genau so übernehmen :).

    Gibt es auch Briefe über Dänemark, die den Kartenschluß Forbach benutzten?

    Gibt es auch Briefe aus oder über Dänemark, die den Kartenschluß Strasbourg benutzten?

    Kennst du Briefe aus oder über Dänemark, die den Kartenschluß Wissembourg benutzten?

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • solid611
    aktives Mitglied
    Beiträge
    129
    • 1. September 2008 um 20:39
    • #66

    Hallo bayern klassisch,

    gerne. :)

    Im Kartenschlusss nach Forbach hab ich noch keinen Brief aus Dänemark gesehen, bisher nur aus Schweden. Nach Wissembourg kenne ich überhaupt keinen Brief aus Skandinavien.
    Im Kartenschluss Strasbourg gibt es Briefe aus Dänemark, einen siehst du unten ;). Mit Marken frankiert ist von 1854-1867 ein Brief direkt nach Strasbourg registriert.

    Kopenhagen - Rixheim vom 22. April 1826
    Der Brief wurde in Kopenhagen zur Kartiernummer 32 (siegelseitig notiert) aufgegeben und nach Hamburg geleitet und erhielt dort vom taxischen Postamt den Transitstempel "DANEMARCK/PAR HAMBOURG". Weiter ging es über den Kartenschluss Frankfurt-Strasbourg. In Strasbourg erhielt er den Grenzstempel für diesen Kartenschluss "ALLEMAGNE/PAR/STRASBOURG" und ging von dort weiter nach Rixheim, wo er am 2. Mai 1826 einging (rückseitiger Eingangsdatumstempel).

    Der Brief ist bis Hamburg teilfrankiert ("franco Hamburg"). Bis 28.2.1845 bestand für Briefe aus Dänemark nach Frankreich Grenzfrankozwang bis Hamburg. Das dänische Teilfranko ist rechts oben mit 34 RBS notiert (Kopenhagen-Hamburg 29 RBS in Münzgeld xFaktor etwa 1,17 = 34 RBS in Papiergeld).
    Ab Hamburg wurde er dann nach dem Vertrag Taxis-Frankreich von 1818 behandelt. Hamburg lag im 4. Rayon zu Frankreich und deshalb wurde der Rayonstempel "T.T.R.4." (2mal) abgeschlagen. Für den 4. deutschen Rayon berechnete Frankreich 9 Decimes Portoanteil.
    Der Brief wurde für Mehrgewicht in der französischen Progression 2fach berechnet (die 2 links oben). Der französische Portoanteil betrug für die Strecke Strasbourg-Rixheim 3 Decimes x 2 = 6 Decimes, die etwas unter der 2 notiert sind. Insgesamt wurden dem Empfänger dann 9 + 6 = 15 Decimes Gesamtporto berechnet und angeschrieben.
    Das ist m.M. falsch berechnet, da bis 1836 das Gesamtporto in Frankreich progressiert werden musste und auch z.B. in Bordeaux so gemacht wurde.

    Neben der Kartiernummer und dem Eingangsstempel sind siegelseitig keine weiteren postalischen Vermerke. Was da noch zu sehen ist gehört zum Präsensvermerk, der innen weitergeht.

    Viele Grüße
    solid611

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 1. September 2008 um 22:39
    • #67

    Hallo solid611,

    vielen Dank für die Erläuterung der Hintergründe.

    Den Brief über Strasbourg kannte ich nicht. Sahnestück.

    Es müssten alle Briefe über Hamburg / Taxis, die in das Elsaß ("Bas Rhin") liefen, über Strasbourg laufen. Die Entscheidung darüber hatte wohl Taxis in Frankfurt, die ja die weitere Kartierung vornahmen.

    Es müsste oder könnte auch Briefe der skandinavischen Länder über Wissembourg nach dem Elsaß geben, wodurch sie über die bayerische Pfalz liefen. Außer Bayern selbst hat nur Taxis in Frankfurt den lokalen Kartenschluß Wissembourg genutzt.
    Seit über 25 Jahre suche ich danach ... wenn du einen fändest, wäre ich sehr interessiert.

    Den Markenbrief aus DK nach Strasbourg hast du nicht in deiner Sammlung?
    Schon ein Scan wäre prima.

