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Baden - Bayern 1851-71

  • bayern klassisch
  • 8. Mai 2008 um 12:15
  • bayern klassisch
    Gast
    • 8. Mai 2008 um 12:15
    • #1

    In Anlehnung an den Thread der VMZ zwischen beiden Ländern folgt hier ein kleiner Auszug aus meiner Postvereinssammlung, dessen Ziel es ist zu verdeutlichen, wieviele interessante Poststücke und Möglichkeiten diese beiden Länder in knapp 21 Jahren gegenseitig hervorbrachten.

    Mit dem 1.5.1851 wurde Baden Mitglied des DÖPV (Deutsch - Österreichischen - Postvereins). Bayern war als Signatarstaat schon zum 1.7.1850 dabei.

    Der bisherige Postvertrag, beispiellos gut und fortschrittlich in der VMZ, wurde nun durch den noch besseren und effizienteren des Postvereins abgelöst, der später noch beispielgebend für den Weltpostvereinsvertrag werden sollte.

    Die Entfernungen wurden wie folgt geändert: bis 10, bis 20 und über 20 Meilen in direkter Linie von Auf- zur Abgabepost. Die tatsächlich zurück gelegte Strecke des Briefes war unerheblich.

    Gewicht: das Zolloth bis 15,625 g exklusiv (zuvor das 1/2 Loth).

    Rekommandationsgebühr 6 Kr. bar zu frankieren. Bei Verlust der Rekosendung zahlte die Postverwaltung, bei der die Sendung abhanden kam, dem Inhaber des Postscheins 24 1/2 Gulden Ersatz.
    Eingeschriebene Briefe mussten frankiert werden (bis 31.12.1860).

    Drucksachen kosteten unabhängig von der Entfernung nur 1 Kr. je Loth, waren aber zu frankieren.

    Portopflichtige Briefe, die nicht frankiert waren, kosteten je Loth einen Zuschlag von 3 Kr.. Unterfrankierte Briefe wurden wie Portobriefe taxiert, der Wert der Marke(n) aber in Abzug gebracht.

    Die ersten beiden Scans zeigen je eine Drucksache bis 1 Loth, die offen zu versenden waren, aus Zell nach Augsburg vom 31.3.1858, und von Würzburg nach Bischofsheim vom 14.2.1860.
    Wären sie unterfrankiert gewesen, hätte man den Brieftarif zugrunde gelegt und den verklebten Kreuzer in Abzug gebracht.

    Die Scans drei und vier zeigen einfache Briefe bis 1 Loth innerhalb der 10 Meilen Zone. Von Landau / Pfalz kostete es am 23.7.1853 nach Schwetzingen 3 Kr., wie auch am 7.10.1853 von Karlsruhe nach Candel (heute Kandel in der Südpfalz).

    Diese 3 Kr. Frankaturen sind nicht so häufig, wie man annehmen könnte, da doch nur relativ unbedeutende Orte so nah beieinander lagen.

    Fortsetzung folgt ...

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 8. Mai 2008 um 12:29
    • #2

    Die Gebühr für Frankobriefe über 10, aber unter 20 Meilen, betrug 6 Kr..

    Den Beweis tritt an: Ein eingeschreibens Kuvert aus Würzburg nach Karlsruhe vom 6.9.1865 mit der Buchnummer 7. Wegen der 6 Kr. Chargégebühr war das Gesamtfranko 12 Kr..

    Der Absender eines rosa Kuverts aus Rastatt am 31.8.1857 hielt die Entfernung bis 20 Meilen für grösser, als sie es tatsächlich war und klebte nur 6 Kr. auf einen Brief nach Lindenberg bei Lindau im Bodensee. Von der Optik ließen sich die Postler wohl betören und stellten es ohne Nachtaxe zu, denn die Entfernung war tatsächlich weit über 20 Meilen! Unter Beachtung der Vorschriften hätte man vom Empfänger noch 6 Kr. erheben müssen. Glücklicher Empfänger, armes Baden!

