Lieber Erdinger,
rate mal, von wem Günter Smura den Schein hatte? ![]()
Es gibt aber auch welche ohne Halbkreisstempel - häufig sind sie alle nicht. Wer einen an Land ziehen kann, macht nichts verkehrt.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Lieber Erdinger,
rate mal, von wem Günter Smura den Schein hatte? ![]()
Es gibt aber auch welche ohne Halbkreisstempel - häufig sind sie alle nicht. Wer einen an Land ziehen kann, macht nichts verkehrt.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Freunde,
ja - häufig sind sie nicht, der mit Halbkreiser aber schon dreimal nicht. Ich kenne bisher von Erding überhaupt nur einen Briefpostschein (und der wurde, wie Ihr hier schon gesehen habt, für eine Fahrpostsendung zweckentfremdet). Die Bestände der Joel'schen Sammlung liegen auch schon in meiner Sammlung (seit der vorletzten Rauhut-Auktion). Ah, und Frau Brettl hat sicher noch ein paar Fahrpostscheine aus der Stadt an der Sempt im Angebot, wenn sie auf der Münchner Messe einen Stand hat. Sie hat wohl einmal ein größeres Konvolut übernommen.
Fast alle stammen aus den aufgelösten Belegsammlungen kirchlicher Archive und dokumentieren die "Übermachung" von Geldsummen aus Kollekten oder die Bezahlung von Drucksachen, die das Erzbischöfliche Ordinariat an die Dekanate zur Verteilung verschickte.
Briefpostscheine aus Erding und alle Arten Postscheine aus Taufkirchen, Dorfen, Isen - die Postablagen Wartenberg und Schwaig natürlich auch - also bitte immer zu mir. Angebote jederzeit willkommen - wer sonst könnte schon etwas damit anfangen ...
Viele Grüße vom
Erdinger
Hallo Freunde
Ich möchte hier ein Vorschuss-Rückschein zeigen. Weil jeder nicht der Hintergrund hier kennt wage ich bayern klassisch zu zitieren:
Zitat: "Sollte die Aufgabepost einem Absender einen Geldbetrag, hier Vorschuß, auszahlen, der später beim Empfänger anzufordern war, dann sandte man per Fahrpost den Postvorschußbrief mit einem angebundenen Rückschein ab.
Die Abgabepost hatte nun den Brief zuzustellen und den angeforderten Betrag vom Empfänger einzuziehen. Dies war im Inneren des Vordrucks durch Unterschrift zu bestätigen.
Danach wurde der Vorschuß - Rückschein unter Chargé vollzogen der Aufgabepost zurück gesandt, die daraufhin den Absender informierte, dass sein Geld abgeholt werden konnte."
Auf Seite 2 in dieser Thread ist bk´s schöne Rückschein zu sehen.
Mein Schein ist auch von Passau gelaufen, aber bei meinem nach Grafenau geschickt, wo es bestätig ist dass das Geld eingelöst ist.
Viele Grüsse
Nils
Hallo Freunde
Ich habe hier ein Rechnung für 6 Postpferde wo ich nicht weiss wo ich in meine Sammlung reistecken kann. Also in meine "Heimatsammlung" schon.
Ich weiss dass es irgendwo über solche Rechnungen hier im Forum schon geschrieben ist, aber ich kann es nicht finden.
Die Rechnung ist über 6 Pferde per 5 1/2 Stunde, welches 12 Gulden 6 Kreuzer gekostet hat. Der Laufweg war von Vilsbiburg nach Landshut 31. Juli 1854.
Ein Postpferdrechnung gehört wohl mehr zu Fahrpost als Briefpost?
Unten steht .... saldiert. Was ist saldiert und welcher Name steht darunter?
Viele Grüsse
Nils
Lieber Nils,
ein schöner Schein (und eine echte Seltenheit von Orten wie Vilsbiburg!), der im weitesten Sinne zur Fahrpost gehört, auch wenn es sich im vorliegenden Fall eher um eine Extrapost handeln dürfte. Da hatte es wohl jemand sehr eilig!
Wie selten dieser Fall eintrat, erkennt man an der Jahreszahl oben - der Schein war für die 1840er-Jahre gedruckt worden, noch 1854 lagen Vordrucke vor, die handschriftlich korrigiert werden mussten.
Unten hat der Poststallinhaber übrigens "Dankend Saldirt" vermerkt, d.h. der Rechnungsbetrag war beglichen worden.
Danke fürs Zeigen sagt der
Erdinger!
Hallo Nils,
ich sehe das Stück eben erst ... muss mal wieder häufiger ins Forum schauen. ![]()
Der liebe Erdinger hat es schon richtig gesehen, es war Fahrpost (auch die Extrapost fiel darunter, weil alles, was mit der Personenbeförderung zu tun hatte, Fahrpost war).
Diese Scheine sind generell nicht häufig, werden jedoch schlecht bezahlt. Wenn auf ihnen Kutschen oder Postillone zu sehen sind, werden sie aber höher gehandelt.