    Ich werde mal Ausschau nach einem TT35 nach Frankreich halten, aber wenn du sagst, dass keiner bekannt ist, wird das kein leichtes Unterfangen. Ich war schon froh, einen TT36 zu bekommen; ist ja auch keine Massenware, wie du selbst schreibst.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • solid611
    aktives Mitglied
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    • 2. September 2008 um 22:26
    • #68

    Hallo bayern klassisch,

    du hast recht geben kann/müßte es diese Belege. Die Routen wurden von Taxis nach meiner Erfahrung so wie vereinbart auch genutzt. Ich kenne keine Briefe ins Elsaß, die über die Nordroute durch Belgien gingen.
    Einen Brief aus Skandinavien über Wissembourg das wärs! :)
    Das ist ja von Taxis selbst schon nicht häufig.

    Der erwähnte markenfrankierte Brief nach Strasbourg ist leider nicht meiner. Aber ich habe einen (wenn auch nicht so guten) Scan. Er soll vom Februar 1859 sein.
    Erkennen kann man, dass er mit zweimal 16 RBS (Nr.4) also 32 RBS frankiert ist. Das ist auch korrekt.
    Dänemark 2 Sgr + Taxis 3 Sgr + Frankreich 2 1/2 Sgr = 7 1/2 Sgr = 32 RBS.
    Der Auslandsanteil 5 1/2 Sgr ist unten links nochmals notiert und gestrichen. Und oben neben den Marken als 23 RBS ebenfalls. 9 ist der dänische Anteil in RBS. Die Stempel sind leider kaum zu erkennen.
    Das besondere ist, dass er keinen belgischen Transitanteil aufweist und die einzig bekannte 32 RBS Frankatur sein soll. Es scheint nicht viel Postverkehr mit dem Elsaß gegeben zu haben (bzw. erhalten geblieben sein). Dort gab es wohl zu dieser Zeit keine bekannten Weine zu bestellen ;).

    Viele Grüße
    solid611

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 2. September 2008 um 23:15
    • #69

    Hallo solid611,

    ein postgeschichtlich erstklassiger Brief für jeden: DK -, Hamburg -, Taxis -, Baden - und Frankreich - Sammler.

    "Das besondere ist, dass er keinen belgischen Transitanteil aufweist ..."

    Das ist kein Wunder, denn er lief ja nur nach Süden durch deutsche Lande.

    Besten Dank fürs zeigen :).

    Morgen stelle ich mal einen aus Schweden ein, der über DK im Transit lief. Hat vielleicht auch nicht jeder. ;)

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • bayern klassisch
    Gast
    • 3. September 2008 um 00:52
    • #70

    Mit dem folgenden Brief stelle ich das Transitland Dänemark vor.

    Am 15.3.1848 schrieb man im schwedischen Norrköping einen einfachen Portobrief nach Ühlfeld in Bayern. Nach dem PV Preußens mit Bayern leitete man die Winterkorrespondenz aus Schweden über Dänemark nach Hamburg (20.3), da die Ostsee leicht zufrieren konnte (Erderwärmung war noch kein Thema).
    Dort wurde er mit 8 Sgr. vortaxiert, die für Schweden und den dänischen Transit vorn und hinten notiert wurden. Die dänische Post hat den Brief nie gesehen, da er in geschlossenen Paketen transitierte. Der Additionalvertrag vom 1.1.1848 zwischen Preußen und Schweden sah diese Gebühr für einfache Briefe vor.

    Mit der ab dem 1.5.1845 von Preußen auf 4 Sgr. reduzierten Transitgebühr ergab sich so in Hof eine Fremdgebührenforderung von 12 Sgr., die im Auslagestempel von Hof am 23.3. in 42 Kreuzer reduziert wurden.

    Nach dem Taxregulativ vom 1.1.1843 kam die bayerische Inlandsgebühr von 6 Kr. in Ansatz, so dass der Empfänger total 48 Kreuzer zu zahlen hatte.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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  • Baldersbrynd
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    • 4. September 2008 um 07:29
    • #71

    Hier ist Deutschland als Transitland.

    Brief aus London nach Schleswig, Sendet 12.10.1858.
    40 und 9 mit rot auf Vorderseite durchstreicht, 7 mit blau, undeutlich links neben den Stempel. Was bedeutet 40 und 9 englischer Portoanteil? Was ist 7 und warum mit blau?
    Rückseite: HR LONDON OC - 12 58 Stempel , St.P.A. 14. Oct 58 Hamburg Stadtpoststempel und K.D.O.P.A. Hamburg dänische Stempel.

    Liebe Grüße
    Jørgen

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 4. September 2008 um 08:00
    • #72

    Hallo Jörgen,

    ein sehr schöner Portobrief ist das. GB - Preußen (Aachen) kostete 7 Sgr., die hälftig geteilt wurden (es gibt daher den Stempel von London "3 1/2 Sgr." für den eigenen Anteil), den dieser Brief aber nicht hat.