    Unerkannt unterfrankierte Briefe sind große Seltenheiten, da damals recht zuverlässig gearbeitet und kontrolliert wurde. Wie man der Rückseite entnehmen kann, bedeuten viele Stempel nicht automatisch eine hohe Kontrolle.

    Von Mannheim nach Augsburg waren es aber dann tatsächlich über 20 Meilen, so dass der am 14.8.1858 geschriebene Brief mit 9 Kr. korrekt frankiert worden war.

    So war es auch bei dem Pendant aus München vom 4.8.1853 nach Thiengen, dem hinten Transit- und Ankunftsstempel abgehen.

    Fortsetzung folgt ...

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 8. Mai 2008 um 12:42
    • #3

    Auch wenn ich Verständnis für die Tatsache habe, dass Briefe ohne Marken viele weniger interessieren, als solche mit welchen, stelle ich mal aus einer Korrespondenz zwei unterschiedliche vor.

    Der erste stammt aus Würzburg vom 20.4.1853 und ist ein Portobrief bis 1 Loth und 10 Meilen nach Unterwittighausen. Er war also mit 6 Kr. zu taxieren. Unter der Posttaxe wurde aber notiert: " 8 x erhalten Balbach Postbote". Der zum Amt Gerlachsheim gehörende Ort wurde also ohne eigene Post von dem dortigen Boten bedient, der für diesen Brief 2 Kr. Botengebühr kassiert hatte.

    Dass diese Botengebühr gewichtsunabhängig war, zeigt der nächste Brief vom 5.2.1853 aus Marktheidenfeld nach dorthin. Nun ein Brief der 3. Gewichtsstufe bis 10 Meilen, kostete er satte 18 Kr. Porto (3 mal 6 Kr.). Oben links notierte man als Quittung "20 x Postporto empfangen Hammer", also 18 Kr. plus 2 Kr. für den Boten. Interessant für den badischen Postgeschichtler ist hier noch, dass es wohl mehrere Landpostboten gab.

    Harmonie hört beim Geld auf - auch wenn es nicht das eigene ist! Ein Brief an das verehrliche Bürgermeister Amt in Blumenfeld in Baden, bis 1 Loth und über 10 - 20 Meilen entfernt von Immenstadt, kostete 9 Kr..
    Der Empfänger sah die Notwendigkeit der Bezahlung jedoch nicht ein und notierte unter der 9 "wird mit Porto belegt nicht angenommen", so dass der Brief an den bayerischen Absender zurück lief und er die 9 Kr. zu zahlen hatte. Das ging also in die Hose, war aber gerechtfertigt, denn Behörden hatten nur von Oberbehörden portopflichtige Briefe anzunehmen, nicht aber von privaten Absendern. Eingedenk dessen hätte man ihn in Immenstadt erst gar nicht abspedieren sollen.

    Fortsetzung folgt ...

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 8. Mai 2008 um 13:01
    • #4

    Weitergeleitete Briefe sind immer etwas besonderes, so auch ein Brief aus Miltenberg nach Gerlachsheim bis 1 Loth und 10 Meilen vom 11.10.1862. Der Absender war aber mittlerweile nach Achern gereist, so dass man ihm die Post zum Frankotarif für 3 Kr. nachsandte (badischer Inlandstarif ab 1.10.1862!).

    Ein Vortragsstück aus Bühl stellt dieser 6 Kr. Brief dar, der nach Berg in der Pfalz gerichtet war ("Rheinbaiern"). Man sandte ihn aber zuerst nach Berg bei Freiburg, wohin es genauso weit war (bis 20 Meilen). Dort konnte er aber nicht zugestellt werden, so dass das dortige Bürgermeisteramt hinten notierte: "Dieser Mann befindet sich nicht hier". Nun machte man den 2. Fehler und leitete ihn nach Württemberg, weil es auch dort ein Berg gab. Dort war aber auch keine Zustellung zu bewirken.

    Die findige Post in Stuttgart bemerkte und unterstrich "Rheinbaiern" in ihrer typischen lilaroten Farbe, gab ihn der badischen Bahnpost retour und sorgte so für die Zustellung ein paar Tage später als geplant. Da Berg keine eigene Post hatte (erst ab 1872, zuvor von Kandel bedient), kamen nicht ersichtliche 3 Kr. für den Weg ab da bis zum Empfänger für den Pfälzer Kantonsboten hinzu.