Die Angabe "Poststunde" hat übrigens wenig mit der Stunde an sich zu tun, als das vielmehr eine Entferungsangabe war. Die Gebühren wurden von der Postverwaltung festgesetzt. Je nachem wieviele Poststunden man von A nach B festgesetzt hatte, soviel war zu berechnen und zu saldieren. Ob die Kutsche so lange brauchte, war unerheblich.
Wenn du auf den Preis der Fahrt schaust, weißt du, warum die in Vilsbiburg ihre Formulare über 10 Jahre nicht verbrauchten. ![]()
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Hallo Erdinger und bayern klassisch
Besten Dank für die zwei Antworte ![]()
Der Zahl 4 unter 5 habe ich gar nicht gesehen. Macht ja der Schein eben besser.
Personenbeförderung ist also gleich Extrapost, wenn ich es richtig verstanden habe.
Und noch einiges habe ich über Postpferde gelernt.
Viele Grüsse
Nils
Lieber Nils,
[Blockierte Grafik: http://666kb.com/i/bd06yccsiftlturis.jpg]
auch mit der gewöhnlichen Fahrpost wurden Personen befördert.
Für den, der es eilig hatte und/oder es vorzog ohne fremdes Gepäck und Poststücke zu reisen, gab es die kostspielige Extrapost.
Liebe Grüße vom
Erdinger
Hallo Erdinger
Ein sehr schönes Bilde. Die hatten verdammt harte Tagen damals.
Und danke für die Bergriffserklärung.
Viele Grüsse
Nils
Beim Studium der Joelschen Nummerierung und -Sortierung der Typen ist mir aufgefallen, dass offensichtlich nach 1835
das Wort Recepisse durch Scheingebühr ersetzt wurde. Gleichzeitig wurde die Gebühr von 4 Kr. eingedruckt.
Wer kann Informationen über die Gründe geben oder hat Unterlagen (Postverordnung) dazu?
Zudem: Wer hat die damals gültigen Postgebühren vorliegen und kann sie hier einstellen?
Besten Dank vorab
Luitpold
Guten Abend, oh keiner da ![]()
Wie wichtig Postscheine waren, habe ich in einem alten Buch von 1830 lesen können. Da schreibt ein Käufer, der die Ware bezahlt hatte, vom Verkäufer aber keine Zahlungsbestätigung erhielt und deshalb korrespondierte folgendes:
"Ich hatte die klarsten Beweise, durch den Postschein und das darauf bemerkte Gewicht des Geld-Fäßchens in Händen, und wendete mich an einen Advocaten. Er gestand, daß ich die klarsten Beweise in Händen habe".
Nachdem niemand die Gebühren vorliegen hat, fand ich in besagten alten Büchern immerhin die Bemerkung, die die Gebühren auf dem abgebildeten Postschein auf das vortrefflichste beschrieben:
"Für jeden recommandirten Brief - gegen Schein - werden 4 Kr. und für den Lieferschein 12 Kr. bezahlt." Das sind nach - Taschenrechner :D: 16 Kr.
Ich hoffe niemanden unnötig aufgeweckt zu haben und wünsche eine
Gute Nacht ![]()
Luitpold
Lieber Luitpold,
doch, einer ist da, der diesen schönen und sehr seltenen Schein mit dir würdigt. ![]()
Etwa 3-5% aller Briefe waren eingeschrieben.
Etwa 3-5% dieser eingeschriebenen Brief erhielten eine Retour-Recepisse mit auf den Weg.
Dann kannst du jetzt mal ausrechnen, wieviele Briefe und Postscheine man haben muss, um dergleichen zeigen zu können. ![]()
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Lieber bayern klassisch,
so danke ich mal wieder für Deine Antwort, wobei ich doch noch hoffe, auf meine ersten Fragen auch noch eine Antwort zu bekommen.
Ein Wort zu dem Grundlagenwerk von dem mir unbekannten Herrn Joel über die bayrischen Postscheine. Wie in den meisten Katalogen werden die einzelnen Scheine chronologisch aufgelistet. Die Änderungen der der verschiedenen Typen - wie - warum - was - wann - geändert wurde - werden nicht erläutert bzw. der Versuch gemacht Erklärungen dazu zu finden. Diese wird es in der Regel nicht geben, aber aufzeigen kann man die schon. So sind bei den Postscheinen "Oberpostamt Würzburg" 4 "Grundtypen" erkennbar, die innehalb noch Abweichungen in der Schreibweise usw. haben. Es stellt sich übrigens auch die Frage, woher der Quittungstext kam (offensichtlich von TuT übernommen). Weiterhin so belanglose Beobachtungen zum Papier, zum Druck. Ich denke, dass die Postscheine dezentral gedruckt wurden und nur die "Formalien" eingehalten werden mussten, sozusagen ein amtliches Muster gab.
Bin ich der EINZIGE der Fragen zu diesem Thema hat ![]()
Soll ich jetzt mit meinem Schicksal hadern, jemals einen Postschein von Würzburg bekommen zu haben ![]()
Es grüßt Luitpold-Ratlos ![]()
Hallo Luitpold!
