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Marken auf Formularen

  • BaD
  • 29. Mai 2008 um 12:46
  • BaD
    erfahrenes Mitglied
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    Männlich
    • 29. Mai 2008 um 12:46
    • #1

    Könnte mir jemand erklären, warum die Marken auf den Formularen mit Dienstsiegeln entwertet wurden. Diese stehen wohl in Zusammenhang mit Insunationsgebühren, aber warum die Marken auf einem einfachen Blatt.

    Mit besten Grüssen BaD

    Bilder

    • Insunation I.jpg
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    3 Mal editiert, zuletzt von BaD (30. Mai 2008 um 19:49)

  • soaha
    erfahrenes Mitglied
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    • 29. Mai 2008 um 13:11
    • #2

    hallo,

    solche Blätter habe ich schon öfters gesehen, habe leider keinen, sah mal einen Verkäufer der hatte sicherlich über 50 Stück wollte ca. 20,-€ für ein Blatt, alle mit MiF der 10Pfennig und 20Pfg.
    Ich vermute das sie einfach als Fiskalmarken, Gebührenmarken benutzt wurden.

    Verstehen heißt verstehen wollen.

  • soaha
    erfahrenes Mitglied
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    • 29. Mai 2008 um 15:22
    • #3

    hallo,

    in der gleichen Form, meine ich mal eine Geburtsurkunde gesehen zu haben.
    Leider ist es für mich immer noch schwer diese Schrift zu lesen.

    Sammlergrüsse
    soaha

    Verstehen heißt verstehen wollen.

  • bayern klassisch
    Gast
    • 29. Mai 2008 um 17:16
    • #4

    Hallo,

    bitte nichts durcheinander werfen:

    Was BaD hier zeigt, hat mit dem, was soaha meint, nichts zu tun.

    Hier ging es um Postgebühren, die von der Aufgabepost versehentlich nicht verklebt bzw. angefordert worden waren. Im Rahmen der Prüfung durch das zuständige Bezirksamt stellte man dieses Fehlverhalten in soundsoviel Fällen fest und berichtigte diese, indem man die damals zu wenig (oder gar nicht) erhobenen Gebühren mit Freimarken nachklebte. Diese waren natürlich von den damaligen Absendern zu erstatten.

    Beispiel: Als Dienstbrief portofrei belassene 10 Schreiben des Amtsgerichts in Scheidungssachen. Später wurde festgestellt, dass damals für diese Briefe hätten je 10 Pfg. gezahlt werden müssen. Also wurde eine Mark verklebt und per Dienstsiegel entwertet. Eine Vordruckes bedurfte es dabei nicht.

    Was soaha meint, sind Postzustellungsurkunden der Pfennigzeit, bei denen die üblichen 30 Pfg. an Gebühren innen mit dem Dienstsiegel oder Federzug entwertet worden waren. Dies hat nichts mit erfolgreichen Nachprüfungen zu tun. Daher werten die Stücke von Bernd auch höher als die von soaha genannten Urkunden. Es gibt welche, da wurden hunderte von Mark verklebt, weil sich ein grober Fehler über längere Zeit durch geschlichen hat. An Hand der Posteinlieferungsbücher der Ämter konnte man aber nachprüfen, was Sache war.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • BaD
    erfahrenes Mitglied
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    Männlich
    • 29. Mai 2008 um 18:09
    • #5

    Vielen Dank, bayern klassisch

    das hätte ich nicht gedacht. Sehr interessant.
    Habe sie als Beigabe mit nehmen müssen, aber nun bin ich sehr zufrieden.

    Mit besten Grüssen BaD

  • bayern klassisch
    Gast
    • 29. Mai 2008 um 18:15
    • #6

    Lieber Bernd,

    ich hoffe, man hat dir nicht mit Schlägen gedroht ;)

    Wenn doch, dann Brille abziehen und für je eine Backpfeife ein Stück mit Dienstsiegelentwertung einsacken - sorgt zwar für eine dicke Backe, aber auch für eine tolle Sammlung oder ein dickes Portemonnaie :D

    Zwar ist der Erhaltungszustand nicht der beste, aber den meisten Pfennigzeitsammlern fehlt solch ein Stück in der Sammlung - wenn sie überhaupt wissen, dass es so etwas gab.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • BaD
    erfahrenes Mitglied
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    Männlich
    • 29. Mai 2008 um 18:26
    • #7