    Diese 7 Sgr. entsprachen 9 HShC. Diese 9 HShC entsprachen etwa 37 Reichtsbankschillingen, zu denen wohl 3 RBSh bis zum Empfänger addiert wurden, so dass dieser 40 RBSh zahlen durfte.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Baldersbrynd
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    • 4. September 2008 um 10:35
    • #73

    Hallo bayern klassisch und Andere.

    Ich suche hilfe zum lesen dieser Brief.
    Es sind Sendet von Liegnitz nach Kopenhagen 15.11.1870. Frankiert mit 3 Gr. dieser Porto stimmt nicht mit ein Briefporto. Ich kan nur wenig von den Text lesen. Das erste meine ich sind "Unter Couvert erlaube ich mir Ihnen ein Muster von ca 10 ? Blaubeeren zu Senden..... Ich meine das "Blaubeeren in dieser Fälle Stoff für Kleider sind, dafür glaube ich das ein Warenproben sind.

    Viele Grüße

    Jørgen

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 4. September 2008 um 12:39
    • #74

    Hallo Jörgen,

    ab dem 1.5.1868 (in Bayern erst am 8.5.1868 veröffentlicht!) existierte ein neuer Postvertrag zwischen Dänemark und dem Norddeutschen Bund.
    Einfache Briefe kosteten 2 Groschen bis 1 Loth, darüber kosteten sie 4 Groschen (die Halbe - Halbe geteilt wurden).

    Da nur Drucksachen und Muster (also ohne Brief!) in den Genuß von Gebührenermäßigungen kamen, trifft das bei deinem Brief nicht zu.

    Er hat ihn entweder um 1 Groschen zu niedrig frankiert (für die 2. Gewichtsstufe, weil auch die Muster etwas wogen), oder ihn um 1 Groschen überfrankiert. Die goldene Mitte gab es bei Postverträgen nicht.

    Tolles Stück - wer hätte den nicht gerne?

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Nordlicht
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    • 4. September 2008 um 16:32
    • #75

    Hallo Jørgen,

    noch eine Anmerkung zu deinem Portobrief, auf den bayern klassisch schon geantwortet hat:
    der Brief kostete 7 Silbergroschen bis Hamburg (blaue "7"), umgerechnet sind das 9 1/2 lübecksche Schilling (rote "9 1/2"), plus 2 Silbergroschen nach Schleswig, insgesamt 9 Silbergroschen oder umgerechnet eigentlich 39 dänische Skilling, aber manchmal errechnete der Briefträger auch 40 (rote "40").

    Sehr schöner Brief !

    Viele Grüße
    Nordlicht

  • bayern klassisch
    Gast
    • 5. September 2008 um 07:22
    • #76

    @ Nordlicht

    Vielen Dank für die Korrekturen - wenigstens lag ich mit den 7 Sgr. richtig ;).

    Da hier auch Transite gezeigt werden sollen, möchte ich noch einen aus der Markenzeit von Schweden über DK nach Bayern vorstellen.

    Es ist ein Portobrief vom 12.4.1858 aus Stockholm mit dem Leitvermerk "via Dänemark" nach Nürnberg. Nach dem PV zwischen Preußen und Schweden vom 1.7.1852 war die Leitung über DK hautpsächlich für die Wintermonate vorgesehen, sonst wurde über die Ostsee von Ystadt nach Swinemünde oder Stettin verschifft. Die königlich Schwedisch & Norwegische Post taxierte daher erst mit 5 Silbergroschen. Das taxische Postamt in Hanburg notierte 18 Kr. für fremde Posten (je 9 Kr. für Schweden und DK) im Zähler und 9 Kr. als Vereinstaxe im Nenner. Die Summe von 27 Kr. wurde am 19.4.1858 in Nürnberg vom Empfänger kassiert. Da Taxis in Hamburg als vereinsländische Eingangspost fungierte, bekam man die 9 Kr. dort gut geschrieben, während Bayern die eingezogenen 27 Kr. komplett abliefern musste.

    Die Laufzeit des bis 1 Loth schweren Briefes mit 7 Tagen während der Winterversendung war nicht ungewöhnlich. Viel schneller dürfte es heute auch nicht gehen.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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  • solid611
    aktives Mitglied
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    • 6. September 2008 um 14:24
    • #77

    Hallo an Alle,

    da wir gerade beim Transit durch Dänemark sind, zeige ich mal einen nicht alltäglichen Brief aus Frankreich (was sonst ;)) nach Schweden.