Schönes Stück! Wenn man bedenkt, was für ein "Vermögen" 16 Kreuzer in der damaligen Zeit waren, wird denke ich auch deutlich, warum diese Scheine so selten sind.
Viele Grüße
kreuzer
Hallo kreuzer,
dazu zitiere ich aus einer Stuttgarter Zeitung von 1829:
"Ich sah ((im Schauspielhaus)) für 12 Kr. den "Don Juan", diesen gottlosen Kerl, welcher alle Frauen und Mädchen verführte ..."
Nehmen wir unsere heutigen Theaterpreise als Grundlage für einen Rückschein ... aber Vergleiche sind ja so eine Sache. ![]()
Viele Grüße
Luitpold
Lieber Luitpold,
die Scheine, du schriebst es schon, wurden dezentral gedruckt. Erst später in den sechziger Jahren, wurden sog. Administrationsmuster in den VO - Blättern aufgeführt von Vordrucken, die zentral gedruckt und verausgabt wurden.
Dennoch gab es gleichzeitig immer noch die Möglichkeit, sich günstiger auf dem staatlich geprüftem Privatmarkt scheinmässig zu proviantieren. Dies ist wichtig zu wissen, den die sog. zahlbaren Vordrucke mussten ja zuerst einmal von den Expeditoren selbst gekauft werden, ehe sie den Postkunden in Verbindung mit ihrer Dienstleistung weiter verkauft werden konnten.
Dem Staat war im allgemeinen der genaue Wortlaut vorne egal, nur hinten hatte er ja bindenden Rechtscharakter, so dass dieser Text unveränderlich war, was die Fakten anging, nicht jedoch die Orthographie.
Eine Forschung in Richtung Wasserzeichen, Druckvarianten usw. ist sicher auch eine Art, sich zu beschäftigen, jedoch hat das Buch von Herrn Joel gezeigt, dass es kaum Schein - Sammler in Bayern gibt und sich nur Heimatsammler auf der Käuferseite befinden. Dabei wäre gerade hier eine übergreifende Forschung und das archivieren aller Scheine über größere Zeiträume der Sache sehr förderlich.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
P.S.
Ich sah mal eine Preisstatistik Bayerns aus dem Zeitraum 1800 bis 1870 - ca. 30 Waren und Dienstleistungen wurden in Zweijahresschritten verglichen (Nürnberg war Ort der stat. Erhebung).
Die Spannen waren enorm und böten Raum für einen eigenen Thread. ![]()
Jedenfalls waren die damaligen Preise wohl nicht oder weniger stark subventioniert als heute und dennoch gehaltsverträglich strukturiert.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Hallo Luitpold
Ich habe nur sehr wenige Scheine, die sind nicht gerade meine Lieblingsobjekte obwohl ich die eigentlich ganz schön finde.
Und die Scheine von Würzburg wage ich nicht zu kaufen. Ich denke immer dass sie dich gehört.
So Danke fürs Zeigen. ![]()
Wenn ich Scheine zu zeigen habe, zeige ich die hier.
Viele Grüsse
Nils
ZitatOriginal von bayern klassisch
... das Buch von Herrn Joel gezeigt, dass es kaum Schein - Sammler in Bayern gibt und sich nur Heimatsammler auf der Käuferseite befinden. Dabei wäre gerade hier eine übergreifende Forschung und das archivieren aller Scheine über größere Zeiträume der Sache sehr förderlich. Liebe Grüsse von bayern klassisch
Heist das also, wer Postscheine kauft, wirft vermutlich sein Geld in den Ofen? - siehe Rauhut-Auktion (dort blieben die Scheine zum größten Teil unverkauft - außer den besonderen - siehe den Schein von Erdinger).
Wenn schon die Riesenarbeit eines versierten Kenners, wie Joel, nichts bewirkt, warum kümmern sich die ARGEN nicht darum? In anderen ARGEN so scheint es, ist da mehr allgemeine Forschung zu gange.
Luitpold
ZitatOriginal von Bayern-Nils
.... Scheine, die sind nicht gerade meine Lieblingsobjekte obwohl ich die eigentlich ganz schön finde.
Viele Grüsse Nils
Hallo Nils,
gegen eine blaue Dreier kann kein bayrischer Postschein bestehen - schon farblich nicht. Mir geht es bei den Postscheinen einfach darum, wie wurde vor 140 Jahren der Postverkehr abgewickelt. Die Postscheine sind sozusagen Zeitzeugen.
Ganz einfache Frage: Wie bezahlten damals die Händler in Würzburg ihre Waren z.B. bei einem Verkäufer in Hamburg? Das ging z.B. mittels eines Postvorschusses, oder -Überweisung. Die Quittungen - Postscheine - wurde in den Rechnungsbelegen mit abgelegt. Deshalb haben wir solche Scheine überhaupt noch vorliegen.
Mir geht es nicht nur um die philatelistischen Dinge, sondern überhaupt um das damalige Handeln und Wandeln. Einfach um die Geschichte. Das ist sozusagen eine Gratis-Zugabe beim Sammeln von Altpapier, wie eben den bayrischen Marken und Briefen.
Beste Grüße
Luitpold