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Bayern-Briefe "aus der Kiste"

  • Luitpold
  • 21. Mai 2008 um 08:27
  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    879
    • 21. Mai 2008 um 08:27
    • #1

    Auf Börsen und Messen findet man die Kisten, Kartons und Kästen, gefüllt mit Briefen und Belegen, die oft in einem „bedenklichen“ Zustand sind. So zeige ich hier einige Briefe mit der Bayern Nr. 15, die auf den ersten Blick – für Bayernsammler und Postgeschichtler – nicht beachtenswert erscheinen.

    Für mich als Stempelsammler ist der Stempel und nicht so sehr die Marke wichtig. Denn in den bekannten Handbüchern (u.a. Feuser, Sem, Helbig, Quast, Winkler) sind zwar die Postorte mit den jeweiligen Stempel (-typen) aufgelistet, aber oft wird nur ein Verwendungsjahr angegeben. Um möglichst den frühesten und spätesten Verwendungstag herauszufinden, benötigt man viele Briefe, auch wenn sie Mängel haben.

    Sie zeigen aber auch kleine Besonderheiten, die, wenn man das zunehmende Postaufkommen in den großen Postämtern vor Augen hat, nachvollziehbar sind. Und dann – der letzte Brief – gibt es sie natürlich auch: die korrekt und sauber gestempelten Briefe – ebenfalls aus der „Kiste“.

    Über Eure Beispiele von „Bayern-Briefe aus der Kiste“ freut sich

    Luitpold


    PS = Änderung

    Die handschriftlichen Preisnotierungen sind sehr ärgerlich. 1. Stören sie, 2. habe ich die Preise nicht bezahlt (bei Kauf mehrer Briefe gibt's ja "Rabatt" - Oder?)

    Dateien

    15.1.jpg 17,27 kB – 291 Downloads 15.2.jpg 17,61 kB – 290 Downloads 15.3.jpg 17,92 kB – 314 Downloads

    Einmal editiert, zuletzt von Luitpold (21. Mai 2008 um 08:30)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 21. Mai 2008 um 08:49
    • #2

    Hallo Luitpold,

    so schlecht kann die Kiste, aus der du die Briefe hast, ja nicht gewesen sein.

    Der 1. Brief hat den Mühlradstempel doppelt - das kommt gelegentlich mal vor.

    Der 2. Brief ist von 1868 - da hätte man den Mühradstempel eigentlich zur Entwertung der Marke benutzen müssen (eine Kompensation zu dem 1. Brief), aber von Nürnberg sind viele derartige Stücke bekannt, ich habe sogar selbst einen Brief, der deinem gleicht.

    Der 3. Brief ist ein Luxusstück, das sich normalerweise nicht lange in solchen Kisten hält. Warst du da der 1., der sie quasi "entjungfern" durfte?

    Die Bleistiftpreise vorne mag ich sowenig wie jeder andere Sammler - ich bekomme sie mit einem weichen Bleistift ganz gut weg.
    Wenn ein Trottel aber einen Signierstift genommen hat, dann war es das.

    Besonders "clevere" schreiben dann noch die Mühlradstempelnummer, die man aus 3 Meter Entfernung in einem unbeleuchteten Tunnel mit Sonnenbrille problemlos lesen kann, mit Kuli oder Filzstift mittig groß auf den Brief. Da werde ich dann echt böse.

    Mal sehen, welch andere Briefe aus der "Krabbelkiste" hier noch vorstellen können - die eine oder andere Rosine ist sicher noch dabei, denn unbekannt oder unerkannt geblieben ist bei Bayern vieles.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    879
    • 21. Mai 2008 um 11:18
    • #3

    Hier noch so ein Briefchen. Gestempelt dem Wü-Postamt am Bahnhof, kurz vor Einziehung der MR. Wie man sieht, war es auch an der Zeit, den MR in den Ruhestand zu versetzen!

    @bayern klassisch
    These: 1868 war es spätestens in großen Postämtern eine zeitliche Zumutung, die Marken mit eigenem Entwertungsstempel abzustempeln. Da werden die Postler einfach mal mit den Ortsstempel „zugeschlagen“ haben. Das war auf Drucksachen sowieso üblich.
    Andererseits waren die Poststempel sehr genau eingestellt. Man findet nicht oft falsche Einstellungen, wie Zahlen kopfstehend usw.

    Interessant wäre, ob auch bei R-Briefen – die am Schalter aufgegeben werden mussten – und auch Auslandsbriefen, die Marken-Abstempelung mittels Ortsstempel in 1868 – März 1869 vorkommt.

    Luitpold

    Dateien

    BRIEF 3 KR. NR. 15 - 1868.jpg 34,8 kB – 205 Downloads 1869.jpg 23,21 kB – 210 Downloads
  • bayern klassisch
    Gast
    • 21. Mai 2008 um 11:59
    • #4

    Hallo Luitpold,

    zu deiner These:

    Bei den Drucksache ist es halt so, dass sie nur 1 Kr. kosteten und man machte sich nicht gerne die Arbeit, sie "doppelt" zu stempeln. Im Reglement steht das aber nicht, es war nur die normative Kraft des Faktischen.

    1868 war so viel oder so wenig zu tun wie ein Jahr davor oder danach. Dass der Bahnhof in Nürnberg nicht perfekt oder zumindestens gut gearbeitet hat, ist Kennern bekannt (wenngleich nicht sooo schlecht wie Augsburg).

    Briefe mit Ortsstempelentwertung vom N - Bahnhof kenne ich im Dutzend. Es waren aber, ausweislich meiner Erinnerung, simple 3 Kr. Briefe mit der Nr. 15. Es mag auch andere geben.

    An den Bahnhöfen hat man nur recht selten Briefe am Schalter entgegen genommen. Dafür hatte man ja die "Boites", also die Briefkästen, die sehr häufig geleert wurden. Nur bei Sonderdiensten, Chargé, Rückschein und Expreß usw. ging man an den Schalter. Dergleichen Briefe mit Ortsstempel kenne ich keine, weil sie eh nicht häufig waren und sind. Es mangelt also an der Masse, um hier eine verbindliche Aussage treffen zu können.

    Außerdem konnte man seine Post in die Züge selbst einwerfen. Da brauchte es dann keine Umweg über den Bahnhof.

    Nicht aus der Krabbelkiste, sondern von einer großen Auktion, zeige ich dir mal einen Brief vom Dez. 1869, an dem du siehst, wie schlecht man in Nürnberg Bahnhof gearbeitet hat.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Dateien

    IMG.jpg 415,23 kB – 196 Downloads
  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    879
    • 21. Mai 2008 um 12:06
    • #5

    @bk

    Aktuell: 26. SEM-Auktion – Los 412 / Tafel 59 – gerade gefunden!

  • bayern klassisch
    Gast
    • 21. Mai 2008 um 12:08
    • #6

    Mensch Luitpold,

    wenn einer schnell ist, dann bist du es!!!!!!

    Danke und super gemacht. Hätte ich auch sehen können, liegt ja neben mir. Aber die einfachen Briefe liegen mir nicht so ... ;)

    Gruß von bayern klassisch

  • Wolffi 9. August 2026 um 08:09

    Hat das Thema aus dem Forum Altdeutschland nach Bayern verschoben.

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