    Ähnlich, wenn gleich nicht ganz so spektakulär, lief es am 16.3.1857 bei einem einfachen Brief bis 10 Meilen von Karlsruhe nach Landau in der Pfalz. Am selben Tag kam er dort an, der Emfpänger war jedoch ins nahe Minfeld verreist. Da er schon ausgeliefert worden war, an wen auch immer, gab man ihn 2 Tage später der Post in Landau zurück und bat um Überstellung nach dorthin, wofür weitere 3 Kr. (innerbayerischer Brief in der Pfalz immer 3 Kr.) zu entrichten waren. Da Minfeld auch keine eigene Post hatte, musste der Kantonsbote von Kandel dahin laufen, was ihm weitere 3 Kr. einbrachte. Gesamtgebühr: 3 Kr. für Baden, 3 Kr. für Bayern und 3 Kr. für den Boten. Wenn das nicht mal fair ist ...

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 8. Mai 2008 um 13:16
    • #5

    Zu den Besonderheiten zählen sicher auch kuvertierte Briefe, also an der Post vorbeigeschleuste Schreiben und Rechnungen, die zur Gebührenersparnis in dem anderen Land aufgegeben wurden.

    Dieses Prinzip zeigt ein Brief einer Mannheimer Firma vom 4.8.1865 nach Ichenhausen bei Günzburg. Man trug ihn über die Brücke nach Ludwigshafen und frankierte ihn mit nur 3 Kr.. Von Mannheim aus hätte er 9 Kr. gekostet, da über 20 Meilen Entfernung bis dorthin. Ab dem 1.8.1865 - dies war auch in Mannheim bekannt geworden - drückte Bayern sein Inlandsfranko auf günstige 3 Kr. bis 1 Loth und 6 Kr. über 1 bis 15 Loth, so dass der Anreiz nun ein größerer war, als zuvor, da noch 6 Kr. von der Pfalz nach Bayern zu entrichten waren.

    Auch unterfrankierte Briefe haben ihren Reiz, wie derjenige aus Mannheim nach Uettingen vom 17.12.1866 zeigt. Man klebte nur 3 Kr. für Briefe bis 10 Meilen. Da die Entfernung über 10 - 20 Meilen war, wurde gerechnet: Unfrankierter Brief 9 Kr., abzüglich der Marke von 3 Kr. = "noch 6" Kreuzer. Das war so korrekt und Bayern musste die kassierten 6 Kr. an Baden erstatten.

    Ähnlich verhielt es sich am 14.10.1867 von Tauberbischofsheim nach Gräfengehaig bei Hof. Statt 9 Kr. für Briefe über 20 Meilen, nahm man einfach ein 3 Kr. Kuvert, das nicht ganz ausreichte. Nun rechnete man: 12 Kr. für einen Portobrief, abzüglich der 3 Kr. des Kuverts = " noch 9 x".

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 8. Mai 2008 um 13:28
    • #6

    Es verstand sich von selbst, dass jede Postverwaltung ihre Briefe mit dem Aufgabestempel versehen sollte, damit man die Gebührenhöhe mit dem Franko vergleichen konnte. Ende Mai 1862 sah man das einmal anders, denn das Kuvert aus Baden mit der 9 Kr. Nominale weist überhaupt keinen Stempel auf. Vermutlich wurde es der Bahnpost übergeben, die nur die 9 abstrich, was keine Meisterleistung darstellte. Da es von der Aufgabepost so akzeptiert worden war, meckerten auch die Postler von Württemberg und Bayern nicht daran herum und spedierten es weiter. Was hätte man wohl gemacht, wenn der Empfänger in München nicht zu erreichen gewesen wäre?