    Als Beigabe ist natürlich übertrieben, aber das untere ist doch auch interessant.
    Wann findet man so etwas.
    Ich bin allerdings froh, das dies alles hier kein Geld kostet, denn sonst müßte ich bis zum nächsten Lohntag schweigen ;)

    Mit besten Grüssen von BaD

    Bilder

    • Hof.jpg
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    2 Mal editiert, zuletzt von BaD (10. August 2010 um 09:26)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 29. Mai 2008 um 18:44
    • #8

    Hallo Bernd,

    langsam wirst du mir richtig unheimlich!

    Du hast da einen späten Franko - Defekt. In Bayern hatte man entdeckt, dass in Dresden für ein Paket nach Sydney in New South Wales auf der Paketkarte tatsächlich 20 Pfennig zu wenig frankiert worden waren und musste "auffrankieren", damit der Empfänger in Sydney nicht zur Kasse gebeten werden würde.

    Das Geld hat man sich zurück geholt, indem man es der Aufgabepost in Dresden in Auslage angerechnet hat, die es dann vom Absender "beikassieren" musste und den Betrag in Marken als Quittung verklebte.

    Das ist ein Klasse - Stück - wären bayerische Marken drauf, kämen wir auf einen Wert von über 150 Euro.

    Ein Paket nach NSW ist schon der Hammer, ein Franko - Defekt über ein solches Poststück mit sehr seltener Destination ist natürlich noch besser (wenngleich eine Topp - Paketkarte noch höher bezahlt werden würde).

    Glückwunsch zu dem Traumstück mit toller Story im Rücken. Hätte jeder gern.

    Wo muss ich mich jetzt schlagen lassen, um auch so etwas zu bekommen?

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • BaD
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    • 29. Mai 2008 um 19:13
    • #9

    bayern klassisch,

    leider ist nichts mehr da.

    Nur noch eine Frage: Ist das eine Art Boten-Reccepisse.Und welcher Ort ist das?

    Mit besten Grüssen BaD

    Bilder

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  • lebenslauf
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    17. Mai 1934 (92)
    • 29. Mai 2008 um 19:18
    • #10

    Ich bin Platt!!
    So etwas habe ich in meiner 65 Jahre langen sammelei noch nie Gesehen !!

    Glückwunsch und Danke fürs Zeigen.

    Lebenslauf


    Mein Sammelgebiet: Zeppelin- und Luftpost bis 1939, Straßenbahnpost und alles was nicht in den Katalogen steht.

    Mein Sammelgebiet:
    Zeppelin- und Luftpost bis 1939, Straßenbahnpost und alles was nicht in den Katalogen steht.

    Einmal editiert, zuletzt von lebenslauf (29. Mai 2008 um 19:20)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 29. Mai 2008 um 19:37
    • #11

    Hallo Bernd,

    schönes Stück - und selten obendrein.

    Es stammt aus Onolzbach, heute Ansbach, damals nicht bayrisch, sondern hohenzollerisch, und damit preußisch.

    Der Bote nahm ein Schreiben und gab es in Ansbach ab. Üblicher weise wartete er, bis man es gelesen und beantwortet hatte, und nahm das Antwortschreiben wieder mit zu seinem Herrn.
    Hier haben wir ein Interimschreiben - er bekam quittiert, dass er das Schreiben korrekt in Ansbach abgeliefert hatte, aber aus verschiedenen Gründen wollte und konnte man noch kein Antwortschreiben ablassen, so dass man ihm dieses Schriftstück mit auf den Heimweg gab.
    Erst später wurde dann mit den Ordinarii, also der normalen Post, das Antwortschreiben übermittelt.

    Wo hast du nur die super Sachen alle her?

    Danke fürs zeigen sagt bayern klassisch

  • BaD
    erfahrenes Mitglied
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    • 30. Mai 2008 um 17:42
    • #12

    Zurück zur Anfangsfrage.
    Obwohl wohl auch in Bayern Briefmarken für die Freimachung von Poststücken
    vorgesehen waren, dienten sie anscheinend vielerlei Zwecken.
    Ich lese zwar Abt. des Heimatschutzes u.a., aber die erste Zeile kann ich nicht deuten. Liegt dort das Geheimnis der Verwendung der Freimarken mit handschriftlicher Entwertung verborgen. Eine ähnliche Verwendung mit den am Anfang des Themas gezeigten Formularen ist doch auszuschließen?