    Grundsätzlich erfolgte von etwa 1836 bis 1865 der Transit für die schwedisch-französischen Korrespondenzen ausschließlich über Preußen. Dem war es in Verträgen von 1821 und 1830 gelungen, diese lukrativen Transite Taxis "abzujagen". Die Briefe wurden von Frankreich an Preußen übergeben und sofern sie, wie bayern klassisch schon beschrieben hat, im Winter über Hamburg liefen dort dem schwedisch-norwegischem Postamt übergeben und im geschlossenen Transit durch Dänemark befördert.

    Mit einer Ausnahme: Briefe die nach Göteborg und Umgebung (etwa 150 km) gerichtet waren wurden Taxis übergeben und liefen ab Hamburg im offenen dänischen Transit ohne Beteiligung des schwedisch-norwegischen Postamtes.

    Hierzu nun ein Brief von Paris ins schwedische Uddenvalla:
    Er wurde am 31. Juli 1852 in Paris aufgegeben und mit dem taxissischen Kartenschluss bis Hamburg befördert. Dort ist er von Taxis an das dänische Postamt übergeben worden, wie ihr an den siegelseitigen Durchgangsstempeln sehen könnt. Dänemark beförderte den Brief mit der direkten Dampfschiffverbindung Kiel-Göteborg. In Göteborg ist er vorderseitig mit dem Eingangsstempel vom 5.8. versehen worden und am 6.8. in Uddenvalla eingegangen.

    Er lief als Portobrief. Taxis berechnete für die Strecke bis Hamburg 2 1/2 Sgr für Frankreich + 1 Sgr belgischer Transit + 3 Sgr DÖVP Transit = 6 1/2 Sgr die siegelseitig in Rötel notiert sind. Umgerechnet in 9 HSchC ist dieser Anteil vorderseitig nochmals in Rötel notiert. Dänemark berechnete 9 RBS für den Transit, die links unten angeschrieben wurden. Dazu kam das Porto von Dänemark nach Schweden ab 1.7.1852: 5 lübbische Schilling bzw. 16 RBS. In Schweden wurde alles in Skilling Banco (Sk Bco) umgerechnet:
    9 HSchC = 20 Sk Bco
    9+16= 25 RBS = 17 Sk Bco
    Zusammen 37 SK(ß) Bco, die links oben als Gesamtporto angeschrieben sind.

    Viele Grüße
    solid611

    PS: Im "Alte Briefe ohne Marken"-Tread ist ein sehr schöner Chargébrief Bayern-Dk zu sehen.

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  • VorphilaBayern
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    7. August 1955 (70)
    • 6. September 2008 um 20:05
    • #78

    Liebe Sammlerfreunde,
    habe einen schwer zu durchschauenden Teilfrankobrief von Schweden über Dänemark nach Preußen, nach Bayern, weiter nach Österreich, dann nach Berlin und wieder zurück nach Schweden, so glaube ich.

    Beste Grüße,
    VorphilaBayern

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  • Nordlicht
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    Männlich
    • 7. September 2008 um 09:27
    • #79

    Hallo VorphilaBayern,

    interessanter Brief, dessen Taxvermerke ich leider nicht entschlüsseln kann. Würde jedoch vermuten, dass der Brief nicht über Dänemark gelaufen ist. Meine auch, den Stempel "franco Stralsund" erkennen zu können?

    Viele Grüße
    Nordlicht

  • VorphilaBayern
    Stamm Mitglied
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    Geburtstag
    7. August 1955 (70)
    • 7. September 2008 um 09:57
    • #80

    Liebe Sammlerfreunde,
    möchte noch einen Brief nachlegen.
    Brief von Fürth (Bayern) nach Altona (Herzogtum Holstein im Königreich Dänemark) vom 14.1.1849.
    Laut Verordnung vom 10.1.1848 zu den neuen Bestimmungen durch den Vertrag Thurn & Taxis - Dänemark konnte die Korrespondenz nach und aus Dänemark entweder unfrankiert oder frei bis zum Bestimmungsort abgesendet werden. Außerdem wurde eine Taxtabelle in Kreuzer von Hamburg zu den einzelnen dänischen Orten angegeben. Als einziger Ort wurde bei Altona kein Betrag angegeben.
    Was die Taxierung bedeutet, kann ich nicht sagen.

    Gruß,
    VorphilaBayern

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    Einmal editiert, zuletzt von VorphilaBayern (7. September 2008 um 09:58)

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