An dieser Stelle möchte ich noch auf eine ganz spezielle Ausgabe der "Stehenden Helvetia" hinweisen:
Der sogenannte Benzigerdruck
Der Druck der "Stehenden Helvetia" wurde von 1881 bis 1886 durch die geographisch-topographische Anstalt der Herren H. Müllhaupt und Sohn in Bern besorgt.
Nach 1886 ging der Auftrag während 20 Jahren an die Firma M. Girardet in Bern über. Es scheint, dass bei Girardet gewisse Unregelmässigkeiten entstanden, so dass der Druck gegen Ende 1906 dieser Firma entzogen wurde.
Die letzten Ausgaben der "Stehenden Helvetia" wurden dann durch die Firma Benziger & Co. in Einsiedeln gedruckt. Infolge eines Versehens der Postverwaltung erhielt die Druckerei Benziger unter anderem auch die von der Fa. Girardet zurückgezogenen Platten ausgehändigt. Dabei entstand die seltene, mit Sicherheit aber eine der auflagenschwächsten schweizer Marken, der sogenannte "Benzigerdruck".
Sie kommt, wie die Mi-Nr. 74C ( Zumstein 86A ), sowohl ohne wie auch mit den bekannten Randretouchen vor. Es existieren, laut Zumstein, nur etwa 30 Halbbogen zu 50 Marken, das heisst insgesamt etwa 1500 Exemplare, davon 200 unretouchiert ( Mi. 88Da, Zumstein 94Aa ) und etwa 1300 mit Randgravur.
Der Benzigerdruck ist auflagenschwächer und seltener als z.B. die "Baslertaube", wobei sie aber niemals deren Popularität und den Wert dieser schönen Kantonalmarke erreicht.
Die Platte wurde sofort nach Bekanntwerden der Verwendung durch die Postverwaltung zurückgezogen. Trotzdem wurde die erwähnte Anzahl dem Publikum verkauft und dürfte fast durchwegs ungestempelt in die Sammlungen gelangt sein.
Gestempelte Marken der 88Da ( 94Aa ) sind äusserst rar, und nachweislich echt gelaufene Briefe mit dieser Marke sind sicherlich grössere Raritäten als jede andere klassische Marke.
Quelle: Ueber den Druckprozess und die Abarten der "Stehenden Helvetia" von Georges Valko
Zu erwähnen ist noch, das diese "Stehende Helvetia" auf Faserpapier mit Wasserzeichen "Kreuz" gedruckt wurde. Zähnung 11½ : 12 oder 14 Zähne senkrecht.
Gruss
Afredolino