    Mit besten Grüssen BaD

    P.S. Das Datum auf den Marken passt wohl nicht zum Formular, vielleicht manipuliert das Ganze?

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    Einmal editiert, zuletzt von BaD (30. Mai 2008 um 18:03)

  • postschild
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    • 30. Mai 2008 um 18:14
    • #13

    dolle Stücke die ihr hier zeigt, der Treath sollte umbenannt werden in

    Marken auf Formular

    :zwinklach:

    Warum nur Bayern?

    Gruß

  • bayern klassisch
    Gast
    • 30. Mai 2008 um 19:10
    • #14

    Hallo Bernd,

    es ging um die Rückführung eines Aktes von Laufen an die Gemeindeverwaltung Haden - ich bin ja kein Prüfer, halte das Dokument aber so, wie du es zeigst, für echt.

    Dass das Datum nicht mit dem Ausfertigungstag in Laufen überein stimmt, ist ein Echtheitsmerkmal, denn, siehe meine erste Antwort auf derartige Stücke, wurde im Nachhinein taxiert und verklebt.

    Auf Grund der "Aura" um das Paar ist das Stück authentisch.

    Nicht häufig, und, um auf Postschilds Einlass zurück zu kommen, kann man den Thread auch ummodeln. Marken auf Formularen klingt ja nicht schlecht, oder?

    Gruß von bayern klassisch

  • postschild
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    • 30. Mai 2008 um 19:58
    • #15

    Hallo Bernd,

    schön daß der Titel angepasst wurde, dann will ich auch gleich einen "Schatz" aus dieser Rubrik zeigen ;)

    Laufschreiben, Handschriftliches Provisorium zu einem Einschreibebrief ins Ausland!

    Am 23. April 1889 wurde bei der Postagentur der badischen Landgemeinde Hasel, einem Dorf mit ca. 650 Einwohnern, ein Reco Brief in die Schweiz aufgegeben. Dieser Vorgang war in dem kleinen Dorf wohl sehr ungewöhnlich und führte durch das Vermissen des Briefes zu dem gezeigten Laufschreiben.
    23.5.1889
    Ausgefertigt in Hasel, Nachforschung für R-Brief nach Zürich

    24.5.1889
    Bestätigung von Wehr in Baden, der brief sei am 23.4.1889 mit Kurs II um 06:15 N abgeliefert worden. Wehr ist das Übergeordnete Postamt von Hasel und versah den Laufzettel mit der Freimarke.

    24.5.1899
    Das Laufschreiben ging weiter nach Brennet, dort wird bestätigt
    „ist am 24.4.1889 mit Kurs I um 11:50 zur Absendung gelangt“

    24.5.1899
    Von Brennet nach Konstanz: „Der in Rede stehende Brief ist am 24.4.1889 unter 2 Einschreibebriefen dem Zug 213 zugeführt worden“.

    25.5.1889
    Konstanz: „den fraglichen Brief habe ich am 24.4.1889 der Schweizer Bahnpost Bern-Zürich unter Nr.1 der Briefkarte zugeführt“.

    -Damit war von Seiten der Reichspost die Nachforschung beendet, das Laufschreiben ging zurück-

    Laufschreiben aus der Pfennig Zeit sind nur in ganz wenigen Stücken bekannt, dies ist das einzige bekannte Stück das nach einem Einschreibebrief ins Ausland sucht, die restlichen bekannten suchen nach Paketen oder Inlandsbriefen.

    Gruß

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 30. Mai 2008 um 20:20
    • #16

    Hallo postschild,

    weil mir die Modalitäten der Semiklassik gerade nicht geläufig sind:

    Was machte der Absender jetzt mit dem Laufschreiben? Er hat doch noch immer nicht gewusst, was mit seinem Einschreiben passiert ist, oder?

    Von wem wurde die Ersatzleistung angefordert?