    Ein Beispiel für einen Einzeltransit zeigt das Briefchen aus Weiler vom 14.12.1865 über Württemberg nach Geiligen, es lief also nordwestlich um den Bodensee herum. Die vielen hinten angebrachten Stempel belegen dies eindrücklich. Da es aber nur 70 km waren, genügte die 3 Kr. Marke völlig.

    Etwas anders sah es am 10.2.1858 in Kempten aus. Der Absender wusste, dass der Einzeltransit zwar günstig, aber zeitaufwendig war. Also klebte er statt der normalen Gebühr von 6 Kr. für den Versand über Württemberg nun 9 Kr. auf den Brief und nutzte die Leitung über die Schweiz, wie man an den beiden rückseitigen Stempeln von Zürich und Schaffhausen erkennen kann. Dafür wurde vorne neben der 6 Kr. für Bayern auch das Weiterfranko von 2 Kr. ausgewiesen. Die Lauffermühle bei Thiengen lag nämlich ganz nah an der Grenze, und die Eisenbahn über die CH war deutlich schneller als der "deutsche" Weg ohne Nutzung einer solchen.
    Ein Unikat?

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 8. Mai 2008 um 13:43
    • #7

    Zu den Seltenheiten gehören und gehörten Schreiben mit einem Rückschein, auch Retourrecepisse geannnt. In der Zeit bis 1867 sollten sie nur eingeschriebenen Briefen beigefügt werden können. Sie kosteten 6 Kr., die immer die Aufgabepost bezog und immer der Absender zu entrichten hatte.

    Hier ein wundersames Stück aus Aschaffenburg nach Mannheim vom 1865, das vom Empfänger unterschrieben und gestempelt (!) wurde. Über Taxis (Darmstadt) lief es nach Aschaffenburg zurück. Aber schon die Tatsache, dass in dem Text des Rückscheins steht " einen recommandirten Brief ...", und der Vordruck vorne wie hinten eine Rekonummer hätte bekommen sollen (auch Rückscheine waren per Einschreiben zu versenden), dies aber alles fehlt, zeigt sich, dass es bei der heutigen Beurteilung Probleme gibt.
    Der Rückschein hat keine Nummer, weder vorn, noch hinten. Er blieb auch in Darmstadt längere Zeit hängen, was dafür sprechen könnte, dass man ihn ohne Nummer nicht weiterspedieren wollte.
    In über 25 Jahren habe ich eine Handvoll Briefe aus Bayern gesehen, die den Vermerk "gegen Retourrecepisse" trugen, und nicht eingeschrieben waren.
    Dies würde zu diesem Stück passen, auch wenn es das einzige ist.

    Das bayer. Verordnungs- und Anzeigeblatt schweigt sich hierüber aus.

    Noch seltener ist dieser Vorschuss - Rückschein aus Erlangen vom 30.10.1865, der eine Sendung nach Heidelberg begleitete. Heidelberg musste den Vordruck unten ausfüllen und per Briefpost nach Erlangen zurücksenden, damit dort ausgezahlt werden konnte. Einen zweiten kenne ich nicht.

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 8. Mai 2008 um 13:49
    • #8

    Ein kleines Kapitel sei den Vereinstransiten durch Bayern gewidmet.

    Ein Brief aus Freiburg vom 20.11.1859 nach Graz mit 9 Kr. für Briefe über 20 Meilen lief auch durch Bayern, was aber bei 2 Meilen nur die Minimalgebühr für innere Vereinstransite nach sich zog, also fast nichts (1/4 Kreuzer).

    Ein Dienstbrief aus Wien vom 1.4.1866 nach Staufen war, wie alle portofreien Briefe, von der Transitgebühr befreit, so dass weder Bayern noch Württemberg etwas bekamen.

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 8. Mai 2008 um 14:05
    • #9

    Mit dem 1.1.1868 übernahm unter der Ägide Preußens der Norddeutsche Bund auch im Wechselverkehr der süddeutschen Staaten die Führung und gab sie bis zur Gründung des Deutschen Reiches nicht mehr her.

    Badens Postregal endete erst am 31.12.1871 und wurde von Bayern weit überdauert.