    Was wurde weiteres veranlasst? Wie gestaltete sich die damalige Rechtslage bei Auslandseinschreiben?

    Beste Grüsse von bayern klassisch

  • postschild
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    • 30. Mai 2008 um 21:12
    • #17

    Hallo BK,

    viele Fragen und nur spärliche Antworten. Das Verfahren für Inlandssendungen kann ich anhand der ADA (Allgemeine Dienstanweisung der Deutschen Post) und dem Handwörterbuch des Postwesens nachvollziehen, was das verfahren für Auslandssendungen angeht, hier fehlt mir die entsprechende Literatur. Es gibt ein "Briefpost bzw. Paketpostbuch" die um 1950 erschienen sein sollen, dort wäre der Vorgang erläutert, diese fehlen mir leider.

    Nun stellt sich ie Frage, für was haftete die deutsche Post? Sie hat mit diesem Laufschreiben nachgewiesen und bestätigt das im Reichspostgebiet alles seine Ordnung hatte und die Sendung der Schweizer Post übergeben wurde. Hat die Reichspost für Unregelmäßigkeiten der Schweizer Post zu haften? Ich glaube nicht.

    Mal sehen ob noch wer was beitragen kann

    Gruß

  • BaD
    erfahrenes Mitglied
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    • 30. Mai 2008 um 21:50
    • #18

    Geht ein rekommandirter Gegenstand verloren, so erhält der Absender, oder auf dessen Verlangen der Adressat, den Fall höherer Gewalt ausgenommen, eine Entschädigung von 50 Franken von derjenigen Verwaltung, auf deren Gebiet oder auf deren Seepostroute der Verlust erfolgt, d. i., wo die Spur des Gegenstandes verschwunden ist, es sei denn, daß diese Verwaltung nach den Gesetzen ihres Landes für den Verlust rekommandirter Sendungen im Innern ihres Gebiets nicht verantwortlich ist.

    Weltpostvertrag 1874

    Artikel 5

    Vielleicht hilft es

    Übrigens ein herrliches Formular, gratuliere.

    Mit besten Grüssen Bernd

    Einmal editiert, zuletzt von BaD (31. Mai 2008 um 06:21)

  • postschild
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    • 30. Mai 2008 um 22:17
    • #19

    Hallo Bernd,

    das hilft allemal, in der Postordnung steht das leider nicht drinne. Nun stellt sich nur die Frage,hat die Schweizer Post, nachdem die Reichspost ihren Part erfüllt hatte, eigene Nachforschungen angestellt, oder hat sie ohne Nachzuforschen gezahlt?

    Wo sind die Schweizer ?(

    Zitat

    Übrigens ein herrliches Formular, gratuliere.

    Danke, habe mich schon oft über das Stück gefreut, wenn ich jedes mal 5 Freudeeuro in die Sau werfe ist es irgendwann einmal umsonst :)

    Gruß

  • bayern klassisch
    Gast
    • 31. Mai 2008 um 00:24
    • #20

    Danke für eure Antworten, aber die Frage ist doch, was der Postvertrag des Dt. Reichs mit der CH diesbezüglich aussagte.

    Es ist doch gar nicht sicher, dass die Sendung verloren oder gestohlen wurde.
    Das einzige, was wir wissen, ist, dass die Sendung in Deutschland bis zur Grenze unter Kontrolle war.

    Schönes Stück - auch meine Meinung! Hatte ich vergessen zu sagen.

    Von AD kenne ich etwa 100 Laufzettel - viele wurden abspediert, weil man glaubte, dass die Sendung nicht angekommen sei. Das hat sich dann nachträglich als falsch herausgestellt. Oft kam die Sendung auch etwas verspätet beim Empfänger an, nicht selten war sie sogar pünktlich ausgeliefert worden.

    Die seltensten Laufzettel sind immer die, in denen eine Postverwaltung eingestehen musste, dass das fragliche Stück verschollen war. Diese LZ verblieben dann im Innendienst und entgingen teils der Vernichtung.
    Alle anderen, wie hier auch, liefen gegen Unterschrift an den Absender, der sie aufhob oder entsorgte.

    Es wäre schön, hier noch etwas heraus zu bekommen. Bei solch einem Prachtstück lohnt es sich immer.

    Beste Grüsse von bayern klassisch

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