    Einige Änderungen brachte dies aber mit sich:

    Die Entfernungsstaffeln entfielen, so dass es jetzt nur noch Briefe bis 1 Loth zu 3 Kr. franko und 7 Kr. porto, und Briefe über 1 Loth bis 15 Loth franko für 7 Kr. und porto für 11 Kr. gab.

    Unterfrankierte Briefe wurden mit dem Portosatz taxiert und die verwendeten Marken in Abzug gebracht.

    Drucksachen kosteten weiterhin nur 1 Kr., jetzt aber je 2,5 Loth!

    Einschreiben kostete 7 Kr. und konnte vom Absender oder Empfänger entrichtet werden (in jedem Falle mit der Postgebühr, also alles frankiert oder alles unfrankiert).

    Der Rückschein kostete ebenso 7 Kr. und war immer vom Absender zu bezahlen.

    Zwei badische Briefe verdeutlichen die neuen Vorschriften perfekt:

    Am 31.7.1869 sandte man in Mannheim einen Brief über 1 Loth nach Dürkheim in die Pfalz. Die Aufgabepost notiere, weil die 3 Kr. hierfür nicht reichten, oben 2f = zweifach und 8 x, also noch 8 Kr. beim Empfänger zu entrichten. Gerechnet wurde: Unfrankierter Brief der 2. Gewichtsstufe = 11 Kr. abzüglich der verklebten 3 Kr., so dass die 8 Kr. zurecht angefordert wurden.
    Schmankerle am Rande: Wäre der Brief nach Worms oder Darmstadt gelaufen, als Teil des Norddeutschen Bundes, der auch in Kreuzern gerechnet hatte, so hätte man in Groschen umrechnen müssen, obwohl dort keiner damit zahlte!

    Der 2. Brief aus Mannheim nach München war hingegen korrekt frankiert, denn mehr als 7 Kr. gab es nicht mehr zu bezahlen. Seiner Größe entsprechend könnte er mehrere Loth gewogen haben, so dass sich die Ersparnis greifen lässt.

    Eine ungeöffnete Drucksache nach 138 Jahren hat auch noch nicht jeder gesehen - hier ist sie. Von Mannheim nach Mussbach kostete sie nur 1 Kr. und wog keine 4g, so dass nach dem Tarif noch viel Luft nach oben war.

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 8. Mai 2008 um 14:13
    • #10

    Unter Beachtung des vorigen könnte man meinen, dass Kuvertierungen infolge der Vergünstigungen bei Entfernung und Gewicht, nicht mehr vorkommen sollten. Praxis schlägt aber immer die Theorie, wie im richtigen Leben, so auch hier.

    Ein Mannheimer sandte eine Rechnung am 24.3.1871 nach Nürnberg, wollte jedoch die 3 Kr. für einfache Briefe nicht berappen. Also sorgte er dafür, dass sein Brief, wie auch immer. nach Nürnberg kam, ohne die badische Post gesehen zu haben. Dort wurde er als einfacher Ortsbrief bis 1 Loth aufgegeben und mit einer 1 Kr. Marke korrekt frankiert (er hatte wohl in der Metropole Frankens Freunde).

    In Göggingen schrieb man Herrn Carl Bauer in Mannheim ein Kuvert, das zwar nur 3 Kr. kostete, aber in das noch ein weiteres Schreiben an die Firma "Fischer & Lichtenberg" in Mannheim eingelegt worden war. Zusammen also immer noch unter 1 Loth, sparte man sich den 2. Brief durch die Einlage und somit 3 Kr..

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 8. Mai 2008 um 14:19
    • #11

    Schliessen möchte ich die kleine Exkursion ins süchtig machende AD mit einer Granate:

    Zu den seltensten Formen der Versendung gehören und gehörten Expressbriefe. Von und nach Baden sind keine Handvoll bekannt.

    Hier einer aus Heidelberg vom 21.5.1868 nach Germersheim, der seinen Empfänger am selben Tag noch erreichte!

    Die Frankatur wurde mit 3 Kr. erreicht, da er bis 1 Loth wog. Die Einschreibung war nicht mehr nötig, wohl aber zahlte der Absender den Botenlohn in der Pfalz von 9 Kr. ("9 x wf"), also 9 Kreuzer Weiterfranko. Der Vermerk des Absenders "Um sofortige Abgabe wird gebeten" war ja wohl auch eindeutig.

    Auf einen zweiten von Bayern nach Baden werde ich noch lange warten müssen ...

    Beste Grüsse von bayern klassisch

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    Einmal editiert, zuletzt von bayern klassisch (16. Februar 2009 um 15:35)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 16. Februar 2009 um 15:39
    • #12

    Hallo,

    weil es passt zeige ich mal einen Brief vom 3.8.1871, der in Mannheim geschrieben wurde (Rechnung), und den ein Mannheimer Handlungsreisender per Bahn nach München brachte. Dort frankierte er in der Stadt einen Tag später mit einem Kreuzer für Ortsbriefe (Nr. 22y) und sparte sich so 2 Kreuzer.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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  • balf_de
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    26. August 1943 (82)
    • 16. Februar 2009 um 18:32
    • #13

    Hallo Bayern klassisch!
    Leider kann ich zu diesem interessanten Thread nicht viel beitragen. Im Gegensatz zu Dir habe ich nur "langweilige" 9-Kreuzer-Frankaturen (die meisten haben mit Käse zu tun ...). Nach München und Lindenberg waren es von Heidelberg aus sicher mehr als 20 Meilen, aber nach Kaiserslautern? Ist die Ganzsache U3A vielleicht überfrankiert?
    Viele Grüße
    balf_de

  • bayern klassisch
    Gast
    • 16. Februar 2009 um 18:52
    • #14

    Hallo balf_de,

    langweilig ist etwas anderes ... ;)

    Da hast du doch schöne Briefe mit unterschiedlichen Frankaturen.

    Zu deiner Frage: Von Heidelberg nach Kaiserslautern hätten 3 Kr. je Loth gereicht, da es nur 59 km Luftlinie zwischen beiden Orten sind.

    Es gibt 2 Möglichkeiten:

    Entweder es war ein Brief der 3. Gewichtsstufe, was für ein Ganzsachenkuvert sehr, sehr ungewöhnlich wäre (habe ich noch nicht gesehen), aber nicht völlig auszuschließen ist, oder, und das halte ich für wesentlich wahrscheinlicher, jemand hatte kein passendes 3 Kr. Kuvert zur Hand und nahm halt schweren Herzens dieses, weil die Post wichtig war und unbedingt raus musste.

    Alternative zu 2.: Wenn man abends nach dem richtigen Kuvert suchte, und nicht genau schaute, konnte man mal ein rotes Kuvert (3 Kreuzer Nominale) mit dem braunen (9 Kreuzer Nominale) verwechseln. Bei Bayern kann das bei roten/braunen Marken hin und wieder noch bis in die Pfennigzeit nachgewiesen werden.

    Ist der Aufgabestempel einer vom Morgen oder vom Abend?

    Liebe Grüsse und danke fürs Zeigen sagt bayern klassisch

  • balf_de
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    • 16. Februar 2009 um 20:20
    • #15

    Hallo Bayern klassisch!
    Sicher hast Du recht, dass der Absender den falschen Umschlag erwischte. Die Briefumschläge von 1858 mit dem Wertstempel links hatten noch nicht die Farben des Postvereins: 3 kr war blau, 6 kr gelb, 9 kr karmin, 12 kr hellbraun und 18 kr ziegelrot (hätte ich gern). Leider ist bei meinem Umschlag das Jahr nicht zu identifizieren, aber es ist nicht unwahrscheinlich, dass er aus der Zeit stammt, als rot = 3 kr bedeutete.
    Der Heidelberger Stempel zeigt 16. Nov. 10-12. Ich denke, das war am Vormittag. Laut Rückseite (s. Anlage) ist er am 17.11. in Otterberg angekommen (Where the hell is Heiligenmorchel ??)
    Einen späteren Umschlag in die Pfalz kann ich noch zeigen, der allerdings nicht mehr in meine Sammlung passt - Mannheim ist nicht Heidelberg (!) - er gehört mir (hoffentlich) nur noch bis zur nächsten Köhler-Auktion. Bitte, erwarte keinen Scan der Rückseite, er ist nicht mehr bei mir.

  • bayern klassisch
    Gast
    • 16. Februar 2009 um 20:37
    • #16

    Hallo balf_de,

    das ist doch eine schöne Farbfrankatur - 7 Kr. Chargé und 7 Kr. für Briefe über 1 - 15 Loth. Gut, dass der Rabbi den aufgehoben hat ...

    Liebe Grüsse von bayern klassisch, der mal vor über 20 Jahren eine 3 Kr. rot Ganzsache mit 4 - Farben - Frankatur aus Heidelberg nach Odessa besaß ...

  • balf_de
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    • 16. Februar 2009 um 20:59
    • #17

    richtig: und gut auch, dass kein besonders "engagierter" Sammler ca. 70 Jahre später die Adresse radiert hat ...

  • bayern klassisch
    Gast
    • 16. Februar 2009 um 21:05
    • #18

    Hallo balf_de,

    ich weiß gar nicht, ob Adolf H. auch gesammelt hat.

    Die Sammlung von Simon Wiesenthal habe ich jedenfalls bei Köhler in Wiesbaden intensiv bewundern können.

    Wer Adressen, aus niederen Gründen oder weswegen auch immer, unkenntlich macht oder ausschneidet, ist ein rabiater Lümmel, der keine Ehrfurcht vor geschichtlichen Objekten hat. Auf solche Leute kann und konnte die Philatelie gut verzichten.

    Daher bin ich für jeden Brief dankbar, der in seiner Ursprünglichkeit die Jahre überdauert hat.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Einmal editiert, zuletzt von bayern klassisch (16. Februar 2009 um 21:05)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 3. September 2009 um 20:22
    • #19

    Liebe Sammlerfreunde,

    auch wenn es nichts besonderes ist, möchte ich, da ich bisher keine 2. Gewichtsstufe von Baden nach Bayern hatte, eine solche aus 1859 zeigen.

    Es wurde keine Reko - Nr. vergeben. Weiß jemand, ob der Stempel badisch ist.

    Es war das Einzige, was mir Rauhut zugeschlagen hat.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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    Einmal editiert, zuletzt von bayern klassisch (3. September 2009 um 20:24)

  • balf_de
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    • 3. September 2009 um 22:58
    • #20
    Zitat

    Original von bayern klassisch
    ... auch wenn es nichts besonderes ist, ...


    Hallo BK !
    Nicht oft, aber manchmal bin ich anderer Meinung: 18 Kreuzer Frankaturen aus den 1850'er Jahren musst Du erst einmal finden: sie sind immer etwas Besonderes!
    Natürlich sind die Stempel badisch: die Nummer 84 von Lörrach ist zwar nicht sehr deutlich - nicht überall wurde so sauber gestempelt wie z.B. in Gernsbach (50) - aber wenn man es weiß ...
    Der Schreibschrift -Chargé-Stempel ist auch nicht selten; allerdings sind meine Belege mit diesem Stempel etwas jünger. Und der Ortsstempel - im Handbuch Nr. 2 (084 6) gehört auch dazu. Merkwürdig ist allerdings, dass keine Reko-Nummer erkennbar ist, aber ich denke, auch das ist kein Einzelfall.
    Übrigens: Vielen Dank, dass Du diesen Thread wieder aus der Versenkung geholt hast - immerhin ist es einer, bei dem ich auch mitreden kann. Wenn auch heute nur mit einem "Leichtgewicht", verglichen mit Deinem Brief:
    eine normale 9 Kreuzer Frankatur aus dem Jahr 1857 aus Heidelberg nach Augsburg (jetzt weißt Du, was man unter "nichts besonderes" zu verstehen hat!)
    Viele Grüße
    balf_de
    @BK: sicher kannt Du mir sagen, in was für einem Regiment der fesche Leutnant tätig war?

    Einmal editiert, zuletzt von balf_de (3. September 2009 um 23:46)

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